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Direktklage gegen den Versicherer: Welches Gericht ist zuständig? Die Antwort des Kassationsgerichts

📅 Décision du 16 Juli 2020⚖️ Cour de cassation👁️ 3 vues📖 5 min de lecture

Das Opfer, das eine Direktklage gegen den Versicherer erhebt, kann zwischen der Zuständigkeit des Gerichts am Wohnsitz des Versicherungsnehmers (Artikel R. 114-1 des Versicherungsgesetzbuchs) und den allgemeinen Regeln der Artikel 42 ff. der Zivilprozessordnung wählen. Es kann nicht das Gericht seines eigenen Wohnsitzes anrufen, es sei denn, der Versicherer hat dort seinen Sitz.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 19-18.795 • 2020-07-16 • Entscheidung einsehen →

Sie wohnen in Offemont, ein Verkehrsunfall ereignet sich, der Versicherer des Verantwortlichen zögert, Sie zu entschädigen. Sie möchten ihn vor dem Gericht in Belfort, in Ihrer Nähe, verklagen. Gute Idee? Nicht unbedingt. Der Kassationshof hat soeben eine wesentliche Regel in Erinnerung gerufen: Das Opfer, das eine Direktklage gegen den Versicherer erhebt, kann nicht immer sein Gericht wählen. Also, wo klagen? Dieses Urteil vom 16. Juli 2020 (Nr. 19-18.795) klärt auf.

Denn die Wahl des Gerichts ist nicht trivial. Am falschen Ort zu klagen bedeutet Zeit- und Geldverlust und manchmal den Verlust des Klagerechts. Die Regeln der örtlichen Zuständigkeit sind für Laien ein echtes Rätsel. Dabei bestimmen sie den weiteren Verlauf des Verfahrens. Diese Entscheidung klärt eine Frage, die sich täglich Hunderte von Opfern stellen: „Kann ich den Versicherer vor dem Gericht meines Wohnsitzes verklagen?“

Die Antwort ist nein, außer in Ausnahmefällen. Das Urteil des Kassationshofs vom 16. Juli 2020 bestätigt dies: Das Opfer kann sich entweder auf Artikel R. 114-1 des Versicherungsgesetzbuchs (Gericht am Wohnsitz des Versicherungsnehmers) oder auf die Artikel 42 ff. der Zivilprozessordnung (Gericht am Wohnsitz des Beklagten oder am Ort des schädigenden Ereignisses) berufen. Aber keinesfalls ist das Gericht am Wohnsitz des Opfers allein deshalb zuständig, weil es dort wohnt. Erläuterung.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr X, ein Einwohner von Giromagny, wird Opfer eines Verkehrsunfalls. Sein Schaden wird von der CPAM des Bas-Rhin übernommen. Gemeinsam beschließen sie, den Versicherer des Verantwortlichen vor dem Tribunal de grande instance in Straßburg zu verklagen. Warum Straßburg? Weil der Versicherer dort seinen Sitz hat. Einfach, oder?

Der Versicherer sieht das anders. Er rügt die örtliche Unzuständigkeit des Gerichts in Straßburg. Sein Argument: Der Wohnsitz des Versicherungsnehmers – Herr X – befindet sich in Giromagny im Zuständigkeitsbereich des Gerichts in Belfort. Nach seiner Auffassung gilt Artikel R. 114-1 des Versicherungsgesetzbuchs und begründet die Zuständigkeit des Gerichts am Wohnsitz des Versicherungsnehmers, also Belfort. Nicht Straßburg.

Das Berufungsgericht gibt dem Versicherer recht und erklärt das Gericht in Straßburg für unzuständig. Die Eheleute P. (das Opfer und die CPAM) legen Kassation ein. Sie sind der Ansicht, sie hätten wählen können, am Sitz des Versicherers zu klagen, gemäß den allgemeinen Regeln. Der Kassationshof muss entscheiden: Wer hat recht?

Die Argumentation des Gerichts – entschlüsselt

Der Kassationshof weist die Kassation zurück und bestätigt das Urteil des Berufungsgerichts. Seine Argumentation ist subtil. Er erinnert zunächst daran, dass das Opfer, das die Direktklage gegen den Versicherer erhebt, eine Wahlmöglichkeit hat: Es kann sich entweder auf Artikel R. 114-1 des Versicherungsgesetzbuchs oder auf die Artikel 42 ff. der Zivilprozessordnung berufen. Artikel R. 114-1 bestimmt, dass „Klagen betreffend die Festsetzung der Entschädigungsregelung“ vor das Gericht am Wohnsitz des Versicherungsnehmers gebracht werden. Die Artikel 42 ff. legen den Grundsatz fest, dass das zuständige Gericht dasjenige ist, in dessen Bezirk der Beklagte (der Versicherer) seinen Wohnsitz hat, oder bei Delikten das Gericht des Ortes des schädigenden Ereignisses.

Aber Vorsicht: Die Wahlmöglichkeit ist nicht grenzenlos. Das Opfer kann die eine oder andere dieser Grundlagen wählen, aber es kann keine dritte schaffen. Im vorliegenden Fall hatten die Eheleute P. den Versicherer in Straßburg verklagt, dem Sitz des Versicherers. Das war ihr Recht gemäß Artikel 42 (Beklagter). Aber der Versicherer widersprach unter Berufung auf Artikel R. 114-1, der auf Belfort verweist. Das Berufungsgericht prüfte dann, ob die Sache eine Klage auf „Festsetzung der Entschädigungsregelung“ betraf – was der Fall war – und gab diesem speziellen Text Vorrang.

Der Kassationshof stimmt zu: Kein Text erlaubt die Zuständigkeit des Gerichts am Wohnsitz des Opfers. Das Opfer kann nicht vor seinem eigenen Gericht klagen, nur weil es dort wohnt. Es muss zwischen dem Gericht am Wohnsitz des Versicherungsnehmers (oft seinem eigenen, wenn es selbst der Versicherungsnehmer ist) oder dem des Beklagten (des Versicherers) oder dem Ort des Schadens wählen. Wenn es jedoch selbst der Versicherungsnehmer ist, ist das Gericht seines Wohnsitzes über Artikel R. 114-1 zuständig. In unserer Geschichte war das Opfer nicht der Versicherungsnehmer (der Versicherungsnehmer war der Verantwortliche), daher war das Gericht seines eigenen Wohnsitzes (Belfort) nicht zuständig.

Diese Entscheidung bestätigt eine ständige Rechtsprechung: Die Direktklage verwandelt das Opfer nicht in einen Gläubiger einer Entschädigung, den es zu Hause einklagen könnte. Der Gesetzgeber wollte den Versicherungsnehmer (den Verantwortlichen) schützen, indem er die Streitigkeiten in seiner Nähe konzentriert. Logisch: Er zahlt die Prämie, bei ihm greift der Versicherer ein.

Was das für Sie konkret ändert

Vermieter: Wenn Sie Eigentümer in Offemont sind und Ihr Mieter beim Nachbarn einen Wasserschaden verursacht, kann der Versicherer Ihres Mieters vor dem Gericht am Wohnsitz Ihres Mieters (Artikel R. 114-1) oder vor seinem eigenen Sitz verklagt werden. Nicht vor dem Gericht in Belfort, weil Sie dort wohnen. Beispiel: Ein Schaden in Giromagny, Ihr Mieter wohnt in Belfort, der Versicherer in Paris. Sie müssen zwischen Belfort und Paris wählen, nicht Giromagny.

Mieter: Opfer eines Brandes, der vom Nachbarn verursacht wurde? Die Direktklage gegen dessen Versicherer erfolgt vor dem Gericht am Wohnsitz des Nachbarn (des Versicherungsnehmers) oder des Versicherers. Wenn der Nachbar in Mülhausen wohnt und der Versicherer in Straßburg, müssen Sie nach Mülhausen oder Straßburg gehen, nicht nach Belfort.

Questions fréquentes

Puis-je assigner l'assureur devant le tribunal de mon domicile si je suis la victime ?

Non, sauf si vous êtes également l'assuré (le responsable). La Cour de cassation le rappelle : votre domicile n'est pas un critère de compétence pour l'action directe.

Que faire si l'assureur conteste la compétence du tribunal que j'ai choisi ?

Vous devrez justifier votre choix. Si vous avez assigné au siège de l'assureur, l'article 42 du CPC le permet. Mais l'assureur peut invoquer l'article R. 114-1 pour renvoyer devant le tribunal du domicile de l'assuré. Le juge tranchera en fonction de la nature de l'action.

Quel est le délai pour agir en action directe ?

Deux ans à compter du sinistre (article L. 114-1 du code des assurances). Passé ce délai, vous perdez tout droit à indemnisation.

Puis-je assigner au lieu du fait dommageable (par exemple, le lieu de l'accident) ?

Oui, si l'accident est un délit (article 46 du CPC). Par exemple, un accident de la circulation à Giromagny peut être porté devant le tribunal de Belfort (lieu du dommage). Mais attention : cette option n'est pas toujours compatible avec l'article R. 114-1, qui prime en matière d'assurance.

Que faire en cas d'urgence ?

Vous pouvez demander une ordonnance de référé devant le président du tribunal compétent. Les règles de compétence sont les mêmes. Vérifiez bien que le tribunal choisi a une chambre des référés.

Informations juridiques

  • Numéro: 19-18.795
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 16 juillet 2020

Mots-clés

action directeassureurcompétence territorialetribunalindemnisation

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Offemont

Vous êtes propriétaire à Offemont. Votre locataire cause un dégât des eaux chez le voisin. L'assureur du locataire refuse d'indemniser. Vous voulez assigner l'assureur. Le locataire habite à Belfort, l'assureur à Paris. Vous devez choisir entre le tribunal de Belfort (domicile de l'assuré) ou de Paris (siège de l'assureur). Pas Offemont.

Application pratique:

Avant d'assigner, identifiez le domicile de votre locataire (l'assuré) et le siège de son assureur. Si vous choisissez Belfort, vous pourrez vous y rendre facilement. Si vous choisissez Paris, prévoyez un avocat sur place. Cette décision vous interdit de saisir le tribunal de votre domicile à Offemont.

2

Victime d'un accident à Giromagny

Vous êtes victime d'un accident de la route à Giromagny. Le responsable habite à Mulhouse, son assureur à Strasbourg. Vous voulez assigner l'assureur. Vous pouvez choisir entre Mulhouse (domicile de l'assuré) ou Strasbourg (siège de l'assureur). Pas Belfort, malgré votre domicile.

Application pratique:

Rassemblez les preuves de l'accident. Contactez un avocat à Mulhouse ou Strasbourg. Attention au délai de deux ans. Si vous assignez à Strasbourg, l'assureur peut invoquer l'article R. 114-1 pour renvoyer à Mulhouse. Le juge tranchera. Mieux vaut anticiper et choisir le tribunal le plus pertinent.

3

Copropriétaire à Giromagny

Votre copropriété à Giromagny subit un dégât des eaux dans les parties communes. L'assureur de la copropriété refuse la garantie. Le siège de la copropriété est à Belfort, l'assureur à Nancy. Vous pouvez assigner à Belfort (domicile de l'assuré) ou à Nancy (siège de l'assureur).

Application pratique:

Vérifiez le contrat d'assurance de la copropriété : il peut contenir une clause attributive de compétence. Si ce n'est pas le cas, choisissez le tribunal le plus proche (Belfort). Si vous assignez à Nancy, l'assureur peut contester. Cette décision vous oblige à bien choisir votre fondement.

CZ

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit, spécialisée en droit immobilier et foncier. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par Maître Zakine.

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