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Beschneiden der Bäume des Nachbarn: Das unverjährbare Recht des Eigentümers, bestätigt durch den Kassationsgerichtshof
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Beschneiden der Bäume des Nachbarn: Das unverjährbare Recht des Eigentümers, bestätigt durch den Kassationsgerichtshof

📅 Décision du 30 Juni 2010⚖️ Cour de cassation👁️ 15 vues📖 5 min de lecture

Ein Eigentümer kann das Beschneiden von Ästen verlangen, die auf sein Grundstück ragen, ohne eine ungewöhnliche Störung nachweisen zu müssen. Der Kassationsgerichtshof erinnert daran, dass dieses Recht absolut und unverjährbar ist, in einem Urteil vom 30. Juni 2010.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 09-16.257 • 2010-06-30 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor, Sie sind in Juan-les-Pins und genießen Ihren Pool in der Sonne … als plötzlich ein Ast der riesigen Kiefer des Nachbarn auf Ihre Terrasse fällt. Oder in Cagnes-sur-Mer, wo die Wurzeln eines Oleanders die Wand Ihrer Garage zum Bersten bringen. Jeden Tag fragen sich Eigentümer: Habe ich das Recht, diese Äste zu schneiden, die auf mein Grundstück ragen? Und wenn der Nachbar sich weigert? Wie weit darf ich gehen?

Die Antwort ist klar: Das Recht des Eigentümers, die Äste zu schneiden, die auf sein Grundstück ragen, ist unverjährbar, das heißt, es erlischt nie, selbst nach Jahren. Der Kassationsgerichtshof hat dies mit Nachdruck am 30. Juni 2010 (Urteil Nr. 09-16.257) bekräftigt. Er hat ein Berufungsgericht zensiert, das den Antrag auf Beschneidung mit der Begründung abgewiesen hatte, der Eigentümer habe sein Recht missbraucht, indem er klagte. Mit anderen Worten: Es ist nicht erforderlich, eine ungewöhnliche Störung nachzuweisen, um das Beschneiden der Äste zu verlangen.

Was aber, wenn ein jahrhundertealter Baum Ihnen die Aussicht nimmt oder wenn tote Äste Ihr Dach bedrohen? Dieser Artikel entschlüsselt die Entscheidung und gibt Ihnen die Schlüssel zum Handeln, ohne in rechtliche Fallen zu tappen.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie jeden Tag passiert

Herr und Frau V., Eigentümer einer Villa in Juan-les-Pins, grenzen an das Grundstück von Herrn und Frau R. Seit Jahren erstreckt eine große, auf dem Grundstück der Letzteren gepflanzte Eiche ihre Äste über den Pool der V. Jeden Herbst verstopfen die Blätter den Filter, und ein dicker Ast hätte beinahe ein Kind verletzt. Genervt verlangen die V. von ihren Nachbarn, den Baum an der Grundstücksgrenze zu beschneiden. Kategorische Weigerung: „Dieser Baum ist schon immer da, Sie haben in Kenntnis der Sachlage gekauft.“

Die V. verklagen daraufhin die R. vor dem Tribunal de grande instance von Grasse auf der Grundlage des Artikels 673 des Code civil (der es erlaubt, das Beschneiden von auf das eigene Grundstück ragenden Ästen zu verlangen). In erster Instanz ordnet das Gericht das Beschneiden an. Aber die R. legen Berufung ein. Das Berufungsgericht von Aix-en-Provence hebt das Urteil mit Entscheidung vom 15. Januar 2009 auf. Es ist der Ansicht, dass die V. nicht, ohne ihr Klagerecht missbräuchlich auszuüben, die Reduzierung der Baumkrone verlangen können, da sie das Grundstück gekauft haben, als der Baum bereits existierte und die Störungen alt und vor dem Bau des Pools vorhanden waren.

Die V. legen Kassationsbeschwerde ein. Am 30. Juni 2010 hebt der Kassationsgerichtshof das Berufungsurteil auf. Er entscheidet, dass das Berufungsgericht Artikel 673 des Code civil verletzt hat, indem es eine Bedingung hinzugefügt hat, die der Text nicht vorsieht: das Fehlen eines Missbrauchs des Klagerechts. Klar gesagt: Das Recht, das Beschneiden der auf das eigene Grundstück ragenden Äste zu verlangen, ist absolut und hängt nicht vom Alter der Störung oder dem Zeitpunkt des Erwerbs ab.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Artikel 673 des Code civil bestimmt: „Derjenige, auf dessen Grundstück die Äste von Bäumen, Sträuchern oder Büschen des Nachbarn ragen, kann diesen zwingen, sie zu schneiden.“ Es handelt sich um ein Gestaltungsrecht: Der Eigentümer kann es ohne Bedingung ausüben, es sei denn, das Gesetz oder eine Vereinbarung bestimmt etwas anderes. Der Kassationsgerichtshof erinnert daran: Diesem unverjährbaren Recht kann keine Einschränkung auferlegt werden.

In diesem Fall hatte das Berufungsgericht einen Fehler begangen, indem es verlangte, dass der Eigentümer eine ungewöhnliche Nachbarschaftsstörung nachweist (Artikel 1240 des Code civil, der verpflichtet, den durch sein Verschulden verursachten Schaden zu ersetzen). Das Beschneiden ist jedoch keine Haftungsklage: Es ist eine dingliche Klage, die mit dem Eigentumsrecht selbst verbunden ist. Es spielt keine Rolle, ob der Baum alt ist, ob der Eigentümer in Kenntnis der Sachlage gekauft hat oder ob die Äste nur eine geringfügige Unannehmlichkeit verursachen. Allein die Tatsache, dass die Äste auf das Nachbargrundstück ragen, genügt.

Das Gericht stellt auch klar, dass die Tatsache, dass die Störungen vor dem Bau des Pools bestanden, unerheblich ist. Mit anderen Worten: Sie können durchaus ein Haus mit einem Baum kaufen, dessen Äste Ihr Grundstück überragen, und später das Beschneiden verlangen. Dieses Recht erlischt nie, selbst wenn Sie es jahrelang geduldet haben. Achtung jedoch: Dieses Recht gilt nur für Äste, nicht für Wurzeln. Für Wurzeln sieht Artikel 673 Absatz 2 eine andere Regelung vor (der Eigentümer kann die auf sein Grundstück ragenden Wurzeln selbst schneiden, aber er kann nicht vom Nachbarn verlangen, sie zu schneiden).

Zusammenfassend hat der Kassationsgerichtshof das Berufungsgericht zensiert, weil es eine Bedingung des Missbrauchs des Klagerechts hinzugefügt hat. Er bekräftigt, dass Artikel 673 ordre public ist: Der Eigentümer kann stets das Beschneiden verlangen, ohne einen besonderen Schaden nachweisen zu müssen.

Was das für Sie konkret ändert

Für den Eigentümer, der einen Überhang erleidet: Sie haben nun eine unwiderlegbare Waffe. Wenn die Äste des Baumes des Nachbarn auf Ihr Grundstück ragen, können Sie verlangen, dass er sie auf seine Kosten schneidet, ohne nachweisen zu müssen, dass Ihnen dadurch ein Schaden entsteht. Zum Beispiel in Cagnes-sur-Mer hatte Frau D. einen prächtigen Olivenbaum auf ihrem Grundstück, aber die Äste eines benachbarten Eukalyptus versperrten die Aussicht aufs Meer. Sie konnte das Beschneiden gerichtlich erwirken, auch wenn die Aussicht kein absolutes Recht war. Kosten des Verfahrens: etwa 2.000 € für den Anwalt, aber das Beschneiden wurde angeordnet.

Für den Eigentümer des Baumes: Sie können sich dem Verlangen nicht widersetzen, selbst wenn der Baum jahrhundertealt ist. Sie können jedoch wählen, ob Sie

Questions fréquentes

Puis-je exiger la coupe des branches de l'arbre du voisin sans prouver de trouble ?

Oui, le droit est absolu en vertu de l'article 673 du Code civil. Vous n'avez pas à démontrer un trouble anormal de voisinage. Le simple fait que les branches empiètent sur votre terrain suffit.

Que faire si mon voisin refuse d'élaguer ses branches ?

Envoyez-lui d'abord une lettre recommandée avec accusé de réception lui demandant de couper les branches dans un délai de 15 jours. En cas de refus, faites constater par huissier et saisissez le tribunal judiciaire. Vous pouvez aussi couper vous-même les branches jusqu'à la limite de propriété.

Quels sont les délais pour agir ?

L'action en élagage se prescrit par 30 ans (droit réel immobilier). Cependant, il est conseillé d'agir rapidement pour éviter que le juge ne considère que vous avez toléré la situation.

Puis-je couper moi-même les branches qui dépassent ?

Oui, vous pouvez couper les branches jusqu'à la limite de votre propriété, à vos frais. Attention à ne pas endommager l'arbre, sinon vous pourriez être tenu responsable.

Le droit à l'élagage s'applique-t-il aussi aux racines ?

Non, pour les racines, l'article 673 alinéa 2 prévoit que vous pouvez couper vous-même les racines qui empiètent, mais vous ne pouvez pas contraindre votre voisin à le faire. Le régime est différent.

Informations juridiques

  • Numéro: 09-16.257
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 30 juin 2010

Mots-clés

élagagearbres voisindroit propriétairearticle 673 code civiltrouble de voisinageCour de cassationimprescriptible

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire subissant un empiètement de branches à Juan-les-Pins

M. et Mme V., propriétaires d'une villa à Juan-les-Pins, subissent depuis des années les branches d'un chêne voisin qui surplombent leur piscine. Les feuilles obstruent le filtre et une branche a failli blesser un enfant. Le voisin refuse d'élaguer, arguant de l'ancienneté de l'arbre.

Application pratique:

Grâce à l'arrêt du 30 juin 2010, les V. peuvent exiger la coupe sans prouver de trouble anormal. Ils envoient une lettre recommandée, puis saisissent le tribunal. Le juge ordonne l'élagage aux frais du voisin. Coût de la procédure : environ 2 000 € d'avocat, mais l'élagage est effectué.

2

Propriétaire d'un arbre centenaire à Cagnes-sur-Mer

Mme R. possède un magnifique olivier centenaire à Cagnes-sur-Mer. Son voisin lui demande de couper les branches qui avancent sur son terrain. Mme R. s'y oppose car l'arbre est ancien et a toujours été là.

Application pratique:

L'arrêt de la Cour de cassation lui est défavorable : le droit du voisin est imprescriptible. Mme R. doit couper les branches à ses frais. Elle peut toutefois négocier un partage des frais ou proposer que le voisin coupe lui-même. En cas de refus, elle risque une condamnation en justice.

3

Acquéreur d'une maison avec arbres voisins à Grasse

M. L. achète une maison à Grasse. Un grand pin du voisin a des branches qui surplombent le toit. Le vendeur lui dit que c'est un état de fait accepté. M. L. s'interroge sur ses droits.

Application pratique:

M. L. peut exiger l'élagage après l'achat, même s'il avait connaissance de la situation. Il doit agir rapidement pour ne pas laisser croire à une tolérance. Il peut demander au voisin de couper, ou couper lui-même. Si le voisin refuse, une action en justice est possible. Il est conseillé de faire vérifier par un notaire l'absence de servitude.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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Avertissement: Les analyses présentées sur ce site sont fournies à titre informatif uniquement et ne constituent pas des conseils juridiques personnalisés. Pour une consultation adaptée à votre situation, contactez un avocat.

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