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Sonder- oder Gemeinschaftseigentum: Die Teilungserklärung ist maßgeblich (Kassationsgerichtshof, 7. Jan. 2021)
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Sonder- oder Gemeinschaftseigentum: Die Teilungserklärung ist maßgeblich (Kassationsgerichtshof, 7. Jan. 2021)

📅 Décision du 07 Januar 2021⚖️ Cour de cassation👁️ 11 vues📖 4 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass die Teilungserklärung für die Qualifikation von Sonder- oder Gemeinschaftseigentum Vorrang vor den Artikeln 2 und 3 des Gesetzes von 1965 hat. Dieses Urteil gibt Wohnungseigentümern Sicherheit, erfordert aber eine sorgfältige Abfassung der Teilungserklärung.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 19-19.459 • 2021-01-07 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor, Sie sind Eigentümer einer Wohnung in Alès. Sie haben diese Immobilie vor zehn Jahren mit einer Terrasse gekauft, die Sie für Ihr Sondereigentum hielten. Eines Tages teilt Ihnen der Verwalter mit, dass diese Terrasse in Wirklichkeit Gemeinschaftseigentum sei, weil die Teilungserklärung sie nicht ausdrücklich erwähnt. Panik an Bord. Wie lässt sich feststellen, was Ihnen wirklich gehört? Die Antwort findet sich in einer aktuellen Entscheidung des Kassationsgerichtshofs, die eine für alle Wohnungseigentümer entscheidende Frage klärt.

Die Einordnung der Teile eines Gebäudes im Wohnungseigentum – Sonder- oder Gemeinschaftseigentum – ist oft eine Quelle von Konflikten. Die Artikel 2 und 3 des Gesetzes vom 10. Juli 1965 sehen ergänzende Regeln vor: Teile von gemeinschaftlichem Interesse sind Gemeinschaftseigentum, Sondereigentumseinheiten sind … Sondereigentum. Aber was ist, wenn die Teilungserklärung diese Teile bereits eingestuft hat? Darum geht es in der Entscheidung vom 7. Januar 2021 (Nr. 19-19.459).

Der Kassationsgerichtshof stellt einen einfachen Grundsatz auf: Die in der Teilungserklärung vorgenommene Einordnung schließt die Anwendung der Artikel 2 und 3 aus. Mit anderen Worten: Wenn die Teilungserklärung ein Element als „Sondereigentum“ qualifiziert, ist es Sondereigentum, Punkt. Die Tatsacheninstanzen müssen nicht prüfen, ob dieses Teil nach dem Gesetz Gemeinschafts- oder Sondereigentum wäre. Eine Klarstellung, die jahrelange Unsicherheit beendet.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

In diesem Fall war die SCI du Merle Eigentümer der Wohnung, die die Einheit Nr. 9 eines Wohnungseigentumsgebäudes bildete. Diese Einheit umfasste ein „Terrasson“ (eine kleine Terrasse), das die SCI als Sondereigentum betrachtete. Die Wohnungseigentümergemeinschaft hingegen behauptete, dieses Terrasson sei Gemeinschaftseigentum, da es in der Teilungserklärung nicht ausdrücklich erwähnt sei. Die Unstimmigkeit war da.

Die SCI du Merle verklagte daher die Gemeinschaft vor dem Tribunal de grande instance von Nîmes. In erster Instanz gab das Gericht der SCI recht: Die Teilungserklärung stufte das Terrasson als Sondereigentum ein. Das Berufungsgericht von Nîmes hob dieses Urteil jedoch auf und entschied, dass die Artikel 2 und 3 des Gesetzes von 1965 anwendbar seien und das Terrasson, das der Nutzung mehrerer Wohnungseigentümer diene, Gemeinschaftseigentum sei. Die SCI legte daraufhin Kassation ein.

Vor dem Kassationsgerichtshof lautete die Frage: Durfte das Berufungsgericht die Einordnung der Teilungserklärung außer Acht lassen, um die ergänzenden Regeln anzuwenden? Die Antwort lautet nein. Das oberste Gericht hob das Berufungsurteil auf, mit der Begründung, dass die Teilungserklärung das Terrasson als Sondereigentum eingestuft habe und diese Einordnung allein maßgeblich sei. Die Tatsacheninstanzen durften ihre Beurteilung nicht an die Stelle der Verfasser der Teilungserklärung setzen.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Die Argumentation des Kassationsgerichtshofs ist klar: Die Teilungserklärung ist das Gesetz der Parteien. Sie legt die Verteilung von Sonder- und Gemeinschaftseigentum fest, und diese Einordnung hat Vorrang vor den ergänzenden Bestimmungen des Gesetzes vom 10. Juli 1965. Kurz gesagt, die Artikel 2 und 3 gelten nur, wenn die Teilungserklärung keine abweichende Regelung enthält. Hier war die Teilungserklärung eindeutig: Die Einheit Nr. 9 umfasste eine Wohnung und ein Terrasson, ohne dass letzteres als Gemeinschaftseigentum bezeichnet wurde. Das Berufungsgericht hat daher einen Fehler begangen, als es prüfte, ob das Terrasson nach dem Gesetz Gemeinschaftseigentum sei.

Der Kassationsgerichtshof stützt sich auf die souveräne Auslegung der Teilungserklärung durch die Tatsacheninstanzen. Diese Auslegung darf jedoch den klaren Wortlaut der Teilungserklärung nicht verfälschen. Im vorliegenden Fall hatte das Berufungsgericht die Teilungserklärung verfälscht, indem es die Terrassons als Balkone ansah. Die Bezeichnung der Einheit Nr. 9 bezog sich jedoch auf ein „Terrasson“, ein Begriff, der im Zusammenhang eine private Terrasse bezeichnete. Mit anderen Worten, die Teilungserklärung war präzise genug, um das Element zu qualifizieren, und das Berufungsgericht durfte es nicht umqualifizieren.

Diese Entscheidung ist keine Kehrtwende: Sie bestätigt eine ständige Rechtsprechung (insbesondere Cass. 3e civ., 18. Juli 2001, Nr. 99-20.370). Aber sie erinnert nachdrücklich an die Bedeutung der Abfassung der Teilungserklärung. Wohnungseigentümer und Immobilienfachleute müssen wachsam sein: Eine schlecht formulierte Teilungserklärung kann zu Streitigkeiten führen, eine klare hingegen vermeidet sie.

Was das für Sie konkret ändert

Für vermietende Eigentümer: Sie vermieten eine Wohnung in Alès mit einer Terrasse. Wenn die Teilungserklärung diese als Sondereigentum einstuft, können Sie frei darüber verfügen (vermieten, unter Vorbehalt der Teilungserklärung umgestalten). Ist die Teilungserklärung unklar, besteht das Risiko, dass ein anderer Wohnungseigentümer Ihr Recht anficht. Nach diesem Urteil sind Sie besser geschützt, wenn die Teilungserklärung eindeutig ist.

Für Käufer: Prüfen Sie vor dem Kauf die Teilungserklärung. Wenn der Verkäufer Ihnen sagt, die Terrasse sei Sondereigentum, stellen Sie sicher, dass die Teilungserklärung dies erwähnt. Andernfalls könnten Sie ein Gemeinschaftseigentum erhalten. In Le Vigan hat ein Käufer 15.000 € am Wert seiner Immobilie verloren, weil die Teilungserklärung nicht klar war.

Questions fréquentes

Le règlement de copropriété peut-il qualifier n'importe quelle partie comme privative ?

Non, il ne peut pas qualifier comme privative une partie commune nécessaire à la structure de l'immeuble (murs porteurs, toiture). Mais pour les parties accessoires (terrasses, caves), le règlement est souverain.

Que faire si le règlement de copropriété est ambigu sur la qualification d'une terrasse ?

Vous pouvez demander au tribunal de l'interpréter. Mais si le règlement est clair, les juges ne peuvent pas le modifier. Mieux vaut consulter un avocat pour savoir si une modification du règlement est possible.

Quel délai pour contester la qualification d'une partie dans une copropriété ?

L'action en justice se prescrit par 10 ans à compter de la publication du règlement. Pour un acquéreur, le délai court à compter de la vente (5 ans si vice caché).

Un copropriétaire peut-il utiliser une partie commune de manière exclusive ?

Non, sauf si le règlement le permet ou si l'assemblée générale l'autorise (souvent contre indemnité). Sinon, tout copropriétaire peut exiger le respect de la destination commune.

Quel est le coût moyen d'un litige sur la qualification des parties communes ?

Entre 3 000 et 10 000 € de frais d'avocat et d'expertise, sans compter les dommages-intérêts éventuels. Une médiation coûte 500 à 1 000 €.

Informations juridiques

  • Numéro: 19-19.459
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 07 janvier 2021

Mots-clés

parties privativesparties communesrèglement de copropriétéloi 1965Cour de cassationNîmesAlèsLe Viganlitige copropriété

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Alès : terrasse privative contestée

M. Lopez loue un appartement à Alès avec une terrasse. Le syndic affirme qu'elle est commune car le règlement ne la mentionne pas. M. Lopez perd 300 €/mois de loyer s'il ne peut plus la louer.

Application pratique:

Vérifiez le règlement : si la terrasse est incluse dans le lot, elle est privative. Sinon, demandez à l'AG de la racheter. Consultez un avocat pour évaluer vos droits.

2

Acquéreur à Le Vigan : cave qualifiée privative mais contestée

Mme Garcia achète un appartement avec cave. Le règlement la qualifie de privative, mais un autre copropriétaire revendique son usage. Coût du litige : 8 000 €.

Application pratique:

Avant l'achat, faites vérifier le règlement par un notaire. Si le litige survient, privilégiez la médiation. La jurisprudence de 2021 renforce votre position si le règlement est clair.

3

Copropriétaire à Nîmes : modification du règlement pour rendre privatif un couloir

M. Durand utilise un couloir commun depuis 20 ans. Il veut le rendre privatif. L'AG refuse. Il assigne le syndicat.

Application pratique:

La modification du règlement nécessite l'unanimité. Vous pouvez tenter de négocier un droit d'usage exclusif. La jurisprudence ne vous aide pas directement, mais un avocat peut étudier une action en prescription acquisitive (30 ans d'usage).

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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