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Arbeiten ohne Baugenehmigung: Kann der Eigentümer für Handlungen seines Mieters verurteilt werden?
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Arbeiten ohne Baugenehmigung: Kann der Eigentümer für Handlungen seines Mieters verurteilt werden?

📅 Décision du 18 November 1992⚖️ Cour de cassation👁️ 21 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass ein Eigentümer nicht strafrechtlich für Arbeiten verurteilt werden kann, die sein Mieter ohne Baugenehmigung durchgeführt hat, es sei denn, er war deren Begünstigter oder persönlich für ihre Ausführung verantwortlich. Eine schützende Entscheidung für gutgläubige Vermieter.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 92-81.976 • 1992-11-18 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer einer Wohnung in Besançon, die Sie seit Jahren vermieten. Eines Tages erhalten Sie ein Schreiben vom Gericht: Sie werden wegen fehlender Baugenehmigung (behördliche Vorabgenehmigung für bestimmte Arbeiten) belangt. Ihr Mieter hat Arbeiten durchführen lassen, ohne Sie zu informieren, und nun werden Sie angegriffen. Ungerecht, oder? Doch genau das ist einem Eigentümer in einem Fall passiert, der 1992 vom Kassationsgerichtshof entschieden wurde. Glücklicherweise hat das höchste Gericht für ihn die Punkte klargestellt.

Diese Entscheidung beantwortet eine entscheidende Frage: Wer kann strafrechtlich für Arbeiten ohne Baugenehmigung belangt werden? Ist es immer der Grundstückseigentümer oder derjenige, der die Arbeiten in Auftrag gegeben und ausgeführt hat? Die Antwort ist nicht so einfach und hat direkte Auswirkungen auf Tausende von Vermietern in Frankreich.

Im vorliegenden Fall war ein Eigentümer vom Berufungsgericht Aix-en-Provence zu einer Geldstrafe von 54.000 Francs (ca. 8.230 €) verurteilt worden, allein mit der Begründung, er sei Eigentümer des Grundstücks, auf dem sein Mieter ohne Genehmigung Arbeiten durchgeführt hatte. Der Kassationsgerichtshof hob dieses Urteil auf mit der Begründung, die Tatsachenrichter hätten nicht geprüft, ob der Eigentümer der „Begünstigte“ der Arbeiten oder „für deren Ausführung verantwortlich“ war.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr Serge Y., Eigentümer eines Gebäudes in Ornans, hatte seine Immobilie vermietet. Sein Mieter nahm ohne sein Wissen Bauarbeiten in Angriff, die eine Baugenehmigung (von der Gemeinde erteilte Genehmigung für größere Projekte) erforderten. Weder der Mieter noch der Eigentümer hatten diese Genehmigung beantragt. Die Baustelle wurde entdeckt, und es wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Vor dem Strafgericht wurde der Eigentümer wegen fehlender Baugenehmigung auf der Grundlage von Artikel L. 480-4 des Stadtplanungsgesetzbuchs (der Bauordnungsverstöße sanktioniert) verurteilt. Er legte Berufung ein. Das Berufungsgericht Aix-en-Provence bestätigte die Verurteilung mit einer einfachen Begründung: „Der Grundstückseigentümer, auch wenn er die Arbeiten nicht persönlich ausgeführt hat, ist für die auf seinem Grundstück begangenen Verstöße verantwortlich.“

Herr Y. legte daraufhin Kassation ein. Sein Argument: Er ist weder der Nutzer des Bodens (derjenige, der das Grundstück bewohnt), noch der Begünstigte der Arbeiten (derjenige, der daraus Nutzen zieht), noch der Unternehmer, noch eine für die Ausführung verantwortliche Person. Er könne daher nicht für Handlungen verurteilt werden, die sein Mieter ohne seine Zustimmung begangen habe.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof gab Herrn Y. recht. Er hob das Urteil des Berufungsgerichts unter Bezugnahme auf Artikel L. 480-4 Absatz 2 des Stadtplanungsgesetzbuchs auf. Dieser Text ist klar: Die vorgesehenen Strafen (Geldstrafe usw.) können nur gegen die „Nutzer des Bodens“, die „Begünstigten der Arbeiten“, die „Unternehmer“ oder „andere für die Ausführung verantwortliche Personen“ verhängt werden.

Übersetzt: Wenn Sie Eigentümer sind, aber die Wohnung nicht bewohnen (Sie sind kein „Nutzer des Bodens“), die Arbeiten nicht in Auftrag gegeben haben (Sie sind nicht der „Begünstigte“), nicht an ihrer Durchführung beteiligt waren (Sie sind kein „Unternehmer“) und nicht fahrlässig gehandelt haben, indem Sie sie geschehen ließen (Sie sind nicht aus anderem Grund „verantwortlich“), dann können Sie nicht strafrechtlich verurteilt werden.

Das Berufungsgericht hatte jedoch behauptet, der Eigentümer sei verantwortlich, „auch wenn er die Arbeiten nicht persönlich ausgeführt habe“. Der Kassationsgerichtshof befand diese Begründung für unzureichend: Es hätte festgestellt werden müssen, dass Herr Y. Begünstigter oder aus anderem Grund verantwortlich war. Die Tatsachenrichter hatten dies jedoch nicht getan. Das Urteil wurde daher wegen „Mangels an rechtlicher Grundlage“ aufgehoben.

Diese Entscheidung ist keine Kehrtwende, sondern eine Bestätigung: Der Kassationsgerichtshof legt die Voraussetzungen des Artikels L. 480-4 streng aus. Er schützt gutgläubige Eigentümer vor automatischen Verurteilungen. Vorsicht jedoch: Wenn der Eigentümer von den Arbeiten wusste und sie geduldet hätte, hätte er als „verantwortlich“ angesehen und verurteilt werden können.

Was das für Sie konkret ändert

Für vermietende Eigentümer: Sie können nicht strafrechtlich für Arbeiten ohne Baugenehmigung verurteilt werden, die Ihr Mieter ohne Ihr Wissen durchgeführt hat. Wenn Sie jedoch Ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben oder die Augen verschlossen haben, könnten Sie als „Begünstigter“ (da die Arbeiten den Wert Ihrer Immobilie steigern) oder „Verantwortlicher“ angesehen werden. Beispiel: In Besançon wurde ein Eigentümer verurteilt, weil er einen Gewerbemietvertrag mit einer Klausel unterzeichnet hatte, die Arbeiten erlaubte, ohne die Genehmigungen zu prüfen. Er hatte die Arbeiten also akzeptiert.

Für Mieter: Sie sind direkt für die Arbeiten verantwortlich, die Sie durchführen lassen. Wenn Sie Arbeiten ohne Baugenehmigung durchführen, werden Sie als „Nutzer des Bodens“ oder „Begünstigter“ belangt. Die Geldstrafe kann bis zu 120.000 € betragen, und das Gericht kann den Abriss auf Ihre Kosten anordnen. In Ornans musste ein Mieter 15.000 € für den Abriss einer ohne Genehmigung errichteten Veranda zahlen.

Für Käufer: Prüfen Sie vor dem Kauf einer Immobilie, ob alle früheren Arbeiten genehmigt wurden. Wenn Arbeiten ohne Genehmigung vom Voreigentümer durchgeführt wurden, könnten Sie die Strafverfolgung und Abrissanordnungen erben. Ein Käufer in Besançon musste eine Garage abreißen, die er gerade gekauft hatte.

Questions fréquentes

Puis-je être condamné pour des travaux sans permis réalisés par mon locataire ?

Non, sauf si vous avez été le bénéficiaire des travaux (vous en avez profité) ou si vous êtes responsable de leur exécution (vous les avez autorisés ou tolérés). La Cour de cassation l'a confirmé en 1992.

Que faire si je découvre que mon locataire fait des travaux sans permis ?

Envoyez-lui immédiatement une mise en demeure par lettre recommandée de cesser les travaux, et informez la mairie. Conservez les preuves de votre opposition pour démontrer votre bonne foi.

Quelles sont les sanctions pour un défaut de permis de construire ?

L'amende peut aller jusqu'à 120 000 €, et le tribunal peut ordonner la démolition des constructions à vos frais. Les peines sont prévues à l'article L. 480-4 du Code de l'urbanisme.

Un acquéreur peut-il être poursuivi pour des travaux sans permis faits par l'ancien propriétaire ?

Oui, car l'infraction est continue tant que les travaux existent. Avant d'acheter, vérifiez que tous les travaux ont été déclarés. Demandez un certificat d'urbanisme à la mairie.

Informations juridiques

  • Numéro: 92-81.976
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 18 novembre 1992

Mots-clés

permis de construiretravaux sans autorisationresponsabilité propriétairearticle L480-4urbanisme

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Besançon dont le locataire a construit une véranda sans permis

M. Dupont, propriétaire d'un appartement à Besançon, apprend que son locataire a fait construire une véranda sans permis. Le locataire affirme que c'était pour son confort. M. Dupont n'a jamais été informé. Il reçoit une citation à comparaître pour défaut de permis.

Application pratique:

M. Dupont doit démontrer qu'il n'a pas bénéficié des travaux (la véranda est à usage exclusif du locataire) et qu'il s'y est opposé dès qu'il l'a su. Il peut produire la mise en demeure envoyée au locataire et le signalement à la mairie. La jurisprudence de 1992 le protège : il ne peut être condamné pénalement.

2

Locataire à Ornans qui a réalisé des travaux sans autorisation

Mme Legrand, locataire d'une maison à Ornans, a fait agrandir la cuisine sans demander de permis. Le propriétaire la poursuit en résiliation de bail. La mairie engage des poursuites pénales.

Application pratique:

Mme Legrand est l'utilisatrice du sol et la bénéficiaire des travaux. Elle est personnellement responsable. Elle risque une amende et l'obligation de démolir. Elle peut tenter une régularisation a posteriori si la mairie l'accepte, mais les poursuites pénales restent possibles.

3

Acquéreur d'une maison à Besançon avec des travaux non déclarés

M. et Mme Petit achètent une maison à Besançon. Après la vente, ils découvrent que l'ancien propriétaire avait construit un garage sans permis. La mairie leur ordonne de démolir.

Application pratique:

Les acquéreurs héritent de l'infraction continue. Ils peuvent se retourner contre le vendeur pour vice caché, mais ils doivent d'abord obtempérer à l'ordre de démolition. Avant d'acheter, ils auraient dû demander un certificat d'urbanisme et faire visiter les lieux par un professionnel.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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