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Ungewöhnliche Nachbarschaftsstörung: Der neue Eigentümer haftet auch für vor dem Erwerb entstandene Störungen
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Ungewöhnliche Nachbarschaftsstörung: Der neue Eigentümer haftet auch für vor dem Erwerb entstandene Störungen

📅 Décision du 16 März 2022⚖️ Cour de cassation👁️ 11 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof bestätigt, dass die Haftungsklage wegen ungewöhnlicher Nachbarschaftsstörung eine außervertragliche Haftungsklage ist, die unabhängig von einem Verschulden besteht, und dass der neue Eigentümer haftbar gemacht werden kann, selbst wenn die Störungen vor dem Verkauf begonnen haben.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 18-23.954 • 2022-03-16 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie kaufen eine schöne Villa in Saint-Raphaël, mit Pool und Meerblick. Einige Monate nach Ihrem Einzug teilt Ihnen Ihr Nachbar mit, dass von Ihrem Grundstück Wasser eindringt und seine Mauer beschädigt. Sie sind überrascht: Diese Störungen bestanden bereits vor Ihrem Kauf. Dennoch verklagt er Sie vor Gericht. Sind Sie für Probleme verantwortlich, die Sie nicht verursacht haben?

Diese Frage stellen sich jedes Jahr Hunderte von Eigentümern und Erwerbern im Var, in Hyères wie in Toulon. Das Nachbarschaftsrecht ist eine häufige Quelle von Streitigkeiten, die oft missverstanden wird. Die Entscheidung des Kassationshofs vom 16. März 2022 (Nr. 18-23.954) gibt eine klare Antwort: Es spielt keine Rolle, ob die Störung vor dem Verkauf begonnen hat, der neue Eigentümer haftet von Rechts wegen. Erläuterungen.

In diesem Artikel werden wir diese Entscheidung analysieren, ihre Begründung verstehen und vor allem sehen, was sie konkret für Sie ändert. Ob Sie Eigentümer, Mieter oder Immobilienprofi sind, diese Regeln betreffen Sie.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Am 26. Januar 2007 wird ein Haus in Hyères von Herrn A an Herrn B verkauft. Das Grundstück grenzt an ein weiteres Haus von Herrn C. Sehr bald beschwert sich Herr C über Wassereinbrüche, die seine gemeinsame Mauer beschädigen. Er verklagt Herrn B (den Erwerber) wegen ungewöhnlicher Nachbarschaftsstörung.

Herr B verteidigt sich mit den Worten: „Ich habe diese Wassereinbrüche nicht verursacht, sie bestanden bereits vor meinem Kauf. Ich bin nicht verantwortlich für das, was der Verkäufer getan hat.“ Das Berufungsgericht gibt ihm zunächst recht, aber der Kassationshof hebt dieses Urteil auf. Die obersten Richter entscheiden, dass die Haftung von Herrn B bestehen bleibt, auch wenn die Störung vor dem Verkauf begonnen hat. Warum? Weil die Klage wegen ungewöhnlicher Nachbarschaftsstörung eine außervertragliche Haftungsklage ist (d.h. sie beruht nicht auf einem Vertrag) und der derzeitige Eigentümer von Rechts wegen für die von seinem Gebäude verursachten Störungen haftet, unabhängig von einem Verschulden.

Kurz gesagt: Sobald die Störung nach dem Verkauf fortbesteht, wird der Erwerber haftbar, selbst wenn er nicht der Verursacher ist. Der Fall wird an ein anderes Berufungsgericht zurückverwiesen.

Die Begründung des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf den Grundsatz, dass die ungewöhnliche Nachbarschaftsstörung die Haftung des Eigentümers des Gebäudes, von dem die Störung ausgeht, begründet, ohne dass ein Verschulden nachgewiesen werden muss. Dieser von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz ist heute fest etabliert. Er beruht auf Artikel 1240 des Code civil (früher 1382), der besagt, dass „jede Handlung eines Menschen, die einem anderen einen Schaden zufügt, denjenigen, der durch sein Verschulden den Schaden verursacht hat, zur Wiedergutmachung verpflichtet“. Aber Achtung: Hier ist kein Verschulden erforderlich. Allein das Vorliegen einer ungewöhnlichen Störung reicht aus.

Was ändert sich genau? Der Gerichtshof stellt klar, dass diese Klage „außervertraglich“ ist, was bedeutet, dass sie nicht aus einem Vertrag (wie einem Kauf oder Mietvertrag) resultiert, sondern aus dem Gesetz. Somit haftet der derzeitige Eigentümer für die von seinem Gebäude verursachten Störungen, auch wenn diese vor seinem Erwerb bestanden. Es spielt keine Rolle, dass er nichts getan hat, es spielt keine Rolle, dass er den Zustand so gekauft hat. Mit anderen Worten: Der Erwerber kann sich nicht hinter dem Verkäufer verstecken, um seiner Haftung zu entgehen.

Was nur wenige wissen: Diese Entscheidung bestätigt die frühere Rechtsprechung (Cass. 3e civ., 24. März 2016, Nr. 14-27.762). Aber sie hat den Vorteil, klarzustellen, dass die Haftung „von Rechts wegen“ besteht, d.h. automatisch, sobald die Störung ungewöhnlich ist und zum Zeitpunkt des Eigentums des neuen Erwerbers fortbesteht.

Was das für Sie konkret ändert

Für den vermietenden Eigentümer: Wenn Sie eine Immobilie in Hyères vermieten, haften Sie für ungewöhnliche Störungen, die von Ihrem Gebäude ausgehen, selbst wenn der Mieter die Ursache der Störungen ist. Wenn Ihr Mieter beispielsweise einen Wasserhahn laufen lässt, der den Nachbarn überflutet, werden Sie verklagt. Sie können dann gegen Ihren Mieter vorgehen, aber das ist ein separates Verfahren.

Für den Erwerber: Sie haben gerade eine Immobilie in Saint-Raphaël gekauft und es gab bereits vor Ihrem Kauf Wassereinbrüche? Sie haften. Lassen Sie vor der Unterzeichnung unbedingt eine technische Diagnose durchführen (Leckortung, Zustand der Rohrleitungen usw.) und verlangen Sie, dass der Verkäufer die Reparaturen übernimmt, oder handeln Sie einen Preisnachlass aus. Wenn die Störung zu erheblich ist, könnten Sie sogar vom Kauf zurücktreten.

Für den Mieter: Sie haften nicht für ungewöhnliche Nachbarschaftsstörungen, es sei denn, Sie haben sie selbst verursacht. Sie müssen jedoch Ihren Eigentümer informieren, sobald Sie eine Störung feststellen.

Für den geschädigten Nachbarn: Sie können direkt gegen den derzeitigen Eigentümer vorgehen, ohne dessen Verschulden nachweisen zu müssen. Wenn zum Beispiel die Mauer Ihres Nachbarn in Hyères Wasser austreten lässt, das Ihre Terrasse beschädigt, müssen Sie nur die Ungewöhnlichkeit der Störung (übermäßige Belästigung, Schaden) und den Zusammenhang mit der Immobilie nachweisen.

Questions fréquentes

Puis-je être poursuivi pour un trouble de voisinage que je n'ai pas causé ?

Oui, si vous êtes le propriétaire actuel de l'immeuble d'où provient le trouble, la responsabilité est de plein droit, sans faute. Même si les désordres existaient avant votre achat.

Que faire si mon voisin m'assigne pour un trouble préexistant à mon acquisition ?

Ne vous contentez pas de dire que ce n'est pas vous. Cherchez une solution amiable ou préparez votre défense. Vous pouvez appeler en garantie le vendeur si la garantie des vices cachés est applicable. Consultez un avocat rapidement.

Quels sont les délais pour agir en justice pour un trouble anormal du voisinage ?

Vous avez 5 ans à compter de la première manifestation du trouble pour engager une action. Passé ce délai, l'action est prescrite.

Combien coûte une procédure pour trouble anormal du voisinage ?

Une première consultation coûte entre 45 et 150 €. Une procédure complète peut coûter de 2 000 à 10 000 € selon la complexité. Les dommages-intérêts peuvent être de plusieurs milliers d'euros.

Le locataire est-il responsable des troubles de voisinage ?

Non, c'est le propriétaire qui est responsable des troubles anormaux causés par son immeuble. Le locataire n'est responsable que s'il a lui-même causé le trouble. Dans tous les cas, le locataire doit informer le propriétaire.

Informations juridiques

  • Numéro: 18-23.954
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 16 mars 2022

Mots-clés

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Cas d'usage pratiques

1

Acquéreur d'une villa à Saint-Raphaël : infiltrations antérieures

M. Durand achète une villa à Saint-Raphaël en 2021. En 2023, son voisin se plaint d'infiltrations provenant de sa piscine, qui existaient déjà avant la vente. Le voisin l'assigne en justice.

Application pratique:

Cette jurisprudence s'applique directement : M. Durand est responsable, même s'il n'a pas causé les infiltrations. Il doit engager des travaux de mise en conformité (coût : 5 000 à 15 000 €) et peut se retourner contre le vendeur si une clause de garantie des vices cachés existe. Il aurait dû faire un diagnostic avant l'achat.

2

Locataire à Hyères : nuisances sonores causées par un autre locataire

Mme Martin loue un appartement à Hyères. Le voisin du dessus fait du bruit la nuit. Elle se plaint au propriétaire, qui ne fait rien. Elle subit un préjudice de jouissance.

Application pratique:

Le propriétaire est responsable du trouble anormal de voisinage causé par son immeuble (bruit excessif). Mme Martin peut l'assigner en justice pour obtenir des dommages-intérêts (environ 1 500 à 5 000 € selon la durée) et l'obliger à faire cesser le trouble. Elle doit d'abord mettre en demeure le propriétaire par lettre recommandée.

3

Copropriétaire à Toulon : défaut d'entretien des parties communes

M. Petit est copropriétaire dans une résidence à Toulon. Les canalisations des parties communes fuient et inondent son garage. Le syndic ne fait rien.

Application pratique:

Le syndicat des copropriétaires est responsable du trouble anormal de voisinage causé par les parties communes. M. Petit peut agir contre le syndicat pour obtenir réparation (frais de remise en état, préjudice de jouissance). Il doit mettre en demeure le syndic, puis saisir le tribunal. La jurisprudence confirme que la responsabilité est de plein droit, sans faute.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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