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Störung der Nachbarschaft: Der Bauherr kann gegen den Unternehmer vorgehen (Cass. 1999)
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Störung der Nachbarschaft: Der Bauherr kann gegen den Unternehmer vorgehen (Cass. 1999)

📅 Décision du 21 Juli 1999⚖️ Cour de cassation👁️ 6 vues📖 4 min de lecture

Im Jahr 1999 entschied der Kassationsgerichtshof, dass ein Bauherr, der von Nachbarn wegen ungewöhnlicher Nachbarschaftsstörungen verklagt wird, gegen den Generalunternehmer Rückgriff nehmen kann, ohne dessen Verschulden nachweisen zu müssen, sofern die Nachbarn in seine Rechte eintreten. Eine Entscheidung, die die Verantwortungskette auf Baustellen klärt.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 96-22.735 • 1999-07-21 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer einer Wohnung in Versailles, Rue de la Paroisse. Eines Morgens entdecken Sie, dass Bauarbeiten bei Ihrem Nachbarn, dem Institut Curie, Ihre gemeinsame Mauer gerissen haben. Die Baumaschinen haben wochenlang vibriert, und Ihre Ruhe ist dahin. Sie verklagen den Bauherrn – das Institut – auf Schadensersatz wegen ungewöhnlicher Nachbarschaftsstörungen. Das Institut wiederum nimmt seinen Generalunternehmer Solétanche in Regress, damit dieser seinen Teil der Verantwortung übernimmt. Doch das Berufungsgericht Paris weist die Klage des Instituts ab, da es ein Verschulden des Unternehmers nachweisen müsse. Der Kassationsgerichtshof hebt diese Argumentation auf: Der Bauherr, der in die Rechte der Nachbarn eintritt, kann gegen den Unternehmer vorgehen, ohne ein Verschulden nachweisen zu müssen.

Diese Entscheidung vom 21. Juli 1999 (Nr. 96-22.735) ist ein Meilenstein für alle Immobilienakteure. Sie beantwortet eine praktische Frage: Wer zahlt letztlich, wenn Baulärm die Nachbarschaft stört? Kann der Bauherr, auch wenn er nicht direkt schuld ist, gegen denjenigen vorgehen, der die Arbeiten ausgeführt hat? Die Antwort lautet ja, vorausgesetzt, der Mechanismus der Rechtsnachfolge wird richtig verstanden.

In diesem Artikel erläutere ich diese Entscheidung für Sie, Eigentümer, Mieter, Bauträger oder Verwalter. Ich erkläre, wie sie konkret anzuwenden ist, mit Beispielen aus meiner Praxis in Südfrankreich und der Pariser Region. Und ich gebe Ihnen vier Tipps, um solche Streitigkeiten zu vermeiden.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Zurück ins Jahr 1990. Der Verein Institut Curie, ein berühmtes Krebsforschungszentrum, beschließt, seine Räumlichkeiten in Paris zu erweitern. Er beauftragt die Firma Solétanche, ein Generalbauunternehmen, mit den Erdarbeiten. Die Baustelle im Herzen des 5. Arrondissements verursacht Vibrationen, Lärm und Staub. Die Wohnungseigentümer der Nachbargebäude in der Rue d'Ulm und Rue Lhomond erleiden ungewöhnliche Nachbarschaftsstörungen: Risse in den Wänden, Lärmbelästigung, Nutzungsbeeinträchtigungen.

Die Wohnungseigentümergemeinschaft verklagt daraufhin das Institut Curie vor dem Tribunal de grande instance Paris auf der Grundlage der ungewöhnlichen Nachbarschaftsstörung (dem Grundsatz, dass niemand einem anderen eine Störung verursachen darf, die über die normalen Unannehmlichkeiten der Nachbarschaft hinausgeht). Das Institut, das die Schäden auf die Arbeiten von Solétanche zurückführt, nimmt diese in Regress.

In erster Instanz verurteilt das Gericht das Institut zur Entschädigung der Nachbarn und gibt seiner Klage gegen Solétanche statt. Das Berufungsgericht Paris hebt dieses Urteil jedoch mit Entscheidung vom 9. Oktober 1996 teilweise auf: Es verurteilt das Institut zwar gegenüber den Nachbarn, weist aber die Regressklage gegen Solétanche ab. Warum? Weil das Institut nach Ansicht des Gerichts auf der Grundlage der vertraglichen Haftung (Artikel 1792 des Code civil, der die Haftung der Bauunternehmer regelt) und nicht auf der Grundlage der ungewöhnlichen Nachbarschaftsstörung klagt. Um die vertragliche Haftung von Solétanche zu begründen, müsse das Institut ein Verschulden nachweisen, was es nicht tue.

Das Institut legt Kassation ein. Der Kassationsgerichtshof hebt mit seinem Urteil vom 21. Juli 1999 das Berufungsurteil auf. Er wirft den Pariser Richtern vor, nicht die rechtlichen Konsequenzen aus ihren eigenen Feststellungen gezogen zu haben: Sie hatten festgestellt, dass das Institut in die Rechte und Klagen der Nachbarn eingetreten sei. Wenn die Nachbarn aber einen Schadensersatzanspruch gegen das Institut aus ungewöhnlicher Nachbarschaftsstörung hätten, trete das Institut nach seiner Verurteilung in dieses Recht ein, um gegen Solétanche vorzugehen. Mit anderen Worten: Das Institut kann gegen den Unternehmer dieselbe Klage erheben, die die Nachbarn gegen ihn hätten erheben können, ohne ein Verschulden nachweisen zu müssen.

Die Begründung des Gerichts – entschlüsselt

Der Kern der Entscheidung liegt in einem Satz: „In Anwendung des Grundsatzes, dass niemand einem anderen eine ungewöhnliche Nachbarschaftsstörung verursachen darf“. Dieser von der Rechtsprechung entwickelte Grundsatz ist nicht in einem Gesetzestext verankert, wird aber von den Gerichten ständig angewandt. Er verpflichtet jeden, die normalen Unannehmlichkeiten der Nachbarschaft nicht zu überschreiten. Im Falle einer Störung kann das Opfer Schadensersatz verlangen, ohne ein Verschulden nachweisen zu müssen: Es genügt, dass die Störung ungewöhnlich ist.

Im vorliegenden Fall erlitten die Nachbarn aufgrund der Arbeiten von Solétanche ungewöhnliche Störungen. Sie verklagten das Institut Curie als Bauherrn, das verurteilt wurde. Das Institut nahm dann Regress bei Solétanche. Die Frage war: Auf welcher rechtlichen Grundlage beruht dieser Regress? Das Berufungsgericht ging von der vertraglichen Haftung aus, die ein Verschulden voraussetzt. Der Kassationsgerichtshof stellt jedoch die Logik wieder her: Der Bauherr, der die Nachbarn entschädigt hat, tritt in deren Rechte ein. Er kann daher gegen den eigentlichen Verursacher der Störung, den Unternehmer, auf derselben Grundlage vorgehen, auf der die Nachbarn gegen ihn vorgegangen sind, d.h. ohne Verschulden.

Questions fréquentes

Puis-je me retourner contre l'entrepreneur sans prouver sa faute ?

Oui, si vous êtes condamné à indemniser des voisins pour troubles anormaux de voisinage, vous êtes subrogé dans leurs droits et pouvez agir contre l'entrepreneur sur le même fondement, sans faute.

Quels délais pour agir en trouble anormal de voisinage ?

L'action des voisins se prescrit par 5 ans à compter du trouble. Votre recours contre l'entrepreneur est soumis au même délai, qui court à partir de votre condamnation.

Que faire si l'entrepreneur est insolvable ?

Vérifiez son assurance RC. Si elle est insuffisante, vous pouvez vous retourner contre le maître d'ouvrage précédent ou le sous-traitant, selon les circonstances.

Cette décision s'applique-t-elle aux particuliers qui font construire leur maison ?

Oui, le particulier maître d'ouvrage est dans la même situation que l'Institut Curie. Il peut se retourner contre le constructeur de sa maison pour des troubles de voisinage.

Dois-je obligatoirement passer par un avocat pour un recours en trouble de voisinage ?

Pour une action en justice, oui. Mais une consultation préalable peut vous aider à évaluer vos chances et à préparer les preuves nécessaires.

Informations juridiques

  • Numéro: 96-22.735
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 21 juillet 1999

Mots-clés

trouble anormal de voisinageaction récursoiremaître d'ouvrageentrepreneur généralsubrogationresponsabilité civile

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Application pratique:

Vous pouvez appeler en garantie l'entreprise de construction. Grâce à cette jurisprudence, vous n'avez pas à prouver sa faute : vous êtes subrogé dans les droits de votre locataire. Vous récupérez les 15 000 € auprès de l'entreprise, à condition que les troubles soient bien imputables à ses travaux.

2

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Vous êtes promoteur et confiez la construction d'un immeuble à un entrepreneur. Les voisins se plaignent de bruits excessifs et vous assignent. La cour vous condamne à 50 000 €.

Application pratique:

Vous pouvez appeler en garantie l'entrepreneur général. L'arrêt de 1999 vous permet d'agir sans prouver la faute de l'entrepreneur, car vous êtes subrogé dans les droits des voisins. Vous devez toutevez démontrer que les bruits sont liés aux travaux de l'entrepreneur.

3

Copropriétaire à Paris : troubles causés par des travaux dans les parties communes

Votre syndicat fait réaliser des travaux de ravalement. Les voisins de l'immeuble d'à côté subissent des chutes de gravats et assignent le syndicat. Le syndicat est condamné à 8 000 €.

Application pratique:

Le syndicat peut se retourner contre l'entreprise de ravalement. Il n'a pas à prouver sa faute, car les voisins auraient pu agir directement contre l'entreprise. Le syndicat, subrogé, exerce la même action. Il récupère les 8 000 € auprès de l'entreprise.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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