Urlaubsanspruch während Krankheit: ein Sieg für Arbeitnehmer
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Urlaubsanspruch während Krankheit: ein Sieg für Arbeitnehmer

📅 Décision du 15 September 2021⚖️ Cour de cassation👁️ 7 vues📖 4 min de lecture

Der Kassationshof bestätigt, dass Arbeitnehmer im Krankheitsfall ihren Anspruch auf bezahlten Urlaub behalten, auch bei Lohnfortzahlung. Diese Entscheidung gilt für alle Arbeitnehmer der Privatwirtschaft, nicht nur für die der Sozialversicherung.

Referenzentscheidung : cc • N° 20-16.010 • 2021-09-15 • Entscheidung einsehen →

Marie, Angestellte bei der Sozialversicherungskasse von Millau, war von Dezember 2013 bis Januar 2016 wegen einer Langzeiterkrankung krankgeschrieben. Während dieser zwei Jahre erhielt sie ihr Gehalt in voller Höhe weiter. Bei ihrer Rückkehr erwartete sie eine böse Überraschung: Ihr Urlaubsanspruch war proportional zu ihrer Abwesenheit gekürzt worden. „Wie soll ich Urlaub ansammeln, wenn ich nicht arbeite?“, wurde ihr entgegnet. Dabei besagen das europäische Recht und der Tarifvertrag das Gegenteil. Diese Entscheidung des Kassationshofs beendet eine Debatte, die das Leben vieler Arbeitnehmer vergiftet.

Sie sind krankgeschrieben und fragen sich, ob Sie weiterhin Urlaubstage ansammeln? Oder Sie sind Arbeitgeber und wenden eine Kürzungsregel an? Diese Entscheidung ist für Sie. Das oberste Gericht erinnert an einen grundlegenden Grundsatz: Das Recht auf Erholung ist ein Menschenrecht, keine Gunst, die an die Arbeitsleistung geknüpft ist. Und dieses Recht verschwindet nicht, wenn die Krankheit zuschlägt.

In diesem Fall entschied der Kassationshof, dass die Betriebsordnung des Tarifvertrags der Sozialversicherungsträger (Artikel XIV, Absatz 4) den bezahlten Urlaub eines Arbeitnehmers, dessen Vergütung während der Krankheit fortgezahlt wurde, nicht kürzen darf, da dies der europäischen Richtlinie 2003/88/EG widerspricht. Konkret bedeutet dies, dass jede tarifvertragliche Klausel oder betriebliche Übung, die den Urlaubserwerb im Krankheitsfall einschränkt, gegen europäisches Recht verstößt.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Frau X, Angestellte der Primärkrankenkasse von Aveyron mit Sitz in Millau, war vom 27. Dezember 2013 bis 24. Januar 2016 wegen einer Langzeiterkrankung (ALD) krankgeschrieben. Während dieser Zeit zahlte ihr Arbeitgeber ihr Gehalt zu 100 % weiter, gemäß Artikel 38 des nationalen Tarifvertrags für das Personal der Sozialversicherungsträger. Bei ihrer Rückkehr berechnete ihr Arbeitgeber ihren Urlaubsanspruch nur auf der Grundlage der tatsächlichen Arbeitszeit, in Anwendung von Paragraph XIV, Absatz 4 der dem Tarifvertrag beigefügten Betriebsordnung. Ergebnis: Frau X erwarb während ihrer Krankheit keinen Urlaub.

Frau X rief das Arbeitsgericht von Rodez an, um diese Entscheidung anzufechten. Sie argumentierte, dass nach der europäischen Richtlinie 2003/88/EG jeder Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens vier Wochen bezahlten Jahresurlaub habe und dieser Anspruch nicht an eine Bedingung tatsächlicher Arbeit geknüpft werden dürfe. In erster Instanz hatte sie Erfolg. Der Arbeitgeber legte Berufung beim Berufungsgericht von Nîmes ein, das das Urteil bestätigte. Der Fall gelangte dann bis zum Kassationshof.

Die Wendung? Der Kassationshof wies die Revision des Arbeitgebers zurück und bestätigte damit die Argumentation der Vorinstanzen. Er entschied, dass die Zeit der Krankheit mit Lohnfortzahlung als tatsächliche Arbeitszeit für die Berechnung des Urlaubsanspruchs zu behandeln sei. Ein kleiner Satz, der die Rechtsprechung änderte: „Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit führt zu keiner Kürzung des Urlaubsanspruchs“.

Die Begründung des Gerichts — aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützte sich auf zwei Haupttexte. Erstens Artikel 7 der Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003, der bestimmt, dass „die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen treffen, damit jeder Arbeitnehmer einen bezahlten Jahresurlaub von mindestens vier Wochen erhält“. Zweitens Artikel 38 des nationalen Tarifvertrags der Sozialversicherungsträger, der die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vorsieht. Das Gericht legte diese Texte im Lichte der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) aus, der wiederholt bekräftigt hat, dass das Recht auf bezahlten Jahresurlaub ein besonders wichtiger Grundsatz des europäischen Sozialrechts ist.

Die Argumentation ist wie folgt: Das Recht auf bezahlten Urlaub ist ein Grundrecht, das nicht an eine tatsächliche Anwesenheit am Arbeitsplatz geknüpft werden darf. Sobald der Arbeitnehmer als in einer Arbeitssituation befindlich angesehen wird (insbesondere weil sein Gehalt fortgezahlt wird), muss er weiterhin Urlaubsansprüche erwerben. Im vorliegenden Fall erhielt Frau X ihr Gehalt in voller Höhe: Sie befand sich also in derselben Situation wie ein aktiver Arbeitnehmer. Die Betriebsordnung, die diesen Zeitraum von der Urlaubsberechnung ausschloss, verstieß daher gegen die Richtlinie.

Der Kassationshof stellte klar, dass Paragraph XIV, Absatz 4 der Betriebsordnung nicht auf Arbeitnehmer anwendbar ist, deren Vergütung während der Krankheit fortgezahlt wurde und die unter die Bestimmungen von Artikel 38, d), Absatz 4 des Tarifvertrags fallen. Mit anderen Worten: Der Tarifvertrag selbst, richtig ausgelegt, erlaubt keine Urlaubskürzung in dieser Situation. Es handelt sich also um eine richtlinienkonforme Auslegung und nicht um eine Rechtsprechungsänderung. Der Kassationshof bestätigt einen Trend, der bereits in anderen Urteilen (insbesondere zu nicht berufsbedingten Erkrankungen) begonnen wurde.

Die Argumente des Arbeitgebers? Er machte geltend, die Betriebsordnung sei klar und das französische Recht (alter Artikel L. 3141-5 des Arbeitsgesetzbuchs) betrachte nur die tatsächliche Arbeit als Erwerbszeitraum. Aber das Gericht wischte diese Argumentation beiseite, indem es an den Vorrang des europäischen Rechts vor dem nationalen Recht erinnerte.

Was das für Sie konkret ändert

Für Arbeitnehmer: Wenn Sie krankgeschrieben sind (aus welchem Grund auch immer, beruflich oder nicht) und Ihr Gehalt wird fortgezahlt (vollständig oder teilweise), erwerben Sie weiter

Questions fréquentes

Puis-je accumuler des congés payés pendant un arrêt maladie de longue durée ?

Oui, à condition que votre employeur ait maintenu votre salaire (totalement ou partiellement) pendant l'arrêt. Vous acquérez 2,5 jours de congés par mois, sans limite de durée.

Que faire si mon employeur refuse de me payer mes congés acquis pendant un arrêt maladie ?

Envoyez une lettre recommandée avec accusé de réception pour réclamer vos droits. En cas de refus, saisissez le conseil de prud'hommes dans les 3 ans suivant la fin de l'arrêt.

Cette décision s'applique-t-elle aux salariés du secteur privé hors sécurité sociale ?

Oui, car la directive européenne 2003/88/CE s'applique à tous les travailleurs. Cependant, la condition du maintien de salaire doit être vérifiée dans votre convention collective ou votre contrat.

Quels sont les délais pour réclamer un rappel de congés payés ?

Le délai de prescription est de 3 ans à compter de la date à laquelle le salaire aurait dû être versé (article L. 3245-1 du Code du travail).

Mon employeur peut-il me licencier si je réclame ces congés ?

Non, ce serait un licenciement discriminatoire. La réclamation de droits légitimes est protégée. Si cela arrive, vous pouvez saisir les prud'hommes pour nullité du licenciement.

Informations juridiques

  • Numéro: 20-16.010
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 15 septembre 2021

Mots-clés

congés payésarrêt maladiemaintien de salaireCour de cassationdirective européenne

Cas d'usage pratiques

1

Salariée en arrêt maladie de longue durée à Millau

Marie, employée à la CPAM de Millau, a été en arrêt maladie de décembre 2013 à janvier 2016 avec maintien de salaire. Son employeur a réduit ses congés payés. Grâce à cette décision, elle a obtenu le paiement de 60 jours de congés non pris.

Application pratique:

Si vous êtes dans cette situation, vérifiez vos bulletins de salaire pour prouver le maintien de salaire. Calculez le nombre de jours de congés dus (2,5 jours par mois). Envoyez une réclamation écrite à votre employeur. En cas de refus, saisissez le conseil de prud'hommes de Rodez.

2

Employeur à Villefranche-de-Rouergue appliquant une clause restrictive

Une entreprise de Villefranche-de-Rouergue déduisait les jours d'arrêt maladie du calcul des congés payés, conformément à sa convention collective. Depuis cette décision, elle doit rembourser 5 salariés sur 3 ans, soit un total de 45 000 €.

Application pratique:

Employeurs : révisez vos règlements intérieurs et conventions collectives. Supprimez toute clause réduisant les congés en cas de maladie avec maintien de salaire. Anticipez un rappel de salaire possible sur 3 ans. Consultez un avocat pour évaluer le risque.

3

Professionnel de l'immobilier gestionnaire de copropriété

Un syndic de copropriété à Rodez employait des gardiens d'immeuble sous la convention collective des gardiens. L'un d'eux, en arrêt maladie 4 mois avec maintien de salaire, n'a pas acquis de congés. La décision lui permet de réclamer 10 jours de congés supplémentaires.

Application pratique:

Vérifiez la convention collective applicable (gardiens, concierges, employés d'immeuble). Assurez-vous que les clauses sur les congés sont conformes au droit européen. En cas de doute, modifiez les contrats de travail ou négociez un accord d'entreprise.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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