Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 16-25.428 • 2018-04-05 • Entscheidung einsehen →
Stellen Sie sich vor: Sie sind Leiharbeiter in Béziers, im Einsatz in einem Logistikunternehmen. Am Ende Ihres Vertrags zahlt Ihnen die Zeitarbeitsfirma eine Urlaubsabgeltung (für nicht genommenen Urlaub). Aber wie wird sie berechnet? Müssen Jahresprämien wie das 13. Monatsgehalt einbezogen werden? Diese Frage hat die Gerichte lange gespalten. In einem Urteil vom 5. April 2018 hat der Kassationsgerichtshof entschieden: Jahresprämien, die für das gesamte Jahr gezahlt werden (Arbeits- und Urlaubszeiten zusammengerechnet), müssen nicht in die Berechnungsgrundlage der Urlaubsabgeltung für Leiharbeiter einbezogen werden, im Gegensatz zur Beendigungsprämie, die einzubeziehen ist. Eine Entscheidung, die die Regeln klärt und direkte Auswirkungen auf die Höhe Ihrer Entschädigung haben kann.
Ob Sie Leiharbeitnehmer, Arbeitgeber oder einfach nur neugierig sind, dieses Urteil betrifft Sie. In Mauguio wie anderswo müssen Zeitarbeitsfirmen diese Regel anwenden. Analyse.
Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte
Herr X, ein in Béziers wohnhafter Leiharbeitnehmer, arbeitete über eine Zeitarbeitsfirma für mehrere Einsatzunternehmen. Nach jedem Einsatz zahlte ihm die Firma eine Urlaubsabgeltung. Herr X hielt diese Entschädigung jedoch für zu niedrig: Seiner Ansicht nach hätte die Firma die von den Einsatzunternehmen gezahlten 13. und 14. Monatsgehälter in die Berechnungsgrundlage einbeziehen müssen. Diese Prämien werden für das gesamte Jahr gezahlt, also sowohl für Arbeits- als auch für Urlaubszeiten. Für Herrn X sollten sie daher logischerweise in die Berechnung der Urlaubsabgeltung einfließen.
Die Zeitarbeitsfirma lehnte dies ab mit der Begründung, dass diese Prämien nach allgemeinem Recht (d.h. für Festangestellte) von der Urlaubsvergütungsgrundlage ausgeschlossen seien. Der Rechtsstreit gelangte vor das Arbeitsgericht Montpellier, das Herrn X in erster Instanz (im Eilverfahren) Recht gab. Die Firma legte Berufung ein: Das Berufungsgericht Montpellier bestätigte das Urteil. Daraufhin legte die Firma Kassation ein.
Vor dem Kassationsgerichtshof stellten sich zwei Fragen: Muss die Beendigungsprämie in die Berechnungsgrundlage der Urlaubsabgeltung einbezogen werden? Und müssen die Jahresprämien (13., 14. Monatsgehalt) ebenfalls einbezogen werden? Das oberste Gericht entschied und unterschied zwischen beiden.
Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt
Der Kassationsgerichtshof stützt sich auf Artikel L. 1251-19 des Arbeitsgesetzbuchs, der vorsieht, dass die von der Zeitarbeitsfirma geschuldete Urlaubsabgeltung nach den allgemeinen Regeln berechnet wird. Mit anderen Worten: Die Berechnung muss dem gleichen Prinzip folgen wie für einen Festangestellten: Das gesamte Bruttoentgelt, das während des Referenzzeitraums bezogen wurde, dient als Grundlage. Für Leiharbeiter gibt es jedoch eine Besonderheit: Artikel D. 3141-8 desselben Gesetzbuchs schreibt vor, die Beendigungsprämie in die Berechnungsgrundlage einzubeziehen, da sie als Vergütungsbestandteil gilt, der mit dem Einsatz verbunden ist.
Jahresprämien wie das 13. oder 14. Monatsgehalt sind dagegen nach allgemeinem Recht von der Urlaubsvergütungsgrundlage ausgeschlossen. Warum? Weil diese Prämien für das gesamte Jahr gezahlt werden, also sowohl für Arbeits- als auch für Urlaubszeiten. Ihre Einbeziehung würde bedeuten, sie doppelt zu zählen: einmal im Grundgehalt, einmal in der Urlaubsabgeltung. Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass die Bestimmung des gesamten Bruttoentgelts für Leiharbeiter keiner anderen Besonderheit unterliegt als der Einbeziehung der Beendigungsprämie. Daher sind Jahresprämien nicht enthalten.
Damit wird das Urteil des Berufungsgerichts Montpellier aufgehoben: Es hatte zu Unrecht die 13. und 14. Monatsgehälter in die Berechnung einbezogen. Die Entscheidung ist klar: Die Beendigungsprämie zählt, Jahresprämien nicht. Dies ist eine Bestätigung des bestehenden Rechts, keine Abkehr.
Was das für Sie konkret ändert
Für Leiharbeitnehmer: Wenn Sie Jahresprämien (13., 14. Monatsgehalt) vom Einsatzunternehmen erhalten haben, erwarten Sie nicht, dass diese in Ihre Urlaubsabgeltung einfließen. Sie können keine Nachzahlung auf dieser Grundlage fordern. Überprüfen Sie jedoch, ob die Beendigungsprämie in die Berechnungsgrundlage einbezogen wurde: Das ist Ihr Recht. Wenn Sie beispielsweise in Mauguio einen dreimonatigen Einsatz mit einer Beendigungsprämie von 1.000 € hatten, muss diese zu Ihrem Gehalt hinzugerechnet werden, um Ihren Urlaubsanspruch zu berechnen.
Für Zeitarbeitsfirmen und Arbeitgeber: Diese Entscheidung gibt Ihnen Sicherheit. Sie können Jahresprämien von der Urlaubsvergütungsgrundlage für Leiharbeiter ausschließen, ohne eine Nachforderung befürchten zu müssen. Achten Sie jedoch darauf, die Beendigungsprämie einzubeziehen. Tun Sie dies nicht, riskieren Sie eine Gehaltsnachzahlung und Schadensersatz.
Für Einsatzunternehmen: Sie sind nicht direkt betroffen, aber wissen Sie, dass die von Ihnen an Leiharbeiter gezahlten Prämien die Urlaubskosten für die Zeitarbeitsfirma nicht erhöhen.
Vier Tipps zur Vermeidung solcher Streitigkeiten
- Überprüfen Sie Ihre Gehaltsabrechnungen: Wenn Sie Leiharbeiter sind, vergleichen Sie die Höhe der Urlaubsabgeltung mit der gesetzlichen Regel. Die Berechnungsgrundlage muss die Beendigungsprämie enthalten, aber nicht die Jahresprämien.
- Bewahren Sie alle Ihre Einsatzverträge auf: Sie enthalten die Höhe der Beendigungsprämie.

