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Landwirtschaftlicher Pachtvertrag und Mitpächter: Der bewirtschaftende Ehegatte behält den Pachtvertrag allein
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Landwirtschaftlicher Pachtvertrag und Mitpächter: Der bewirtschaftende Ehegatte behält den Pachtvertrag allein

📅 Décision du 06 Juli 2022⚖️ Cour de cassation👁️ 13 vues📖 5 min de lecture

Wenn zwei Ehegatten Mitpächter eines landwirtschaftlichen Pachtvertrags sind und einer die Bewirtschaftung einstellt, hat der Ehegatte, der die Bewirtschaftung fortsetzt, Anspruch auf automatische Verlängerung des Pachtvertrags allein auf seinen Namen. Er muss den Verpächter nicht über diese Änderung informieren und kann nicht wegen fehlender Information gekündigt werden.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 21-12.833 • 2022-07-06 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines landwirtschaftlichen Grundstücks in Mougins, das an ein Ehepaar von Landwirten verpachtet ist. Eines Tages hört einer der beiden auf, das Land zu bewirtschaften. Der andere macht allein weiter. Sie fragen sich: Muss ich über diese Änderung informiert werden? Kann ich den Pachtvertrag kündigen, wenn ich nicht informiert wurde?

Genau diese Frage stellte sich in dem Fall, den der Kassationsgerichtshof am 6. Juli 2022 (Nr. 21-12.833) entschieden hat. Und die Antwort ist klar: Der Ehegatte, der die Bewirtschaftung allein fortsetzt, muss Sie nicht benachrichtigen, und Sie können den Pachtvertrag aus diesem Grund nicht kündigen.

Diese Entscheidung, die im Bereich des landwirtschaftlichen Pachtvertrags (Statut des fermage) ergangen ist, schützt den bewirtschaftenden Mitpächter vor Kündigungsrisiken. Aber was bedeutet sie konkret für Eigentümer und Bewirtschafter? Eine Analyse.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Herr [U] und seine Ehefrau, Frau [B], waren Mitpächter (d. h. gemeinsame Mieter) eines landwirtschaftlichen Pachtvertrags über Grundstücke in Vallauris. Der ursprünglich von einem Eigentümer gewährte Pachtvertrag betraf ein Flurstück mit der Bezeichnung AY Nr. 4. Später wurde dieses Grundstück in zwei Parzellen geteilt: AY Nr. 5 und AY Nr. 3.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt stellte Frau [B] die Bewirtschaftung der Ländereien ein. Herr [U] bewirtschaftete die Parzellen AY Nr. 5 und AY Nr. 3 allein weiter. Der Pachtvertrag verlängerte sich daraufhin von Rechts wegen allein auf den Namen von Herrn [U], gemäß Artikel L. 411-46 des Code rural et de la pêche maritime (CRPM). Diese Vorschrift sieht vor, dass im Falle des Ausscheidens eines der mitverpachteten Ehegatten derjenige, der die Bewirtschaftung fortsetzt, Anspruch auf Verlängerung des Pachtvertrags hat.

Der Eigentümer, der der Ansicht war, Herr [U] hätte ihn über die Einstellung der Tätigkeit seiner Ehefrau informieren müssen, verklagte diesen auf Kündigung des Pachtvertrags. Er berief sich auf die Artikel L. 411-35 Absätze 3 und 4 des CRPM, die den Pächter (Mieter) verpflichten, den Verpächter im Falle der Einstellung der Tätigkeit eines Mitpächters zu informieren. Der Eigentümer betrachtete Herrn [U] als unregelmäßigen Zessionar des Rechts seiner Ehefrau, und dieser Verstoß rechtfertige die Kündigung.

Das Berufungsgericht gab dem Eigentümer recht und sprach die Kündigung aus. Herr [U] legte daraufhin Kassationsbeschwerde ein.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof hob das Berufungsurteil auf. Seine Argumentation ist wie folgt: Artikel L. 411-46 Absatz 2 des CRPM sieht vor, dass im Falle des Ausscheidens eines der mitverpachteten Ehegatten der Ehegatte, der die Bewirtschaftung fortsetzt, Anspruch auf Verlängerung des Pachtvertrags hat. Daraus folgt, dass sich der Pachtvertrag von Rechts wegen allein auf den Namen des bewirtschaftenden Mitpächters verlängert. Folglich ist dieser kein unregelmäßiger Zessionar (Empfänger eines Rechts durch Übertragung) des Rechts seines Ehegatten. Daher finden die in Artikel L. 411-35 vorgesehenen Informationspflichten (die sich auf Pachtvertragsübertragungen beziehen) keine Anwendung.

Mit anderen Worten: Die automatische Verlängerung zugunsten des bewirtschaftenden Ehegatten ist keine Übertragung, sondern ein gesetzlicher Mechanismus zur Fortsetzung des Pachtvertrags. Der Eigentümer kann dem Bewirtschafter daher nicht vorwerfen, ihn nicht über die Einstellung der Tätigkeit des anderen Mitpächters informiert zu haben, da diese Information nur im Rahmen einer Übertragung geschuldet ist.

Der Gerichtshof stellt klar, dass diese Lösung für die Fassung des Artikels L. 411-35 aus dem Gesetz vom 13. Oktober 2014 (Zukunftsgesetz für die Landwirtschaft) gilt. Er bestätigt damit einen starken Schutz des bewirtschaftenden Ehegatten, der nicht allein wegen fehlender Information ausgeschlossen werden kann.

Vorsicht jedoch: Diese Entscheidung stellt nicht die allgemeine Informationspflicht des Verpächters bei Änderungen der persönlichen Situation des Pächters in Frage. Sie besagt lediglich, dass die fehlende Information über die Einstellung der Tätigkeit eines Mitpächters im Rahmen einer automatischen Verlängerung kein Kündigungsgrund ist.

Was das für Sie konkret ändert

Für verpachtende Eigentümer: Sie können einen landwirtschaftlichen Pachtvertrag nicht mit der Begründung kündigen, dass einer der Mitpächter die Bewirtschaftung eingestellt hat, ohne Sie zu informieren, wenn der andere Ehegatte die Bewirtschaftung fortsetzt. Der Pachtvertrag verlängert sich automatisch auf dessen Namen. Wenn Sie Ihr Eigentum zurückerhalten möchten, müssen Sie andere Gründe geltend machen (Nichtzahlung der Pacht, fehlende Bewirtschaftung usw.). Konkretes Beispiel: In Vallauris versuchte ein Eigentümer, den Pachtvertrag von Herrn [U] wegen fehlender Information zu kündigen. Der Kassationsgerichtshof wies seinen Antrag ab. Ergebnis: Herr [U] behält seinen Pachtvertrag und der Eigentümer muss die Verfahrenskosten tragen.

Für bewirtschaftende Pächter: Wenn Sie mit Ihrem Ehegatten Mitpächter sind und dieser die Bewirtschaftung einstellt, können Sie allein weitermachen, ohne eine Kündigung wegen fehlender Information riskieren zu müssen. Sie müssen jedoch die anderen Verpflichtungen aus dem Pachtvertrag einhalten (Zahlung der Pacht, tatsächliche Bewirtschaftung usw.). Wenn Sie sich in dieser Situation befinden, sollten Sie: die Einstellung der Tätigkeit Ihres Ehegatten bei der Mutualité sociale agricole (MSA) melden und gegebenenfalls den Verpächter per Einschreiben informieren, um Streitigkeiten zu vermeiden, auch wenn das Gesetz dies nicht verlangt.

Für Immobilienfachleute: Diese Entscheidung bestätigt eine Rechtsprechung, die den bewirtschaftenden Ehegatten schützt. Sie

Questions fréquentes

Dois-je informer mon propriétaire si mon conjoint arrête d'exploiter le bail rural ?

Non, selon l'article L. 411-46 du Code rural, le conjoint qui poursuit l'exploitation bénéficie d'un renouvellement automatique du bail à son seul nom. L'obligation d'information prévue à l'article L. 411-35 ne s'applique pas dans ce cas.

Puis-je perdre mon bail rural pour ne pas avoir informé le propriétaire du départ de mon conjoint copreneur ?

Non, la Cour de cassation a jugé que ce défaut d'information n'est pas un motif de résiliation du bail. Le bail se renouvelle de plein droit au nom du conjoint exploitant.

Que faire si mon propriétaire me menace de résiliation pour défaut d'information ?

Répondez en invoquant l'arrêt de la Cour de cassation du 6 juillet 2022 (n° 21-12.833) et l'article L. 411-46 du Code rural. Si la menace persiste, consultez un avocat spécialisé en droit rural.

Cette décision s'applique-t-elle aux baux ruraux conclus avant 2014 ?

Oui, la loi du 13 octobre 2014 est d'application immédiate aux baux en cours. La Cour de cassation a précisé que cette solution vaut pour la version de l'article L. 411-35 issue de cette loi.

Quels sont mes recours en tant que propriétaire si le preneur ne m'informe pas de la cessation d'activité du copreneur ?

Vous ne pouvez pas demander la résiliation du bail sur ce seul motif. Vous pouvez éventuellement réclamer des dommages-intérêts si vous prouvez un préjudice. Il est conseillé de consulter un avocat pour évaluer d'autres motifs de résiliation.

Informations juridiques

  • Numéro: 21-12.833
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 06 juillet 2022

Mots-clés

bail ruralcopreneurconjoint exploitantrésiliation bailinformation propriétaireCour de cassationarticle L411-46article L411-35fermageMouginsVallauris

Cas d'usage pratiques

1

Copreneur exploitant seul après départ du conjoint

Un exploitant agricole à Mougins est copreneur avec son épouse. Elle cesse toute activité. Lui continue d'exploiter les terres. Le propriétaire, informé par ailleurs, lui reproche de ne pas l'avoir prévenu et demande la résiliation du bail.

Application pratique:

L'exploitant doit se prévaloir de l'article L. 411-46 et de l'arrêt de 2022. Il peut continuer d'exploiter sans risque de résiliation. Il est prudent d'envoyer un courrier recommandé au propriétaire pour l'informer de la situation, même si la loi ne l'exige pas, afin d'éviter tout litige.

2

Propriétaire souhaitant récupérer son bien loué à un couple

Un propriétaire à Vallauris a loué des parcelles à un couple. Le mari cesse d'exploiter, la femme continue seule. Le propriétaire veut résilier le bail pour défaut d'information et récupérer ses terres.

Application pratique:

Le propriétaire ne peut pas invoquer le défaut d'information comme motif de résiliation. Il doit trouver un autre motif valable (non-paiement des fermages, défaut d'exploitation, etc.) ou attendre l'échéance du bail. Il peut également proposer une résiliation amiable moyennant indemnité.

3

Rédaction d'un bail rural avec clause de copreneur

Un notaire à Grasse rédige un bail rural pour un couple d'exploitants. Il souhaite prévoir les conséquences d'une éventuelle séparation ou cessation d'activité de l'un des conjoints.

Application pratique:

Le notaire doit inclure une clause rappelant les dispositions de l'article L. 411-46 : en cas de départ de l'un des copreneurs, le bail se renouvelle de plein droit au profit de l'exploitant. Il peut également prévoir une obligation d'information réciproque entre les copreneurs et le bailleur, mais cette clause ne doit pas contrevenir à la loi.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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