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Wohngemeinschaft und Solidarhaftung: Sind Sie auch drei Jahre nach Ihrem Auszug zur Zahlung verpflichtet?
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Wohngemeinschaft und Solidarhaftung: Sind Sie auch drei Jahre nach Ihrem Auszug zur Zahlung verpflichtet?

📅 Décision du 12 Januar 2017⚖️ Cour de cassation👁️ 15 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof bestätigt Klauseln über eine Mindestsolidarhaftung von drei Jahren zwischen Mitbewohnern, auch nach dem Auszug eines von ihnen. Analyse für Eigentümer und Mieter.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 16-10.324 • 2017-01-12 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Mieter einer Wohnung in Doullens und wohnen mit zwei Freunden zusammen. Einer von ihnen kündigt und zieht aus. Drei Jahre später verlangt der Vermieter von Ihnen die ausstehenden Mieten Ihres ehemaligen Mitbewohners. Ungerecht? Doch genau das hat der Kassationshof in einem Urteil vom 12. Januar 2017 bestätigt.

Die Frage, die sich jeder Vermieter stellt: Wie kann ich die Mietzahlungen sichern, wenn ein Mitbewohner auszieht? Und jeder Mieter: Wie weit hafte ich für die anderen?

Diese Entscheidung antwortet: Eine Klausel, die vorsieht, dass die Solidarhaftung (Verpflichtung zur Zahlung der gesamten Miete) mindestens drei Jahre nach dem Auszug eines Mitbewohners fortbesteht, ist nicht missbräuchlich. Sie schützt den Vermieter, kann aber die Mieter überraschen. Erläuterungen.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Die OPAC d'Amiens (Öffentliches Wohnungsamt) hat eine Wohnung an mehrere Mitbewohner vermietet. Der Vertrag enthielt eine übliche Klausel: Im Falle des Auszugs eines von ihnen bleibt die Solidarhaftung – d.h. die Verpflichtung jedes Mitbewohners, die gesamte Miete und Nebenkosten zu zahlen – mindestens drei Jahre lang bestehen. Als die Mieten nicht mehr gezahlt wurden, verklagte die OPAC alle Mitbewohner auf Kündigung des Mietvertrags und gesamtschuldnerische Verurteilung.

Die Mitbewohner bestritten: Die Klausel sei missbräuchlich, da sie ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen ihren Rechten und denen des Vermieters schaffe. Sie unterlagen in erster Instanz (Amtsgericht Amiens) und in der Berufung. Der Fall gelangte bis zum Kassationshof, dem höchsten französischen Gericht.

Die Wendung: Die Tatsachenrichter hatten die Klausel für missbräuchlich gehalten, aber der Kassationshof hob ihre Entscheidung auf. Für ihn ist eine Solidarhaftungsklausel von drei Jahren nach Auszug nicht missbräuchlich, da sie mit dem Gesetz und dem Gleichgewicht des Mietvertrags vereinbar ist.

Die Begründung des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützte sich auf Artikel L. 132-1 des Verbrauchergesetzbuchs (alte Fassung vor 2016). Diese Vorschrift verbietet missbräuchliche Klauseln: solche, die ein erhebliches Ungleichgewicht zwischen den Rechten und Pflichten der Parteien zum Nachteil des Verbrauchers (hier des nicht gewerblichen Mieters) schaffen.

Das Gericht befand jedoch, dass die streitige Klausel nicht missbräuchlich sei. Warum? Weil die Solidarhaftung zwischen Mitbewohnern ein gesetzlicher Mechanismus ist: Sie ist im Gesetz vom 6. Juli 1989 (Artikel 8-1) vorgesehen, das die Vermietung von leerem Wohnraum regelt. Der Gesetzgeber wollte die Vermieter vor Zahlungsausfällen schützen. Eine Klausel, die diese Solidarhaftung über den Auszug hinaus verlängert, ist nicht verboten, solange sie zeitlich begrenzt bleibt – hier drei Jahre.

Die Richter stellten auch klar, dass diese Klausel kein Ungleichgewicht schaffe, da sie für alle Mitbewohner gleichermaßen gelte und einem berechtigten Interesse diene: zu verhindern, dass der Vermieter nach dem Auszug eines Mieters allein mit Zahlungsausfällen dastehe. Kurz gesagt, der Kassationshof hat eine gängige Praxis sozialer Vermieter bestätigt.

Es handelt sich um eine Bestätigung der Rechtsprechung: Der Kassationshof hatte bereits 2014 (Nr. 13-25.476) in diesem Sinne entschieden. Also keine Kehrtwende, sondern eine klare Erinnerung.

Was das für Sie konkret ändert

Für Vermieter: Sie können in Ihre Mietverträge für Wohngemeinschaften eine Klausel über die Solidarhaftung nach Auszug von mindestens drei Jahren aufnehmen. Beispiel in Amiens: Wenn ein Student Ihre Wohnung im Januar verlässt, bleiben die beiden anderen Mitbewohner verpflichtet, seinen Anteil bis Januar 2028 zu zahlen (wenn der Vertrag 2025 unterzeichnet wurde). Achtung: Diese Klausel muss klar und deutlich sein. Wenn sie im Kleingedruckten versteckt ist, könnte sie wegen fehlender Information für missbräuchlich erklärt werden.

Für Mieter: Lesen Sie vor Unterzeichnung eines Mietvertrags für eine Wohngemeinschaft die Solidarhaftungsklausel sorgfältig. Sie könnten für ausstehende Mieten eines vor drei Jahren ausgezogenen Mitbewohners belangt werden. Wenn Sie die Wohnung verlassen, verlangen Sie eine Nachtragsvereinbarung (Änderungsdokument zum Vertrag), die Sie von allen Verpflichtungen befreit. Andernfalls bleiben Sie solidarisch haftbar – selbst wenn Sie den Vermieter benachrichtigt haben.

Zahlenbeispiel: In Amiens beträgt die Miete 600 € inklusive Nebenkosten. Wenn drei Mitbewohner teilen, zahlt jeder 200 €. Wenn einer auszieht, ohne zu zahlen, schulden die beiden anderen jeweils 300 €, bis der Vermieter einen Ersatz findet – oder drei Jahre lang, wenn er keinen findet.

Wenn Sie in dieser Situation sind, müssen Sie schnell handeln: Mahnen Sie den säumigen Mitbewohner ab (Einschreiben mit Rückschein) und beantragen Sie gegebenenfalls beim Richter für Streitigkeiten im Mieterschutz (Gericht) die Feststellung der Kündigung des Mietvertrags zu seinen Lasten.

Vier Tipps zur Vermeidung solcher Streitigkeiten

  • Für Vermieter: Formulieren Sie eine klare und zeitlich begrenzte Solidarhaftungsklausel. Geben Sie ausdrücklich die Dauer von drei Jahren nach Auszug eines Mitbewohners an. Lassen Sie bei jedem Auszug eine Nachtragsvereinbarung unterschreiben, um die neue Aufteilung zu formalisieren.
  • Für ausziehende Mitbewohner: Lassen Sie Ihren Auszug durch ein Übergabeprotokoll feststellen und verlangen Sie eine befreiende Quittung. Ohne diese kann der Vermieter Sie weiterhin auf Zahlungen in Anspruch nehmen, selbst wenn Sie die Wohnung verlassen haben.
  • Für verbleibende Mitbewohner: Überprüfen Sie, ob der Vermieter die Suche nach einem neuen Mitbewohner wieder aufnimmt. Er ist verpflichtet, sich zu bemühen.

Questions fréquentes

Puis-je être poursuivi pour des loyers impayés après avoir quitté une colocation il y a 2 ans ?

Oui, si le bail contenait une clause de solidarité de 3 ans. Vérifiez votre contrat. La solidarité signifie que chaque colocataire est tenu de payer la totalité des loyers, même après son départ, pendant la durée prévue (souvent 3 ans).

Que faire si mon ex-colocataire ne paie pas sa part de loyer ?

Mettez-le en demeure par lettre recommandée avec accusé de réception. Si rien n'y fait, vous pouvez payer à sa place pour éviter des poursuites, puis vous retourner contre lui en justice (action récursoire) pour obtenir le remboursement.

Le propriétaire peut-il refuser de libérer un colocataire sortant ?

Non, le colocataire peut donner son congé (préavis) et quitter les lieux. Mais il reste solidaire des loyers pendant la durée prévue au contrat (généralement 3 ans) si le bail contient une telle clause.

Un propriétaire peut-il imposer une clause de solidarité de 5 ans ?

Théoriquement oui, mais une durée excessive (au-delà de 3 ans) pourrait être jugée abusive par un juge, car elle créerait un déséquilibre significatif. Il est conseillé de ne pas dépasser 3 ans.

Que faire si la clause de solidarité me semble abusive ?

Vous pouvez saisir le juge des contentieux de la protection (tribunal) pour demander son annulation. Vous devrez prouver qu'elle crée un déséquilibre significatif à votre détriment. Consultez un avocat spécialisé.

Informations juridiques

  • Numéro: 16-10.324
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 12 janvier 2017

Mots-clés

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Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Amiens : comment sécuriser vos loyers en colocation

Vous louez un appartement de 3 pièces à Amiens à trois étudiants. Vous voulez éviter les impayés si l'un d'eux part sans payer. Vous insérez une clause de solidarité de 3 ans.

Application pratique:

Cette jurisprudence valide votre clause. Si un étudiant part en 2025, les deux autres restent tenus des loyers jusqu'en 2028. Vous pouvez les poursuivre en justice pour obtenir le paiement. Conseil : faites signer un avenant à chaque départ pour officialiser la situation.

2

Locataire à Doullens : vous quittez une colocation, mais le propriétaire vous réclame des loyers 2 ans après

Vous avez quitté une colocation à Doullens en 2023. En 2025, le propriétaire vous réclame 2 400 € d'impayés de votre ex-colocataire. Le bail prévoyait une solidarité de 3 ans.

Application pratique:

Vous êtes tenu de payer, même si vous n'habitez plus les lieux. Vous pouvez payer puis vous retourner contre votre ex-colocataire. Pour éviter cela, exigez une quittance libératoire (document qui vous libère de toute obligation) lors de votre départ.

3

Copropriétaire bailleur : gérer les départs en colocation dans votre résidence

Vous êtes copropriétaire d'un immeuble à Amiens et vous louez un studio à des colocataires. L'un d'eux part, les autres ne paient plus.

Application pratique:

Grâce à cette décision, vous pouvez réclamer la totalité des loyers à tous les colocataires, même à celui qui est parti depuis moins de 3 ans. Agissez vite : mise en demeure, puis assignation en justice. Votre clause de solidarité est votre meilleure protection.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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