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Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands: Doppelte Sanktion für illegale Bauten möglich
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Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands: Doppelte Sanktion für illegale Bauten möglich

📅 Décision du 08 Dezember 2020⚖️ Cour de cassation👁️ 9 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof bestätigt, dass eine Wiederherstellungsmaßnahme sowohl im Rahmen der öffentlichen Klage als auch der Zivilklage angeordnet werden kann, was den Zivilparteien einen zusätzlichen Weg zur Schadensersatzforderung bei Verstößen gegen das Stadtplanungsgesetz eröffnet.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 19-84.245 • 2020-12-08 • Entscheidung einsehen →

Sie sind Eigentümer in Lodève, und Ihr Nachbar hat ohne Baugenehmigung einen Anbau errichtet, der Ihre Aussicht auf das Tal versperrt. Sie haben Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft hat ermittelt, und das Gericht hat den Abriss im Rahmen der öffentlichen Klage angeordnet. Aber können Sie auch selbst eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands als Schadensersatz für Ihren persönlichen Schaden verlangen? Bisher waren einige Richter der Ansicht, dass dies nicht möglich sei, da die Maßnahme bereits strafrechtlich angeordnet wurde. Der Kassationsgerichtshof hat nun entschieden: Es ist möglich.

Diese Entscheidung vom 8. Dezember 2020 (Revisionsnummer 19-84.245) ist eine kleine Revolution für Nachbarn, die durch illegale Bauten geschädigt wurden. Sie stellt klar, dass dieselbe Maßnahme – die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands – kumulativ im Rahmen der öffentlichen Klage (Strafrecht) und der Zivilklage (Schadensersatz) angeordnet werden kann. Mit anderen Worten: Sie können nicht nur erreichen, dass der Strafrichter den Abriss anordnet, sondern auch, dass dieser Abriss Ihnen als Schadensersatz für Ihren persönlichen Schaden zugesprochen wird.

Doch was ändert das genau? Und wie können Sie Ihre Rechte geltend machen? Tauchen wir in die Fakten und die Argumentation der Richter ein.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Der Fall begann in den Alpes-de-Haute-Provence, könnte aber genauso gut in Frontignan oder Lodève stattfinden. Ein Eigentümer, Herr O., führte ohne Baugenehmigung Arbeiten auf seinem Grundstück durch und verstieß damit gegen den Bebauungsplan (PLU). Schlimmer noch, er bediente sich betrügerischer Mittel, um die Stadtplanungsbehörden zu täuschen. Die Taten wurden aufgedeckt, und er wurde strafrechtlich verfolgt wegen Durchführung von Arbeiten ohne Genehmigung und Verstoß gegen den PLU.

Parallel dazu trat eine Zivilpartei – vermutlich ein Nachbar oder ein Verein – dem Verfahren bei und beantragte zusätzlich zu den Strafverfolgungsmaßnahmen die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands als Schadensersatz für ihren persönlichen Schaden. Das Berufungsgericht von Aix-en-Provence (Kammer 5-2, 25. März 2019) wies diesen Antrag zurück mit der Begründung, dass die Wiederherstellung bereits im Rahmen der öffentlichen Klage angeordnet worden sei und daher nicht erneut im Rahmen der Zivilklage gewährt werden müsse.

Die Zivilpartei legte Revision ein. Sie argumentierte, dass die Wiederherstellung sowohl als dingliche Maßnahme zur Beendigung eines rechtswidrigen Zustands als auch als Schadensersatz für den erlittenen Schaden beantragt werden könne. Und dass das Stadtplanungsgesetz (Code de l'urbanisme) einer Kumulierung nicht entgegenstehe.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof hob das Berufungsurteil auf. Er stellte klar, dass „eine Maßnahme zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands sowohl als dingliche Maßnahme zur Beendigung eines rechtswidrigen Zustands als auch als Schadensersatz für den von einer Zivilpartei erlittenen Schaden beantragt werden kann“. Und dass „keine Bestimmung des Stadtplanungsgesetzes (Code de l'urbanisme) einer kumulativen Anordnung der Wiederherstellung im Rahmen der öffentlichen Klage und der Zivilklage entgegensteht“.

Mit anderen Worten: Die Wiederherstellung hat zwei Funktionen: eine ordnungspolizeiliche Funktion (Beendigung des rechtswidrigen Zustands) und eine schadensersatzrechtliche Funktion (Ausgleich des Schadens des Opfers). Diese beiden Funktionen können nebeneinander bestehen. Das Berufungsgericht hatte daher zu Unrecht den Antrag allein mit der Begründung abgelehnt, dass die Maßnahme bereits strafrechtlich angeordnet worden sei.

Die Tatsachenrichter hätten auf das Vorbringen der Zivilpartei eingehen und prüfen müssen, ob die Wiederherstellung als Schadensersatz für ihren Schaden gerechtfertigt war. Vorsicht jedoch: Dies bedeutet nicht, dass die Zivilpartei automatisch einen doppelten Abriss erhält; sie erhält dieselbe Maßnahme, aber anerkannt als Schadensersatz für ihren Schaden, was Auswirkungen auf die Entschädigung oder die Vollstreckungsfristen haben kann.

Was das für Sie konkret ändert

Für den vermietenden Eigentümer oder den Bewohner: Wenn Sie einen direkten Schaden durch einen illegalen Bau erleiden (Verlust der Aussicht, Schatten, Wertminderung Ihres Grundstücks), können Sie nun die Wiederherstellung als zivilrechtlichen Schadensersatz verlangen, selbst wenn der Strafrichter sie bereits angeordnet hat. Dies stärkt Ihre Position.

Für den Käufer einer Immobilie: Überprüfen Sie vor dem Kauf, ob die Bauten genehmigungskonform sind. Tritt nach dem Verkauf ein Mangel auf, können Sie den Verkäufer wegen Nichterfüllung in Anspruch nehmen und die Wiederherstellung verlangen.

Für den Wohnungseigentümer: Angenommen, in Frontignan baut ein Wohnungseigentümer ohne Genehmigung eine Veranda, die in das Gemeinschaftseigentum hineinragt. Die Eigentümergemeinschaft kann strafrechtlich vorgehen, aber jeder geschädigte Eigentümer kann auch zivilrechtlich die Wiederherstellung verlangen.

Konkret müssen Sie in einer solchen Situation: 1) sich als Zivilpartei im Strafverfahren anschließen; 2) einen ausdrücklichen Antrag auf Wiederherstellung als Schadensersatz stellen; 3) Ihren persönlichen Schaden nachweisen (z.B. eine Wertminderung Ihrer Immobilie um 15.000 €).

Vier Tipps zur Vermeidung solcher Streitigkeiten

  • Lassen Sie vor jedem Immobilienkauf ein städtebauliches Gutachten von einem Fachmann (Rechtsanwalt oder Planungsbüro) erstellen, um die Konformität der Bauten mit dem PLU und den Genehmigungen zu überprüfen.
  • Wenn Sie bauen, holen Sie alle erforderlichen Genehmigungen vor Baubeginn ein und halten Sie sich genau an die Auflagen. Eine Änderungsgenehmigung kann während der Bauarbeiten beantragt werden, falls erforderlich.
  • Bei Nachbarschaftsstreitigkeiten bevorzugen Sie zunächst eine Schlichtung (z.B. über den Schlichtungsbeauftragten), bevor Sie ein oft langwieriges und kostspieliges Gerichtsverfahren einleiten.
  • Bewahren Sie alle Beweise auf: Fotos, Schriftverkehr, Gutachten. Sie sind entscheidend für den Nachweis Ihres Schadens.

Questions fréquentes

Puis-je demander la remise en état si je suis simple riverain ?

Oui, si vous justifiez d'un préjudice personnel et direct (perte de vue, nuisances, moins-value de votre bien). Vous devez vous constituer partie civile dans la procédure pénale.

Quels délais pour agir en justice pour une construction illégale ?

L'action publique (pénale) se prescrit par 3 ans à compter de la découverte des travaux. L'action civile peut être exercée jusqu'à 10 ans après le dommage, mais il est prudent d'agir rapidement.

Quel est le coût d'une procédure pour obtenir la remise en état ?

Comptez entre 1 500 € et 5 000 € d'honoraires d'avocat selon la complexité, auxquels s'ajoutent les frais d'expertise éventuels (500 à 2 000 €).

Que faire si le voisin refuse d'exécuter la démolition ordonnée ?

Vous pouvez demander l'exécution forcée avec l'aide d'un huissier. Le juge peut aussi assortir la décision d'une astreinte (par exemple 100 € par jour de retard).

Cette décision s'applique-t-elle aux locations ?

Oui, un locataire peut aussi subir un préjudice (nuisances, perte de jouissance) et demander la remise en état à titre civil, même si le propriétaire bailleur agit au pénal.

Informations juridiques

  • Numéro: 19-84.245
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 08 décembre 2020

Mots-clés

remise en étatconstruction illégaleaction civileurbanismeCour de cassation

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire voisin d'une construction illégale à Lodève

Jean, propriétaire à Lodève, voit son voisin construire une terrasse couverte sans permis, obstruant sa vue sur le lac. La mairie engage des poursuites pénales. Jean subit une moins-value de 20 000 € sur sa maison.

Application pratique:

Jean peut se constituer partie civile et demander la remise en état à titre de réparation. Il doit rassembler des photos avant/après, un constat d'huissier, et une estimation de la perte de valeur par un agent immobilier. La décision de 2020 lui permet d'obtenir la démolition même si le juge pénal l'a déjà ordonnée, et de réclamer des dommages-intérêts complémentaires.

2

Acquéreur d'un bien non conforme à Frontignan

Sophie achète une maison à Frontignan avec une piscine non déclarée. Après l'achat, elle découvre que la piscine est illégale et que la mairie exige sa démolition.

Application pratique:

Sophie peut agir contre le vendeur pour défaut de conformité et solliciter la remise en état à titre civil. Elle doit prouver que le vendeur connaissait l'illégalité. La jurisprudence de 2020 renforce son droit à obtenir la démolition comme réparation de son préjudice (coût de la démolition, perte de valeur).

3

Copropriétaire subissant un empiètement sur parties communes

Dans une copropriété à Montpellier, un copropriétaire construit une véranda sur une terrasse commune sans autorisation. Les autres copropriétaires subissent une perte de jouissance et une moins-value de leurs lots.

Application pratique:

Chaque copropriétaire peut se constituer partie civile individuellement, en plus de l'action du syndicat. Ils peuvent demander la remise en état à titre de réparation de leur préjudice personnel. La décision de 2020 leur permet d'obtenir cette mesure même si le syndicat l'a déjà obtenue au pénal. Ils doivent prouver leur préjudice (par exemple, perte de valeur locative).

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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