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Lärmbelästigung in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Artikel L112-16 des CCH gilt nicht zwischen Miteigentümern
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Lärmbelästigung in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Artikel L112-16 des CCH gilt nicht zwischen Miteigentümern

📅 Décision du 23 Januar 1991⚖️ Cour de cassation👁️ 15 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof hat entschieden, dass Artikel L. 112-16 des Code de la construction et de l'habitation (Bau- und Wohnungsgesetzbuch), der die Haftung für bestehende lärmende Tätigkeiten einschränkt, nicht auf Beziehungen zwischen Miteigentümern anwendbar ist. Somit kann ein Miteigentümer, der unter Lärmbelästigung durch die Tätigkeit eines anderen Miteigentümers leidet, auf der Grundlage des allgemeinen Rechts Schadensersatz verlangen, ohne durch diese gesetzliche Ausnahme behindert zu werden.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 89-16.163 • 1991-01-23 • Entscheidung einsehen →

Sie wohnen im ersten Stock einer Wohnungseigentümergemeinschaft in Saint-André-les-Vergers. Seit sechs Monaten hat Ihr Nachbar unter Ihnen eine Tischlerwerkstatt eingerichtet. Der Lärm von Sägen und Schleifmaschinen hallt von Montag bis Samstag, manchmal bis 20 Uhr, bei Ihnen wider. Sie haben das Gespräch gesucht, dann die Vermittlung des Verwalters. Nichts hat geholfen. Ihr Nachbar hält Ihnen entgegen: „Meine Tätigkeit bestand schon vor Ihrem Einzug, Sie können nichts verlangen.“

Diese Frage stellen sich jedes Jahr Hunderte von Miteigentümern. Sieht das Gesetz wirklich eine Immunität für vorbestehende lärmende Tätigkeiten vor? Und wenn ja, gilt diese Immunität zwischen Nachbarn im selben Gebäude?

Der Kassationsgerichtshof hat in einem Urteil vom 23. Januar 1991 (Nr. 89-16.163) klar geantwortet: Nein, Artikel L. 112-16 des Code de la construction et de l'habitation (CCH) findet in den Beziehungen zwischen Miteigentümern keine Anwendung. Eine Entscheidung, die die Lage für alle ändert, die in ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft unter Lärmbelästigung leiden.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr X, Eigentümer einer Wohnung in Saint-André-les-Vergers, vermietet sein Objekt an einen Mieter. Im darunterliegenden Stockwerk betreibt Frau Y ein handwerkliches Schneidergewerbe, ausgestattet mit Nähmaschinen und einer Overlockmaschine. Die Geräusche dieser Maschinen dringen durch die Decke und belästigen den Mieter von Herrn X, der sich über fast tägliche Lärmbelästigung beschwert. Trotz mehrerer Schlichtungsversuche weigert sich Frau Y, ihr Lokal zu schallisolieren, mit der Begründung, ihre Tätigkeit sei vor der Vermietung der darüberliegenden Wohnung eingerichtet worden.

Herr X verklagt Frau Y daraufhin vor dem Tribunal de grande instance von Troyes auf Unterlassung der Belästigung und Schadensersatz. Er stützt seine Klage auf Artikel 544 des Code civil (Eigentumsrecht) und auf die Theorie der abnormalen Nachbarschaftsstörungen. Frau Y verteidigt sich mit Artikel L. 112-16 des CCH, der bestimmt, dass eine bestehende landwirtschaftliche, industrielle, handwerkliche oder kommerzielle Tätigkeit nicht wegen Belästigung verurteilt werden kann, wenn die Baugenehmigung oder der Mietvertrag des betroffenen Gebäudes nach der Einrichtung dieser Tätigkeit liegt und sie die Vorschriften einhält.

Das Gericht gibt Herrn X recht: Es ordnet an, dass Frau Y unter Zwangsgeld Schallschutzarbeiten durchführen muss, und verurteilt sie zur Zahlung von 1.500 Euro Schadensersatz. Frau Y legt Berufung ein. Das Berufungsgericht von Reims bestätigt das Urteil. Frau Y legt daraufhin Kassation ein mit der Begründung, Artikel L. 112-16 müsse auf die Beziehungen zwischen Miteigentümern anwendbar sein.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof weist die Kassation zurück. Er stellt fest, dass Artikel L. 112-16 des CCH auf die Beziehungen zwischen Miteigentümern nicht anwendbar ist. Warum? Weil diese Vorschrift dazu gedacht ist, bestehende wirtschaftliche Tätigkeiten gegenüber dem Zuzug neuer Bewohner in der Nachbarschaft zu schützen, um zu verhindern, dass missbräuchliche Beschwerden die wirtschaftliche Entwicklung behindern. Zwischen Miteigentümern ist die Situation jedoch anders: Sie teilen sich die Gemeinschaftsflächen und sind durch die Teilungserklärung verbunden, die die Einhaltung der Ruhe in den Räumlichkeiten vorschreibt.

Die Richter erinnern daran, dass die Grundlage der Haftung weiterhin Artikel 1240 des Code civil (früher 1382) ist, der jeden verpflichtet, den durch sein Verschulden verursachten Schaden zu ersetzen. Hier stellt die abnormale Nachbarschaftsstörung ein Verschulden dar, unabhängig vom Vorbestehen der Tätigkeit. Mit anderen Worten: Die Tatsache, dass die lärmende Tätigkeit vor dem Einzug des Klägers bestand, reicht nicht aus, um den Verursacher zu entlasten.

Diese Lösung ist keine Kehrtwende, sondern eine Bestätigung einer ständigen Rechtsprechung. Bereits 1986 hatte der Kassationsgerichtshof entschieden, dass Artikel L. 112-16 nicht auf Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Privatpersonen anwendbar ist. Hier erweitert er diesen Grundsatz auf Miteigentümer, die jedoch durch engere rechtliche Beziehungen verbunden sind. Die Richter waren der Ansicht, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft keine bloße Nachbarschaft ist, sondern eine Lebensgemeinschaft, die eine erhöhte Achtung der Ruhe erfordert.

Was das für Sie konkret ändert

Wenn Sie vermietender Eigentümer in Sainte-Savine sind und Ihr Mieter sich über den Lärm eines Miteigentümers beschwert, der eine handwerkliche Tätigkeit ausübt, können Sie nun gerichtlich vorgehen, ohne befürchten zu müssen, dass das Vorbestehen der Tätigkeit eine Hürde darstellt. Ihr Mieter kann Schallschutzarbeiten und Schadensersatz verlangen. Wenn die Tätigkeit beispielsweise einen Mietwertverlust von 100 Euro pro Monat verursacht, können Sie diesen Betrag für mehrere Jahre fordern.

Wenn Sie als Miteigentümer unter Belästigungen leiden, müssen Sie nicht beweisen, dass die Tätigkeit nach Ihrem Einzug begonnen hat. Es reicht aus, die Abnormalität der Störung nachzuweisen, d.h. dass sie über die normalen Unannehmlichkeiten der Nachbarschaft hinausgeht. Eine Tischlerei in einem Wohngebäude ist fast immer abnormal.

Wenn Sie der Verursacher der Belästigung sind, erinnert Sie diese Entscheidung daran, dass Sie sich nicht hinter dem Vorbestehen Ihrer Tätigkeit verstecken können. Sie müssen die Regeln der Wohnungseigentümergemeinschaft einhalten und alle Maßnahmen ergreifen, um die Belästigungen zu begrenzen. Ein einfaches Schreiben des Verwalters kann ausreichen, um Ihre Haftung zu begründen.

In der Praxis verurteilen die Gerichte den Verursacher der Belästigung oft zur Durchführung von Schallschutzarbeiten (Einbau von Doppelverglasung, Dämmung von Wänden und Böden) unter Zwangsgeld von 50 bis 150 Euro pro Tag Verspätung. Die zugesprochenen Schadensersatzbeträge variieren zwischen 500 und 5.000 Euro, je nach Dauer und Intensität der Belästigung.

Vier Tipps, um diese Art von Problemen zu vermeiden

Questions fréquentes

L'article L112-16 du CCH s'applique-t-il entre copropriétaires ?

Non, la Cour de cassation a jugé que cet article, qui limite la responsabilité des activités existantes, ne s'applique pas aux rapports entre copropriétaires. Vous pouvez donc agir sur le fondement du trouble anormal de voisinage (article 1240 du Code civil).

Puis-je obtenir des dommages et intérêts pour nuisances sonores en copropriété ?

Oui, si vous prouvez un trouble anormal. Les tribunaux allouent généralement entre 500 et 5 000 euros selon la durée et l'intensité des nuisances, en plus de l'ordre de réaliser des travaux d'insonorisation sous astreinte.

Quels délais pour agir en justice contre des nuisances sonores ?

Vous avez 5 ans à compter de la date où vous avez eu connaissance du dommage. Mais il est conseillé d'agir rapidement pour éviter l'aggravation. Une mise en demeure préalable est recommandée.

Que faire si le copropriétaire bruyant invoque l'antériorité de son activité ?

Vous pouvez lui opposer l'arrêt de la Cour de cassation du 23 janvier 1991. L'antériorité n'est pas une défense valable entre copropriétaires. Le trouble anormal de voisinage prime.

Combien coûte une action en justice pour nuisances sonores ?

Les frais d'avocat varient de 1 500 à 5 000 euros selon la complexité. Les frais d'huissier (constat) sont d'environ 200 euros. Votre assurance protection juridique peut couvrir une partie.

Informations juridiques

  • Numéro: 89-16.163
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 23 janvier 1991

Mots-clés

nuisances sonorescopropriétéarticle L112-16troubles de voisinageCour de cassation

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur : locataire victime de nuisances d'un copropriétaire artisan

Vous louez un appartement à Sainte-Savine. Votre locataire se plaint du bruit d'un atelier de couture situé à l'étage inférieur. L'activité existait avant votre acquisition. Vous voulez protéger votre locataire et éviter une vacance locative.

Application pratique:

Cette décision vous permet d'assigner le copropriétaire bruyant sans que l'antériorité soit un obstacle. Vous pouvez obtenir des travaux d'insonorisation sous astreinte et des dommages et intérêts pour la perte de valeur locative. Agissez rapidement : faites constater les nuisances par huissier et envoyez une mise en demeure.

2

Copropriétaire subissant des nuisances sonores d'un voisin musicien

Vous habitez depuis 10 ans dans votre appartement. Un nouveau voisin s'installe et joue du piano 4 heures par jour. Le bruit vous empêche de travailler chez vous. Vous pensez que vous ne pouvez rien faire car il était là avant ?

Application pratique:

Faux. L'antériorité ne joue pas. Vous pouvez agir sur le fondement du trouble anormal de voisinage. Rassemblez des preuves (enregistrements, témoignages), saisissez le syndic, et si rien ne change, assignez. Vous obtiendrez probablement l'insonorisation du local et des dommages.

3

Copropriétaire exerçant une activité artisanale : se prémunir contre les plaintes

Vous êtes artisan et exercez votre activité dans votre appartement en copropriété depuis 5 ans. Un nouveau copropriétaire se plaint du bruit. Vous pensiez être protégé par l'antériorité.

Application pratique:

Attention : cette décision vous retire cette protection. Vous devez respecter le règlement de copropriété et prendre des mesures d'insonorisation. Proposez une médiation pour trouver un accord. Si vous êtes assigné, vous risquez des travaux et des dommages. Mettez votre activité en conformité dès maintenant.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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