Kündigung aufgehoben und Mitmieter: Der Mietvertrag verlängert sich automatisch für den anderen
Droit-immobilier

Kündigung aufgehoben und Mitmieter: Der Mietvertrag verlängert sich automatisch für den anderen

📅 Décision du 06 Juli 1983⚖️ Cour de cassation👁️ 4 vues📖 7 min de lecture

Wenn zwei Mieter eine Kündigung wegen Eigenbedarfs erhalten und einer von ihnen die Aufhebung der Kündigung erwirkt, blockiert der Verzicht des anderen nicht die Verlängerung des Mietvertrags zugunsten des Ersteren. Der Vermieter muss eine neue, für alle gültige Kündigung aussprechen.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 82-11.037 • 1983-07-06 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines Geschäftsraums in Saint-Lô, der an zwei Gesellschafter vermietet ist. Sie möchten die Räumlichkeiten zurückerhalten, um dort Ihren Sohn unterzubringen. Sie senden Ihren beiden Mietern sechs Monate vor Ablauf des Mietvertrags eine Kündigung (Kündigungsschreiben). Einer der beiden ficht diese Kündigung vor Gericht an und erhält Recht: Die Kündigung wird aufgehoben. Der andere Mieter hingegen verzichtet auf sein Recht auf Verlängerung (Verlängerung des Mietvertrags). Sie reiben sich die Hände: Sie dachten, der Verzicht des einen reiche aus, um den Mietvertrag für alle zu beenden. Doch der Kassationshof hat anders entschieden. Was ist passiert? Und vor allem, was ist zu tun, um diese Falle zu vermeiden?

Diese Entscheidung vom 6. Juli 1983, gefällt vom Kassationshof (dem höchsten französischen Gericht), beantwortet eine entscheidende Frage für jeden Vermieter und jeden Mieter: Wenn eine Kündigung für einen der Mitmieter aufgehoben wird, gilt der Mietvertrag als nie beendet. Der Verzicht eines Einzigen reicht nicht aus, um die Verlängerung zugunsten des anderen zu verhindern. Der Mietvertrag verlängert sich daher automatisch um neun Jahre, als ob die Kündigung nie existiert hätte.

Mit anderen Worten: Der Vermieter muss eine für alle Mitmieter gültige Kündigung aussprechen. Wenn einer von ihnen die Aufhebung erwirkt, läuft der Mietvertrag für alle weiter, die nicht wirksam verzichtet haben. Eine Lektion, die man sich merken sollte, insbesondere bei Gewerbemietverträgen, wo jedes Detail zählt.

Die Fakten: Eine alltägliche Geschichte

In diesem Fall hatte eine Eigentümerin (Frau X) einen Gewerbemietvertrag (Vermietung eines für eine gewerbliche Tätigkeit bestimmten Raums) an zwei Mieter, Herrn A und Herrn B, abgeschlossen. Da sie den Raum selbst nutzen wollte, kündigte sie beiden Mietern fristgerecht sechs Monate vor Ablauf des Mietvertrags (Artikel L. 145-9 des Handelsgesetzbuchs, der diese Frist vorschreibt).

Einer der Mieter, Herr A, focht die Kündigung vor dem Amtsgericht an mit der Begründung, die angeführten Gründe seien nicht real. Er erwirkte ein Urteil, das die Kündigung aufhob; dieses Urteil wurde rechtskräftig (nicht anfechtbar). In der Zwischenzeit verzichtete der andere Mieter, Herr B, auf sein Recht auf Verlängerung des Mietvertrags (d.h., er erklärte sich bereit, bei Ablauf des Mietvertrags auszuziehen).

Die Eigentümerin, die sich für befreit hielt, vermietete den Raum daraufhin an einen neuen Mieter. Doch Herr A rief die Gerichte an, um feststellen zu lassen, dass der Mietvertrag zu seinen Gunsten verlängert worden sei. Das Berufungsgericht Rennes gab ihm Recht, und der Kassationshof bestätigte dies. Die Argumentation ist unerbittlich: Da die einzige ausgesprochene Kündigung aufgehoben wurde, gilt sie als nie erfolgt. Folglich hat sich der Mietvertrag automatisch um neun Jahre verlängert, gemäß Artikel L. 145-9 des Handelsgesetzbuchs. Der Verzicht von Herrn B hat keine Auswirkung auf Herrn A, da der Mietvertrag nicht beendet wurde.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf Artikel L. 145-9 des Handelsgesetzbuchs (ehemals Artikel 5 des Dekrets vom 30. September 1953), der besagt: „Der Eigentümer, der sich der Verlängerung des Mietvertrags widersetzen will, muss dem Mieter spätestens achtzehn Monate vor Ablauf des Mietvertrags eine Kündigung zustellen, die die geltend gemachten Gründe ausdrücklich nennt.“ Daraus folgert der Gerichtshof, dass die Kündigung ein einheitlicher Akt ist, der allen Mietern zugestellt werden muss. Wird sie auf Antrag eines von ihnen aufgehoben, entfällt sie für alle.

Warum reicht der Verzicht von Herrn B nicht aus? Weil der Verzicht auf die Verlängerung (Akt, mit dem der Mieter erklärt, den Mietvertrag nicht verlängern zu wollen) nur dann Wirkung entfaltet, wenn der Mietvertrag endet. Da es jedoch an einer wirksamen Kündigung fehlt, verlängert sich der Mietvertrag von Rechts wegen (automatisch). Der Verzicht von Herrn B kann sich nicht auf einen Mietvertrag beziehen, der nicht beendet wurde. Es ist, als ob Sie sagen: „Ich verzichte auf mein Dessert“, obwohl das Gericht noch nicht einmal serviert wurde: Der Verzicht ist gegenstandslos.

Diese Entscheidung ist weder eine Abkehr noch eine Weiterentwicklung: Sie wendet eine ständige Regel an: Die Kündigung muss für alle Mieter gültig sein. Wenn einer von ihnen sie erfolgreich anficht, können die anderen durch ihren Verzicht die Kündigung nicht retten. Der Vermieter muss daher sicherstellen, dass seine Kündigung unanfechtbar ist, andernfalls muss er eine neue aussprechen.

Die Argumente der Eigentümerin (der Verzicht von Herrn B müsse zur Beendigung des Mietvertrags führen) wurden zurückgewiesen: Der individuelle Verzicht kann keine Kündigung schaffen, wo es keine gab. Kurz gesagt: Der Vermieter kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen: Entweder er spricht eine wirksame Kündigung aus, oder er handelt mit allen Mietern eine einvernehmliche Beendigung aus.

Was das für Sie konkret bedeutet

Für Vermieter: Sie müssen äußerst vorsichtig sein, wenn Sie mehreren Mietern kündigen. Ein einziger erfolgreicher Rechtsbehelf eines von ihnen hebt die Kündigung für alle auf. Beispiel: In Coutances vermieten Sie einen Raum an zwei Gewerbetreibende. Sie kündigen ihnen, um den Raum zu verkaufen. Einer von ihnen ficht den Grund an (z.B. er weist nach, dass Sie nicht verkaufen wollen). Wenn das Gericht die Kündigung aufhebt, verlängert sich der Mietvertrag um neun Jahre, selbst wenn der andere Mieter mit dem Auszug einverstanden ist. Folge: Sie können nicht frei über den Raum verfügen. Um dies zu vermeiden, stellen Sie sicher, dass Ihre Kündigung auf einem realen und ernsthaften Grund beruht (Eigenbedarf, Verkauf, Wiederaufbau usw.) und dass sie jedem Mieter zugestellt wird.

Für Mieter (Mitmieter): Wenn Sie einer von zwei Mietern sind und Ihr Mitmieter auf die Verlängerung verzichtet, während Sie die Kündigung erfolgreich anfechten, verlängert sich der Mietvertrag zu Ihren Gunsten. Sie können im Mietobjekt bleiben. Der Verzicht Ihres Mitmieters beeinträchtigt Ihr Recht nicht. Beispiel: Sie sind Mitmieter eines Geschäfts in Avranches. Ihr Mitmieter möchte ausziehen und verzichtet auf die Verlängerung. Sie hingegen möchten bleiben. Wenn die Kündigung des Vermieters fehlerhaft ist (z.B. falscher Grund), können Sie die Aufhebung der Kündigung verlangen. Der Mietvertrag verlängert sich dann für Sie, auch wenn Ihr Mitmieter verzichtet hat. Achtung: Wenn Sie die Kündigung nicht anfechten, gilt sie als wirksam, und der Mietvertrag endet für alle.

Praktische Ratschläge: Für Vermieter: Lassen Sie Ihre Kündigung vor dem Versand von einem Anwalt prüfen. Für Mieter: Reagieren Sie schnell auf eine Kündigung, insbesondere wenn Sie bleiben möchten. Die Frist für die Anfechtung einer Kündigung beträgt in der Regel zwei Jahre ab ihrer Zustellung (Artikel L. 145-60 des Handelsgesetzbuchs). Aber zögern Sie nicht: Je früher Sie handeln, desto besser.

Die Nuancen: Was wäre, wenn...?

Diese Entscheidung betrifft einen Gewerbemietvertrag. Bei Wohnraummietverträgen (Wohnungen) gelten andere Regeln. Bei Wohnraummietverträgen ist die Kündigung individuell: Jeder Mieter kann sie für sich anfechten. Wenn ein Mieter die Kündigung erfolgreich anficht, bleibt er im Mietvertrag, auch wenn der andere auszieht. Aber Vorsicht: Bei Wohnraummietverträgen ist die Kündigung des Vermieters oft an strenge Bedingungen geknüpft (Eigenbedarf, Kündigung zum Verkauf usw.).

Eine weitere Nuance: Wenn die Kündigung aus formalen Gründen aufgehoben wird (z.B. falsche Frist), kann der Vermieter eine neue, korrekte Kündigung aussprechen. In diesem Fall endet der Mietvertrag zu dem neuen, in der zweiten Kündigung genannten Datum. Aber wenn die Kündigung aus inhaltlichen Gründen aufgehoben wird (z.B. falscher Grund), kann der Vermieter keine neue Kündigung auf derselben Grundlage aussprechen. Er muss einen anderen Grund finden.

Schließlich: Wenn alle Mieter auf die Verlängerung verzichten, endet der Mietvertrag einvernehmlich. Aber wenn nur einer verzichtet, während die anderen bleiben wollen, läuft der Mietvertrag für diejenigen weiter, die nicht verzichtet haben, sofern die Kündigung aufgehoben wird.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte, die Sie sich merken sollten

  • Eine Kündigung ist ein einheitlicher Akt: Sie muss allen Mietern zugestellt werden und für alle gültig sein.
  • Wenn ein Mieter die Aufhebung der Kündigung erwirkt, wird die Kündigung für alle aufgehoben, auch wenn die anderen verzichtet haben.
  • Der Verzicht auf die Verlängerung ist nur wirksam, wenn der Mietvertrag endet. Ohne wirksame Kündigung endet der Mietvertrag nicht.
  • Der Vermieter muss sicherstellen, dass seine Kündigung unanfechtbar ist (realer und ernsthafter Grund, Einhaltung der Form- und Fristvorschriften).
  • Der Mieter, der bleiben möchte, muss die Kündigung rechtzeitig anfechten (in der Regel innerhalb von zwei Jahren).

Diese Entscheidung des Kassationshofs vom 6. Juli 1983 (Nr. 82-11.037) ist eine ständige Rechtsprechung. Sie erinnert daran, dass die Kündigung ein heikler Akt ist, der besondere Aufmerksamkeit erfordert. Wenn Sie Zweifel haben, wenden Sie sich an einen auf Gewerbemietrecht spezialisierten Anwalt. Eine Beratung kostet 45 € und kann Ihnen viel Ärger ersparen.

Questions fréquentes

Que faire si mon co-preneur renonce au renouvellement mais que je veux rester ?

Vous pouvez exiger le renouvellement du bail si le congé est annulé. La renonciation de votre co-preneur ne vous lie pas. Vous devez saisir le tribunal pour faire constater le renouvellement.

Puis-je donner congé à un seul des deux locataires ?

Non, le congé doit être délivré à tous les copreneurs. Sinon, il est nul pour l'ensemble.

Quels sont les délais pour contester un congé ?

Vous avez généralement un délai de deux mois à compter de la notification du congé pour agir en justice. Passé ce délai, vous perdez votre droit de contester.

Quel est le coût d'une procédure pour annulation d'un congé ?

Les frais peuvent varier de 1 000 à 5 000 € selon la complexité, sans compter les honoraires d'avocat. Mais l'enjeu (valeur du bail, fonds de commerce) est souvent bien supérieur.

Que se passe-t-il si le bailleur délivre un nouveau congé après l'annulation du premier ?

Il peut le faire, mais il devra respecter à nouveau le délai de six mois avant l'échéance du bail renouvelé. Attention : le bail renouvelé a une nouvelle durée de neuf ans.

Informations juridiques

  • Numéro: 82-11.037
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 06 juillet 1983

Mots-clés

bail commercialcongécopreneursrenouvellementreprise

Cas d'usage pratiques

1

Bailleur ayant donné congé à deux copreneurs

Un propriétaire à Saint-Lô donne congé à deux locataires pour reprise personnelle. L'un des locataires conteste et obtient l'annulation du congé. L'autre renonce au renouvellement.

Application pratique:

Le bail est renouvelé pour le locataire ayant obtenu l'annulation. Le propriétaire ne peut pas disposer du local. Il doit délivrer un nouveau congé valable ou négocier un départ amiable avec les deux locataires.

2

Acquéreur d'un local commercial en litige

Un investisseur achète un local à Coutances. Le vendeur affirme que le locataire partira en fin de bail, mais un copreneur a fait annuler le congé.

Application pratique:

L'acquéreur hérite du bail renouvelé pour neuf ans. Il doit vérifier l'absence de litige avant l'achat en demandant les décisions de justice et en consultant un avocat.

3

Copreneur souhaitant rester malgré la renonciation de l'autre

Deux associés louent un local à Saint-Lô. L'un renonce au renouvellement, mais l'autre veut rester. Le bailleur pense pouvoir récupérer les lieux.

Application pratique:

Le copreneur qui n'a pas renoncé peut exiger le renouvellement si le congé est annulé. Il doit agir en justice pour faire constater le renouvellement et peut demander des dommages-intérêts si le bailleur lui cause un préjudice.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

Prendre rendez-vous →

Avertissement: Les analyses présentées sur ce site sont fournies à titre informatif uniquement et ne constituent pas des conseils juridiques personnalisés. Pour une consultation adaptée à votre situation, contactez un avocat.

Articles similaires en Droit-immobilier

Voir tout →

Servitude de passage et tierce opposition : protéger son droit d'accès en copropriété

Un copropriétaire peut-il s'opposer à la suppression d'une servitude de passage qui profite à son lot, même si le syndicat accepte la fin de l'enclave ? La Cour de cassation répond oui, reconnaissant un intérêt distinct pour agir en tierce opposition.

23 juil. 2026Lire →

Enclave et servitude : quand le droit du travail ne crée pas de passage forcé

La Cour de cassation rappelle que l'état d'enclave d'un fonds ne peut résulter des obligations réglementaires imposées aux entreprises en matière d'issues et dégagements. Ainsi, un propriétaire ne peut exiger un passage sur le fonds voisin au seul motif que son bâtiment doit respecter des normes de sécurité incendie.

23 juil. 2026Lire →

Lorsque, faute de convention écrite ou

Lorsque, faute de convention écrite ou dans le silence de cette convention, les parties à un contrat de transport public routier de marchandises n'ont pas stipulé une durée de préavis de rupture, cette durée est fixée par un contrat-type approuvé par décret pris en application de l'article L. 1432-4 du code des transports. Les dispositions de l'article L. 442-6, I, 5°, devenu L. 442-1, II, du code de commerce ne trouvent alors pas à s'appliquer. Il en va de même lorsque la convention écrite renvoie expressément à la clause du contrat-type fixant une telle durée. Lorsque les parties ont conclu un contrat écrit stipulant la durée du préavis de rupture, les dispositions de l'article L. 442-1, II, du code de commerce sont applicables. Dans cette hypothèse, l'auteur de la rupture qui a consenti à son partenaire un délai de préavis au moins égal à celui prévu au contrat-type dans sa version en vigueur à la date de la notification de la rupture, ne saurait voir sa responsabilité engagée sur le fondement de ce texte

23 juil. 2026Lire →

Explorez plus d'analyses juridiques en droit droit-immobilier

Tous les articles Droit-immobilier
★★★★★4.9/5 — Avis Google

Rechtsanwältin Maître Zakine, Doktor der Rechtswissenschaften

Beratung per Telefon und Videokonferenz — Schnelle Terminvergabe

Termin vereinbaren
1. Beratung 30 Minuten - 45€

🔒 Confidentiel • Sans engagement • Réponse rapide