Die Dürre, eine Geißel für die Häuser in Nizza
Nizza ist mit seinem mediterranen Klima und den wiederkehrenden Dürreperioden besonders dem Phänomen des Schrumpfens und Quellens von Tonböden ausgesetzt. Diese Bodenbewegung, die durch den Wechsel von Dürreperioden und starken Regenfällen verursacht wird, übt Druck auf die Fundamente der Häuser aus und führt zu Rissen in Wänden, Böden und Fassaden. Seit 2020 hat Frankreich mehrere Hitzesommer erlebt, und 2026 verspricht ebenso kritisch zu werden. Wenn Sie Eigentümer einer Immobilie in Nizza oder in den Alpes-Maritimes sind, ist es wichtig zu verstehen, wie Ihre Versicherung Sie schützen kann.
Die Anerkennung des Naturkatastrophenzustands
Um entschädigt zu werden, ist es unerlässlich, dass Ihre Gemeinde durch einen interministeriellen Erlass als Naturkatastrophengebiet anerkannt wird. Dieser Erlass wird im Journal Officiel veröffentlicht. Sie haben dann eine Frist von 30 Tagen ab dieser Veröffentlichung, um Ihre Meldung bei Ihrem Versicherer einzureichen. Ohne diese Anerkennung deckt Ihre Wohngebäudeversicherung in der Regel keine Schäden im Zusammenhang mit Dürre ab, da diese als normale Abnutzung oder Bauschaden betrachtet werden.
Um diese Anerkennung zu erleichtern, hat die Regierung ein Verfahren eingerichtet, das es den Gemeinden ermöglicht, eine Akte bei den staatlichen Stellen einzureichen. Im Jahr 2026 ist es wahrscheinlich, dass viele Gemeinden der Alpes-Maritimes, einschließlich Nizza, betroffen sein werden. Es ist daher entscheidend, die Entwicklung der Erlasse zu verfolgen.
Die Bedingungen für die Übernahme durch die Versicherung
Artikel L125-1 des Versicherungsgesetzbuchs (Code des assurances) verpflichtet die Versicherer, direkte Sachschäden zu decken, die durch eine Naturkatastrophe verursacht wurden, sofern der Naturkatastrophenzustand festgestellt wurde. Diese Garantie greift jedoch nur, wenn Sie eine Wohngebäudeversicherung (Multirisque) abgeschlossen haben, die die Naturkatastrophen-Garantie einschließt, was für jeden Sachversicherungsvertrag obligatorisch ist.
Sobald die Anerkennung erfolgt ist, müssen Sie eine beschreibende Aufstellung der Risse und Schäden einreichen. Der Versicherer wird einen Sachverständigen beauftragen, um die Schäden zu bewerten. Die Entschädigung basiert auf dem Wiederaufbauwert der Immobilie abzüglich der Wertminderung (Vétusté), es sei denn, Ihr Vertrag sieht eine Entschädigung zum Neuwert vor. Es ist wichtig zu beachten, dass die Schäden eine direkte Folge der Dürre sein müssen und nicht auf andere Faktoren wie mangelnde Instandhaltung oder Baumängel zurückzuführen sein dürfen.
Die Schritte im Jahr 2026
Wenn Sie Risse feststellen, handeln Sie schnell:
- Fotografieren Sie die Schäden und notieren Sie das Datum ihres Auftretens.
- Melden Sie den Schaden Ihrem Versicherer innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung des Naturkatastrophen-Erlasses.
- Bewahren Sie alle Rechnungen für Arbeiten und Sachverständigenberichte auf.
- Wenn Ihr Versicherer die Entschädigung verweigert, können Sie den Versicherungsvermittler (Médiateur de l'assurance) einschalten.
Vergessen Sie nicht, dass die Anerkennung der Naturkatastrophe mehrere Monate dauern kann. In der Zwischenzeit wird empfohlen, einen Bausachverständigen hinzuzuziehen, um eine genaue Diagnose des Ausmaßes der Risse und ihrer Entwicklung zu erstellen.
Die Rolle des spezialisierten Anwalts
Angesichts der Komplexität von Dürreschäden ist es oft hilfreich, sich von einem auf Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt begleiten zu lassen. Maître Cécile Zakine, Rechtsanwältin am Barreau de Nizza und Doktorin der Rechte, ist regelmäßig in solchen Streitfällen tätig. Sie hilft Ihnen, Ihre Akte aufzubauen, mit dem Sachverständigen und dem Versicherer zu verhandeln und bei Bedarf gerichtlich vorzugehen. Ihre Kanzlei befindet sich in Antibes, in der Nähe von Nizza, und sie kennt die lokalen Probleme im Zusammenhang mit Tonböden genau.
Fazit und Handlungsempfehlung
Lassen Sie Risse nicht unbehandelt, ohne zu reagieren. Sobald die ersten Risse auftreten, prüfen Sie die Website Ihrer Gemeinde, ob ein Naturkatastrophen-Erlass ergangen ist. Wenn nicht, fordern Sie Ihre Gemeinde auf, eine Akte einzureichen. Parallel dazu kontaktieren Sie Ihren Versicherer, um ihn über die Situation zu informieren, auch wenn die Anerkennung noch nicht offiziell ist. Wenn Sie auf Schwierigkeiten stoßen, zögern Sie nicht, einen Anwalt zu konsultieren. Für weitere Informationen besuchen Sie www.cecile-zakine.fr.
