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Streikankündigung im Verkehrssektor: Der Arbeitgeber kann das Streikende nicht allein bestimmen
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Streikankündigung im Verkehrssektor: Der Arbeitgeber kann das Streikende nicht allein bestimmen

📅 Décision du 04 Juli 2012⚖️ Cour de cassation👁️ 5 vues📖 4 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass nur die Gewerkschaft, die die Streikankündigung eingereicht hat, das Ende des Streiks bestimmen kann, nicht der Arbeitgeber. Die Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, während der gesamten Dauer der Streikankündigung die Arbeit niederzulegen.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 11-18.404 • 2012-07-04 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie wohnen in Biscarrosse und nehmen jeden Morgen den Bus zur Arbeit nach Mont-de-Marsan. An diesem Morgen fährt kein Bus. Die Gewerkschaft CGT hat eine Streikankündigung eingereicht. Sie warten, fluchen, aber nach einer Stunde kommt doch ein Bus. Der Fahrer sagt Ihnen, der Streik sei vorbei. Aber wer hat diese Entscheidung getroffen? Der Arbeitgeber? Die Gewerkschaft?

Diese scheinbar einfache Frage führte zu einem wichtigen Urteil des Kassationsgerichtshofs (des höchsten französischen Gerichts) vom 4. Juli 2012 (Nr. 11-18.404). Die Antwort ist klar: Nur die Gewerkschaft, die die Streikankündigung eingereicht hat, kann das Ende des Streiks bestimmen. Der Arbeitgeber kann nicht von sich aus annehmen, der Streik sei beendet, nur weil die Arbeitnehmer wieder arbeiten.

Was bedeutet das genau? Warum ist diese Entscheidung wichtig für Verkehrsnutzer, Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Tauchen wir ein in die Fakten und die Argumentation der Richter.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Alles beginnt in Bordeaux, aber der Fall hätte auch in Saint-Paul-lès-Dax oder Biscarrosse passieren können. Die Gewerkschaft CGT Transports Kéolis Bordeaux reicht am 29. Oktober 2008 eine Streikankündigung für zwei Monate (bis zum 29. Dezember) ein. Diese Ankündigung nennt den Streikbeginn am 3. November um 10 Uhr, aber keine Endzeit. Der Arbeitgeber, die Firma Kéolis Bordeaux, ficht die Gültigkeit der Ankündigung vor dem Tribunal d'instance Bordeaux an. Sein Argument: Die Ankündigung müsse die Endzeit enthalten, um gültig zu sein, und die Dauer von zwei Monaten sei zu lang, was den öffentlichen Dienst lahmlege.

Die Gewerkschaft hingegen hält die Ankündigung für gültig: Sie nenne die Startzeit, und die Dauer von zwei Monaten sei für Verhandlungen notwendig. Das Tribunal d'instance gibt dem Arbeitgeber im November 2008 recht, aber das Berufungsgericht Bordeaux hebt diese Entscheidung am 3. Mai 2011 auf (d. h. es annulliert sie und erklärt die Ankündigung für gültig). Die Firma Kéolis legt Kassation ein.

Der Kassationsgerichtshof muss zwei Fragen klären: 1) Muss die Streikankündigung die Endzeit des Streiks nennen? 2) Kann der Arbeitgeber allein entscheiden, dass der Streik beendet ist, wenn die Arbeitnehmer die Arbeit wieder aufnehmen?

Wendung: Der Kassationsgerichtshof fällt am selben Tag zwei Urteile. In dem hier analysierten Urteil beantwortet er die zweite Frage. In einem anderen Urteil (Nr. 11-17.924) beantwortet er die erste. Hier konzentrieren wir uns auf die Frage des Streikendes.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof erinnert zunächst an den Grundsatz: Das Streikrecht ist ein individuelles Recht (jeder Arbeitnehmer entscheidet frei, ob er daran teilnimmt). In öffentlichen Diensten (Verkehr, Strom usw.) wird die Ausübung dieses Rechts durch eine Streikankündigung einer repräsentativen Gewerkschaft geregelt. Diese Ankündigung muss Beginn und Ende der Arbeitsniederlegung nennen.

Aber Vorsicht: Die Arbeitnehmer, die allein Träger des Streikrechts sind, sind nicht verpflichtet, während der gesamten in der Ankündigung genannten Dauer die Arbeit niederzulegen. Mit anderen Worten: Ein Arbeitnehmer kann eine Stunde streiken und dann wieder arbeiten, auch wenn die Ankündigung einen zweimonatigen Streik vorsieht.

Was wenige wissen: Der Arbeitgeber kann im Zeitraum der Streikankündigung aus dem Fehlen streikender Arbeitnehmer nicht schließen, dass der Streik beendet ist. Die Entscheidung, den Streik zu beenden, kann nur von der oder den repräsentativen Gewerkschaften getroffen werden, die die Ankündigung eingereicht haben.

Klar gesagt: Das Berufungsgericht Bordeaux hatte recht: Der Arbeitgeber kann den Streik nicht einseitig für beendet erklären. Nur die Gewerkschaft kann das Ende der Bewegung bestimmen.

Die rechtliche Grundlage: Artikel L. 2512-2 des Arbeitsgesetzbuchs (der die Streikankündigung in öffentlichen Diensten regelt) und das Prinzip der Gewerkschaftsfreiheit. Der Kassationsgerichtshof bestätigt eine ständige Rechtsprechung: Die Streikankündigung schafft einen Rahmen, verpflichtet die Arbeitnehmer aber nicht zur vollständigen Teilnahme.

Die Argumente des Arbeitgebers (der das Ende des Streiks feststellen können wollte) wurden zurückgewiesen. Das Gericht ist der Ansicht, dass dies die Rolle der Gewerkschaft negieren und dem Arbeitgeber ermöglichen würde, Tarifverhandlungen zu umgehen.

Was das für Sie konkret bedeutet

Wenn Sie Verkehrsnutzer sind (wie viele in Saint-Paul-lès-Dax oder Biscarrosse): Diese Entscheidung ändert nichts an Ihrem Alltag, erklärt aber, warum Busse während einer Streikankündigung unregelmäßig fahren können. Der Arbeitgeber kann die Arbeitnehmer nicht zur Arbeit zwingen. Aber sie gibt Ihnen ein Recht: Wenn der Streik zu lange dauert, können Sie einen garantierten Mindestservice verlangen.

Wenn Sie Arbeitgeber sind (z. B. ein Verkehrsunternehmen in Mont-de-Marsan): Sie müssen die Streikankündigung respektieren, bis die Gewerkschaft sie aufhebt. Sie können den Streik nicht als beendet betrachten, selbst wenn alle Ihre Arbeitnehmer arbeiten. Bei Zuwiderhandlung drohen Sanktionen (Lohnkürzung, Suspendierung) für

Questions fréquentes

Puis-je être sanctionné si je ne fais pas grève pendant un préavis ?

Non, vous avez le droit de travailler. L'employeur ne peut pas vous sanctionner pour ne pas avoir fait grève.

L'employeur peut-il déclarer la grève finie si tous les salariés travaillent ?

Non, seul le syndicat auteur du préavis peut décider de la fin de la grève. L'employeur ne peut pas le faire unilatéralement.

Que faire si l'employeur me sanctionne pour absence de grève ?

Saisissez le conseil de prud'hommes dans un délai de 2 ans. Vous pouvez demander des dommages et intérêts pour atteinte au droit de grève.

Un préavis de grève doit-il mentionner l'heure de fin ?

Oui, pour être régulier. Mais les salariés ne sont pas obligés de faire grève pendant toute la durée indiquée.

Combien de temps dure un préavis de grève maximum ?

Il n'y a pas de durée maximale légale, mais un préavis trop long peut être jugé abusif par le juge.

Informations juridiques

  • Numéro: 11-18.404
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 04 juillet 2012

Mots-clés

droit de grèvepréavisservices publicstransportsCour de cassation

Cas d'usage pratiques

1

Usager des transports à Biscarrosse

Vous prenez le bus chaque jour pour aller travailler à Mont-de-Marsan. Un préavis de grève de deux mois est déposé. Certains jours, les bus passent, d'autres non. Vous ne comprenez pas pourquoi.

Application pratique:

Cette décision explique que les salariés sont libres de faire grève ou non. L'employeur ne peut pas forcer la reprise. Vous pouvez exiger un service minimum. En cas de perturbation excessive, demandez un remboursement partiel de votre abonnement.

2

Employeur d'une société de transport à Saint-Paul-lès-Dax

Vous dirigez une compagnie de bus. Un syndicat dépose un préavis de grève. Après une semaine, tous vos chauffeurs travaillent. Vous pensez la grève finie et voulez reprendre le planning normal.

Application pratique:

Ne prenez pas cette initiative. Contactez le syndicat par écrit pour lui demander de lever officiellement le préavis. Si vous sanctionnez des salariés pour absence de grève, vous risquez des prud'hommes.

3

Salarié gréviste dans le transport

Vous êtes conducteur de bus à Mont-de-Marsan. Vous avez fait grève 3 jours, puis repris le travail. L'employeur vous dit que la grève est finie et vous demande de ne plus faire grève.

Application pratique:

Vous avez le droit de refaire grève si le préavis est toujours en cours. L'employeur ne peut pas vous l'interdire. Conservez des preuves de votre participation (photos, attestations).

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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