Bezahlter Urlaub: Kann der Arbeitgeber die fünfte Woche während einer betriebsbedingten Schließung anordnen?
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Bezahlter Urlaub: Kann der Arbeitgeber die fünfte Woche während einer betriebsbedingten Schließung anordnen?

📅 Décision du 10 Dezember 1993⚖️ Cour de cassation👁️ 6 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass der Arbeitgeber die Urlaubstermine, einschließlich der fünften Woche, festlegen kann, selbst wenn die Schließung auf konjunkturellen Gründen beruht, sofern die Arbeitnehmer keinen Verdienstausfall erleiden.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 88-42.652 • 1993-12-10 • Entscheidung einsehen →

Sie sind Eigentümer eines kleinen Gebäudes in Mulhouse und vermieten Räumlichkeiten an ein Unternehmen. Plötzlich teilt Ihnen dieses mit, dass es aus wirtschaftlichen Gründen für zwei Wochen schließt und diese Schließung auf den bezahlten Urlaub seiner Arbeitnehmer anrechnet. Diese, die bereits ihre ersten vier Wochen aufgebraucht hatten, stehen während dieser Zeit ohne Lohn da. Sie fordern daraufhin Kurzarbeitergeld. Das Unternehmen lehnt ab. Wer hat recht?

Diese scheinbar harmlose Frage berührt den Kern des Direktionsrechts des Arbeitgebers. Der Kassationsgerichtshof hat in einem Urteil vom 10. Dezember 1993 (Nr. 88-42.652) entschieden: Der Arbeitgeber kann die fünfte Woche bezahlten Urlaub während einer betriebsbedingten Schließung anordnen, ohne zur Zahlung von Kurzarbeitergeld verpflichtet zu sein, sofern die Arbeitnehmer ihren gewohnten Lohn erhalten haben. Eine Entscheidung, die seit über dreißig Jahren maßgeblich ist.

Um zu verstehen, was dies für Sie bedeutet – ob Sie nun Geschäftsführer in Thann, Arbeitnehmer in Mulhouse oder Vermieter sind – tauchen wir in die Einzelheiten dieses Falls und seine konkreten Auswirkungen ein.

Der Sachverhalt: Eine alltägliche Geschichte

Im Dezember 1986 hatte die Firma Rexroth-Sigma mit Sitz in Mulhouse wirtschaftliche Schwierigkeiten. Um sich anzupassen, beschloss sie, ihre Tore vom 26. Dezember 1986 bis zum 4. Januar 1987 zu schließen. Statt jedoch Kurzarbeit zu beantragen, rechnete sie diese Schließung auf den Resturlaub ihrer Arbeitnehmer an, indem sie auf deren fünfte Urlaubswoche zurückgriff.

Mehrere Arbeitnehmer hatten jedoch bereits ihre ersten vier Urlaubswochen (den „Haupturlaub“) aufgebraucht, und einige hatten sogar individuelle Verpflichtungen für ihren Resturlaub eingegangen. Sie hatten daher keine Urlaubstage mehr zur Verfügung, um die Schließung abzudecken. Die Folge: Sie erhielten für diese Tage keinen Lohn, wurden aber auch nicht zur Kurzarbeit angemeldet. Die Arbeitnehmer riefen daraufhin das Arbeitsgericht an, um Kurzarbeitergeld zu erhalten, da sie der Ansicht waren, die Schließung sei erzwungen worden und sie hätten der Anrechnung ihres Urlaubs nicht zugestimmt.

Nach einem erstinstanzlichen Urteil gelangte der Fall bis zum Kassationsgerichtshof. Die Debatte drehte sich um einen bestimmten Punkt: Kann der Arbeitgeber die Inanspruchnahme der fünften Woche bezahlten Urlaubs während einer betriebsbedingten Schließung anordnen, selbst wenn die Arbeitnehmer keine Urlaubstage mehr zur Verfügung haben?

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof stützt sich auf einen grundlegenden Grundsatz: Die Festlegung der Urlaubstermine ist eine Prärogative des Arbeitgebers (sein Direktionsrecht). Der frühere Artikel L. 223-7 des Arbeitsgesetzbuchs sieht vor, dass der Arbeitgeber den Zeitraum der Urlaubsnahme bestimmt, vorbehaltlich der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen (wie der Mindestdauer des Haupturlaubs und der Verpflichtung zur Trennung der fünften Woche).

Hier hat die Firma Rexroth-Sigma diese Regeln eingehalten: Sie hat die fünfte Woche von den ersten vier getrennt (was das Gesetz vorschreibt, da die fünfte Woche nicht ohne Zustimmung an den Haupturlaub angehängt werden darf). Sie hat auch dafür gesorgt, dass die Arbeitnehmer keinen Verdienstausfall erlitten: Diejenigen, die noch Urlaubstage hatten, wurden während der Schließung normal bezahlt. Diejenigen, die keine mehr hatten, erlitten ebenfalls keinen Lohnverlust, da sie schlicht keine Urlaubsansprüche mehr hatten – sie haben daher keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, da dieses einen Lohnausfall ausgleicht, der hier nicht vorlag.

Die Richter wiesen damit das Argument der Arbeitnehmer zurück, dass eine betriebsbedingte Schließung nicht die Anordnung der fünften Woche erlaube. Sie stellten klar, dass der Arbeitgeber den Schließungszeitraum frei wählen kann, auch aus konjunkturellen Gründen, solange er die gesetzlichen Regeln einhält und die Arbeitnehmer keinen Lohnnachteil erleiden.

Diese Entscheidung bestätigt eine ständige Rechtsprechung: Die Befugnis des Arbeitgebers in Urlaubsfragen ist weit, wird aber durch die Verpflichtung begrenzt, die Rechte der Arbeitnehmer nicht zu beeinträchtigen. Hier wurde kein Recht verletzt, da die Arbeitnehmer keinen Lohn verloren – sie haben lediglich ihren Urlaub aufgebraucht.

Was das für Sie konkret ändert

Wenn Sie Geschäftsführer in Mulhouse oder anderswo sind, bestärkt Sie diese Entscheidung: Sie können bei einem Rückgang der Geschäftstätigkeit Ihr Unternehmen schließen und diese Schließung auf die fünfte Urlaubswoche Ihrer Arbeitnehmer anrechnen, ohne Kurzarbeitergeld zahlen zu müssen, sofern Ihre Arbeitnehmer noch Urlaubstage zur Verfügung haben. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie sie normal vergüten oder zur Kurzarbeit anmelden. Wenn ein Arbeitnehmer beispielsweise bereits seine fünf Wochen genommen hat, können Sie ihm keine unbezahlte Schließung auferlegen.

Für Arbeitnehmer ist die Botschaft klar: Ihr Arbeitgeber kann allein über die Termine Ihres Urlaubs entscheiden, einschließlich der fünften Woche. Wenn Sie keine Tage mehr haben, werden Sie während der Schließung nicht bezahlt, können aber möglicherweise Kurzarbeitergeld beanspruchen, wenn der Arbeitgeber Sie dazu anmeldet. In Thann könnte ein Arbeitnehmer der Metallindustrie in diese Situation geraten, wenn sein Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen schließt: Er sollte seinen Urlaubssaldo prüfen und gegebenenfalls eine Streckung aushandeln.

Für Vermieter hat diese Entscheidung eine indirekte Auswirkung: Wenn Ihr Mieter (ein Unternehmen) aus wirtschaftlichen Gründen schließt und seinen Urlaub anrechnet, kann sein Umsatz sinken. Sie könnten dann mit Mietrückständen konfrontiert werden. Es ist daher ratsam, die finanzielle Situation Ihres Mieters im Auge zu behalten und gegebenenfalls eine Mietstundung zu vereinbaren.

Questions fréquentes

L'employeur peut-il imposer la cinquième semaine de congés pendant une fermeture économique ?

Oui, selon la Cour de cassation (arrêt du 10 décembre 1993), l'employeur peut fixer la date des congés, y compris la cinquième semaine, même si la fermeture est due à des difficultés économiques, à condition que les salariés aient encore des jours de congé disponibles et qu'ils ne subissent pas de perte de salaire.

Que faire si un salarié n'a plus de jours de congé au moment de la fermeture ?

L'employeur doit soit rémunérer le salarié normalement pendant la fermeture, soit le placer au chômage partiel. Il ne peut pas lui imposer un congé sans solde sans son accord.

Un salarié peut-il refuser de prendre ses congés à la période décidée par l'employeur ?

Non, car la fixation des dates des congés est une prérogative de l'employeur. Toutefois, si le salarié a déjà pris des engagements (ex : réservation de vacances), il peut négocier un aménagement, mais l'employeur n'est pas obligé d'accepter.

Quels délais l'employeur doit-il respecter pour informer les salariés de la fermeture ?

En principe, un délai de prévenance d'au moins un mois avant le début des congés est requis. En cas de circonstances exceptionnelles (ex : chômage partiel), ce délai peut être réduit à un jour franc.

Cette jurisprudence de 1993 est-elle toujours applicable aujourd'hui ?

Oui, elle est toujours valable et a été confirmée par des décisions ultérieures, notamment un arrêt du 16 décembre 2020 (n° 18-26.500) qui a précisé les règles de prévenance en période de chômage partiel.

Informations juridiques

  • Numéro: 88-42.652
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 10 décembre 1993

Mots-clés

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Cas d'usage pratiques

1

Employeur à Mulhouse confronté à une baisse d'activité

Un petit fabricant de pièces mécaniques à Mulhouse doit fermer son usine deux semaines en janvier 2024 en raison d'une chute des commandes. Il souhaite imputer cette fermeture sur la cinquième semaine de congés de ses 15 salariés.

Application pratique:

L'employeur peut le faire, à condition que chaque salarié ait encore au moins 5 jours de congés disponibles. Il doit informer les salariés par écrit un mois à l'avance. Si un salarié n'a plus de jours, il doit soit le rémunérer, soit le déclarer au chômage partiel. Il peut s'appuyer sur l'arrêt de 1993 pour justifier sa décision.

2

Salarié à Thann dont l'employeur ferme sans préavis

Un employé de bureau à Thann apprend le 20 décembre que son entreprise ferme du 24 décembre au 3 janvier pour raisons économiques. Il n'a plus que 2 jours de congés disponibles.

Application pratique:

L'employeur doit respecter un délai de prévenance d'au moins un mois. Ici, le délai n'est pas respecté, le salarié peut contester la fermeture. S'il n'a plus de jours, l'employeur doit le payer ou le placer au chômage partiel. Le salarié peut saisir les prud'hommes pour obtenir un rappel de salaire.

3

Bailleur d'un local commercial à Mulhouse

Un propriétaire loue un local à une entreprise de services à Mulhouse. L'entreprise ferme 10 jours pour raisons économiques et impute ses congés. Le bailleur craint une baisse du chiffre d'affaires et une demande de réduction de loyer.

Application pratique:

Cette décision ne concerne pas directement le bail commercial. Le bailleur doit vérifier son contrat de bail : si le loyer est fixe, il n'a pas à le réduire. Si le loyer est proportionnel au chiffre d'affaires, il peut effectivement baisser. En tout état de cause, la fermeture est légale du point de vue du droit du travail, mais n'affecte pas les obligations locatives.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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