Immobilier

Gemeindliches Vorkaufsrecht und gleichzeitiger Verkauf eines Grundstücks und eines Erbbaurechts

📅 Décision du 11 Mai 2000⚖️ Cour de cassation📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof hat entschieden, dass das Vorkaufsrecht einer Gemeinde nicht auf ein Erbbaurecht ausgeübt werden kann, selbst wenn Grundstück und Erbbaurecht gleichzeitig verkauft werden. Der Notar muss keine Solidaritätsklausel zwischen den Verkäufern erwähnen, wenn diese der Gemeinde gegenüber nicht entgegengehalten werden kann.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 97-18.610 • 2000-05-11 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines Grundstücks in Fleury-les-Aubrais und haben einer Gesellschaft ein Erbbaurecht eingeräumt. Heute möchten Sie das Grundstück verkaufen, und der Erbbauberechtigte möchte sein Erbbaurecht verkaufen. Aber die Gemeinde möchte ihr Vorkaufsrecht ausüben. Kann sie auch in das Erbbaurecht eingreifen? Eine entscheidende Frage für jeden Verkäufer oder Erwerber.

Der Kassationsgerichtshof hat entschieden: Das gemeindliche Vorkaufsrecht (das Recht der Gemeinde, ein zum Verkauf stehendes Grundstück vorrangig zu erwerben) kann nicht auf ein Erbbaurecht ausgedehnt werden. Selbst wenn der Verkauf des Grundstücks und des Erbbaurechts gleichzeitig erfolgt, kann die Gemeinde das Erbbaurecht nicht vorkaufen. Und der Notar muss keine Solidaritätsklausel zwischen den Verkäufern vorsehen, wenn diese der Gemeinde gegenüber nicht entgegengehalten werden kann.

Eine Entscheidung, die komplexe Immobilientransaktionen absichert, aber eine sorgfältige Vertragsgestaltung erfordert. Analyse.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Eine Berufsgesellschaft (die SCP) ist Eigentümerin mehrerer Grundstücke, insbesondere in Montargis. Auf einem davon hat eine andere Gesellschaft, die Compagnie industrielle et électronique du Nord (CIEN), ein Erbbaurecht. Das Erbbaurecht ist ein Vertrag, bei dem der Erbbauberechtigte (der Mieter) sich verpflichtet, auf dem Grundstück zu bauen und es für eine lange Dauer (oft 18 bis 99 Jahre) zu mieten. Hier möchten beide Gesellschaften ihre Rechte verkaufen: die SCP verkauft das Grundstück, und die CIEN überträgt ihr Erbbaurecht. Alles gleichzeitig (konkomitierend).

Aber die Gemeinde Montargis beschließt, ihr städtebauliches Vorkaufsrecht (DPU) auf das Grundstück auszuüben. Das DPU erlaubt der Gemeinde, ein zum Verkauf stehendes Grundstück vorrangig zu erwerben, um Erschließungs- oder Gemeinwohlmaßnahmen durchzuführen. Die Gemeinde teilt ihre Entscheidung dem mit dem Verkauf beauftragten Notar mit. Sie kann jedoch das Erbbaurecht nicht vorkaufen, da das DPU nur für Grundstücke gilt, nicht für persönliche Rechte wie ein Erbbaurecht. Daher muss der Verkauf des Erbbaurechts getrennt erfolgen, ohne Beteiligung der Gemeinde.

Problem: Die beiden Verkäufer wollten einen „verbundenen“ Verkauf, d.h. der Erwerber sollte sowohl das Grundstück als auch das Erbbaurecht kaufen. Aber die Gemeinde vereitelt diesen Willen, indem sie das Grundstück vorkauft. Der ursprüngliche Erwerber bleibt nur mit dem Erbbaurecht ohne Grundstück zurück. Er verklagt die Verkäufer und den Notar und wirft ihnen vor, keine Solidaritätsklausel vorgesehen zu haben, die die Gemeinde zum Vorkauf des gesamten Pakets gezwungen hätte. Das Berufungsgericht Saint-Denis-de-la-Réunion weist die Klage ab, und der Kassationsgerichtshof bestätigt.

Die Begründung des Gerichts – im Detail

Der Kassationsgerichtshof stützt sich auf Artikel L. 213-1 des Code de l'urbanisme (in der damaligen Fassung), der den Umfang des Vorkaufsrechts definiert. Dieser Artikel sieht vor, dass das DPU für „Immobilien“ und „dingliche Rechte“ gilt. Ein Erbbaurecht ist jedoch kein dingliches Recht im Sinne dieses Textes, sondern ein persönliches Recht (ein Vertrag). Das Gericht folgert daraus, dass die Gemeinde das Erbbaurecht nicht vorkaufen kann, selbst wenn der Verkauf von Grundstück und Erbbaurecht gleichzeitig erfolgt. Mit anderen Worten: Das DPU kann nicht auf etwas ausgedehnt werden, das kein Immobilienvermögen ist.

Aber was ist mit dem Willen der Verkäufer, gemeinsam zu verkaufen? Das Gericht antwortet, dass dieser Wille der Gemeinde gegenüber nicht entgegengehalten werden kann: Die Gemeinde muss eine von den Verkäufern gewünschte „Solidaritäts“-Bedingung nicht beachten. Der Notar, der die Verträge erstellt, muss diese Bedingung daher nicht in der Veräußerungsanzeige (DIA) an die Gemeinde aufführen. Wenn die Gemeinde das Grundstück vorkauft, kann der Verkäufer des Erbbaurechts dieses frei an einen anderen Erwerber verkaufen.

Das Gericht stellt klar, dass der Notar kein Verschulden trifft, indem er die Solidarität nicht erwähnt hat. Eine solche Erwähnung wäre unnötig, ja sogar irreführend gewesen, da die Gemeinde das Erbbaurecht nicht hätte vorkaufen können. Die Richter weisen daher die Schadensersatzklage des ausgeschlossenen Erwerbers ab.

Diese Entscheidung bestätigt eine frühere Rechtsprechung (z.B. Civ. 3e, 19. März 1997, Nr. 95-15.875), wonach das Vorkaufsrecht nur für dingliche Rechte an Immobilien gelten kann, nicht für persönliche Rechte. Sie ist daher keine Revolution, aber sie klärt das Schicksal „verbundener“ Verkäufe.

Was das für Sie konkret ändert

Für vermietende Eigentümer: Wenn Sie Eigentümer eines mit einem Erbbaurecht belasteten Grundstücks sind und das Grundstück verkaufen möchten, beachten Sie, dass die Gemeinde das Grundstück vorkaufen kann, ohne das Erbbaurecht zu berühren. Aber Achtung: Wenn der Erbbauberechtigte auch sein Erbbaurecht verkaufen möchte, kann er dies frei tun, auch wenn die Gemeinde das Grundstück vorkauft. Sie sind nicht verpflichtet, gemeinsam zu verkaufen, aber wenn Sie es möchten, müssen Sie im Kaufvorvertrag eine Solidaritätsklausel formulieren, die klarstellt, dass sie nur bei fehlendem Vorkauf gilt. Empfehlung: Sehen Sie eine auflösende Bedingung vor (Rücktritt vom Verkauf, wenn das Erbbaurecht nicht gleichzeitig übertragen wird).

Für Erbbauberechtigte: Wenn Sie Inhaber eines Erbbaurechts sind und Ihr Recht abtreten möchten, können Sie dies ohne Angst vor einem gemeindlichen Vorkaufsrecht tun. Prüfen Sie jedoch, ob der Erbbaurechtsvertrag eine Zustimmungsklausel (Zustimmung des Eigentümers) oder ein Vorkaufsrecht zugunsten des Eigentümers vorsieht.

Für Erwerber: Wenn Sie sowohl ein Grundstück als auch ein Erbbaurecht erwerben möchten, stellen Sie sicher, dass der Kaufvorvertrag eine aufschiebende Bedingung enthält: Der Verkauf des Grundstücks muss erfolgen, damit die Übertragung des Erbbaurechts wirksam wird.

Questions fréquentes

Le droit de préemption communal peut-il s'exercer sur un bail à construction ?

Non, selon la Cour de cassation, le droit de préemption ne porte que sur les biens immobiliers (terrain), pas sur les droits personnels comme un bail à construction.

Puis-je vendre mon terrain et le bail à construction en même temps sans risque de préemption ?

Oui, mais si la commune préempte le terrain, la vente du bail peut être séparée. Pour éviter cela, prévoyez une condition suspensive dans la promesse de vente.

Quels sont les délais pour que la commune exerce son droit de préemption ?

La commune dispose de 2 mois à compter de la réception de la déclaration d'intention d'aliéner (DIA) pour préempter.

Que doit mentionner le notaire dans la DIA en cas de vente conjointe terrain + bail ?

Le notaire ne doit mentionner que le terrain, car le bail n'est pas soumis au droit de préemption. Une clause de solidarité entre vendeurs est inopposable à la commune.

Un acquéreur peut-il être contraint d'acheter le bail sans le terrain ?

Non, si la promesse de vente prévoit une condition suspensive liant les deux ventes. En l'absence de clause, l'acquéreur pourrait être tenu d'acheter le bail seul.

Informations juridiques

  • Numéro: 97-18.610
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 11 mai 2000

Mots-clés

droit de préemptionbail à constructiondroit immobilierCour de cassationvente immobilière

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire d'un terrain à Fleury-les-Aubrais avec bail à construction

Vous possédez un terrain de 800 m² loué à une société de construction pour 50 ans. Vous souhaitez vendre le terrain, et le preneur veut céder son bail. La commune de Fleury-les-Aubrais exerce son DPU sur le terrain.

Application pratique:

La commune ne peut préempter que le terrain. Vous pouvez vendre le terrain à la commune, et le preneur peut librement céder son bail à un tiers. Pour éviter une vente séparée non voulue, rédigez une promesse de vente avec condition suspensive : si la commune préempte, la vente du bail est annulée. Consultez un avocat pour rédiger cette clause.

2

Acquéreur voulant acheter un terrain et un bail à Montargis

Vous avez trouvé un terrain de 500 m² à Montargis avec un bail à construction de 20 ans. Le prix total est de 150 000 € (120 000 € le terrain, 30 000 € le droit au bail). Vous voulez les deux.

Application pratique:

Exigez dans la promesse de vente une condition suspensive : la vente du terrain et la cession du bail sont interdépendantes. Si la commune préempte le terrain, la vente du bail est annulée et vous n'avez rien à payer. Sans cette clause, vous pourriez être contraint d'acheter le bail seul et de payer 30 000 € pour un droit sur un terrain que vous ne possédez pas.

3

Notaire confronté à une vente liée terrain + bail

Vous êtes notaire et devez rédiger la DIA pour une vente conjointe d'un terrain et d'un bail à construction. Les vendeurs insistent pour mentionner la solidarité des ventes.

Application pratique:

Ne mentionnez pas le bail dans la DIA, car le DPU ne le concerne pas. Informez les vendeurs que la clause de solidarité est inopposable à la commune. Proposez-leur une promesse de vente avec condition suspensive pour lier les deux ventes entre l'acquéreur et les vendeurs, sans affecter la DIA. Cela protège toutes les parties.

CZ

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit, spécialisée en droit immobilier et foncier. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par Maître Zakine.

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