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Religiöse Aktivitäten in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Wenn die Gemeinschaftsordnung nicht alles verbieten kann
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Religiöse Aktivitäten in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Wenn die Gemeinschaftsordnung nicht alles verbieten kann

📅 Décision du 08 März 1995⚖️ Cour de cassation👁️ 20 vues📖 4 min de lecture

Kann ein Wohnungseigentümer in seiner Einheit religiöse Zusammenkünfte abhalten, wenn die Gemeinschaftsordnung nur Gewerbe und Industrie verbietet? Der Kassationsgerichtshof bejahte dies 1995, vorausgesetzt, es liegen keine übermäßigen Beeinträchtigungen vor. Analyse dieser für Wohnungseigentümergemeinschaften in Montauban und Moissac weiterhin relevanten Entscheidung.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 93-10.883 • 1995-03-08 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie wohnen in einem ruhigen Gebäude an den Ufern des Tarn in Montauban. Seit einigen Monaten empfängt Ihr Nachbar über Ihnen jeden Sonntag etwa zwanzig Personen zu Gebeten und Gesängen. Der Lärm ist erträglich, das Kommen und Gehen diskret. Doch die Gemeinschaftsordnung (der Vertrag, der das Zusammenleben regelt) bestimmt, dass in den Etagen keine „industrielle oder gewerbliche“ Tätigkeit erlaubt ist. Darf Ihr Nachbar weitermachen? Diese Frage ist häufiger, als man denkt, und wurde bereits vom höchsten französischen Gericht, dem Kassationsgerichtshof, entschieden.

Im März 1995 mussten die Richter in einem Fall zwischen Wohnungseigentümern eines Gebäudes in Aix-en-Provence entscheiden, ob eine religiöse und kulturelle Tätigkeit in einer Sondereigentumseinheit (einer Wohnung) ausgeübt werden darf, obwohl eine Klausel Gewerbe und Industrie verbietet. Die Gemeinschaftsordnung schwieg zu religiösen Zusammenkünften. Also Verbot oder nicht? Die Antwort der Richter ist differenziert: Es kommt auf die Beeinträchtigungen und die Zweckbestimmung des Gebäudes (die Art und den vorgesehenen Nutzung des Gebäudes) an.

Diese fast dreißig Jahre alte Entscheidung ist nach wie vor aktuell. Sie erinnert daran, dass die Gemeinschaftsordnung kein absolutes Gesetz ist: Sie wird im Lichte der Tatsachen ausgelegt, und die Richter können eine Tätigkeit erlauben, die nicht ausdrücklich verboten ist, sofern sie den Gebrauch der anderen Eigentümer nicht stört. Eigentümer, Mieter oder Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften in Moissac, Montauban und anderswo, hier ist, was Sie wissen sollten.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

1991 kauft Herr X eine Einheit (Wohnung) in einem Gebäude in Aix-en-Provence. Er richtet dort einen religiösen und kulturellen Verein ein, organisiert Treffen, Gebete und Vorträge. Schnell beschweren sich die anderen Eigentümer: Lärm, häufiges Kommen und Gehen, Nutzung der Gemeinschaftsflächen. Sie verklagen Herrn X auf Unterlassung dieser Tätigkeit mit der Begründung, die Gemeinschaftsordnung verbiete „industrielle Produktion oder die Ausübung eines Gewerbes in den Etagen“. Ihrer Ansicht nach stelle diese Tätigkeit eine Zweckänderung (eine andere Nutzung als für die Einheit vorgesehen) dar und verstoße gegen die Zweckbestimmung des Gebäudes (den Zweck, für den das Gebäude errichtet wurde).

Herr X verteidigt sich damit, dass er weder Gewerbe noch Industrie betreibe: Er übe religiöse und kulturelle Aktivitäten ohne Gewinnerzielungsabsicht aus. Zudem verbiete die Gemeinschaftsordnung diese Aktivitäten nicht ausdrücklich. Das Berufungsgericht von Aix-en-Provence gibt ihm 1992 recht: Es erlaubt die Fortsetzung der Aktivitäten und stellt fest, dass sie „keine über das zuvor bestehende Maß hinausgehenden Beeinträchtigungen“ verursachen und „nicht störender sind als die von der Gemeinschaftsordnung erlaubten“. Die unzufriedenen Eigentümer legen Kassationsbeschwerde ein.

Der Kassationsgerichtshof weist ihre Beschwerde am 8. März 1995 zurück. Er bestätigt die Argumentation der Berufungsrichter: Da die Gemeinschaftsordnung nur Gewerbe und Industrie verbietet und religiöse Aktivitäten nicht in diese Kategorien fallen, sind sie erlaubt, sofern sie die Zweckbestimmung des Gebäudes nicht beeinträchtigen. Die Richter hatten festgestellt, dass das Gebäude für Wohnzwecke und nicht näher bezeichnete Aktivitäten bestimmt war und die Beeinträchtigungen begrenzt waren. Dem Eigentümer der Einheit 138 konnte daher kein Verbot auferlegt werden, das die Gemeinschaftsordnung nicht vorsah.

Die Argumentation des Gerichts – entschlüsselt

Der Kern des Rechtsstreits liegt in der Auslegung der Gemeinschaftsordnung. Dieses Dokument, das in jeder Wohnungseigentümergemeinschaft obligatorisch ist, legt die Rechte und Pflichten der Eigentümer fest. Es kann die in den Einheiten erlaubten Tätigkeiten einschränken, aber diese Einschränkungen müssen klar und präzise sein. Im vorliegenden Fall verbot die Gemeinschaftsordnung „industrielle Produktion oder die Ausübung eines Gewerbes in den Etagen“. Nichts weiter. Die Richter sahen diese Klausel daher als eng auszulegen an (man kann sie nicht auf nicht genannte Tätigkeiten ausdehnen).

Aber Vorsicht: Die Gemeinschaftsordnung kann nicht alles. Es gibt einen allgemeinen Grundsatz im Wohnungseigentumsrecht: Jeder Eigentümer muss seine Einheit so nutzen, dass er die anderen nicht schädigt (Rechtsmissbrauch, Artikel 1240 des Code civil, der verpflichtet, den durch eigenes Verschulden verursachten Schaden zu ersetzen). Selbst wenn eine Tätigkeit durch die Gemeinschaftsordnung erlaubt ist, kann sie verboten werden, wenn sie eine anormale Nachbarschaftsstörung verursacht (übermäßiger Lärm, Gerüche, ständiges Kommen und Gehen).

In diesem Fall prüfte das Berufungsgericht, ob die religiösen Aktivitäten Beeinträchtigungen verursachten, die über das in einem Wohngebäude übliche Maß hinausgingen (Schritte, Gespräche, Türenschlagen). Es stellte auch fest, dass andere Einheiten des Gebäudes für ähnliche Aktivitäten genutzt wurden (Vereinstreffen, Kurse). Daher änderte die Tätigkeit von Herrn X die Zweckbestimmung des Gebäudes nicht, d. h. seine kollektive vorgesehene Nutzung (Hauptwohnsitz mit Nebentätigkeiten).

Was nur wenige wissen, ist, dass die

Questions fréquentes

Puis-je organiser des réunions religieuses dans mon appartement si le règlement ne dit rien ?

Oui, en principe. Mais veillez à ne pas causer de nuisances (bruit, passages) et respectez le nombre de personnes pour ne pas troubler la tranquillité. Si des voisins se plaignent, vous pourriez être contraint de limiter vos activités.

Que faire si je suis gêné par une activité cultuelle dans ma copropriété ?

D'abord, tentez un dialogue. Ensuite, vérifiez le règlement. Si l'activité est interdite ou cause un trouble, adressez un courrier au syndic pour qu'il agisse. En dernier recours, saisissez le tribunal judiciaire pour trouble anormal de voisinage ou violation du règlement.

Le syndic peut-il interdire une activité cultuelle sans modifier le règlement ?

Non, le syndic ne peut que faire respecter le règlement existant. Si l'activité n'est pas interdite, il ne peut pas l'empêcher, sauf à démontrer un trouble. Pour interdire, il faut une modification du règlement votée en assemblée générale.

Quels délais pour agir en justice ?

L'action pour trouble anormal de voisinage se prescrit par 5 ans à compter de la date où le trouble s'est manifesté (article 2224 du Code civil). Pour violation du règlement de copropriété, le délai est de 10 ans (article 2227). Agissez rapidement pour ne pas perdre vos droits.

Puis-je exercer une activité libérale (avocat, médecin) dans un lot si le règlement interdit le commerce ?

Oui, généralement, car les professions libérales ne sont pas considérées comme des commerces. Mais vérifiez les termes exacts du règlement : certains interdisent toute activité professionnelle. Exemple : à Montauban, une avocate a pu installer son cabinet après avoir prouvé que son activité n'était pas commerciale.

Informations juridiques

  • Numéro: 93-10.883
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 08 mars 1995

Mots-clés

copropriétéactivité cultuellerèglement de copropriéténuisancesdestination de l'immeuble

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire désirant organiser des réunions cultuelles chez lui

M. Dupont, propriétaire d'un appartement à Moissac, souhaite y organiser des prières hebdomadaires avec une dizaine de personnes. Le règlement interdit le commerce et l'industrie, mais ne mentionne pas les activités cultuelles.

Application pratique:

M. Dupont peut légalement organiser ces réunions, à condition de ne pas causer de nuisances (bruit, passages). Il doit informer ses voisins et limiter les horaires (ex : 10h-12h le dimanche). Si des plaintes surviennent, il pourra se prévaloir de la décision de 1995 pour défendre son droit, mais devra prouver l'absence de trouble.

2

Copropriétaire subissant des nuisances d'une activité cultuelle

Mme Martin, habitant à Montauban, est gênée par les chants et allées et venues chaque samedi soir dans l'appartement voisin utilisé pour des réunions religieuses. Le règlement interdit le commerce mais ne dit rien sur le culte.

Application pratique:

Mme Martin doit d'abord dialoguer. Si rien ne change, elle peut faire constater les nuisances par huissier (environ 200 €) et saisir le tribunal pour trouble anormal de voisinage. Elle devra démontrer que les nuisances dépassent les inconvénients normaux de voisinage. La décision de 1995 ne l'empêche pas d'agir si le trouble est caractérisé.

3

Syndic de copropriété face à une activité cultuelle non prévue

Le syndic d'une copropriété à Moissac reçoit des plaintes concernant une association cultuelle qui loue un lot et reçoit 30 personnes chaque week-end. Le règlement interdit le commerce mais pas explicitement le culte.

Application pratique:

Le syndic doit d'abord vérifier si l'activité respecte le règlement et la destination de l'immeuble. Si elle n'est pas interdite, il ne peut pas l'empêcher unilatéralement. Il peut proposer un vote en assemblée générale pour modifier le règlement (majorité renforcée). En attendant, il peut tenter une médiation pour réduire les nuisances.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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