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Anormale Nachbarschaftsstörungen: Der Bauherr kann Regress bei den Bauunternehmern nehmen
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Anormale Nachbarschaftsstörungen: Der Bauherr kann Regress bei den Bauunternehmern nehmen

📅 Décision du 18 September 2002⚖️ Cour de cassation👁️ 14 vues📖 5 min de lecture

Ein Bauherr, der wegen anormaler Nachbarschaftsstörungen verurteilt wurde, kann von den Bauunternehmern Erstattung verlangen. Der Kassationshof stellt klar, dass die Grundlage dieselbe ist: der Grundsatz der Haftung für anormale Nachbarschaftsstörungen.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 99-20.297 • 2002-09-18 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie haben gerade eine schöne Villa in Mougins bauen lassen, mit Pool und freiem Blick. Einige Monate nach dem Einzug verklagt Sie Ihr Nachbar wegen Beeinträchtigungen: anhaltende Baulärm, Schattenwurf, Wasserablauf auf sein Grundstück. Das Gericht verurteilt Sie zur Zahlung von 15.000 € Schadensersatz. Sie sind der Bauherr, also der Eigentümer, der bauen ließ. Aber Sie haben weder den Pool ausgehoben noch den Beton selbst gegossen. Wer soll zahlen? Die von Ihnen beauftragten Unternehmer? Die Frage, die sich jeder Eigentümer stellt, ist einfach: „Kann ich Regress bei den Bauunternehmern nehmen, damit sie mir das erstatten, was ich an meinen Nachbarn zahlen musste?“ Die Antwort, lange unsicher, wurde vom Kassationshof in einem Urteil vom 18. September 2002 klargestellt. Das oberste Gericht hat entschieden, dass der Bauherr, der auf der Grundlage der anormalen Nachbarschaftsstörung verurteilt wurde, eine Rückgriffsklage (d.h. ein Erstattungsanspruch) gegen die Bauunternehmer auf derselben Grundlage hat. Klar gesagt: Wenn Sie verurteilt werden, einen Nachbarn zu entschädigen, weil die Bauarbeiten übermäßige Beeinträchtigungen verursacht haben, können Sie von den Unternehmen, die die Arbeiten ausgeführt haben, Erstattung verlangen. Aber Achtung: Diese Klage ist nicht automatisch, und Sie müssen beweisen, dass die Bauunternehmer tatsächlich die Ursache der Störungen sind. Analyse dieser Entscheidung, die die Lage für Bauherren verändert.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Der Fall beginnt mit einem Bauprojekt. Eine landwirtschaftliche Grundstücksgemeinschaft (eine Art Gesellschaft, die Grundstücke besitzt) beschließt, Gebäude zu errichten. Die Arbeiten werden mehreren Beteiligten übertragen: einem Architekten, einem Generalunternehmer, verschiedenen Gewerken. Doch die Beeinträchtigungen bleiben beim Nachbarn nicht aus. Dieser erleidet anormale Nachbarschaftsstörungen: übermäßiger Baulärm, Vibrationen, Staub, möglicherweise sogar Grenzüberschreitungen oder Veränderungen des Wasserabflusses. Der Nachbar verklagt den Bauherrn (die Grundstücksgemeinschaft) vor Gericht. Das Gericht und später das Berufungsgericht verurteilen die Gemeinschaft zur Zahlung von Schadensersatz an den Nachbarn auf der Grundlage der anormalen Nachbarschaftsstörung. Bisher nichts Überraschendes: Der Eigentümer, der bauen lässt, haftet für die Beeinträchtigungen seiner Nachbarn, auch wenn er nicht persönlich an den Arbeiten beteiligt war. Dies ist der bekannte Grundsatz: „Niemand darf einem anderen eine anormale Nachbarschaftsstörung verursachen.“

Aber die Grundstücksgemeinschaft will nicht allein zahlen. Sie nimmt Regress bei den Bauunternehmern (Architekt, Generalunternehmer), um deren Beitrag zu erhalten. Sie beruft sich auf dieselbe Grundlage: die anormale Nachbarschaftsstörung. Mit anderen Worten, sie sagt den Richtern: „Die Bauunternehmer haben die Störungen verursacht, also müssen sie mir erstatten, was ich an den Nachbarn zahlen musste.“ Das Berufungsgericht weist diese Klage ab. Warum? Weil nach seiner Auffassung die Rückgriffsklage nicht auf die anormale Nachbarschaftsstörung gestützt werden kann. Es meint, dieser Grundsatz gelte nur zwischen Nachbarn, nicht zwischen einem Bauherrn und seinen Bauunternehmern. Die Gemeinschaft legt Revision ein. Der Kassationshof hebt das Berufungsurteil auf und gibt der Gemeinschaft recht. Er stellt fest, dass der Bauherr, der zur Entschädigung eines Nachbarn wegen anormaler Nachbarschaftsstörungen aus der Bauausführung verurteilt wurde, auf derselben Grundlage eine Rückgriffsklage gegen die verschiedenen Bauunternehmer hat. Mit anderen Worten, der Grundsatz „Niemand darf einem anderen eine anormale Nachbarschaftsstörung verursachen“ kann nicht nur vom Nachbarn gegen den Bauherrn, sondern auch vom Bauherrn gegen die Bauunternehmer geltend gemacht werden, die die Störung tatsächlich verursacht haben.

Die Begründung des Gerichts – entschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf einen grundlegenden Grundsatz: „Niemand darf einem anderen eine anormale Nachbarschaftsstörung verursachen.“ Dieser Grundsatz ist nicht in einem bestimmten Gesetzesartikel niedergeschrieben; er wurde von der Rechtsprechung (der Gesamtheit der Gerichtsentscheidungen) auf der Grundlage von Artikel 1240 des Code civil entwickelt (der bestimmt, dass „jede Handlung eines Menschen, die einem anderen einen Schaden zufügt, denjenigen, durch dessen Verschulden sie eingetreten ist, zur Wiedergutmachung verpflichtet“). Im Bereich der Nachbarschaftsstörungen ist die Haftung „verschuldensunabhängig“: Es genügt, dass die Störung anormal (übermäßig im Vergleich zu den gewöhnlichen Unannehmlichkeiten der Nachbarschaft) ist, damit der Nachbar Schadensersatz verlangen kann, ohne ein Verschulden des Eigentümers nachweisen zu müssen. Dieser Grundsatz gilt für alle Nachbarn, ob Privatpersonen, Bauträger oder Bauherren.

In diesem Fall hatte das Berufungsgericht angenommen, dass die Rückgriffsklage des Bauherrn gegen die Bauunternehmer nicht auf denselben Grundsatz gestützt werden könne. Es meinte, die anormale Nachbarschaftsstörung gelte nur zwischen benachbarten Eigentümern, nicht in den vertraglichen Beziehungen zwischen einem Bauherrn und seinen Unternehmern. Der Kassationshof verwirft diese Argumentation. Er erinnert daran, dass der Bauherr gegenüber dem Nachbarn auf der Grundlage der anormalen Nachbarschaftsstörung verurteilt wurde. Diese Störung wurde jedoch von den Bauunternehmern verursacht.

Informations juridiques

  • Numéro: 99-20.297
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 18 septembre 2002

Mots-clés

trouble anormal de voisinagemaître d'ouvrageaction récursoireconstructeursresponsabilitéMouginsMandelieudroit immobilier

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire d'une villa à Nice poursuivi par son voisin

Vous avez fait construire une villa avec piscine à Nice. Après les travaux, votre voisin vous attaque pour nuisances sonores et ombre portée. Le tribunal vous condamne à 15 000 € de dommages-intérêts.

Application pratique:

Vous pouvez vous retourner contre les constructeurs (architecte, entrepreneur) pour qu'ils vous remboursent, grâce à l'arrêt de 2002. Il faut prouver que les troubles sont imputables à leurs travaux (bruits, ombre). Conservez tous les contrats et rapports d'expertise. Assignez les constructeurs en justice sur le fondement du trouble anormal de voisinage.

2

Copropriétaire à Paris victime de nuisances de chantier voisin

Vous êtes copropriétaire d'un appartement à Paris. Le propriétaire du dessus fait des travaux de rénovation lourde (6 mois) : bruits, poussières, vibrations. Vous obtenez 8 000 € de dommages-intérêts contre lui.

Application pratique:

Le propriétaire condamné peut se retourner contre les artisans (plombier, électricien) à l'origine des nuisances. Il doit démontrer que les troubles anormaux proviennent de leurs interventions. Collectez les plaintes des voisins et les constats d'huissier. Envoyez une mise en demeure aux artisans avant d'engager une action récursoire.

3

Promoteur immobilier à Lyon condamné pour nuisances de chantier

Vous êtes promoteur immobilier à Lyon. Vous faites construire un immeuble de 20 logements. Les riverains vous attaquent pour nuisances (bruits, vibrations, poussières) pendant 18 mois. Le tribunal vous condamne à 50 000 €.

Application pratique:

En tant que maître d'ouvrage, vous pouvez réclamer le remboursement aux entreprises de construction (gros œuvre, terrassement) sur le fondement du trouble anormal de voisinage. Il est crucial d'identifier précisément les fauteurs de trouble via des expertises. Faites appel à un avocat spécialisé pour intenter l'action récursoire dans le délai de prescription (5 ans).

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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