Kündigung wegen Eigenbedarfs: Das Datum der Zustellung ist maßgeblich (Cour de cassation, 19. Dezember 2019)
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Kündigung wegen Eigenbedarfs: Das Datum der Zustellung ist maßgeblich (Cour de cassation, 19. Dezember 2019)

📅 Décision du 19 Dezember 2019⚖️ Cour de cassation👁️ 4 vues📖 5 min de lecture

Die Cour de cassation hat entschieden, dass eine vor dem 27. März 2014 ausgesprochene Eigenbedarfskündigung weiterhin dem alten Recht unterliegt, selbst wenn ihre Wirkung erst später eintritt. Eine Entscheidung, die Vermieter absichert, die unter der Geltung der früheren Regeln gekündigt haben.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 18-20.854 • 2019-12-19 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer einer Wohnung in Bordeaux, im Viertel Chartrons. Sie kündigen Ihrem Mieter wegen Eigenbedarfs, wie es das Gesetz vorsieht. Nur ändert sich das Gesetz zwischen Ihrem Einschreiben und dem Auszugsdatum. Welche Regel gilt? Genau diese Frage hat die Cour de cassation am 19. Dezember 2019 entschieden. Und die Antwort ist klar: Es zählt das am Tag der Zustellung der Kündigung geltende Gesetz, nicht das am Tag des Wirksamwerdens.

Diese Entscheidung erging in einem Fall aus Bordeaux. Ein Vermieter hatte am 19. Dezember 2013 eine Eigenbedarfskündigung zum 24. Juni 2014 ausgesprochen. Zwischenzeitlich hatte das Gesetz vom 24. März 2014 die Begründungspflichten für die Kündigung verschärft. Der Mieter focht die Wirksamkeit der Kündigung mit der Begründung an, dass sie die neuen Anforderungen nicht erfülle. Die Cour de cassation gab ihm nicht recht: Die Kündigung ist wirksam, da sie dem alten Recht unterliegt.

Für Eigentümer und Mieter ist dies ein wichtiger Anhaltspunkt. Es bedeutet, dass die Rechtssicherheit einer Kündigung zum Zeitpunkt ihrer Zustellung beurteilt wird, nicht zum Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens. Achtung jedoch: Wenn Sie nach dem 27. März 2014 kündigen, gelten sofort die neuen Regeln. In Arcachon wie in Bordeaux sollte die Vorgehensweise dieselbe sein: Überprüfen Sie das Datum des Kündigungsschreibens, bevor Sie es anfechten oder sich darauf berufen.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr Y und Frau A. sind seit mehreren Jahren Mieter einer Wohnung in Bordeaux, Rue de la Rousselle. Ihr Vermieter, Herr X., möchte die Wohnung zurückerhalten, um mit seiner Familie darin zu wohnen. Gemäß dem Gesetz vom 6. Juli 1989 sendet er ihnen am 19. Dezember 2013 ein eingeschriebenes Einschreiben mit Rückschein, in dem er die Kündigung wegen Eigenbedarfs zum 24. Juni 2014 ausspricht. Die Kündigung enthält den Grund: Eigenbedarf zu Wohnzwecken.

Doch zwischenzeitlich tritt am 27. März 2014 das Gesetz Nr. 2014-366 vom 24. März 2014 (sog. Alur-Gesetz) in Kraft, das Artikel 15 des Gesetzes von 1989 ändert. Fortan muss die Kündigung den Namen und die Adresse des Begünstigten des Eigenbedarfs sowie das Verwandtschaftsverhältnis zum Vermieter angeben und durch einen Gerichtsvollzieher oder per Einschreiben mit Rückschein zugestellt werden. Die Mieter sind der Ansicht, dass ihre nach altem Recht ausgesprochene Kündigung diese neuen Formvorschriften nicht erfülle. Sie verklagen den Vermieter auf Nichtigkeit der Kündigung.

Das Tribunal d'instance von Bordeaux gibt ihnen in erster Instanz recht: Die Kündigung wird für nichtig erklärt. Der Vermieter legt Berufung ein. Das Berufungsgericht von Bordeaux (Cour d'appel de Bordeaux) hebt das Urteil mit Entscheidung vom 20. Juni 2018 auf und erklärt die Kündigung für wirksam. Die Mieter legen Kassationsbeschwerde ein. Das oberste Gericht weist ihre Beschwerde mit Urteil vom 19. Dezember 2019 zurück: Die vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes ausgesprochene Kündigung unterliegt nicht diesem, selbst wenn ihre Wirkung erst später eintritt.

Die Begründung des Gerichts – aufgeschlüsselt

Die Cour de cassation stützt sich auf den Grundsatz der Nichtrückwirkung von Gesetzen, der in Artikel 2 des Code civil verankert ist: „Das Gesetz verfügt nur für die Zukunft; es hat keine rückwirkende Kraft.“ Im Wohnraummietrecht ist die Kündigung eine einseitige Willenserklärung, die ihre Wirkungen mit der Zustellung entfaltet. Zu diesem Zeitpunkt kristallisieren sich die Rechte und Pflichten der Parteien heraus. Das neue Gesetz kann daher einen unter der Geltung des alten Gesetzes ordnungsgemäß vorgenommenen Rechtsakt nicht in Frage stellen.

Das Gericht stellt klar, dass Artikel 15 des Gesetzes vom 6. Juli 1989 in der durch das Gesetz vom 24. März 2014 geänderten Fassung auf eine vor Inkrafttreten dieses Gesetzes ausgesprochene Kündigung nicht anwendbar ist. Es spielt keine Rolle, dass der Wirksamkeitszeitpunkt der Kündigung später liegt. Der Gesetzgeber hat keine spezifische Übergangsregelung vorgesehen, daher gilt der allgemeine Grundsatz der Nichtrückwirkung.

Dies ist weder eine Weiterentwicklung noch eine Kehrtwende: Das Gericht bestätigt eine ständige Rechtsprechung. Interessant ist das Urteil jedoch, weil es daran erinnert, dass das Datum der Zustellung der Kündigung das allein maßgebliche Kriterium ist. Die Tatsacheninstanzen müssen das Datum der Zustellung prüfen, nicht das Datum des Wirksamwerdens. Dies bestätigt die Position des Berufungsgerichts von Bordeaux und verwirft die des Tribunal d'instance.

Die Argumente der Mieter? Sie machten geltend, dass das neue Gesetz anzuwenden sei, weil die Kündigung erst nach seinem Inkrafttreten wirksam werde. Doch das Gericht fegt dieses Argument vom Tisch: Die Kündigung ist ein einheitlicher Rechtsakt, und ihre Wirksamkeit beurteilt sich nach dem Tag ihrer Zustellung. Es wäre eine Quelle der Rechtsunsicherheit, ein nachträgliches Gesetz auf einen bereits vorgenommenen Rechtsakt anzuwenden.

Was das für Sie konkret bedeutet

Für Vermieter: Wenn Sie vor dem 27. März 2014 gekündigt haben, selbst mit Wirkung nach diesem Datum, ist Ihre Kündigung wirksam, sofern sie die damals geltenden Regeln eingehalten hat. Sie müssen keine neue Kündigung aussprechen. Wenn Sie jedoch heute kündigen möchten, gelten die neuen Regeln: Die Kündigung muss per Einschreiben mit Rückschein oder durch Gerichtsvollzieher zugestellt werden und den Namen, die Adresse und das Verwandtschaftsverhältnis des Begünstigten des Eigenbedarfs angeben. Andernfalls ist sie nichtig.

Für Mieter: Wenn Sie zwischen dem 19. Dezember 2013 und dem 27. März 2014 eine Eigenbedarfskündigung erhalten haben, können Sie sich nicht auf die neuen Formvorschriften berufen, um sie anzufechten. Prüfen Sie vielmehr, ob das alte Regime eingehalten wurde. Beispielsweise kann ein Mieter in Arcachon, der am 20. März 2014 eine Kündigung zum 1. Oktober 2014 erhalten hat, nicht das Fehlen der Angabe des Verwandtschaftsverhältnisses geltend machen: Das alte Gesetz verlangte diese Angabe nicht.

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Questions fréquentes

Puis-je contester un congé reçu en 2013 si le bailleur n'a pas indiqué son lien de parenté ?

Non, car l'ancienne loi ne l'exigeait pas. Vous devez démontrer que le congé ne respectait pas les règles en vigueur à l'époque (par exemple, absence de motif réel et sérieux).

Je suis bailleur et j'ai donné congé en 2013 pour un départ en 2014. Dois-je refaire un congé ?

Non, votre congé est valable. Vous pouvez vous prévaloir de l'arrêt du 19 décembre 2019 en cas de contestation.

Quel est le délai pour contester un congé ?

Le locataire dispose d'un délai de deux mois à compter de la notification du congé pour saisir le tribunal. Passé ce délai, le congé est réputé valable.

Un congé délivré avant le 27 mars 2014 mais notifié par lettre simple est-il valable ?

Non, même sous l'ancienne loi, le congé devait être notifié par lettre recommandée avec accusé de réception ou par acte d'huissier. La forme est toujours essentielle.

Que faire si je suis locataire à Arcachon et que mon bailleur me donne congé aujourd'hui sans mentionner son lien de parenté ?

Le congé est nul. Vous pouvez saisir le tribunal de proximité d'Arcachon pour faire constater la nullité et demander des dommages-intérêts.

Informations juridiques

  • Numéro: 18-20.854
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 19 décembre 2019

Mots-clés

congé pour repriseloi applicable dans le tempsCour de cassation 19 décembre 2019bail d'habitationBordeaux Arcachon

Cas d'usage pratiques

1

Bailleur bordelais ayant donné congé avant la loi Alur

M. X, propriétaire d'un appartement à Bordeaux, a donné congé pour reprise le 19 décembre 2013 avec effet au 24 juin 2014. Le locataire conteste le congé car il ne mentionne pas le lien de parenté, exigé par la loi du 24 mars 2014.

Application pratique:

Grâce à l'arrêt de la Cour de cassation du 19 décembre 2019, M. X peut opposer que son congé a été délivré avant l'entrée en vigueur de la loi nouvelle. Il doit prouver la date de notification (lettre recommandée). Le congé est valable et le locataire doit libérer les lieux.

2

Locataire à Arcachon recevant un congé postérieur à la loi Alur

Mme Y, locataire à Arcachon, reçoit un congé pour reprise le 15 avril 2014 pour un départ au 15 octobre 2014. Le congé indique simplement 'reprise pour habiter' sans mention du bénéficiaire.

Application pratique:

Le congé est nul car il a été délivré après le 27 mars 2014 et ne respecte pas les nouvelles mentions obligatoires. Mme Y peut saisir le tribunal de proximité d'Arcachon pour faire annuler le congé et demander des dommages-intérêts.

3

Acquéreur d'un bien loué à Bordeaux

M. Z achète un appartement à Bordeaux, rue Sainte-Catherine, occupé par un locataire. Le vendeur a donné congé pour vente le 10 janvier 2014 pour un départ au 10 juillet 2014.

Application pratique:

Le congé pour vente est valable car délivré avant la loi Alur. L'acquéreur peut obtenir la libération des lieux à la date prévue. Il doit vérifier que le congé a été notifié par lettre recommandée. En cas de contestation, il peut se prévaloir de la jurisprudence du 19 décembre 2019.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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