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Notar: Informations- und Beratungspflicht gegenüber allen Vertragsparteien
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Notar: Informations- und Beratungspflicht gegenüber allen Vertragsparteien

📅 Décision du 15 Mai 2007⚖️ Cour de cassation👁️ 12 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass der Notar alle Parteien eines Rechtsgeschäfts informieren und beraten muss, nicht nur seinen direkten Mandanten. Eine wesentliche Entscheidung für Eigentümer, Mieter und Immobilienfachleute in Tours, Chinon und anderswo.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 06-15.318 • 2007-05-15 • Entscheidung einsehen →

Im Jahr 2007 fällte der Kassationsgerichtshof eine wichtige Entscheidung zur Informations- und Beratungspflicht des Notars gegenüber allen Vertragsparteien. In diesem Fall hatte ein Eigentümer-Vermieter eines Geschäftslokals einen neuen Mietvertrag unterzeichnet, der von seinem Notar aufgesetzt worden war. Einige Jahre später übertrug der Mieter seinen Mietvertrag auf eine Tochtergesellschaft aufgrund einer Klausel, deren Bedeutung der Vermieter nicht erkannt hatte. Das Gericht entschied, dass der Notar als öffentlicher Amtsträger alle Parteien informieren und beraten muss, nicht nur diejenige, die ihn bezahlt. Diese Anforderung gilt unabhängig von Ihrer Eigenschaft.

Wer hat nicht schon einmal eine notarielle Urkunde unterschrieben, im Vertrauen auf den Ruf des Notars? Man stellt sich oft vor, dass der Notar alle schützt. Aber die Realität ist subtiler. Die Entscheidung vom 15. Mai 2007 (Revisionsnr. 06-15.318) erinnert daran, dass dieser Schutz eine rechtliche Verpflichtung ist, nicht nur eine Höflichkeit. Der Notar muss Ihnen jede Klausel, ihre Folgen erklären und sicherstellen, dass Sie verstehen, was Sie unterschreiben. Versäumt er diese Pflicht, haftet er.

In diesem Artikel werden wir diese Entscheidung analysieren, verstehen, wie sie auf konkrete Situationen anwendbar ist, und Ihnen Schlüssel geben, um Streitigkeiten zu vermeiden. Diese Regeln gelten für alle notariellen Urkunden in Frankreich.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Der Fall beginnt in Rennes. Ein Eigentümer (Vermieter) vermietet ein Geschäftslokal an eine Gesellschaft (Mieter). Der Mietvertrag läuft aus, und die Parteien beschließen, ihn zu verlängern. Der Eigentümer beauftragt seinen Notar – eine SCP (Société Civile Professionnelle) von Notaren – einen neuen Mietvertrag aufzusetzen. Aber der Notar schreibt keinen neuen Vertrag, sondern verlängert lediglich den alten Mietvertrag mit einer besonderen Klausel: Der Mieter kann alle drei Jahre kündigen und vor allem den Mietvertrag auf eine seiner Tochtergesellschaften übertragen.

Der Eigentümer unterschreibt, ohne zu erkennen, dass ihm diese Abtretungsklausel entgeht. Einige Zeit später überträgt der Mieter tatsächlich den Mietvertrag auf eine Tochtergesellschaft. Der Vermieter ficht dies an und meint, der Notar hätte ihn über diese Klausel und ihre Folgen informieren müssen. Er verklagt den Notar auf Schadensersatz wegen Berufshaftung.

Das Berufungsgericht Rennes gab mit Urteil vom 14. März 2006 dem Notar recht und befand, dass die Beratungspflicht in diesem Fall nicht bestand. Aber der Eigentümer legte Revision ein. Der Kassationsgerichtshof hob das Berufungsurteil auf und verwies die Sache an dasselbe Berufungsgericht Rennes, jedoch in anderer Besetzung, zurück. Er stellte fest, dass der Notar gegenüber allen Vertragsparteien eine Informations- und Beratungspflicht hat und den Vermieter auf die Abtretungsklausel hätte hinweisen müssen.

Die Begründung des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof stützt sich auf Artikel 1240 des Code civil (früher 1382), der bestimmt: „Jede Handlung eines Menschen, die einem anderen einen Schaden verursacht, verpflichtet denjenigen, durch dessen Verschulden er eingetreten ist, zum Ersatz.“ Kurz gesagt: Begeht ein Notar einen Fehler bei der Ausübung seiner Tätigkeit, muss er die Person entschädigen, die dadurch einen Schaden erleidet. Hier besteht der Fehler darin, den Vermieter nicht über die Tragweite der Abtretungsklausel informiert zu haben.

Die Entscheidung ist wichtig, weil sie eine ständige Rechtsprechung bestätigt und präzisiert: Der Notar ist nicht nur Berater der Partei, die ihn bezahlt, sondern aller Vertragsparteien. Er muss überprüfen, ob jeder Unterzeichner die Vertragsbedingungen versteht, und auf potenzielle Risiken hinweisen. Der Kassationsgerichtshof betont, dass der Notar als öffentlicher Amtsträger eine Pflicht zur Neutralität und Loyalität gegenüber allen hat.

Diese Entscheidung ist keine Kehrtwende: Sie reiht sich in eine Reihe von Urteilen ein, die die Haftung der Notare verstärken. Bereits 2004 hatte das Gericht entschieden, dass der Notar die Parteien über die Tragweite der Klauseln aufklären muss (Civ. 1re, 20. April 2004). Aber hier geht es weiter, indem es klarstellt, dass die Pflicht auch dann gilt, wenn der Notar nur von einer Partei beauftragt wurde.

Die Argumente des Notars? Er machte geltend, sein Mandant sei der Vermieter gewesen, und der Mieter sei durch einen eigenen Rechtsanwalt vertreten worden. Das Gericht wies diese Verteidigung zurück: Der Notar kann sich nicht hinter der Anwesenheit eines Anwalts verstecken, um sich seiner Verpflichtung zu entledigen. Er muss persönlich sicherstellen, dass jede Partei die Urkunde verstanden hat.

Was das für Sie konkret ändert

Wenn Sie Eigentümer-Vermieter sind, schützt Sie diese Entscheidung. Stellen Sie sich vor, Sie unterschreiben einen Gewerbemietvertrag mit einem Mieter, und der Notar vergisst, Sie darauf hinzuweisen, dass der Mieter den Mietvertrag frei übertragen kann. Wenn der Mieter den Mietvertrag auf eine insolvente Gesellschaft überträgt, verlieren Sie Mieteinnahmen. Seitdem können Sie den Notar wegen Informationsmangels haftbar machen. Aber Achtung: Sie müssen nachweisen, dass der Schaden in direktem Zusammenhang mit dem Fehler steht. Wenn Sie die Klausel bei Kenntnis abgelehnt hätten, können Sie Schadensersatz fordern.

Für Mieter ist das auch eine Sicherheit. Wenn der Notar des Verkäufers Sie nicht über eine Dienstbarkeit oder Beschränkung informiert, können Sie ihn belangen. So konnte ein Erwerber Schadensersatz erlangen, nachdem er ein städtebauliches Vorkaufsrecht entdeckt hatte, das ihm der Notar nicht mitgeteilt hatte.

Für Erwerber beträgt die Verjährungsfrist für Klagen 5 Jahre ab Entdeckung des Schadens, jedoch höchstens 20 Jahre nach der Urkunde. Der Schadensersatz richtet sich nach dem erlittenen Schaden, der den Wertverlust der Immobilie oder den Verlust von ...

Questions fréquentes

Que faire si mon notaire a manqué à son devoir de conseil ?

Rassemblez toutes les preuves (acte, échanges, témoignages) et consultez un avocat expert en droit immobilier. Vous pouvez engager une action en responsabilité civile professionnelle dans un délai de 5 ans à compter de la découverte du préjudice.

Puis-je demander l'annulation de l'acte si le notaire n'a pas bien conseillé ?

Non, l'annulation est rare. Vous pouvez obtenir des dommages et intérêts pour compenser votre préjudice, mais l'acte reste valable sauf si vous prouvez un vice du consentement (dol, erreur).

Quels sont les délais pour agir contre un notaire ?

Vous avez 5 ans à compter du jour où vous avez découvert le dommage, et au maximum 20 ans après l'acte. Passé ce délai, l'action est prescrite.

Le notaire est-il toujours responsable si l'autre partie avait un avocat ?

Oui, la Cour de cassation a clairement dit que le notaire ne peut pas se décharger sur la présence d'un avocat. Il doit personnellement s'assurer que chaque partie comprend l'acte.

Un notaire peut-il refuser de rédiger un acte s'il estime que les parties ne sont pas assez informées ?

Oui, le notaire a le droit et même le devoir de refuser de prêter son ministère si l'acte est contraire à la loi ou si les parties ne sont pas en mesure de comprendre les conséquences. C'est une protection supplémentaire pour vous.

Informations juridiques

  • Numéro: 06-15.318
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 15 mai 2007

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Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Tours : clause de cession cachée

Vous signez un bail commercial à Tours. Le notaire ne vous informe pas que le preneur peut céder librement son bail. Six mois plus tard, le locataire cède le bail à une société insolvable. Vous perdez 20 000 € de loyers impayés.

Application pratique:

Vous pouvez engager la responsabilité du notaire sur le fondement de l'article 1240 du Code civil. Vous devrez prouver que le notaire aurait dû vous alerter et que, si vous l'aviez su, vous auriez refusé la clause. Les tribunaux sont généralement favorables aux bailleurs dans ce cas.

2

Acquéreur à Chinon : servitude non signalée

Vous achetez une maison à Chinon. Le notaire du vendeur ne vous signale pas une servitude de passage qui permet au voisin de traverser votre jardin. Vous découvrez le problème après la vente. La valeur de votre bien diminue de 15 000 €.

Application pratique:

Vous pouvez demander des dommages et intérêts au notaire. Il aurait dû vérifier les servitudes et vous en informer. Conservez tous les documents et agissez rapidement : le délai de prescription est de 5 ans à compter de la découverte.

3

Locataire à Tours : absence d'information sur les charges

Vous signez un bail d'habitation à Tours. Le notaire ne vous explique pas que les charges récupérables sont forfaitaires et non au réel. Vous payez 500 € de trop par an pendant 3 ans.

Application pratique:

Vous pouvez réclamer au notaire le remboursement du trop-perçu ainsi que des dommages et intérêts. Le devoir de conseil du notaire s'étend à toutes les parties, même si vous êtes le locataire. Il aurait dû vous alerter sur le mode de calcul des charges.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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