Referenzentscheidung: Cour de cassation • Nr. 23-16.629 • 25. Juni 2025 • Entscheidung einsehen →
In Paris veräußert ein Unternehmer die Anteile seiner Gesellschaft GL Trade und realisiert auf Anraten seines Anwalts eine Einlage in eine familiale SCI, um von einer Steuerstundung auf den Veräußerungsgewinn zu profitieren. Fünf Jahre später stellt die Steuerverwaltung die Gestaltung in Frage: Nachzahlung, Strafen, Verzugszinsen. Der Unternehmer wendet sich daraufhin an seinen Berater. Dieser Fall, der am 25. Juni 2025 vom Kassationsgericht entschieden wurde, wirft ein Schlaglicht auf eine Frage, die jeden Investor beschäftigt: Wie weit reicht die Haftung des Anwalts, wenn das Recht unsicher ist?
Das Urteil gibt eine klare Antwort: Der Rechtsanwalt kann sich nicht hinter der Diskutierbarkeit einer Steuerposition verstecken. Er muss vielmehr die Risiken und Grauzonen klar darlegen. Eine Entscheidung, die besonders in Paris relevant ist, wo ausgeklügelte Immobilienkonstruktionen an der Tagesordnung sind, und die jeden Eigentümer dazu veranlassen sollte, vor der Unterzeichnung eines gewagten Vertrags erhöhte Wachsamkeit walten zu lassen.
In diesem Artikel werden wir aufschlüsseln, was diese "Beratungs- und Sorgfaltspflicht" für Anwälte konkret bedeutet und vor allem, was Sie als Träger eines Immobilienprojekts oder als Fachmann der Branche von Ihrem Vermittler verlangen sollten. Denn wie diese Rechtsprechung zeigt, reicht eine einfache positive Stellungnahme nicht aus.
📌 Betrifft dieser Artikel Sie? Maître Cécile Zakine, Rechtsanwältin für Immobilien- und Grundstücksrecht, Doktorin der Rechte, ist in ganz Frankreich tätig.
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