Kündigung durch einen Mieter: Was gilt, wenn der Vermieter selbst Mieter ist?
Droit-immobilier

Kündigung durch einen Mieter: Was gilt, wenn der Vermieter selbst Mieter ist?

📅 Décision du 19 Februar 1962⚖️ Cour de cassation👁️ 6 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof stellt klar, dass die Wirksamkeit einer Kündigung durch einen Mieter zum Zeitpunkt ihrer Zustellung beurteilt wird, unabhängig von der Situation des Vermieters. Ein Urteil von 1962, das die Mietverhältnisse sichert, indem es einen klaren Grundsatz festlegt: Die Kündigung ist gültig, wenn der Mieter zu diesem Zeitpunkt gutgläubig ist.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 61-20.046 • 1962-02-19 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich die Szene vor: Sie mieten eine Wohnung in Trélazé, nahe Angers. Sie erhalten eine Kündigung von Ihrem Mieter, der Ihnen mitteilt, dass er die Räumlichkeiten verlässt. Sie freuen sich, in der Hoffnung, schnell wieder vermieten zu können. Doch dann zieht Ihr Mieter seine Kündigung zurück mit der Begründung, dass Sie selbst nur Mieter seien und Ihr Mietvertrag gekündigt wurde. Wäre die Kündigung, die er Ihnen gegeben hat, nichtig? Diese sehr reale Frage wurde 1962 vom Kassationshof entschieden. Und die Antwort ist vielleicht weniger offensichtlich, als es scheint.

Eigentümer wie Mieter brauchen Rechtssicherheit. Wann ist eine Kündigung endgültig? Kann sie im Nachhinein angefochten werden? Das Urteil vom 19. Februar 1962 (Nr. 61-20.046) gibt eine klare Antwort: Die Wirksamkeit der Kündigung wird zum Zeitpunkt ihrer Zustellung beurteilt, ohne Berücksichtigung späterer Ereignisse. Ein Grundsatz des gesunden Menschenverstandes, der viele Streitigkeiten vermeidet. Und doch musste der Kassationshof dies nachdrücklich in Erinnerung rufen.

Dieses Urteil, das von der Kammer für Soziales (damals zuständig für Wohnraummietverhältnisse) gefällt wurde, betrifft Mieter aus Marseille, die ihrem Untermieter gekündigt hatten. Aber die Argumentation gilt für alle Mietverhältnisse. Tauchen wir ein in diese Geschichte, die Chronologie und guten Glauben miteinander verbindet.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Im Jahr 1959 in Marseille erhalten ein Ehepaar – nennen wir sie Herr und Frau Durand – am 18. März eine Kündigung von ihrem eigenen Vermieter zum 29. September. Aus Sorge, ihre Wohnung zu verlieren, beschließen sie, ihrerseits ihrem Untermieter, Herrn Martin, durch Gerichtsvollzieherurkunde vom 25. März 1959 zu kündigen. Ihr Ziel: die Räumlichkeiten für sich selbst zurückzuerhalten.

Aber die Sache wird kompliziert. Der Vermieter der Durands hatte eine Räumungsverfügung erwirkt, aber diese Verfügung wurde nach dem 25. März erlassen. Der Untermieter, Herr Martin, ficht die Wirksamkeit der ihm zugestellten Kündigung an. Sein Argument: Da die Durands selbst von einer Räumung bedroht seien, sei ihre Kündigung betrügerisch oder wirkungslos. Er behauptet, dass das die Kündigung bestätigende Urteil erst am Tag der Gerichtsentscheidung wirksam werden könne, nicht am Tag der Kündigung.

Das Berufungsgericht gibt Herrn Martin recht. Die Durands legen Kassation ein. Der Fall gelangt bis zum höchsten Gerichtshof. Die Debatte dreht sich um eine Datumsfrage: Zu welchem Zeitpunkt beurteilt man die Wirksamkeit der Kündigung? Am Tag ihrer Zustellung oder am Tag, an dem der Richter entscheidet? Die Antwort wird das Schicksal von Hunderten von Untermietverhältnissen in Trélazé, Cholet und anderswo bestimmen.

Die Argumentation des Gerichts – entschlüsselt

Der Kassationshof hebt das Berufungsurteil auf. Seine Argumentation umfasst nur wenige Zeilen, beruht aber auf einem Pfeiler des Vertragsrechts: Die Gutgläubigkeit wird zum Zeitpunkt der Handlung beurteilt. Artikel 1728 des Code civil (der die Pflichten des Mieters definiert) verpflichtet den Mieter, die Mietsache wie ein ordentlicher Familienvater zu nutzen. Aber vor allem Artikel 1134 (alt) verpflichtet zur vertragsgemäßen Erfüllung nach Treu und Glauben. Der Kassationshof sagt: Die Kündigung der Durands an ihren Untermieter ist gültig, wenn sie zum Zeitpunkt des 25. März 1959 ordnungsgemäß war. Es spielt keine Rolle, dass ihr eigener Vermieter nach diesem Datum eine Räumung erwirkt hat.

Warum? Weil die Wirksamkeit eines Rechtsakts zum Zeitpunkt seiner Vornahme beurteilt wird. Wenn der Hauptmieter zum Zeitpunkt der Kündigung gutgläubig ist – das heißt, er hat ein berechtigtes Interesse an der Rückerlangung der Räumlichkeiten – ist die Kündigung gültig. Spätere Ereignisse können sie nicht rückwirkend in Frage stellen. Das Berufungsgericht hatte einen Fehler gemacht, indem es auf den Zeitpunkt des Urteils abstellte. Es hätte prüfen müssen, ob die Durands am 25. März gutgläubig waren.

Diese Entscheidung ist keine Kehrtwende. Sie bestätigt eine frühere, ältere Rechtsprechung: Der Zeitpunkt der Kündigung ist der maßgebliche Zeitpunkt. Aber sie präzisiert dies, indem sie auf die fehlende Auswirkung späterer Räumungen besteht. Der Kassationshof erinnert damit daran, dass das Mietrecht die Rechtssicherheit bevorzugt: Einmal ausgesprochen, kann die Kündigung nicht durch neue Tatsachen, die den Vermieter betreffen, in Frage gestellt werden.

Was das für Sie konkret ändert

Wenn Sie Mieter einer Wohnung in Cholet sind und Ihrem Untermieter kündigen, schützt Sie dieses Urteil. Sie müssen nicht befürchten, dass Ihr eigener Vermieter Sie später ausweist: Die Kündigung bleibt gültig. Aber Vorsicht: Sie müssen zum Zeitpunkt der Kündigung gutgläubig sein. Wenn Sie bereits wussten, dass Sie ausgewiesen werden, könnte die Kündigung betrügerisch sein.

Für Eigentümer, die vermieten, ist die Lehre umgekehrt. Wenn Ihr Mieter Ihnen kündigt, können Sie diese Kündigung nicht mit der Begründung anfechten, dass Sie selbst in einem Räumungsverfahren stecken. Die Kündigung ist eine einseitige Entscheidung des Mieters, deren Wirksamkeit zu ihrem Zeitpunkt beurteilt wird. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Mieter auch dann kündigen kann, wenn sein eigener Mietvertrag unsicher ist. Beispiel: Ein Untermieter in Trélazé zahlt 600 € Miete. Der Hauptmieter, der 800 € an seinen Vermieter zahlt, kündigt dem Untermieter. Wenn der Hauptvermieter drei Monate später eine Räumung erwirkt, kann der Untermieter seinen Auszug nicht rückgängig machen.

Wenn Sie in dieser Situation sind, müssen Sie das Datum der Kündigung und die Gutgläubigkeit des Mieters prüfen. Eine Kündigung durch einen von Räumung bedrohten Mieter, der diese Bedrohung jedoch nicht kannte, ist gültig. Wenn er dagegen Kenntnis von der bevorstehenden Räumung hatte, könnte die Kündigung wegen Betrugs für nichtig erklärt werden. Die Fristen: Die Kündigung muss eine Kündigungsfrist einhalten (3 Monate für eine leere Wohnung, 1 Monat für möblierte). Die Beträge, um die es geht, sind oft

Questions fréquentes

Puis-je donner congé à mon sous-locataire si mon propre bail est résilié ?

Oui, si vous êtes de bonne foi au moment du congé. La Cour de cassation (arrêt du 19 février 1962) juge que la validité du congé s'apprécie à la date de sa délivrance, indépendamment des événements postérieurs. Ainsi, même si votre bailleur obtient une expulsion après le congé, celui-ci reste valable.

Que faire si mon locataire donne congé alors que je suis en procédure d'expulsion ?

Vous ne pouvez pas contester le congé sur ce seul motif. Le congé est un acte unilatéral du locataire, dont la validité s'apprécie à sa date. Toutefois, si vous prouvez que le locataire avait connaissance de votre expulsion imminente et a agi frauduleusement, vous pouvez demander l'annulation du congé.

Quel est le délai pour contester un congé ?

Le congé doit être contesté avant la date d'effet (fin du préavis). Passé ce délai, le départ du locataire est acquis et vous ne pouvez plus revenir en arrière. Il est conseillé d'agir rapidement, dès réception du congé.

Le congé doit-il être motivé ?

Oui, depuis la loi ALUR du 24 mars 2014, le congé donné par le bailleur doit être motivé (reprise personnelle, vente, motif légitime et sérieux). Pour le congé donné par le locataire, aucune motivation n'est exigée, mais il est prudent d'indiquer un motif pour éviter toute contestation.

Puis-je me rétracter après avoir donné congé ?

Non, le congé est irrévocable une fois délivré. Vous ne pouvez vous rétracter qu'avec l'accord exprès du bailleur. Il est donc essentiel de bien réfléchir avant de donner congé.

Informations juridiques

  • Numéro: 61-20.046
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 19 février 1962

Mots-clés

congébaillocatairesous-locationbonne foi

Cas d'usage pratiques

1

Locataire principal à Trélazé donnant congé à son sous-locataire

M. Dupont, locataire d'un appartement à Trélazé, reçoit un congé de son propre bailleur le 1er mars. Il donne congé le 15 mars à sa sous-locataire, Mme Martin, qui paie 550 €/mois. Le 20 avril, le bailleur de M. Dupont obtient une ordonnance d'expulsion. Mme Martin conteste le congé.

Application pratique:

La jurisprudence de 1962 s'applique : le congé donné le 15 mars est valable, car la bonne foi de M. Dupont s'apprécie à cette date. Il ignorait alors l'expulsion à venir. Mme Martin doit quitter les lieux au terme du préavis. M. Dupont doit conserver la preuve qu'il n'avait pas connaissance de l'expulsion au 15 mars.

2

Propriétaire à Cholet contestant le congé de son locataire

Mme Leroy, propriétaire d'une maison à Cholet, est en procédure d'expulsion contre son propre locataire, M. Petit, pour impayés. M. Petit donne congé le 10 juin pour le 30 septembre. Mme Leroy estime que ce congé est frauduleux car il vise à éviter l'expulsion.

Application pratique:

Le congé de M. Petit est valable en principe, sauf si Mme Leroy prouve que M. Petit avait connaissance de l'expulsion imminente et a agi de mauvaise foi. Elle doit rassembler les preuves (dates des notifications, échanges) pour démontrer la fraude. Sinon, le congé est définitif et elle devra trouver un nouveau locataire.

3

Acquéreur d'un immeuble à Angers confronté à un congé antérieur

M. Moreau achète un immeuble à Angers en juillet. L'ancien propriétaire avait reçu un congé de la locataire, Mme Durand, en mars. M. Moreau veut annuler ce congé car il souhaite conserver la locataire.

Application pratique:

Le congé donné en mars est valable et opposable à M. Moreau, car il a été délivré avant la vente. L'acquéreur est tenu par les actes juridiques antérieurs. Il ne peut pas remettre en cause le congé. Il devra négocier avec la locataire si elle accepte de rester, ou chercher un nouveau locataire.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

Prendre rendez-vous →

Avertissement: Les analyses présentées sur ce site sont fournies à titre informatif uniquement et ne constituent pas des conseils juridiques personnalisés. Pour une consultation adaptée à votre situation, contactez un avocat.

Articles similaires en Droit-immobilier

Voir tout →

Servitude de passage et tierce opposition : protéger son droit d'accès en copropriété

Un copropriétaire peut-il s'opposer à la suppression d'une servitude de passage qui profite à son lot, même si le syndicat accepte la fin de l'enclave ? La Cour de cassation répond oui, reconnaissant un intérêt distinct pour agir en tierce opposition.

23 juil. 2026Lire →

Enclave et servitude : quand le droit du travail ne crée pas de passage forcé

La Cour de cassation rappelle que l'état d'enclave d'un fonds ne peut résulter des obligations réglementaires imposées aux entreprises en matière d'issues et dégagements. Ainsi, un propriétaire ne peut exiger un passage sur le fonds voisin au seul motif que son bâtiment doit respecter des normes de sécurité incendie.

23 juil. 2026Lire →

Lorsque, faute de convention écrite ou

Lorsque, faute de convention écrite ou dans le silence de cette convention, les parties à un contrat de transport public routier de marchandises n'ont pas stipulé une durée de préavis de rupture, cette durée est fixée par un contrat-type approuvé par décret pris en application de l'article L. 1432-4 du code des transports. Les dispositions de l'article L. 442-6, I, 5°, devenu L. 442-1, II, du code de commerce ne trouvent alors pas à s'appliquer. Il en va de même lorsque la convention écrite renvoie expressément à la clause du contrat-type fixant une telle durée. Lorsque les parties ont conclu un contrat écrit stipulant la durée du préavis de rupture, les dispositions de l'article L. 442-1, II, du code de commerce sont applicables. Dans cette hypothèse, l'auteur de la rupture qui a consenti à son partenaire un délai de préavis au moins égal à celui prévu au contrat-type dans sa version en vigueur à la date de la notification de la rupture, ne saurait voir sa responsabilité engagée sur le fondement de ce texte

23 juil. 2026Lire →

Explorez plus d'analyses juridiques en droit droit-immobilier

Tous les articles Droit-immobilier
★★★★★4.9/5 — Avis Google

Rechtsanwältin Maître Zakine, Doktor der Rechtswissenschaften

Beratung per Telefon und Videokonferenz — Schnelle Terminvergabe

Termin vereinbaren
1. Beratung 30 Minuten - 45€

🔒 Confidentiel • Sans engagement • Réponse rapide