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Schiedsvereinbarung: Wenn eine gewerbliche Vereinbarung den Zivilgerichten entgeht
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Schiedsvereinbarung: Wenn eine gewerbliche Vereinbarung den Zivilgerichten entgeht

📅 Décision du 22 Oktober 2014⚖️ Cour de cassation👁️ 19 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof erinnert daran, dass wenn eine Vereinbarung eine Schiedsvereinbarung enthält und gewerblichen Charakter hat, das staatliche Gericht nicht zuständig ist, es sei denn, die Klausel ist offensichtlich nichtig. Erläuterungen und Ratschläge für Eigentümer und Immobilienfachleute.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 13-11.568 • 2014-10-22 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie unterzeichnen einen Kaufvertrag über Gesellschaftsanteile, der ein Geschäft in Joué-lès-Tours umfasst. Ein Streit entsteht – eine Zahlungsverzögerung, eine nicht eingehaltene Klausel. Sie reichen Klage beim Handelsgericht ein, voller Vertrauen. Aber die andere Seite beruft sich auf eine Schiedsvereinbarung (eine Klausel, die vorschreibt, ein Schiedsverfahren statt der Gerichte anzurufen). Plötzlich erklärt sich der Richter für unzuständig. Was tun? Diese Entscheidung des Kassationsgerichtshofs vom 22. Oktober 2014 beleuchtet die Grenze zwischen staatlicher Justiz und Schiedsgerichtsbarkeit, eine entscheidende Frage für jeden Fachmann oder Privatmann, der einen gewerblichen Vertrag unterzeichnet.

Jedes Jahr landen Tausende von Immobilienstreitigkeiten vor Gericht. Aber wenn eine Schiedsvereinbarung im Spiel ist, muss die Partei, die sie unterzeichnet hat, sich oft an einen privaten Schiedsrichter wenden. Der Kassationsgerichtshof hat in diesem Urteil entschieden: Sobald die Vereinbarung gewerblich ist und die Klausel nicht offensichtlich nichtig ist, muss das staatliche Gericht sich für unzuständig erklären. Eine Entscheidung, die überraschen mag, aber auf einer soliden rechtlichen Logik beruht.

Dieser Artikel erklärt Ihnen die Fakten, die Argumentation der Richter und vor allem, was das konkret für Sie ändert, ob Sie nun Eigentümer, Mieter oder Bauträger in Saint-Pierre-des-Corps oder anderswo sind. Wir werden auch sehen, wie Sie die Fallstricke einer Schiedsvereinbarung vermeiden und wie Sie reagieren können, wenn Sie damit konfrontiert werden.

Die Fakten: eine Geschichte, wie sie jeden Tag passiert

Der Fall beginnt wie ein klassischer Kaufvertrag über Gesellschaftsanteile. Im März 2011 unterzeichnen Marino und Augusta eine Vereinbarung mit Käufern zur Übertragung eines Geschäfts in Saint-Pierre-des-Corps. Die Vereinbarung enthält eine Schiedsvereinbarung: Im Streitfall verpflichten sich die Parteien, einen Schiedsrichter anzurufen, nicht das Gericht. Alles scheint normal, bis eine Meinungsverschiedenheit auftritt – wahrscheinlich über den Preis oder die Modalitäten der Übertragung.

Marino und Augusta beschließen, die Käufer vor dem Tribunal de grande instance (TGI) von Tours zu verklagen, da sie die Klausel für hinfällig halten, weil der Verkauf bereits unterzeichnet wurde. Für sie hat die ursprüngliche Vereinbarung keinen Gegenstand mehr. Aber die Käufer entgegnen: „Sie haben eine Schiedsvereinbarung unterzeichnet, Sie müssen vor einen Schiedsrichter gehen.“ Das TGI erklärt sich für zuständig, aber das Berufungsgericht von Orléans hebt diese Entscheidung auf und entscheidet, dass der Streit der Schiedsgerichtsbarkeit unterliegt.

Marino und Augusta legen Kassation ein. Sie argumentieren, dass die Schiedsvereinbarung offensichtlich nichtig sei, da die Vereinbarung ein Kaufvertrag und kein reiner gewerblicher Vertrag war. Der Kassationsgerichtshof weist ihre Beschwerde mit Urteil vom 22. Oktober 2014 zurück. Er bestätigt, dass die Vereinbarung über die Übertragung von Gesellschaftsanteilen und eines Geschäfts gewerblicher Natur ist. Und vor allem ist die Schiedsvereinbarung nicht offensichtlich nichtig: Selbst wenn der Verkauf stattgefunden hat, kann die Klausel immer noch auf den nach der Unterzeichnung entstandenen Streit anwendbar sein. Die Richter verweisen den Fall daher an ein anders zusammengesetztes Berufungsgericht zurück, aber die Botschaft ist klar: Staatliche Gerichte können sich nicht einmischen, wenn ein Schiedsverfahren vorgesehen ist.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kern der Argumentation beruht auf Artikel 721-3, 3° des Handelsgesetzbuchs (der die gewerblichen Streitigkeiten auflistet, die der Schiedsgerichtsbarkeit unterliegen) und Artikel 2061 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (der Schiedsvereinbarungen in gewerblichen Verträgen zwischen Fachleuten für gültig erklärt). Das Berufungsgericht hatte festgestellt, dass die Vereinbarung gewerblich war, da sie die Übertragung eines Geschäfts betraf, einer Tätigkeit, die ihrem Wesen nach gewerblich ist. Daher war die Schiedsvereinbarung gültig und das staatliche Gericht unzuständig.

Der Kassationsgerichtshof billigt diese Argumentation. Er stellt klar, dass die Schiedsvereinbarung nur dann ausgeschlossen werden kann, wenn sie offensichtlich nichtig ist – das heißt eindeutig gegen die öffentliche Ordnung oder eine zwingende Vorschrift verstößt. Die bloße spätere Unterzeichnung des Verkaufs macht die Klausel jedoch nicht hinfällig. Der Streit betraf die Erfüllung der Vereinbarung, und die Klausel war noch in Kraft.

Dies ist weder eine Kehrtwende noch eine wesentliche Entwicklung: Der Kassationsgerichtshof bestätigt eine ständige Rechtsprechung. Aber er erinnert an einen wesentlichen Grundsatz: Die Schiedsgerichtsbarkeit ist eine von den Parteien frei gewählte Streitbeilegungsmethode. Wenn Sie eine Schiedsvereinbarung in einem gewerblichen Vertrag unterzeichnen, sind Sie daran gebunden, es sei denn, die Klausel ist offensichtlich nichtig. Die Richter können den Schiedsrichter nicht einfach deshalb ersetzen, weil die Klausel lästig erscheint.

In der Praxis bedeutet dies, dass Sie als Kaufmann oder Fachmann äußerst vorsichtig sein müssen, bevor Sie eine Schiedsvereinbarung akzeptieren. Einmal unterzeichnet, können Sie das Handelsgericht oder das TGI nicht mehr anrufen, es sei denn, Sie weisen nach, dass die Klausel nichtig ist – was sehr schwierig ist.

Was das für Sie konkret ändert

Für nicht gewerblich tätige Vermieter: Wenn Sie einen Gewerbemietvertrag oder einen Kaufvertrag über ein Geschäft unterzeichnen, gelten Sie als Fachmann. Enthält der Vertrag eine Schiedsvereinbarung, müssen Sie den Weg der Schiedsgerichtsbarkeit gehen. Beispiel: In Joué-lès-Tours vermietet ein Eigentümer ein Geschäftslokal an einen Bäcker. Der Mietvertrag enthält eine Schiedsvereinbarung. Im Streitfall über die Miete kann der Eigentümer nicht das Tribunal judiciaire von Tours anrufen, sondern muss einen Schiedsrichter benennen. Durchschnittliche Kosten eines Schiedsverfahrens: 3.000 bis 10.000 €, gegenüber 1.500 € für einen Prozess. Die Dauer kann kürzer sein (6 Monate gegenüber 18 Monaten), aber die fehlende Berufungsmöglichkeit (außer bei schwerwiegenden Mängeln) kann riskant sein.

Für gewerblich tätige Mieter: Wenn Sie im Konflikt mit Ihrem Vermieter stehen und der Mietvertrag eine Schiedsvereinbarung enthält, müssen Sie ebenfalls das Schiedsverfahren wählen. Achten Sie darauf, dass die Klausel klar und deutlich ist; andernfalls könnte sie als nichtig angesehen werden.

Questions fréquentes

Qu'est-ce qu'une clause compromissoire ?

Une clause compromissoire est une stipulation contractuelle par laquelle les parties s'engagent à soumettre leurs litiges futurs à un arbitre plutôt qu'à un tribunal. Elle est valable dans les contrats commerciaux entre professionnels.

Puis-je contester une clause compromissoire après un litige ?

Oui, mais uniquement si elle est manifestement nulle, par exemple si elle est contraire à l'ordre public ou si elle prive une partie de son droit d'accès au juge. En pratique, c'est très rare.

Quel est le coût d'un arbitrage par rapport à un procès ?

L'arbitrage coûte généralement plus cher : entre 5 000 et 20 000 € pour les frais d'arbitre et d'avocat, contre 1 500 à 5 000 € pour un procès en première instance. Mais l'arbitrage est souvent plus rapide (6 à 12 mois contre 18 à 24 mois).

Que faire si j'ai signé un contrat avec une clause compromissoire sans m'en rendre compte ?

Vous devez respecter la clause. Si un litige survient, ne saisissez pas le tribunal : l'autre partie soulèvera l'incompétence. Consultez un avocat pour vérifier si la clause est valide et pour organiser l'arbitrage.

Informations juridiques

  • Numéro: 13-11.568
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 22 octobre 2014

Mots-clés

clause compromissoirearbitragecontrat commercialcession de fonds de commerceCour de cassation

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur d'un local commercial à Joué-lès-Tours

Un propriétaire signe un bail commercial avec une clause compromissoire. Le locataire ne paie plus le loyer. Le propriétaire saisit le tribunal judiciaire de Tours, mais le locataire oppose la clause. Le tribunal se déclare incompétent.

Application pratique:

Le propriétaire doit engager une procédure d'arbitrage. Il peut choisir un arbitre avec le locataire ou saisir le président du tribunal de commerce pour désigner un arbitre. Coût : environ 5 000 €. Délai : 6 mois. Il aurait dû vérifier la clause avant de signer et négocier sa suppression.

2

Acquéreur de parts sociales d'une SCI à Saint-Pierre-des-Corps

Un particulier achète 50% des parts d'une SCI qui détient un immeuble. Le contrat contient une clause compromissoire. Un conflit éclate sur la gestion. Il assigne le vendeur devant le TGI.

Application pratique:

Le vendeur invoque la clause. Le tribunal se déclare incompétent. L'acquéreur doit aller en arbitrage. Il aurait dû demander la suppression de la clause avant la signature, ou prévoir un arbitrage institutionnel pour limiter les frais.

3

Commerçant franchisé à Tours

Un franchisé signe un contrat de franchise avec une clause compromissoire. Il conteste la validité d'une clause de non-concurrence. Il saisit le tribunal de commerce.

Application pratique:

Le tribunal se déclare incompétent. Le franchisé doit aller en arbitrage. Il perd 3 mois et 2 000 € de frais d'avocat. Il aurait dû contester la clause manifestement nulle (abusive) devant le juge d'appui, mais en vain. Mieux vaut négocier en amont.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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