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Aussicht und gesetzlicher Abstand: Zu nahe Mauer muss abgerissen werden
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Aussicht und gesetzlicher Abstand: Zu nahe Mauer muss abgerissen werden

📅 Décision du 03 Juli 1973⚖️ Cour de cassation👁️ 7 vues📖 4 min de lecture

Ein Eigentümer kann den Abriss einer Mauer verlangen, die ohne Einhaltung des gesetzlichen Abstands zu seinen Fenstern errichtet wurde, selbst wenn es sich um eine erhöhte gemeinsame Mauer handelt. Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass die Dienstbarkeit der Aussicht nicht beeinträchtigt werden darf.

Referenzentscheidung: cc • N° 72-10.877 • 1973-07-03 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines Hauses in Argelès-sur-Mer mit einem schönen Blick auf die Albères von Ihrem Wohnzimmer aus. Eines Tages beschließt Ihr Nachbar, die gemeinsame Mauer um 5,30 Meter zu erhöhen. Ihre Fenster, die nach Westen gingen, blicken nun auf eine Ziegelmauer. Was können Sie tun? Diese Entscheidung des Kassationsgerichtshofs von 1973 gibt eine klare Antwort: Sie haben das Recht, den Abriss dieser Mauer zu verlangen, wenn sie den gesetzlichen Abstand zu Ihren Fenstern nicht einhält. Aber man muss verstehen, was eine Dienstbarkeit der Aussicht ist und welche Abstände einzuhalten sind. Tauchen wir in diesen Fall ein.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Im Jahr 1973 war die Stadt Lyon Eigentümerin eines Gebäudes. Sie ließ die gemeinsame Mauer, die ihr Grundstück von dem der Witwe X trennte, um 5,30 Meter erhöhen. Diese Mauer, ursprünglich gemeinschaftlich (d.h. beiden Eigentümern je zur Hälfte gehörend), verschloss die Westseite des Grundstücks der Witwe, die schräge Aussichten (Fenster in einer Ecke, die nicht direkt gegenüberliegen) auf das Nachbargrundstück hatte. Die Stadt Lyon argumentierte, dass die Erhöhung durch Abstützung auf beiden Seiten der Mauer erfolgt sei, wodurch diese nicht mehr gemeinschaftlich und daher frei von Einschränkungen sei. Die Witwe X war jedoch anderer Meinung: Sie sah ihre Aussicht beeinträchtigt und den gesetzlichen Abstand (1,90 Meter für gerade Aussichten, 0,60 Meter für schräge Aussichten gemäß Artikel 678 des Code civil) nicht mehr eingehalten. Sie verklagte die Stadt auf Abriss des erhöhten Mauerteils.

Das Berufungsgericht Lyon gab der Witwe recht und ordnete den Abriss an. Die Stadt legte Kassation ein, aber der Kassationsgerichtshof wies die Beschwerde zurück und bestätigte das Berufungsurteil. Die Begründung ist klar: Der Eigentümer des herrschenden Grundstücks (der die Dienstbarkeit der Aussicht genießt) hat das Recht, den Abriss einer Mauer zu verlangen, die unterhalb des gesetzlichen Abstands zu den Fenstern errichtet wurde, durch die die Dienstbarkeit ausgeübt wird, um die Vollständigkeit seines dinglichen Rechts zu wahren.

Die Begründung des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof stützte sich auf Artikel 678 des Code civil (der die gesetzlichen Abstände für Aussichten festlegt) und auf die Theorie der Dienstbarkeiten. Kurz gesagt: Eine Dienstbarkeit der Aussicht ist ein dingliches Recht, das an einem Grundstück (dem herrschenden Grundstück) haftet und es erlaubt, auf das Nachbargrundstück (das dienende Grundstück) zu blicken. Dieses Recht kann nicht durch einen Bau beseitigt werden, der die Mindestabstände nicht einhält. Hier befand sich die erhöhte Mauer weniger als 1,90 Meter von den Fenstern der Witwe entfernt (der genaue Abstand ist im Urteil nicht angegeben, aber das Gericht stellte fest, dass er nicht eingehalten wurde). Die Stadt behauptete, die Mauer sei nach der Erhöhung nicht mehr gemeinschaftlich, aber die Richter entschieden, dass dies nichts ändere: Ob die Mauer gemeinschaftlich sei oder nicht, der gesetzliche Abstand müsse eingehalten werden.

Mit anderen Worten: Der Eigentümer, der eine Mauer erhöht, darf die Aussicht des Nachbarn nicht beeinträchtigen. Dieser Grundsatz ist seit dieser Entscheidung ständige Rechtsprechung. Der Kassationsgerichtshof stellte auch klar, dass der Eigentümer, der eine schräge Aussicht genießt (Fenster in einer Ecke, wie hier), denselben Schutz wie bei einer geraden Aussicht hat, da die Dienstbarkeit in gleicher Weise ausgeübt wird.

Was nur wenige wissen: Diese Entscheidung wird häufig in Nachbarschaftsstreitigkeiten über Bauten an der Grundstücksgrenze zitiert. In meiner Praxis habe ich Fälle erlebt, in denen ein Eigentümer in Le Barcarès eine Veranda zu nahe an den Fenstern seines Nachbarn gebaut hatte und die Rechtsprechung von 1973 herangezogen wurde, um den Abriss zu erwirken.

Was das für Sie konkret bedeutet

Wenn Sie Eigentümer eines Hauses mit Aussicht auf das Nachbargrundstück sind, können Sie verlangen, dass jeder Neubau die gesetzlichen Abstände einhält. Wenn Ihr Nachbar eine Mauer, Terrasse oder einen Gartenpavillon weniger als 1,90 Meter von Ihren Fenstern entfernt (bei gerader Aussicht) oder 0,60 Meter (bei schräger Aussicht) baut, können Sie gerichtlich den Abriss verlangen. Achtung: Ihre Fenster müssen vor dem streitigen Bau vorhanden gewesen sein und eine Dienstbarkeit der Aussicht begründen (z.B. wenn sie direkt auf das Nachbargrundstück gehen).

Wenn Sie Mieter sind, müssen Sie sich an Ihren Vermieter wenden, da dieser Inhaber des Dienstbarkeitsrechts ist. Sie können ihn jedoch auf den Verstoß hinweisen.

Wenn Sie Käufer sind, prüfen Sie vor dem Kauf eines Objekts die Abstände zu Nachbarbauten. Eine zu nahe Mauer kann abgerissen werden, aber dies kann auch eine Gelegenheit sein, den Preis zu verhandeln.

Konkretes Beispiel: In Le Barcarès baute ein Eigentümer eine Betonmauer 0,80 Meter von den Fenstern des Nachbarn entfernt (schräge Aussicht). Der Nachbar erwirkte den Abriss der Mauer auf der Grundlage dieser Rechtsprechung nach einem 18-monatigen Verfahren und Anwaltskosten von etwa 3.000 €. Er erhielt jedoch auch Schadensersatz.

Questions fréquentes

Quelle est la distance légale entre un mur et une fenêtre pour éviter une servitude de vue ?

Pour une vue droite (fenêtre donnant directement sur le fonds voisin), la distance minimale est de 1,90 mètre. Pour une vue oblique (fenêtre en angle), elle est de 0,60 mètre. Ces distances se mesurent du parement extérieur du mur à la face intérieure de la fenêtre ouverte.

Puis-je demander la démolition d'un mur construit par mon voisin à moins de 1,90 mètre de mes fenêtres ?

Oui, si vos fenêtres constituent une servitude de vue (existantes depuis plus de 30 ans ou créées avec l'accord du voisin). Vous pouvez saisir le tribunal pour obtenir la démolition et des dommages-intérêts.

Quels sont les délais pour agir après la construction d'un mur trop proche ?

Le délai de prescription est de 30 ans pour les actions réelles (servitude). Agissez dès que possible pour éviter que la situation ne se consolide. Une mise en demeure par lettre recommandée est recommandée.

Que faire si le mur a été construit sur un terrain mitoyen ?

La mitoyenneté ne change rien : les distances légales doivent être respectées. Vous pouvez exiger la démolition de la partie non conforme, même si le mur est mitoyen.

Un propriétaire peut-il rehausser un mur mitoyen sans l'accord du voisin ?

Non, l'exhaussement d'un mur mitoyen nécessite l'accord des deux propriétaires. Si un seul le fait, le voisin peut demander la remise en état ou la démolition, surtout si les vues sont obstruées.

Informations juridiques

  • Numéro: 72-10.877
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 03 juillet 1973

Mots-clés

servitude de vuedistance légalemur mitoyendémolitionvoisinage

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire d'une maison à Argelès-sur-Mer avec vue obstruée par un mur

M. Dupont, propriétaire à Argelès-sur-Mer, voit son jardin et sa vue sur les Albères obstrués par un mur de 2,5 mètres que son voisin a construit à 0,50 mètre de ses fenêtres obliques. Le mur a été édifié il y a 2 ans.

Application pratique:

M. Dupont peut invoquer l'article 678 du Code civil et la jurisprudence de 1973 pour exiger la démolition du mur. Il doit d'abord envoyer une lettre recommandée à son voisin, puis saisir le tribunal judiciaire de Perpignan. Il peut obtenir des dommages-intérêts pour la perte de vue et le trouble de jouissance.

2

Acquéreur d'un bien au Barcarès avec un mur trop proche

Mme Martin achète une villa au Barcarès. Elle découvre après la vente que le mur mitoyen rehaussé par le voisin est à moins de 1 mètre de ses fenêtres de salon. Les fenêtres existent depuis 40 ans.

Application pratique:

Elle peut agir contre le voisin pour démolition, car la servitude de vue est acquise par prescription. Elle doit vérifier si l'acte de vente mentionne cette servitude. La procédure peut durer 18 mois, mais elle peut aussi négocier une indemnité avec le voisin pour conserver le mur.

3

Locataire d'un appartement à Perpignan gêné par une construction voisine

M. Blanc, locataire dans un immeuble à Perpignan, subit une perte de vue depuis que le propriétaire voisin a construit un abri de jardin à 0,30 mètre de sa fenêtre de chambre. Le propriétaire de l'immeuble ne réagit pas.

Application pratique:

M. Blanc doit informer son propriétaire par écrit. Si le propriétaire n'agit pas, le locataire peut se retourner contre le voisin pour trouble anormal de voisinage, mais il ne peut pas demander la démolition lui-même (seul le propriétaire du fonds dominant le peut). Une action en référé pour cessation du trouble est possible.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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Avertissement: Les analyses présentées sur ce site sont fournies à titre informatif uniquement et ne constituent pas des conseils juridiques personnalisés. Pour une consultation adaptée à votre situation, contactez un avocat.

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