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Räumung eines Hausbesetzers: Eigentumsrecht überwiegt Recht auf Wohnung
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Räumung eines Hausbesetzers: Eigentumsrecht überwiegt Recht auf Wohnung

📅 Décision du 28 November 2019⚖️ Cour de cassation👁️ 6 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof bestätigt, dass die Räumung eines Besitzers ohne Recht oder Titel verhältnismäßig ist und nicht gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstößt, selbst wenn die Wohnung sein Zuhause ist.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 17-22.810 • 2019-11-28 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines Hauses in Caussade. Sie vermieten es an einen Mieter, der von heute auf morgen aufhört zu zahlen und sich ohne jedes Recht an den Räumlichkeiten festklammert. Oder schlimmer noch, ein Hausbesetzer zieht in Ihr Ferienhaus in Beaumont-de-Lomagne ein. Was tun? Wie weit kann der Schutz seines „Zuhauses“ gegenüber Ihrem Eigentumsrecht gehen? Diese Frage hat der Kassationshof in einem Urteil vom 28. November 2019 (Nr. 17-22.810) beantwortet, das nunmehr als Referenz dient. Klar gesagt: Er stellt fest, dass die Räumung die einzige Maßnahme ist, die es dem Eigentümer ermöglicht, die volle Ausübung seines Rechts an der unrechtmäßig besetzten Sache wiederzuerlangen. Und dass diese Räumung, selbst wenn sie das durch Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention geschützte Recht auf Achtung des Zuhauses des Besetzers beeinträchtigt, angesichts der Schwere des Eingriffs in das Eigentumsrecht nicht unverhältnismäßig ist. Mit anderen Worten: Der Eigentümer hat das letzte Wort.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

In diesem Fall beginnt alles in Aix-en-Provence. Die Gemeinde Aix-en-Provence ist Eigentümerin einer Wohnung. Personen ziehen dort ohne jeden Titel ein: weder Mietvertrag noch Nutzungsvereinbarung. Sie sind einfach da. Die Gemeinde leitet daraufhin ein Eilverfahren (Référé) vor dem Tribunal de grande instance ein, um ihre Räumung zu erwirken. Der Richter im Eilverfahren kann die Räumung eines Besitzers ohne Recht oder Titel anordnen, selbst ohne vorherige gerichtliche Entscheidung, sofern die Besetzung unrechtmäßig ist. Aber Vorsicht: Er muss prüfen, ob die Maßnahme verhältnismäßig ist, d.h. ob sie nicht übermäßig in das durch Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention geschützte Recht auf Achtung des Privatlebens und des Zuhauses der Besetzer eingreift. Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Familie mit Kindern, die seit mehreren Monaten dort wohnte. Ihr Anwalt argumentierte, dass die Räumung sie ihres Zuhauses berauben würde, was unverhältnismäßig sei. Die Gemeinde hingegen vertrat die Auffassung, dass die Besetzung unrechtmäßig sei und ihr Eigentumsrecht verletzt werde. Das Tribunal de grande instance wies den Räumungsantrag zunächst ab, da es die Maßnahme für unverhältnismäßig hielt. Die Gemeinde legte Berufung ein. Das Berufungsgericht bestätigte die Ablehnung. Daraufhin legte die Gemeinde Kassation ein. Und der Kassationshof hob das Berufungsurteil auf, da die Vorinstanzen ihre Entscheidung nicht ausreichend begründet hätten. Der Fall wurde an ein anderes Berufungsgericht zurückverwiesen.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützte sich auf zwei grundlegende Texte: Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (der das Recht auf Achtung des Zuhauses schützt) und Artikel 1 des Zusatzprotokolls Nr. 1 zu dieser Konvention (der das Eigentumsrecht schützt). Er erinnert daran, dass diese beiden Rechte gegeneinander abgewogen werden müssen. Aber er fügt ein entscheidendes Element hinzu: Wenn die Besetzung unrechtmäßig ist (ohne Recht oder Titel), ist die Räumung die einzige Maßnahme, die es dem Eigentümer ermöglicht, die volle Ausübung seines Rechts wiederzuerlangen. Mit anderen Worten, es gibt keine weniger einschneidende Alternative. Daher kann der Eingriff in das Recht auf das Zuhause des Besetzers angesichts der Schwere des Eingriffs in das Eigentumsrecht nicht unverhältnismäßig sein. Dies ist eine zweistufige Argumentation: Zunächst wird die unrechtmäßige Besetzung festgestellt; dann wird geprüft, ob die Räumung verhältnismäßig ist. Aber der Kassationshof gibt einen sehr starken Hinweis: Bei unrechtmäßiger Besetzung neigt die Waage zugunsten des Eigentümers. Vorsicht jedoch: Dies ist kein Freibrief. Die Vorinstanzen müssen stets die besonderen Umstände prüfen (Alter der Besetzer, Dauer usw.). Aber das Urteil von 2019 markierte eine Wende: Es stellte klar, dass das Eigentumsrecht kein nachrangiges Recht ist. In meiner Praxis bin ich auf Fälle gestoßen, in denen Eigentümer Monate, ja Jahre warten mussten, bevor sie ihr Eigentum zurückerhielten, weil die Richter zögerten, die Räumung anzuordnen, aus Angst, gegen Artikel 8 zu verstoßen. Seither ist der Trend eher eigentümerfreundlich.

Was sich für Sie konkret ändert

Für den vermietenden Eigentümer: Wenn Sie Eigentümer einer Wohnung in Beaumont-de-Lomagne sind und ein Hausbesetzer dort einzieht, können Sie dessen Räumung im Eilverfahren beantragen. Sie müssen nicht auf ein Urteil in der Hauptsache warten. Die Räumung wird angeordnet, wenn die Besetzung unrechtmäßig ist. Aber Vorsicht: Sie müssen nachweisen, dass der Besetzer kein Recht hat (kein Mietvertrag, keine Vereinbarung). Behauptet der Besetzer, einen Titel zu haben, wird das Verfahren länger dauern. Beispiel: Ein Eigentümer, der eine unrechtmäßige Besetzung von 6 Monaten erleidet, verliert etwa 6.000 € Miete (bei 1.000 €/Monat). Mit dieser Rechtsprechung kann er mit einer Räumung in 2 bis 3 Monaten rechnen, gegenüber 6 bis 12 Monaten zuvor.

Für den bestehenden Mieter: Wenn Sie Mieter sind und die Zahlung einstellen, gelten Sie nicht als Besitzer ohne Recht oder Titel, solange der Mietvertrag nicht gekündigt ist. Die Räumung kann erst nach Kündigung des Mietvertrags und Zahlungsaufforderung erfolgen. Diese Entscheidung betrifft nur unrechtmäßige Besetzer (Hausbesetzer, Besetzer ohne Titel nach Verkauf usw.).

Für den Erwerber einer besetzten Immobilie: Wenn Sie eine von einem Hausbesetzer bewohnte Wohnung kaufen, können Sie dessen Räumung im Eilverfahren beantragen, gestützt auf

Questions fréquentes

Puis-je expulser un squatteur sans décision de justice ?

Non, c'est interdit. Vous devez obtenir une décision du juge. Mais en référé, la procédure est rapide (quelques semaines à quelques mois).

Que faire si le squatteur prétend avoir un bail ?

Demandez-lui de le produire. S'il ne le fait pas, le juge considérera qu'il est sans titre. S'il produit un faux, c'est une question de fond qui nécessite une procédure plus longue.

Quels sont les délais pour obtenir une expulsion ?

En référé, le délai moyen est de 2 à 4 mois. Mais si le squatteur conteste, cela peut prendre 6 à 12 mois.

Dois-je reloger le squatteur ?

Non, sauf si le juge l'ordonne (par exemple, s'il y a des enfants et que l'expulsion a lieu en hiver). Mais en pratique, les juges ordonnent rarement un relogement pour les squatteurs.

Puis-je couper l'eau et l'électricité pour forcer le départ ?

Non, c'est interdit. Vous risquez des poursuites pénales. Seul le juge peut ordonner l'expulsion.

Informations juridiques

  • Numéro: 17-22.810
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 28 novembre 2019

Mots-clés

expulsionsquatteurdroit de propriétéarticle 8 CEDHoccupation illiciteCour de cassation2019

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire d'une maison à Beaumont-de-Lomagne squattée

Un propriétaire découvre que sa maison secondaire à Beaumont-de-Lomagne est occupée par une famille sans titre. Il souhaite récupérer son bien rapidement.

Application pratique:

Saisir le juge des référés en fournissant la preuve de l'absence de titre (pas de bail, pas de contrat). L'arrêt de 2019 permet d'obtenir l'expulsion en 2-3 mois. Le propriétaire peut aussi demander des dommages et intérêts pour occupation illicite.

2

Locataire cessant de payer mais restant dans les lieux

Un locataire à Caussade ne paie plus son loyer depuis 6 mois mais reste dans l'appartement. Le propriétaire veut l'expulser.

Application pratique:

Cette jurisprudence ne s'applique pas directement car le locataire a un bail. Il faut d'abord obtenir la résiliation du bail par le juge, puis un commandement de payer, puis l'expulsion. Le délai est plus long (6 à 12 mois).

3

Acquéreur d'un bien occupé par un squatteur

Un acheteur vient d'acquérir un appartement à Montauban, mais à la remise des clés, il découvre un squatteur. Le vendeur n'avait pas signalé l'occupation.

Application pratique:

L'acquéreur peut agir en référé contre le squatteur sur le fondement de l'arrêt de 2019. Il doit prouver que l'occupant est sans titre. Il peut aussi se retourner contre le vendeur pour vice caché ou défaut de délivrance conforme.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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