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Gemeinschaftseigentum in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Der Kaufvertrag ist nicht maßgeblich, nur die Teilungserklärung zählt
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Gemeinschaftseigentum in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Der Kaufvertrag ist nicht maßgeblich, nur die Teilungserklärung zählt

📅 Décision du 27 Juni 1972⚖️ Cour de cassation👁️ 7 vues📖 5 min de lecture

Ein Urteil des Kassationsgerichtshofs von 1972 stellt klar, dass die Rechte eines Erwerbers an Gemeinschaftseigentum nicht von den Angaben im Kaufvertrag abhängen, sondern ausschließlich von der Teilungserklärung. Erläuterungen und praktische Ratschläge für Eigentümer und Erwerber.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 71-11.379 • 1972-06-27 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich folgende Szene vor: Sie haben gerade eine Wohnung in Mandelieu-la-Napoule gekauft, mit Meerblick und, als Sahnehäubchen, Zugang zum gemeinschaftlichen Pool und Garten. Der Kaufvertrag erwähnt es ausdrücklich: „Der Erwerber genießt die dem Miteigentumsanteil zugeordneten Gemeinschaftsflächen, nämlich Aufzug, Treppenhaus, Pool und Garten“. Sie unterschreiben, hocherfreut. Einige Monate später teilt Ihnen der Verwalter mit, dass Sie keinerlei Rechte am Pool haben: Dieser sei den Eigentümern eines anderen Gebäudes vorbehalten. Wie kann das sein?

Dieses Szenario, häufiger als man denkt, veranschaulicht eine grundlegende Frage im Wohnungseigentumsrecht: Was bestimmt den Umfang Ihrer Rechte an Gemeinschaftsflächen? Der notariell beurkundete Kaufvertrag oder die Teilungserklärung, dieses oft in einer Schublade vergessene Dokument? Die Antwort, die der Kassationsgerichtshof in einem Urteil vom 27. Juni 1972 gab, ist eindeutig: Nur die Teilungserklärung ist maßgeblich. Die Angaben im Kaufvertrag sind ohne Einfluss.

Diese Entscheidung, obwohl über 50 Jahre alt, ist nach wie vor aktuell und sollte jedem Erwerber oder Eigentümer bekannt sein. Denn sie kann Ihre Rechte umstürzen, manchmal zu Ihrem Nachteil im Vergleich zu dem, was Sie zu erwerben glaubten. Lassen Sie uns dies gemeinsam anhand konkreter Beispiele aus dem Bezirk Grasse, in dem ich täglich praktiziere, analysieren.

Der Sachverhalt: Eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Im Jahr 1972 entschied der Kassationsgerichtshof einen Rechtsstreit, der zwischen beliebigen Wohnungseigentümern hätte entstehen können. Herr X, Eigentümer einer Wohnung in Mandelieu, hatte seine Immobilie auf der Grundlage eines Kaufvertrags erworben, der die Gemeinschaftsflächen auflistete, die er nutzen durfte: Aufzug, Treppenhaus und andere Räume. Der Vertrag präzisierte sogar, dass diese Flächen „dem streitgegenständlichen Miteigentumsanteil zugeordnet“ seien. Aber die Teilungserklärung sagte etwas ganz anderes. Sie reservierte bestimmte Gemeinschaftsflächen – insbesondere den Aufzug – für andere Miteigentumsanteile und schloss Herrn X von deren Nutzung aus.

Herr X, der meinte, der Kaufvertrag sei maßgeblich, focht diese Einschränkung vor Gericht an. Er argumentierte, der Verkäufer habe ihm diese Rechte versprochen und der Notar habe den Vertrag beurkundet. Doch das Berufungsgericht und später der Kassationsgerichtshof gaben ihm nicht recht. Die Argumentation ist unerbittlich: Im Wohnungseigentumsrecht ist die Teilungserklärung das Gründungsdokument. Sie definiert die Verteilung von Gemeinschafts- und Sondereigentum und gilt für alle Wohnungseigentümer, unabhängig von den Angaben in den einzelnen Kaufverträgen.

Wendung: Der Fall zog sich über mehrere Jahre hin, zwischen erstinstanzlichem Verfahren und Berufung. Am Ende hatte Herr X kein Recht am Aufzug, obwohl sein Kaufvertrag dies erwähnte. Wie ich in meiner Kanzlei in Grasse oft sage: Ein Kaufvertrag kann keine Rechte schaffen, die die Teilungserklärung nicht gewährt. Das ist eine Lektion, die ihr Gewicht in Gold wert ist – oder besser gesagt, ihr Gewicht in Quadratmetern.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof stützt sich in seinem Urteil auf die grundlegenden Prinzipien des Wohnungseigentumsrechts, die sich aus dem Gesetz vom 10. Juli 1965 (das die Rechtsstellung des Wohnungseigentums an Gebäuden regelt) ergeben. Er stellt klar, dass die Teilungserklärung ein vertragliches Dokument ist, das die Bestimmung von Gemeinschafts- und Sondereigentum festlegt. Und sie gilt gegenüber allen Wohnungseigentümern, auch wenn sie diese nicht persönlich unterzeichnet haben: Sie treten ihr durch den Erwerb des Eigentums bei.

Kurz gesagt, der Kaufvertrag ist ein Vertrag zwischen Verkäufer und Erwerber: Er kann Fehler oder übertriebene Versprechungen enthalten. Aber er kann die Teilungserklärung, die eine gemeinschaftliche Urkunde ist, nicht ändern. Mit anderen Worten: Wenn die Teilungserklärung besagt, dass der Aufzug den Miteigentumsanteilen A und B vorbehalten ist und Ihr Anteil C ist, kann der Kaufvertrag Ihnen kein entgegenstehendes Recht einräumen. Die Richter wiesen daher das Argument von Herrn X zurück, der sich auf die Angaben in seinem Vertrag stützte.

Vorsicht jedoch: Diese Entscheidung bedeutet nicht, dass der Kaufvertrag nichtig oder wertlos ist. Er kann die Haftung des Verkäufers begründen (Artikel 1240 des Code civil, der zum Schadensersatz verpflichtet, wenn durch sein Verschulden ein Schaden verursacht wurde), wenn er gelogen oder eine Information verschwiegen hat. Aber das verschafft Ihnen keinen Zugang zum Pool: Sie können nur Schadensersatz verlangen. Was nur wenige wissen, ist, dass auch der Notar haftbar gemacht werden kann, wenn er die Übereinstimmung des Vertrags mit der Teilungserklärung nicht geprüft hat. Dies ist jedoch Gegenstand eines anderen Verfahrens.

In meiner Praxis bin ich auf Fälle gestoßen, in denen Erwerber in Antibes einen Aufpreis für einen „privaten“ Parkplatz gezahlt hatten, obwohl die Teilungserklärung diesen als Gemeinschaftseigentum einstufte.

Informations juridiques

  • Numéro: 71-11.379
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 27 juin 1972

Mots-clés

copropriétéparties communesacte de venterèglement de copropriétédroit immobilier

Cas d'usage pratiques

1

Achat avec piscine mais usage refusé

Sophie achète un appartement à Cannes (06) : l'acte de vente mentionne la jouissance de la piscine commune. Mais le règlement de copropriété la réserve à un autre bâtiment. Sophie n'a en réalité aucun droit sur la piscine.

Application pratique:

Cet arrêt rappelle que seul le règlement de copropriété détermine les droits sur les parties communes. Avant d'acheter, exigez de votre notaire une copie du règlement et vérifiez les parties communes attribuées à votre lot. Si le vendeur a promis oralement ou par acte un droit non prévu au règlement, vous ne pourrez pas l'invoquer. En cas de litige, vous pouvez agir contre le vendeur pour vente trompeuse, mais pas contre le syndic.

2

Garage privatif mais accès limité

Paul achète un appartement à Nice (06) avec un garage privatif. L'acte de vente précise qu'il a accès à la rampe d'accès commune. Mais le règlement de copropriété réserve cette rampe aux résidents d'un autre immeuble. Paul ne peut pas utiliser la rampe.

Application pratique:

Cette décision impose de vérifier le règlement de copropriété avant toute acquisition. Paul doit contester la mention erronée dans l'acte auprès du notaire et du vendeur, mais ne peut pas forcer le syndic à lui donner accès. Pour éviter cela, lors de la signature, le notaire doit attirer votre attention sur les différences entre l'acte et le règlement. Si le règlement est silencieux, l'acte peut créer un droit d'usage, mais en cas de contradiction, le règlement prime.

3

Jardin commun mais réservé à certains

Mme Dupont, propriétaire d'un lot à Antibes (06), souhaite utiliser le jardin commun. Son acte de vente le mentionne comme partie commune. Mais le règlement de copropriété le réserve aux lots du rez-de-chaussée. Elle n'a aucun droit sur ce jardin.

Application pratique:

Le règlement de copropriété est la seule référence pour les droits sur les parties communes. Mme Dupont doit vérifier le règlement avant d'acheter ou de contester. Si elle a déjà acheté, elle peut assigner le vendeur pour manquement à l'obligation de délivrance conforme, mais le syndic est en droit de lui refuser l'accès. Pour les professionnels de l'immobilier, il est impératif de remettre le règlement à l'acquéreur dès la promesse de vente et de faire signer une clause de reconnaissance.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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