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Fehler über die Substanz bei Versteigerungen: Ist der Auktionator für die Kosten verantwortlich?
Droit Immobilier

Fehler über die Substanz bei Versteigerungen: Ist der Auktionator für die Kosten verantwortlich?

📅 Décision du 03 Mai 2018⚖️ Cour de cassation👁️ 27 vues📖 5 min de lecture

Wenn eine Versteigerung wegen eines Fehlers über die Substanz annulliert wird, betreffen die Rückabwicklungen nur den Käufer und den Verkäufer. Dennoch kann der Auktionator zur Erstattung der Zuschlagsgebühren verurteilt werden, wenn sein Verschulden einen Schaden verursacht hat. Analyse eines Urteils des Kassationsgerichts vom 3. Mai 2018.

Referenzentscheidung: Cour de cassation, chambre commerciale • N° 16-13.656 • 2018-05-03 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich die Szene vor: An einem Samstagnachmittag in Paris nehmen Sie an einer prestigeträchtigen Versteigerung teil. Sie entdecken eine Statue, die Ihnen wie ein ausgezeichnetes Geschäft erscheint. Die Gebote steigen, Sie erhalten den Zuschlag, Sie zahlen den Zuschlagspreis und die Gebühren. Einige Monate später erfahren Sie von einem Experten, dass die Statue nicht das ist, was Sie glaubten – sie hat nicht die zugesicherten Eigenschaften. Was tun? Kann der Verkauf annulliert werden? Und vor allem: Wer muss die von Ihnen aufgewendeten Kosten erstatten, insbesondere die vom Auktionator vereinnahmten Zuschlagsgebühren?

Diese heikle Frage stand im Mittelpunkt eines Rechtsstreits, der den Kassationsgerichtshof erreichte. In seinem Urteil vom 3. Mai 2018 gibt das oberste Gericht eine differenzierte Antwort: Wenn die Annullierung des Verkaufs wegen eines Fehlers über die Substanz ihre Wirkungen nur zwischen Käufer und Verkäufer entfaltet, kann der Auktionator als Dritter des Vertrags dennoch auf der Grundlage seines Verschuldens haftbar gemacht werden. Somit kann er verurteilt werden, dem getäuschten Erwerber die Zuschlagsgebühren zu erstatten.

Hinter dieser Entscheidung zeichnet sich ein subtiles Gleichgewicht zwischen Vertragsrecht und Deliktsrecht ab. Sie veranschaulicht, wie entscheidend das Vertrauen in den Vermittler in der Welt der Auktionen ist. Lassen Sie uns gemeinsam entschlüsseln, was dies konkret für alle bedeutet, die bei Auktionen kaufen oder verkaufen, sei es im Hôtel Drouot oder in einem Pariser Auktionssaal.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Der Fall hat seine Wurzeln im Rahmen einer Versteigerung, die von einer Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (GIE) von Auktionatoren organisiert wurde, die an eine kommunale Pfandleihanstalt angeschlossen ist. Im vorliegenden Fall handelte es sich höchstwahrscheinlich um das Crédit Municipal de Paris, eine Institution, die Kunst- und Wertgegenstandsliebhabern wohlbekannt ist. Ein Erwerber ersteigert eine Statue, überzeugt von ihrer Authentizität und ihrem Wert. Um diesen Kauf zu finanzieren, nimmt er einen Kredit auf und entrichtet die Verkaufskosten – Gebühren, Steuern, Zuschlagsgebühren – für einen insgesamt beträchtlichen Betrag.

Aber die Enttäuschung lässt nicht lange auf sich warten. Einige Zeit nach dem Verkauf entdeckt der Erwerber, dass die Statue tatsächlich nicht dem entspricht, was er zu erwerben glaubte. Es handelt sich um einen Fehler über die Substanz, das heißt über die wesentlichen Eigenschaften der Sache (ihre Authentizität, ihre Natur, ihre Herkunft), die seine Zustimmung bestimmt haben. Aufgrund dieses Willensmangels erwirkt der Erwerber gerichtlich die Annullierung des Verkaufs. Klassische Konsequenz: die Rückversetzung der Parteien in ihren vorherigen Zustand. Der Verkäufer muss den Preis zurückerstatten, der Käufer muss die Sache zurückgeben. Was aber ist mit den an den Auktionator gezahlten Beträgen, der nicht Partei des Kaufvertrags ist?

Der Erwerber, der der Ansicht ist, durch die Zuschlagsgebühren, die er zahlen musste, einen Schaden erlitten zu haben, verklagt die GIE der Auktionatoren auf Schadensersatz. Er beruft sich auf ein Verschulden dieser bei der Bewertung und Beschreibung des Gutes. Die Tatsacheninstanzen und dann der Kassationsgerichtshof werden ihm Recht geben, nicht ohne eine sorgfältige rechtliche Analyse.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Das Berufungsgericht hatte die Haftung des Auktionators bejaht und ihn zur Erstattung der Zuschlagsgebühren verurteilt. Warum eine solche Entscheidung? Die Argumentation gliedert sich in zwei Schritte.

Zunächst erinnert das Gericht an einen grundlegenden Grundsatz des Vertragsrechts: Die Annullierung eines Verkaufs wegen eines Fehlers über die Substanz beinhaltet gegenseitige Rückabwicklungen, aber nur zwischen den Vertragsparteien. Klar gesagt: Nur der Verkäufer muss den Preis zurückerstatten, und nur der Käufer muss die Sache zurückgeben. Der Auktionator, der nur ein Vermittler ist, ist auf dieser vertraglichen Grundlage zu keiner Rückerstattung verpflichtet. Dies ist eine klare Anwendung der Theorie der Nichtigkeit.

Der zweite Schritt der Argumentation fegt jedoch jede Immunität des Fachmanns beiseite. Das Gericht stützt sich auf das Deliktsrecht, genauer gesagt auf Artikel 1240 des Code civil (der besagt, dass jede Handlung eines Menschen, die einem anderen einen Schaden zufügt, denjenigen, durch dessen Verschulden sie eingetreten ist, zur Wiedergutmachung verpflichtet). Im vorliegenden Fall hatte der Auktionator jedoch ein Verschulden begangen: Er hatte eine fehlerhafte Bewertung des Gutes vorgenommen oder seine Informations- und Beratungspflicht verletzt. Dieser Verstoß hat dem Erwerber direkt einen Schaden verursacht, der Kosten auf der Grundlage einer irrigen Überzeugung aufgewendet hat.

Der Kassationsgerichtshof billigt daher die Entscheidung des Berufungsgerichts, den Auktionator zu Schadensersatz in Höhe der Zuschlagsgebühren zu verurteilen. Drei Bedingungen sind somit erfüllt: ein Verschulden (die mangelhafte Bewertung), ein Schaden (die nutzlos aufgewendeten Kosten) und ein Kausalzusammenhang zwischen beiden. Es ist unerheblich, dass der Kaufvertrag rückwirkend vernichtet wird: Die Deliktshaftung greift außerhalb jeder vertraglichen Beziehung zwischen dem Erwerber und dem Auktionator. Diese Lösung ist keine Revolution, sondern eine pragmatische Bestätigung der früheren Rechtsprechung, die nicht zögert, die Haftung von Verkaufsfachleuten für ihre Fehler zu begründen.

Was das für Sie konkret ändert

Diese Entscheidung bietet den Erwerbern in Auktionssälen einen wertvollen Schutz. Sie erinnert daran, dass sich der Auktionator nicht hinter seiner Rolle als Vermittler verstecken kann, um jeder Haftung zu entgehen. Wenn Sie ein Gut bei einer Auktion kaufen und später einen Fehler in Bezug auf seine wesentlichen Eigenschaften entdecken, können Sie zusätzlich zu der

Questions fréquentes

Puis-je obtenir le remboursement des frais d’adjudication si la vente est annulée pour erreur ?

Oui, si vous prouvez que le commissaire-priseur a commis une faute, comme une évaluation erronée ou un manquement à son devoir de conseil. Sa responsabilité délictuelle peut alors être engagée pour obtenir des dommages-intérêts équivalant aux frais.

L’annulation d’une vente aux enchères pour erreur sur la substance permet-elle de récupérer les frais de prêt ?

Potentiellement, si ces frais constituent un préjudice réparable. Ils ne font pas partie des restitutions automatiques entre vendeur et acquéreur, mais peuvent être demandés au commissaire-priseur fautif en réparation intégrale du dommage causé par sa faute.

Quel est le délai pour agir en nullité pour erreur sur la substance ?

Le délai de prescription est de cinq ans à compter du jour où vous avez découvert l’erreur (article 2224 du Code civil). Il est donc essentiel de ne pas tarder une fois le doute survenu.

Le commissaire-priseur est-il toujours responsable en cas d’annulation de la vente ?

Non, seulement s’il a commis une faute prouvée. Si l’erreur provient par exemple d’une fausse déclaration du vendeur sans que le commissaire-priseur n’ait pu la déceler malgré sa vigilance, sa responsabilité pourrait ne pas être retenue.

Puis-je agir directement contre le commissaire-priseur sans demander l’annulation de la vente ?

Oui, en théorie, si le préjudice est distinct. Mais en pratique, l’annulation de la vente matérialise le préjudice lié à l’erreur. Une action en responsabilité délictuelle autonome est possible, mais plus complexe à mener.

Informations juridiques

  • Numéro: 16-13.656
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 03 mai 2018

Mots-clés

erreur sur la substancevente aux enchèrescommissaire-priseurresponsabilité délictuelleannulation vente

Cas d'usage pratiques

1

Un acquéreur parisien trompé par l’expertise d’une statue

Lors d’une vente aux enchères à Paris, un particulier achète une statue présentée comme du XVIIIe siècle pour 15 000 €, plus 3 000 € de frais. Après expertise, il s’avère qu’elle date du XIXe. Il obtient l’annulation de la vente et la condamnation du commissaire-priseur à lui rembourser les 3 000 € de frais pour faute d’appréciation.

Application pratique:

L’arrêt de 2018 s’applique directement : l’acquéreur peut réclamer les frais d’adjudication au commissaire-priseur si celui-ci a manqué à son obligation de compétence. Il devra démontrer la faute par tous moyens (expertise, catalogues...).

2

Un propriétaire d’appartement trompé sur la surface Carrez

Un propriétaire parisien achète un appartement de 80 m² selon l’annonce, mais découvre après achat qu’il ne mesure que 70 m². Il engage une action en nullité pour erreur sur la substance. La vente est annulée et le vendeur doit restituer le prix.

Application pratique:

Bien que le cas ne porte pas sur des enchères, le principe de l’erreur sur la substance est identique. Si un intermédiaire (agent immobilier) a fautivement contribué à l’erreur, sa responsabilité délictuelle peut aussi être recherchée pour le remboursement de ses honoraires.

3

Un professionnel acheteur d’un lot de bijoux en salle des ventes

Un bijoutier achète un lot de pierres lors d’une vente aux enchères à Paris, sur la foi d’un catalogue mentionnant des saphirs. Après expertise, il s’agit de pierres synthétiques. Il obtient l’annulation de la vente et réclame au commissaire-priseur 12 000 € de frais et de préjudice commercial.

Application pratique:

Les professionnels bénéficient de la même protection. Le préjudice peut inclure la perte de marge, à condition de démontrer le lien direct avec la faute du commissaire-priseur. La charge de la preuve reste exigeante.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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