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Haftung der Gemeinde für Gewalttaten einer Menschenmenge: Was tun?
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Haftung der Gemeinde für Gewalttaten einer Menschenmenge: Was tun?

📅 Décision du 11 Januar 1984⚖️ Cour de cassation👁️ 8 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof bestätigt, dass die Gemeinde zivilrechtlich für Schäden haften kann, die durch eine gewalttätige Menschenmenge auf ihrem Gebiet verursacht werden, selbst wenn der Täter ein Einzelner innerhalb der Gruppe ist. Analyse und praktische Ratschläge.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 82-92.928 • 1984-01-11 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines kleinen Geschäfts in Caussade, einer friedlichen Stadt im Département Tarn-et-Garonne. Eines Abends versammelt sich eine Gruppe von Personen, angetrieben durch einen Nachbarschaftsstreit, vor Ihrem Laden. Die Gemüter erhitzen sich, es kommt zu Schlägen, und Ihre Schaufensterscheibe zersplittert. Werden Sie vom Täter entschädigt? Er ist zahlungsunfähig. An wen können Sie sich dann wenden? Kann die Gemeinde haftbar gemacht werden? Das ist die brennende Frage, die der Kassationshof 1984 entschieden hat.

Diese Entscheidung, die der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist, ist dennoch für jeden Eigentümer oder Gewerbetreibenden von wesentlicher Bedeutung. Sie stellt einen klaren Grundsatz auf: Unter bestimmten Voraussetzungen muss die Gemeinde Schäden ersetzen, die durch eine gewalttätige Menschenmenge auf ihrem Gebiet verursacht wurden. Aber Vorsicht, das ist nicht automatisch. Es muss nachgewiesen werden, dass die Gewalttaten von einer Gruppe im Rahmen einer Menschenmenge im rechtlichen Sinne begangen wurden.

Wie können Sie also wissen, ob Sie die Haftung Ihrer Gemeinde in Anspruch nehmen können? Welche Kriterien legen die Richter zugrunde? Und vor allem: Wie sollten Sie reagieren, wenn Sie Opfer sind? Dieser Artikel erklärt Ihnen alles anhand konkreter Beispiele aus dem lokalen Leben von Beaumont-de-Lomagne und Umgebung.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Der vom Kassationshof am 11. Januar 1984 (Revisionsnr. 82-92.928) entschiedene Fall hat seinen Ursprung in einem alltäglichen Drama: einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen auf öffentlicher Straße. Herr X, ein Bewohner der Region, wird Opfer vorsätzlicher Körperverletzung. Die Ermittlungen ergeben, dass die Gewalttaten von einer Gruppe von Individuen, einer „Menschenmenge“ im damaligen Sprachgebrauch, begangen wurden. Der Haupttäter wird identifiziert und vom Schwurgericht verurteilt. Aber er ist zahlungsunfähig. Das Opfer wendet sich daraufhin an die Gemeinde, auf deren Gebiet die Taten stattfanden, gestützt auf Art. L. 133-1 des Gemeindegesetzbuchs (alt, heute kodifiziert in Art. L. 2212-4 des Allgemeinen Gesetzbuchs der Gebietskörperschaften).

Der Bürgermeister, wie jeder Kommunalpolitiker, sieht diese Inanspruchnahme der Gemeindeverantwortung mit Unbehagen. Die Gemeinde argumentiert, dass die Gewalttaten nicht das Werk einer Menschenmenge im rechtlichen Sinne gewesen seien, sondern lediglich einer kleinen Gruppe von Personen, die gemeinsam unterwegs waren, ohne vorherige aggressive Absicht. Ihrer Ansicht nach handelte der Täter allein, auch wenn er von anderen Personen umgeben war. Das Schwurgericht hingegen bejaht die Haftung der Gemeinde und stellt fest, dass die Voraussetzungen des Art. L. 133-1 erfüllt seien. Die Gemeinde legt Revision ein.

Der Kassationshof weist die Revision in einem knappen, aber entschiedenen Urteil zurück. Er bestätigt, dass das Schwurgericht die zivilrechtliche Haftung der Gemeinde annehmen durfte, sofern die Taten auf ihrem Gebiet von einer Menschenmenge, bewaffnet oder unbewaffnet, mit Gewalt oder unter Anwendung von Gewalt begangen wurden und diese Handlungen Schäden verursacht haben. Es spielt keine Rolle, ob der Täter innerhalb der Gruppe individuell gehandelt hat: Es ist der kollektive und gewalttätige Charakter der Versammlung, der die Haftung der Gemeinde begründet.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Um diese Entscheidung zu verstehen, muss man auf den zugrundeliegenden Text zurückkommen: Art. L. 133-1 des Gemeindegesetzbuchs (heute Art. L. 2212-4 des CGCT). Dieser Text sieht vor, dass „die Gemeinde zivilrechtlich für Schäden haftet, die durch Verbrechen oder Vergehen verursacht werden, die mit offener Gewalt oder durch Gewalttätigkeit von Menschenansammlungen oder Versammlungen, bewaffnet oder unbewaffnet, auf ihrem Gebiet begangen werden“. Kurz gesagt: Wenn sich eine Gruppe von Menschen versammelt und Gewalttaten begeht, muss die Gemeinde die Opfer entschädigen, selbst wenn der Schädiger nicht identifiziert oder zahlungsunfähig ist.

Die Schwierigkeit in diesem Fall bestand darin, zu bestimmen, ob die Gruppe von wenigen gemeinsam reisenden Personen eine „Menschenmenge“ im Sinne des Gesetzes darstellte. Die Gemeinde plädierte für ein Nein, da die Gruppe anfangs keine aggressiven Absichten hatte. Aber der Kassationshof fegt dieses Argument vom Tisch: Entscheidend ist, dass die Gewalttaten von der Gruppe begangen wurden, unabhängig davon, ob die Gruppe ihre Handlung vorher geplant hatte oder nicht. Mit anderen Worten: Eine Menschenmenge kann spontan entstehen.

Die Richter stellten auch klar, dass nicht alle Mitglieder der Gruppe aktiv an den Gewalttaten teilnehmen müssen. Es genügt, dass die Handlungen im Rahmen der Menschenmenge begangen wurden. In unserem Fall verletzte der Täter das Opfer, während er Teil der Gruppe war. Selbst wenn die anderen Mitglieder nicht zugeschlagen haben, trug ihre Anwesenheit zur Gewaltsituation bei. Die Gemeinde muss daher für die Schäden einstehen.

Vorsicht jedoch: Die Haftung der Gemeinde ist nicht automatisch. Es muss der Kausalzusammenhang zwischen der Menschenmenge und dem Schaden nachgewiesen werden. Wenn beispielsweise eine einzelne Person auf offener Straße einen Angriff verübt, ohne dass eine Menschenmenge beteiligt ist, haftet die Gemeinde nicht. Der kollektive Charakter ist der Schlüssel.

Was das für Sie konkret ändert

Wenn Sie Eigentümer einer Immobilie in Beaumont-de-Lomagne, Gewerbetreibender in Caussade oder einfach nur Einwohner sind, betrifft Sie diese Entscheidung direkt. Sie eröffnet einen Rechtsbehelf gegen die Gemeinde, wenn Sie Opfer von Gewalttaten einer Gruppe werden. Konkret: Wenn Ihr Auto bei einer Schlägerei zwischen zwei Banden auf dem Marktplatz beschädigt wird, können Sie von der Gemeinde Schadensersatz verlangen.

Für vermietende Eigentümer ist dies ein wichtiger Punkt: Wenn Ihr Mieter auf der Straße Opfer von Gewalt wird, kann er sich an die Gemeinde wenden. Dies kann Mietkonflikte vermeiden, falls der Mieter von Ihnen eine Mietminderung wegen Beeinträchtigung des Wohngebrauchs verlangt.

Questions fréquentes

Puis-je demander réparation à la commune si je suis victime d'une agression par une seule personne ?

Non, la responsabilité de la commune ne joue que si les violences sont commises par un attroupement (groupe de personnes). Une agression individuelle relève du droit commun.

Que faire si la commune refuse d'indemniser ?

Vous pouvez saisir le tribunal administratif (car la responsabilité de la commune est une question de droit public). Un avocat spécialisé vous aidera à monter le dossier.

Quels sont les délais pour agir ?

Vous avez 5 ans à compter du dommage pour engager une action (prescription de droit commun). Mais il est conseillé d'agir rapidement pour conserver les preuves.

La commune peut-elle se retourner contre les auteurs ?

Oui, si elle vous indemnise, elle peut exercer une action récursoire contre les auteurs du dommage pour récupérer les sommes versées.

L'assurance habitation couvre-t-elle ces dommages ?

Cela dépend de votre contrat. Certaines assurances incluent les dommages causés par des attroupements. Vérifiez les garanties.

Informations juridiques

  • Numéro: 82-92.928
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 11 janvier 1984

Mots-clés

responsabilité communaleattroupementviolencesindemnisationarticle L2212-4

Cas d'usage pratiques

1

Commerçant à Caussade victime d'une vitrine brisée par un attroupement

Un groupe de personnes se dispute devant votre boutique, des coups sont échangés, votre vitrine est brisée. L'auteur est insolvable. Vous perdez 3 000 € de marchandise et 1 500 € de réparation.

Application pratique:

Vous pouvez assigner la commune de Caussade sur le fondement de l'article L. 2212-4 du CGCT. Rassemblez les preuves (témoignages, dépôt de plainte) et consultez un avocat. La commune devra indemniser si le caractère d'attroupement violent est prouvé.

2

Propriétaire à Beaumont-de-Lomagne dont la clôture est endommagée lors d'une rixe

Deux bandes s'affrontent dans votre rue, votre clôture en fer forgé est endommagée. Les dégâts s'élèvent à 2 000 €. Les auteurs sont mineurs et insolvables.

Application pratique:

Vous pouvez demander réparation à la commune de Beaumont-de-Lomagne. La jurisprudence de 1984 est favorable : il suffit que les violences aient été commises par un attroupement. Déposez plainte et faites constater les dégâts par un huissier.

3

Locataire à Montauban blessé lors d'une bagarre collective sur la voie publique

Vous êtes pris dans une bagarre entre deux groupes sur la place Nationale à Montauban. Vous subissez des blessures et des frais médicaux de 1 200 €.

Application pratique:

Vous pouvez engager la responsabilité de la commune de Montauban. L'attroupement est caractérisé par la présence de plusieurs personnes. Attention : il faut prouver que les violences étaient collectives. Un avocat vous aidera à démontrer le lien avec l'attroupement.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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