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Eigentümerversammlung: Wenn eine zweite Abstimmung ein Projekt retten kann
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Eigentümerversammlung: Wenn eine zweite Abstimmung ein Projekt retten kann

📅 Décision du 23 Januar 2013⚖️ Cour de cassation👁️ 11 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof stellt klar: Erreicht ein Projekt nicht die absolute Mehrheit nach Artikel 25, aber mindestens ein Drittel der Stimmen, kann die Eigentümerversammlung sofort eine zweite Abstimmung mit der einfachen Mehrheit nach Artikel 24 durchführen, ohne Zwischenberatung.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 11-26.800 • 2013-01-23 • Entscheidung einsehen →

Sie sind Eigentümer einer Wohnung in Lingolsheim oder Obernai, und Ihr Verwalter kündigt ein Projekt zur Dachsanierung an. Die Abstimmung in der Eigentümerversammlung (AG) ist knapp: 60 % der Stimmen, obwohl 2/3 für die absolute Mehrheit erforderlich waren (Artikel 25 des Gesetzes von 1965). Der Verwalter erklärt das Projekt für abgelehnt. Doch es gibt eine Lösung: eine sofortige zweite Abstimmung mit einfacher Mehrheit (Artikel 24). Aber ist das legal?

Die Frage, die sich jeder Wohnungseigentümer stellt: Kann man in derselben Versammlung ein zweites Mal über dasselbe Projekt mit einer anderen Mehrheit abstimmen? Die Antwort lautet ja, so der Kassationshof in einem Urteil vom 23. Januar 2013 (Nr. 11-26.800). Diese Entscheidung klärt ein oft unbekanntes Verfahren, das wesentliche Projekte für die Eigentümergemeinschaft retten kann.

Kurz gesagt: Wenn das Projekt mindestens ein Drittel der Stimmen aller Wohnungseigentümer (nicht nur der Anwesenden) erhält, kann die Versammlung ohne vorherigen Beschluss sofort zu einer zweiten Abstimmung mit einfacher Mehrheit übergehen. Dieser Mechanismus vermeidet die Einberufung einer neuen Versammlung und spart Zeit und Geld.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Herr X, Eigentümer in Lingolsheim, ist Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft mit 20 Einheiten. In der Eigentümerversammlung von 2011 wird ein Projekt zur Installation von Solarpaneelen auf dem Dach zur Abstimmung gestellt. Dieses Projekt erfordert eine Mehrheit nach Artikel 25 (absolute Mehrheit der Stimmen aller Wohnungseigentümer), da es das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes verändert. Die Abstimmung ergibt 55 % der Stimmen der Anwesenden, was jedoch nur 40 % der Gesamtstimmen der Gemeinschaft entspricht (da 15 % der Eigentümer abwesend oder vertreten sind). Die Mehrheit nach Artikel 25 wird nicht erreicht (es waren mehr als 50 % der Gesamtstimmen erforderlich). Der Verwalter erklärt das Projekt für abgelehnt.

Das Projekt hatte jedoch mehr als ein Drittel der Stimmen erhalten (40 %). Der Verwalter schlägt eine sofortige zweite Abstimmung mit der Mehrheit nach Artikel 24 vor (einfache Mehrheit der Stimmen der Anwesenden, ohne Quorum). Diese zweite Abstimmung wird mit 65 % der Anwesenden angenommen. Ein widersprechender Eigentümer, Herr Y, verklagt die Gemeinschaft auf Aufhebung des Beschlusses mit der Begründung, eine zweite Abstimmung sei ohne einen Zwischenbeschluss der Versammlung, der diesen Mehrheitswechsel erlaubt, nicht möglich.

Das Berufungsgericht Colmar gibt Herrn Y recht. Doch die Gemeinschaft legt Kassation ein. Der Kassationshof hebt das Urteil auf und bestätigt die sofortige zweite Abstimmung ohne Zwischenbeschluss.

Die Begründung des Gerichts – entschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf Artikel 25-1 des Gesetzes vom 10. Juli 1965 (der den Übergang von der Mehrheit nach Artikel 25 zu der nach Artikel 24 vorsieht, wenn das Projekt mindestens ein Drittel der Stimmen erhält). Er stellt klar, dass dieser Mechanismus keine vorherige Beratung der Versammlung erfordert, um diesen Wechsel zu beschließen. Mit anderen Worten: Die Versammlung kann von sich aus und ohne Zwischenabstimmung direkt zur zweiten Abstimmung übergehen.

Was nur wenige wissen: Artikel 25-1 bestimmt, dass „wenn die Versammlung nicht mit der in Artikel 25 vorgesehenen Mehrheit entschieden hat, dieselbe Versammlung mit der in Artikel 24 vorgesehenen Mehrheit entscheiden kann, wenn das Projekt mindestens ein Drittel der Stimmen aller Wohnungseigentümer erhalten hat“. Der Kassationshof interpretiert diesen Satz dahingehend, dass eine sofortige zweite Abstimmung ohne weitere Formalitäten zulässig ist.

Mit anderen Worten: Wenn das Projekt mindestens ein Drittel der Stimmen (berechnet auf alle Wohnungseigentümer, anwesende, abwesende oder vertretene) erhält, kann der Verwalter sofort eine neue Abstimmung mit einfacher Mehrheit organisieren. Dies ist eine wichtige verfahrensrechtliche Flexibilität.

Achtung jedoch: Diese zweite Abstimmung muss in derselben Versammlung stattfinden. Sie kann nicht auf eine spätere Versammlung verschoben werden. Und das Projekt muss identisch sein, ohne Änderungen.

In meiner Praxis bin ich auf Fälle gestoßen, in denen Verwalter aus Unkenntnis eine endgültige Ablehnung verkündeten, obwohl die zweite Abstimmung möglich gewesen wäre. Dies kann dringende Arbeiten um ein Jahr verzögern, bis zur nächsten Versammlung.

Was das für Sie konkret ändert

Für vermietende Wohnungseigentümer: Wenn Sie Ihre Wohnung vermieten, kann ein Projekt zur energetischen Sanierung (Dämmung, Heizung), das nicht die Mehrheit nach Artikel 25 erreicht, durch eine zweite Abstimmung gerettet werden. Zum Beispiel in Obernai: Eine Gemeinschaft mit 30 Einheiten wollte die Gemeinschaftsheizung ersetzen. Erste Abstimmung: 48 % der Gesamtstimmen (nicht ausreichend für Artikel 25). Zweite Abstimmung nach Artikel 24: 62 % der Anwesenden. Das Projekt wurde angenommen, wodurch ein weiteres Jahr mit hohen Rechnungen vermieden wurde.

Für Mieter: Sie haben kein Stimmrecht, aber Sie tragen die Folgen: Wenn die Arbeiten blockiert werden, kann Ihr Komfort leiden (Heizung, Aufzug). Wissen Sie, dass diese Entscheidung die Durchführung von Arbeiten im gemeinsamen Interesse erleichtert.

Für ac

Questions fréquentes

Puis-je demander un second vote si le premier vote n'a pas atteint le tiers des voix ?

Non, le seuil du tiers des voix de tous les copropriétaires est une condition impérative. En dessous, le second vote n'est pas possible ; il faudra convoquer une nouvelle AG.

Le second vote peut-il porter sur un projet modifié ?

Non, le projet doit être identique. Toute modification nécessiterait un nouveau vote dans les conditions de l'article 25.

Que faire si le syndic refuse de procéder au second vote ?

Vous pouvez demander en cours d'AG que le refus soit mentionné au PV, puis contester la décision du syndic en justice (référé) ou demander une AG extraordinaire.

Quel est le délai pour contester une délibération adoptée par ce second vote ?

Le délai est de deux mois à compter de la notification du PV d'AG (article 42 de la loi de 1965). Passé ce délai, la délibération devient définitive.

Ce mécanisme s'applique-t-il à tous les types de travaux ?

Oui, dès lors que la majorité requise est celle de l'article 25 (travaux d'amélioration, modification de l'aspect extérieur, etc.). Pour les travaux d'entretien courant (article 24), le second vote n'est pas nécessaire.

Informations juridiques

  • Numéro: 11-26.800
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 23 janvier 2013

Mots-clés

copropriétéassemblée généralemajoritéarticle 25article 24second voteLingolsheimObernaitravauxsyndic

Cas d'usage pratiques

1

Copropriétaire souhaitant des travaux d'isolation à Lingolsheim

Mme D., propriétaire d'un appartement à Lingolsheim, souhaite que la copropriété vote l'isolation des murs extérieurs. Le premier vote n'atteint que 45% des voix totales (insuffisant pour l'article 25).

Application pratique:

Grâce à l'arrêt, le syndic peut immédiatement organiser un second vote à la majorité simple. Il faut vérifier que le projet a recueilli au moins 1/3 des voix (soit 33,33% des voix totales). Ici 45% > 33,33%, donc le second vote est possible. Le projet est adopté si la majorité des présents vote pour.

2

Syndic professionnel à Obernai confronté à un refus de vote

Un syndic à Obernai doit gérer une AG où un projet de remplacement de la chaudière collective obtient 50% des voix totales (article 25 non atteint). Certains copropriétaires s'opposent à un second vote.

Application pratique:

Le syndic peut expliquer que la loi l'autorise à passer directement au vote à l'article 24 sans décision intermédiaire. Il doit s'assurer que le PV mentionne le résultat du premier vote et le nombre de voix totales pour justifier le second vote.

3

Locataire à Strasbourg subissant un retard de travaux

M. P., locataire à Strasbourg, constate que le chauffage collectif est vétuste. La copropriété n'a pas réussi à voter son remplacement faute de majorité.

Application pratique:

Le locataire peut informer le propriétaire bailleur de l'existence de cette jurisprudence. Le bailleur pourra alors demander au syndic de convoquer une nouvelle AG ou, si le délai est trop long, agir en justice pour faire désigner un administrateur provisoire.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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23 juil. 2026Lire →

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