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Störung der Nachbarschaft in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Die Gemeinschaft kann klagen (Cass. civ., 11. Mai 2017)
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Störung der Nachbarschaft in der Wohnungseigentümergemeinschaft: Die Gemeinschaft kann klagen (Cass. civ., 11. Mai 2017)

📅 Décision du 11 Mai 2017⚖️ Cour de cassation👁️ 12 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof bestätigt, dass eine Wohnungseigentümergemeinschaft einen Eigentümer wegen unzumutbarer Nachbarschaftsstörung belangen kann, selbst ohne vertraglichen Verstoß. Eine Entscheidung, die die Handlungsmöglichkeiten der Gemeinschaft gegenüber Belästigungen stärkt.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 16-14.339 • 2017-05-11 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer in Martigues, in einer ruhigen Wohnanlage. Seit sechs Monaten veranstaltet Ihr Nachbar über Ihnen, ebenfalls Eigentümer, jedes Wochenende laute Partys. Die Lärmbelästigung hindert Sie am Schlafen, und Gesprächsversuche scheitern. Sie informieren die Hausverwaltung, die machtlos erscheint. Was kann sie tun? Den Eigentümer wegen Verstoßes gegen die Gemeinschaftsordnung belangen? Aber wenn diese Ordnung zum Lärm schweigt, hat die Verwaltung dann andere Mittel?

Diese Frage stellt sich in der Entscheidung des Kassationshofs vom 11. Mai 2017. Das höchste französische Gericht hat entschieden: Eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann gegen einen Eigentümer wegen unzumutbarer Nachbarschaftsstörung vorgehen, selbst wenn diese Störung nicht direkt gegen die Gemeinschaftsordnung verstößt. Ein bedeutender Fortschritt für die Bewältigung von Nachbarschaftskonflikten in Eigentumswohnanlagen.

In diesem Artikel analysieren wir den Sachverhalt, die Argumentation der Richter und die praktischen Auswirkungen für Sie als Eigentümer, Mieter oder Immobilienfachmann. Ob Sie in Salon-de-Provence oder anderswo sind, diese Regeln gelten in ganz Frankreich.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr X ist Eigentümer einer Wohnung in einer Eigentumswohnanlage in Aix-en-Provence. Seit seinem Einzug verursachen seine Aktivitäten Belästigungen für seine Nachbarn: übermäßiger Lärm, Gerüche, Nutzung der Gemeinschaftsflächen... Die Wohnungseigentümergemeinschaft, verärgert, beschließt, ihn wegen unzumutbarer Nachbarschaftsstörung zu verklagen. Aber Herr X wendet ein gewichtiges Argument ein: Die Gemeinschaft sei nicht berechtigt, auf dieser Grundlage zu klagen, da Nachbarschaftsstörungen die Beziehungen zwischen Nachbarn betreffen, nicht die vertraglichen Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und den Eigentümern. Nur ein einzelner Eigentümer könne klagen, so sein Argument.

Das Berufungsgericht von Aix-en-Provence gibt ihm 2015 recht: Es erklärt die Klage der Gemeinschaft für unzulässig. Für das Gericht kann die Gemeinschaft nur auf der Grundlage der Gemeinschaftsordnung oder des Gesetzes klagen, nicht aber wegen unzumutbarer Nachbarschaftsstörung. Die Gemeinschaft legt Revision ein. Der Fall gelangt bis zum Kassationshof, der das Berufungsurteil am 11. Mai 2017 aufhebt.

Eine Wendung: Das höchste Gericht stellt klar, dass die unzumutbare Nachbarschaftsstörung ein allgemeiner Rechtsgrundsatz ist, der für alle gilt, auch in Eigentumswohnanlagen. Die Gemeinschaft, deren Aufgabe es ist, für die Ruhe des Gebäudes zu sorgen, kann sich daher darauf berufen. Das Argument der Unzulässigkeit ist hinfällig.

Die Argumentation des Gerichts – entschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf den Grundsatz, dass „niemand einem anderen eine Störung zufügen darf, die über die normalen Unannehmlichkeiten der Nachbarschaft hinausgeht“. Dieser Grundsatz, obwohl nicht in einem Gesetzesartikel niedergeschrieben, wird seit langem in der Rechtsprechung auf der Grundlage von Artikel 1240 des Code civil (früher 1382) anerkannt, der zum Schadensersatz für durch eigenes Verschulden verursachte Schäden verpflichtet. Hier wird die unzumutbare Störung als Verschulden angesehen.

Die Richter am Quai de l'Horloge stellen fest, dass dieser Grundsatz „für Eigentümer und allgemein für jede Person“ gilt. Folglich kann die Wohnungseigentümergemeinschaft, deren Zweck die Wahrung der kollektiven Interessen ist, klagen, um eine von einem Eigentümer ausgehende unzumutbare Störung zu unterbinden. Es spielt keine Rolle, ob die Gemeinschaftsordnung nichts zu Lärm oder Gerüchen vorsieht: Die unzumutbare Störung ist ein eigenständiger Begriff.

Der Gerichtshof verwirft die Unterscheidung zwischen vertraglicher Klage (basierend auf der Gemeinschaftsordnung) und deliktischer Klage (basierend auf der unzumutbaren Störung). Die Gemeinschaft kann beide Grundlagen kumulieren oder die günstigere wählen. Dies ist eine Bestätigung der früheren Rechtsprechung (insbesondere Cass. civ. 3e, 14. November 2012, Nr. 11-24.622), aber auch eine Klarstellung: Die Gemeinschaft muss keinen Verstoß gegen die Gemeinschaftsordnung nachweisen, um zu klagen.

Die Tatsachengerichte müssen lediglich prüfen, ob die Störung die normalen Unannehmlichkeiten der Nachbarschaft übersteigt. Beispielsweise sind gelegentliche Trittschallgeräusche normal; Heimwerkerarbeiten jeden Abend bis Mitternacht sind es nicht.

Was sich für Sie konkret ändert

Für vermietende Eigentümer: Wenn Ihr Mieter Störungen verursacht, kann die Gemeinschaft Sie nun direkt belangen, selbst wenn Ihr Mietvertrag die Belästigungen nicht erwähnt. Seien Sie vorsichtig: Sie könnten zu Schadensersatz verurteilt werden (oft 500 bis 3.000 € je nach Schwere) und zur Unterlassung der Störung unter Zwangsgeld (z. B. 100 € pro Tag Verspätung).

Für Mieter: Sie sind nicht vor einer Klage der Gemeinschaft sicher, auch wenn Sie nicht Eigentümer sind. Die unzumutbare Nachbarschaftsstörung ist ein persönliches Verschulden. Wenn Sie Opfer sind, können Sie auch individuell klagen, aber die Gemeinschaft kann dies für Sie tun, was die Kosten verteilt.

Für Eigentümer: Wenn Sie Belästigungen erleiden, wenden Sie sich an die Hausverwaltung. Sie kann nun klagen, ohne auf einen Beschluss der Eigentümerversammlung zu warten? Achtung: Die Hausverwaltung muss vom Verwaltungsbeirat oder der Eigentümerversammlung zur Klageerhebung ermächtigt werden. Aber einmal ermächtigt, hat sie freie Hand.

Für Käufer: Informieren Sie sich vor dem Kauf einer Eigentumswohnung über die Atmosphäre. In Salon-de-Provence habe ich einen Käufer erlebt, der nach dem Kauf entdeckte, dass der Nachbar über ihm ein Hobbymusiker war, der jeden Abend Schlagzeug spielte. Ohne diese Rechtsprechung hätte die Gemeinschaft nicht klagen können. Heute kann sie es.

Ein konkretes Beispiel: In einem kürzlichen Fall in Martigues wurde ein Eigentümer zu 2.500 € Schadensersatz verurteilt, weil er wiederholt laute Partys veranstaltet hatte.

Questions fréquentes

Le syndicat peut-il agir contre un copropriétaire pour trouble anormal du voisinage sans vote en assemblée générale ?

Le syndic doit être autorisé par l'assemblée générale ou le conseil syndical. Une autorisation générale peut suffire, mais il est préférable d'obtenir un mandat spécifique.

Puis-je être poursuivi par le syndicat si mon locataire cause des nuisances ?

Oui, en tant que propriétaire, vous pouvez être tenu responsable des troubles causés par votre locataire. Le syndicat peut agir directement contre vous.

Quel est le délai pour agir en justice pour trouble anormal du voisinage ?

L'action se prescrit par 5 ans à compter de la date à laquelle le trouble s'est manifesté. Il est conseillé d'agir rapidement pour éviter la prescription.

Quels sont les coûts d'une action en justice pour trouble anormal ?

Les frais d'avocat varient de 1 500 à 3 000 €, auxquels s'ajoutent les frais d'huissier (environ 200 €) et de procédure. Le copropriétaire fautif peut être condamné à les rembourser.

Que faire si le trouble cesse avant le jugement ?

Vous pouvez demander des dommages-intérêts pour le préjudice subi, même si le trouble a cessé. L'action n'est pas nécessairement sans objet.

Informations juridiques

  • Numéro: 16-14.339
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 11 mai 2017

Mots-clés

trouble anormal du voisinagecopropriétésyndicat des copropriétairesnuisances sonoresCour de cassation

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Martigues subissant des nuisances de son locataire

Un propriétaire bailleur à Martigues reçoit une mise en demeure du syndicat car son locataire organise des soirées bruyantes. Le propriétaire est inquiet d'être poursuivi.

Application pratique:

Le syndicat peut agir directement contre le propriétaire sur le fondement du trouble anormal du voisinage. Le propriétaire doit mettre en demeure son locataire de cesser les nuisances, et si nécessaire, engager une procédure d'expulsion. Une médiation préalable peut résoudre le conflit.

2

Copropriétaire victime de bruits excessifs à Salon-de-Provence

Un copropriétaire à Salon-de-Provence subit depuis des mois les bruits de pas et de musique de son voisin du dessus. Le règlement de copropriété ne mentionne pas les nuisances sonores.

Application pratique:

Le copropriétaire peut signaler les faits au syndic, qui peut agir en justice pour trouble anormal du voisinage. Il est conseillé de tenir un journal des nuisances et de faire constater par huissier. Le syndic doit être autorisé par l'assemblée générale.

3

Acquéreur potentiel d'un appartement en copropriété à Aix-en-Provence

Un acquéreur envisage d'acheter un appartement dans une copropriété à Aix-en-Provence, mais s'interroge sur les risques de nuisances futures.

Application pratique:

Avant d'acheter, l'acquéreur peut demander au syndic les procès-verbaux d'assemblée générale et l'historique des conflits. Si des troubles existent, le syndicat pourra agir grâce à l'arrêt de 2017. L'acquéreur peut aussi rencontrer le gardien pour s'informer.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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