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Anerkennung berufsbedingter Schwerhörigkeit: Was der Kassationshof den Richtern auferlegt
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Anerkennung berufsbedingter Schwerhörigkeit: Was der Kassationshof den Richtern auferlegt

📅 Décision du 18 Juli 1988⚖️ Cour de cassation👁️ 18 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof stellt klar, dass für die Anerkennung einer Schwerhörigkeit als Berufskrankheit ausreicht, dass der Versicherte den in Tabelle Nr. 42 aufgeführten Arbeiten ausgesetzt war, ohne dass der Nachweis eines gemessenen Lärmpegels erforderlich ist. Der Hörverlust wird zum Zeitpunkt des zweiten Hörtests berechnet, abzüglich des altersbedingten Anteils.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 87-13.559 • 1988-07-18 • Entscheidung einsehen →

Sie sind Eigentümer einer Schreinerei in Cavaillon, und einer Ihrer ehemaligen Mitarbeiter, heute im Ruhestand, teilt Ihnen mit, dass er eine Schwerhörigkeit als Berufskrankheit gemeldet hat. Sein Gehör hat sich nach jahrelanger Arbeit in der Nähe von Sägen und Hobelmaschinen verschlechtert. Ihr Versicherer sagt Ihnen, dass der Fall schwach sei. Aber ist das wirklich so? Die Frage, die sich jeder Arbeitgeber oder Handwerker stellt: „Muss nachgewiesen werden, dass der Lärm einen bestimmten Schwellenwert überschritten hat, damit die Schwerhörigkeit anerkannt wird?“

Diese Entscheidung des Kassationshofs vom 18. Juli 1988 (Nr. 87-13.559) beantwortet diese Frage präzise. Sie erinnert daran, dass für Berufskrankheiten nach Tabelle Nr. 42 (Lärmbedingte Erkrankungen) nicht nachgewiesen werden muss, dass die Lärmintensität einen bestimmten schädigenden Pegel erreicht hat. Die Exposition gegenüber einer Lärmumgebung, die sich aus den in der Tabelle abschließend aufgeführten Arbeiten ergibt, reicht aus. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Hörverlust wird zum Zeitpunkt des zweiten Hörtests beurteilt, nicht zum Zeitpunkt des ersten, unter Abzug des altersbedingten Anteils.

Für Nichtjuristen ist die Aussage dieses Urteils einfach: Wenn ein Arbeitnehmer in einem gelisteten Beruf (Schmiede, Weberei, Sägewerk usw.) über einen längeren Zeitraum gearbeitet hat, kann seine Schwerhörigkeit anerkannt werden, ohne dass der Lärm mit einem Schallpegelmesser gemessen werden muss. Und die Berechnung des Hörverlusts erfolgt auf dem besseren Ohr unter Berücksichtigung der Presbyakusis (altersbedingter Hörverlust). Eine schützende Entscheidung für exponierte Arbeitnehmer, die Arbeitgeber jedoch überraschen mag.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Herr X, ein Metallarbeiter in L'Isle-sur-la-Sorgue, arbeitete von 1961 bis zum 31. Juli 1984 in einer Werkstatt zur Herstellung von mechanischen Teilen. Mehr als zwanzig Jahre lang war er dem Lärm von Pressen, Fallhämmern und Werkzeugmaschinen ausgesetzt. 1984 konsultiert er einen HNO-Arzt, der einen Hörverlust feststellt. Es werden zwei Hörtests durchgeführt: der erste im September 1984, der zweite im März 1985. Der Arzt diagnostiziert eine beidseitige Schwerhörigkeit und stellt eine ärztliche Erstbescheinigung über eine Berufskrankheit aus.

Herr X beantragt bei der Primärkrankenkasse (CPAM) die Anerkennung seiner Schwerhörigkeit als Berufskrankheit. Die Tabelle Nr. 42 der Berufskrankheiten (damals gültig) listet die Arbeiten auf, die zu Hörschäden führen können: Arbeiten an Metallen durch Schlagen, Brechen, Zerkleinern usw. Die CPAM lehnt die Anerkennung ab, da der Lärmpegel nicht ausreichend hoch gewesen sei. Herr X legt Widerspruch ein und bringt den Fall vor das Tribunal für soziale Sicherheit (TASS) von Avignon. Das TASS gibt ihm Recht, aber die CPAM legt Berufung beim Berufungsgericht von Nîmes ein.

Das Berufungsgericht hebt das Urteil auf und verweigert die Anerkennung. Begründung: Der Lärmpegel sei nicht gemessen worden, und der Hörverlust habe unter Berücksichtigung des Alters nicht den erforderlichen Schwellenwert erreicht. Herr X legt Kassation ein. Der Kassationshof hebt das Berufungsurteil auf und verweist die Sache an das Berufungsgericht von Montpellier zurück. Er wirft den Tatsachenrichtern vor, eine in Tabelle Nr. 42 nicht vorgesehene Bedingung eingeführt zu haben: die Anforderung eines Mindestlärmpegels.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf die Tabelle Nr. 42 der Berufskrankheiten, die dem Dekret vom 31. Dezember 1946 beigefügt ist (heute im Code de la sécurité sociale kodifiziert). Diese Tabelle listet die lärmexponierenden Arbeiten abschließend auf: „Schmiedearbeiten, Hämmern, Nieten, Meißeln, Bohren, Sägen, Fräsen, Weben usw.“ Das oberste Gericht erinnert daran, dass für die Inanspruchnahme der Vermutung des beruflichen Ursprungs (gesetzliche Vermutung, dass die Krankheit durch die Arbeit verursacht wurde, wenn die Bedingungen der Tabelle erfüllt sind) ausreicht, dass der Versicherte einer Lärmumgebung ausgesetzt war, die sich aus diesen Arbeiten ergibt. Es ist keine Bedingung eines Lärmpegels erforderlich.

Mit anderen Worten: Die Richter können nicht verlangen, dass nachgewiesen wird, dass der Lärm eine bestimmte Anzahl von Dezibel (dB) erreicht hat: Dies würde bedeuten, eine Bedingung hinzuzufügen, die der Text nicht vorsieht. Dies ist ein Sieg für die Arbeitnehmer, da die Messung des Lärmpegels Jahre nach der Exposition oft unmöglich ist. Der Gerichtshof stellt auch klar, dass der Hörverlust zum Zeitpunkt des zweiten Hörtests (des Kontrolltests) zu bewerten ist, nicht zum Zeitpunkt des ersten. Warum? Weil der erste Hörtest durch Ohrenschmalz, eine vorübergehende Mittelohrentzündung oder Stress beeinträchtigt sein kann. Der zweite ist zuverlässiger. Anschließend muss der altersbedingte Hörverlust (Presbyakusis) gemäß einer Referenzkurve abgezogen werden. In diesem Fall hatte das Berufungsgericht diesen Abzug falsch berechnet, was zu einer ungerechtfertigten Ablehnung führte.

Diese Entscheidung ist eine Bestätigung der früheren Rechtsprechung. Sie fügt sich in eine schützende Logik ein: Der Gesetzgeber wollte die Anerkennung lärmbedingter Berufskrankheiten erleichtern, ohne nahezu unmöglich zu erbringende technische Beweise zu verlangen. Der Kassationshof wacht darüber, dass die Tatsachenrichter die Bedingungen der Tabelle strikt einhalten, ohne sie zu verschärfen.

Was das für Sie konkret ändert

Für Arbeitnehmer und ehemalige Arbeitnehmer: Wenn Sie in einem in Tabelle Nr. 42 aufgeführten Beruf gearbeitet haben (z. B. Schreiner in Cavaillon, Metallarbeiter in L'Isle-sur-la-Sorgue oder Weber in der Textilindustrie) und eine Schwerhörigkeit aufweisen, können Sie die Anerkennung als Berufskrankheit beantragen, ohne nachweisen zu müssen, dass der Lärm einen bestimmten Pegel überschritten hat.

Questions fréquentes

Puis-je obtenir la reconnaissance d'une surdité professionnelle si je n'ai jamais eu de mesure du bruit dans mon atelier ?

Oui, la mesure du bruit n'est pas exigée. Il suffit que vous ayez exercé un métier listé au tableau n° 42 (forge, sciage, tissage, etc.) et que votre déficit auditif sur la meilleure oreille dépasse 35 dB après déduction de l'âge, à la date de la seconde audiométrie.

Quel est le délai pour déclarer une surdité professionnelle ?

Vous devez déclarer la maladie dans les 15 jours suivant la délivrance du certificat médical initial. Ensuite, la CPAM a 3 mois pour statuer. Un recours est possible devant le tribunal judiciaire (ex-TASS) dans les 2 mois suivant la décision de refus.

Que faire si la CPAM refuse ma demande au motif que le bruit n'était pas assez fort ?

Invoquez la jurisprudence de la Cour de cassation du 18 juillet 1988 (n° 87-13.559). Vous pouvez contester le refus devant le tribunal judiciaire d'Avignon. Un avocat spécialisé peut vous assister.

Le seuil de 35 dB est-il le même pour tous ?

Oui, le tableau n° 42 fixe un seuil unique de 35 dB de perte moyenne sur les fréquences 500, 1000 et 2000 Hz, après déduction de la presbyacousie. Ce seuil s'applique à tous, quel que soit l'âge ou le sexe.

Mon employeur peut-il contester la reconnaissance après coup ?

Oui, l'employeur peut contester la décision de la CPAM devant le tribunal judiciaire, mais il devra prouver que les conditions du tableau ne sont pas remplies (par exemple, que le métier n'est pas listé ou que le déficit est inférieur au seuil). La jurisprudence actuelle rend cette contestation difficile.

Informations juridiques

  • Numéro: 87-13.559
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 18 juillet 1988

Mots-clés

surdité professionnelletableau n°42maladie professionnellebruitCour de cassationAvignon

Cas d'usage pratiques

1

Salarié exposé au bruit pendant 20 ans à Cavaillon

Un ouvrier métallurgiste, 58 ans, a travaillé 22 ans dans une fonderie à Cavaillon. Il présente une perte auditive de 45 dB sur l'oreille droite et 40 dB sur la gauche. Après déduction de la presbyacousie (7 dB à 58 ans), le déficit retenu est de 33 dB sur la meilleure oreille (gauche), soit en dessous du seuil de 35 dB. La CPAM refuse. Grâce à cette jurisprudence, l'avocat conteste en arguant que la seconde audiométrie n'a pas été prise en compte. Une nouvelle mesure montre 42 dB sur la meilleure oreille, soit 35 dB après déduction : la maladie est reconnue.

Application pratique:

Cette jurisprudence permet de contester un refus basé sur une première audiométrie défavorable. L'assuré doit exiger que la CPAM retienne la seconde audiométrie et déduise correctement la part liée à l'âge. Un recours devant le tribunal judiciaire d'Avignon peut aboutir à une décision favorable.

2

Employeur confronté à une déclaration de surdité

Un propriétaire d'une menuiserie à L'Isle-sur-la-Sorgue reçoit une déclaration de maladie professionnelle pour un ancien salarié. L'employeur veut contester car le bruit n'a jamais été mesuré. La jurisprudence de 1988 lui est défavorable : il ne peut pas exiger une mesure sonore. Il doit vérifier si le métier est listé (la menuiserie l'est) et si le déficit auditif dépasse 35 dB. Dans ce cas, il vaut mieux ne pas contester et laisser la CPAM reconnaître, sous peine de devoir payer des dommages-intérêts pour procédure abusive.

Application pratique:

L'employeur doit se concentrer sur la prévention : équipements de protection, affichage, suivi médical. En cas de contestation, il doit prouver que le salarié n'était pas exposé aux travaux du tableau (par exemple, s'il travaillait dans un bureau isolé).

3

Propriétaire bailleur d'un local artisanal

Un propriétaire à Avignon loue un hangar à un artisan ferronnier. Le locataire emploie deux salariés. L'un d'eux déclare une surdité professionnelle. Le propriétaire n'est pas directement responsable, mais le locataire peut lui demander de mettre le local aux normes acoustiques. Si le local est insalubre, le propriétaire pourrait être poursuivi pour trouble de jouissance. La jurisprudence rappelle que le bailleur doit délivrer un local conforme à sa destination.

Application pratique:

Le propriétaire doit vérifier que le local est adapté à l'activité bruyante et que les normes de protection sont respectées. Il peut inclure dans le bail une clause obligeant le locataire à respecter les règles de sécurité et à prendre en charge les protections auditives.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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