Kündigung gegenüber einem Mitmieter: Der Kassationshof entscheidet (1965)
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Kündigung gegenüber einem Mitmieter: Der Kassationshof entscheidet (1965)

📅 Décision du 21 Januar 1965⚖️ Cour de cassation👁️ 5 vues📖 5 min de lecture

Im Jahr 1965 entschied der Kassationshof, dass zur Beendigung eines unbefristeten Mietvertrags mit mehreren Mietern die Kündigung jedem von ihnen zugestellt werden muss. Die Kündigung gegenüber einem einzelnen bleibt jedoch ihm gegenüber wirksam. Analyse für Vermieter und Mieter.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 63-20.116 • 1965-01-21 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie mieten seit Jahren eine Wohnung in Mehun-sur-Yèvre mit Ihrem Bruder. Der Vermieter kündigt Ihnen allein, ohne Ihren Bruder zu benachrichtigen. Müssen Sie ausziehen? Kann Ihr Bruder bleiben? Diese scheinbar logische Frage führte zu einem berühmten Urteil des Kassationshofs im Jahr 1965. Die Richter mussten einen Konflikt zwischen dem Schutz der Mieter und der Freiheit des Vermieters, den Mietvertrag zu beenden, entscheiden. Die Antwort? Nuanciert, aber klar: Die Kündigung muss allen Mietern zugestellt werden, aber derjenige, der sie erhalten hat, kann sich nicht über das Fehlen bei den anderen beschweren. Analyse.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

1915 vermietete ein Eigentümer in Bastia eine Wohnung an Ignace Z. Dieser starb 1932 und hinterließ seine Witwe und drei volljährige Söhne. Der unbefristete Mietvertrag (ohne festgelegtes Enddatum) wurde zugunsten der Erbengemeinschaft fortgesetzt. 1950 kündigte der Eigentümer nur der Witwe Z, zum 10. Juni 1950. Am 27. Mai 1957 verklagte er sie auf Bestätigung der Kündigung und Verlust des Kündigungsschutzes. Die Witwe Z widersprach: Sie argumentierte, die Kündigung sei nichtig, da sie nicht ihren drei Söhnen, ebenfalls Mietern, zugestellt worden sei. Das Berufungsgericht von Bastia gab ihr recht und erklärte die Kündigung für nichtig. Der Eigentümer legte Kassation ein.

Die Begründung des Gerichts – im Detail

Der Kassationshof hob das Berufungsurteil auf. Er stellte einen klaren Grundsatz auf: Zur vollständigen Beendigung des Mietvertrags muss die Kündigung jedem Mieter zugestellt werden. Er fügte jedoch hinzu, dass die einem einzelnen zugestellte Kündigung „ihm gegenüber dennoch wirksam bleibt“. Mit anderen Worten: Die Witwe Z kann sich nicht auf das Fehlen der Kündigung gegenüber ihren Söhnen berufen, um in der Wohnung zu bleiben. Die rechtliche Grundlage? Artikel 1744 des Code civil (regelt die Kündigung des Mietvertrags durch Mieter oder Vermieter) und Artikel 1134 (bindende Wirkung von Verträgen). Die Richter argumentierten: Der Mietvertrag ist ein gemeinschaftlicher Vertrag mehrerer. Die Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung, die jeden Vertragspartner erreichen muss. Wenn einer sie jedoch erhält, muss er die Konsequenzen tragen. Das Berufungsgericht hatte die Kündigung für unteilbar gehalten, aber der Kassationshof stellte eine ausgewogenere Lösung wieder her: Die Kündigung entfaltet Wirkung gegenüber dem Empfänger, unbeschadet der Rechte der anderen. Dies bestätigt die frühere Rechtsprechung, keine Abkehr. Der Kassationshof bevorzugt die Rechtssicherheit: Der Vermieter darf nicht daran gehindert werden, den Mietvertrag gegenüber einem Mieter zu kündigen, nur weil er die anderen nicht erreicht hat.

Was das für Sie bedeutet – konkret

Vermieter: Sie müssen jedem Mitmieter die Kündigung zustellen, andernfalls droht Teilnichtigkeit. Beispiel: Wenn Sie an ein Paar in Vierzon vermieten, senden Sie die Kündigung an beide Ehepartner. Tun Sie dies nur bei einem, kann dieser ausziehen, der andere bleibt, was zu einer komplizierten Situation führt (Miteigentum, Teilmiete). Mieter: Wenn Sie allein eine Kündigung erhalten, obwohl Sie gemeinsam mieten, können Sie sich nicht auf das Fehlen der Kündigung beim anderen berufen. Sie müssen zum Wirksamkeitsdatum ausziehen. Der andere Mieter kann jedoch bleiben, es sei denn, der Vermieter kündigt auch ihm. Käufer einer vermieteten Immobilie: Wenn Sie ein Gebäude mit Mietern kaufen, prüfen Sie, ob die Kündigungen allen Mietern zugestellt wurden, falls Sie die Immobilie freimachen möchten. Eine unvollständige Kündigung kann Ihr Projekt verzögern. Fristen: Die Kündigung muss eine Kündigungsfrist einhalten (in der Regel 6 Monate bei Wohnraummiete, 3 Monate bei Gewerbemiete). Wenn Sie nur einem Mieter kündigen, läuft die Frist nur für ihn. Für die anderen müssen Sie neu beginnen.

Vier Tipps zur Vermeidung solcher Streitigkeiten

  • Identifizieren Sie alle Mieter: Listen Sie vor der Kündigung alle Unterzeichner des Mietvertrags und im Todesfall die Erben auf. Prüfen Sie gegebenenfalls die Erbbescheinigung (amtliches Dokument mit Auflistung der Erben).
  • Zustellung durch Gerichtsvollzieher an jeden Empfänger: Die Kündigung muss jedem durch einen Gerichtsvollzieher zugestellt werden. Verlassen Sie sich nicht auf einen eingeschriebenen Brief, wenn der Mietvertrag dies vorsieht, aber bei Erbengemeinschaft ist der Gerichtsvollzieher sicherer.
  • Bewahren Sie die Zustellungsnachweise auf: Heben Sie die Originale der Gerichtsvollzieherurkunden und die Empfangsbestätigungen auf. Im Streitfall können Sie nachweisen, dass jeder Mieter informiert wurde.
  • Im Zweifel konsultieren Sie einen Anwalt: Bei komplexen Situationen (mehrere Erben, Erbengemeinschaft, mündlicher Mietvertrag) vermeiden Sie durch professionelle Beratung eine teure Nichtigkeit. Die Kosten einer Beratung (45 € für 30 Minuten bei Maître Zakine) sind gering im Vergleich zu monatelangen Verfahren.

Vertiefung: verwandte Rechtsprechung und Entwicklungen

Vor dem Urteil von 1965 gingen einige Berufungsgerichte davon aus, dass die Kündigung gegenüber einem Mieter für alle nichtig sei, da der Mietvertrag unteilbar sei. Der Kassationshof beendete diese Unsicherheit. Seitdem hat die Rechtsprechung präzisiert, dass die Kündigung einem Mitmieter gegenüber erklärt werden kann, um den Mietvertrag nur ihm gegenüber zu beenden, sofern der Mietvertrag dies zulässt (Cass. 3e civ., 1989). Bei Gewerbemietverträgen gilt die gleiche Lösung: Die Kündigung muss allen Mietern zugestellt werden.

Questions fréquentes

Un propriétaire peut-il donner congé à un seul colocataire ?

Oui, mais le congé est valable uniquement pour ce colocataire. Les autres restent titulaires du bail jusqu'à ce qu'ils reçoivent leur propre congé.

Que faire si je suis locataire et que je reçois un congé seul ?

Vous devez quitter les lieux à la date d'effet. Vous ne pouvez pas contester le congé au motif que votre colocataire ne l'a pas reçu.

Quels sont les délais pour donner congé dans un bail d'habitation ?

Le préavis est de 6 mois pour un bail d'habitation (loi du 6 juillet 1989). Pour un bail commercial, c'est 3 mois.

Comment notifier un congé à plusieurs preneurs ?

Par acte de commissaire de justice (huissier) à chacun des preneurs, ou par lettre recommandée avec accusé de réception si le bail le permet. Conservez les preuves.

Cette décision de 1965 est-elle encore applicable aujourd'hui ?

Oui, elle fait toujours autorité. La Cour de cassation l'a confirmée dans des arrêts ultérieurs, notamment en matière de baux commerciaux.

Informations juridiques

  • Numéro: 63-20.116
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 21 janvier 1965

Mots-clés

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Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire d'un logement loué à un couple à Vierzon

M. Dupont, propriétaire à Vierzon, loue un appartement à un couple marié. Il souhaite récupérer le logement pour y loger son fils. Il donne congé uniquement à la femme, pensant que cela suffit.

Application pratique:

Le congé n'est valable que pour la femme. Le mari reste locataire et peut continuer à occuper les lieux. M. Dupont doit notifier un congé au mari séparément, et attendre la fin du préavis pour celui-ci. Il aurait dû donner congé aux deux conjoints simultanément.

2

Locataire en colocation à Mehun-sur-Yèvre

Trois étudiants louent une maison à Mehun-sur-Yèvre. Le propriétaire donne congé à l'un d'eux, qui part. Les deux autres restent.

Application pratique:

Le locataire qui a reçu le congé doit partir. Les deux autres peuvent rester, mais le propriétaire peut leur donner congé plus tard. Si le bail était indivisible, la solution serait différente, mais ici chaque locataire est un preneur distinct.

3

Héritier d'un bail après décès à Vierzon

Mme Martin décède, laissant son appartement loué à ses trois enfants. Le propriétaire veut donner congé à un seul enfant pour libérer une chambre.

Application pratique:

Le congé est valable pour cet enfant, qui doit partir. Les deux autres restent titulaires du bail. Le propriétaire doit leur donner congé à chacun s'il veut libérer totalement le logement.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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