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Entschädigung von Wildschäden: Der Kassationshof bestätigt die Zuständigkeit des ordentlichen Richters
Droit Immobilier

Entschädigung von Wildschäden: Der Kassationshof bestätigt die Zuständigkeit des ordentlichen Richters

📅 Décision du 24 September 2020⚖️ Cour de cassation👁️ 10 vues📖 5 min de lecture

Ein Landwirt erleidet in seiner Obstplantage Schäden, die durch Rehe verursacht wurden. Der Kassationshof erinnert daran, dass der ordentliche Richter für die Entschädigung zuständig ist, auch wenn ein Rechtsbehelf bei der nationalen Kommission eingelegt wurde. Analyse des Urteils vom 24. September 2020.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 19-22.695 • 2020-09-24 • Entscheidung einsehen →

Im Herzen der Île-de-France, nur wenige Kilometer von Paris entfernt, sind landwirtschaftliche Flächen nicht vor Übergriffen der Wildtiere gefeit. Ein Landwirt sah seine Obstplantage von einer Herde Rehe verwüstet. Die Rechnung ist hoch: Obstbäume beschädigt, Ernten gefährdet, Investitionen verloren. Doch die erwartete Entschädigung stößt auf einen prozessualen Hindernislauf. An wen soll man sich wenden? Welches Gericht anrufen? Und vor allem: Muss man zunächst alle außergerichtlichen Rechtsbehelfe ausschöpfen?

Diese Situation, die Grundstückseigentümern und Landwirten wohlbekannt ist, wirft eine wiederkehrende Frage auf: Ist das Entschädigungssystem für Schäden durch Schalenwild darauf ausgelegt, sie wirksam zu schützen? Allzu oft schreckt die Komplexität der Texte legitime Antragsteller ab. Sie schwanken zwischen dem nichtstreitigen Verfahren nach dem Umweltgesetzbuch und der klassischen gerichtlichen Klage.

Das Urteil des Kassationshofs vom 24. September 2020 bringt eine entscheidende Klarstellung. Es erinnert daran, dass der ordentliche Richter der Eckpfeiler des Systems bleibt, unabhängig von den Schritten, die vor den spezialisierten Instanzen unternommen wurden. Doch diese Entscheidung beschränkt sich nicht darauf, eine Zuständigkeitsfrage zu klären: Sie beleuchtet auch die geteilte Verantwortung des Landwirts bei der Risikoprävention. Eine Lektion, die man beherzigen sollte, bevor man auch nur eine Hecke pflanzt.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie sich täglich ereignet

Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit beschränkter Haftung (EARL), gelegen in einer ländlichen Zone nahe Paris, bewirtschaftet eine 2013 gepflanzte Apfelplantage. Das Biotop ist für Rehe besonders günstig, die dort ein ideales Futter finden. Schnell häufen sich die Schäden: junge Triebe abgefressen, Rinden abgeschält, schwache Bäume. 2016 reicht die EARL bei der Départementalvereinigung der Jäger einen Antrag auf Pauschalentschädigung ein, wie es Artikel L. 426-1 des Umweltgesetzbuchs erlaubt (der einen Anspruch auf Ersatz von Schäden durch Schalenwild an Kulturen und landwirtschaftlichen Ernten eröffnet).

Der Fall eskaliert. Ein Sachverständiger wird bestellt, doch seine Schlussfolgerungen verärgern beide Parteien. Die Vereinigung bestreitet den geforderten Betrag und argumentiert mit einer offensichtlichen Unterschätzung der Schutzmaßnahmen, die der Landwirt hätte ergreifen müssen. Die EARL ihrerseits beklagt eine Entschädigung zum Schleuderpreis. Parallel wird ein Rechtsbehelf bei der Nationalen Kommission für die Entschädigung von Wildschäden eingelegt, einer Verwaltungsinstanz, die für die Prüfung von Einwänden zuständig ist. Doch ohne deren Ausgang abzuwarten, beschließt die EARL, die Vereinigung vor dem Tribunal judiciaire zu verklagen.

Am 18. Mai 2018 entscheidet das Berufungsgericht von Paris. Es erklärt die Klage für zulässig und geht in die Substanz: die Bewertung der Verluste. Die Richter stellen fest, dass die Plantage zum Zeitpunkt der Erstpflanzung nicht durch wirksame Vorrichtungen geschützt war. Die Bäume der Neupflanzung hingegen profitierten von späteren Schutzmaßnahmen. Der Sachverständige betont die Qualität der von der EARL produzierten Pflanzen, aber auch das Versäumnis beim Schutz der Plantage. Ergebnis: Die Entschädigung wird um ein Drittel gekürzt. Ein harter Schlag für den Landwirt. Der Rechtsstreit gelangt schließlich bis zum Kassationshof.

Die Begründung des Gerichts – analysiert

Der Kassationshof musste eine heikle Frage beantworten: Kann der Landwirt den ordentlichen Richter anrufen, obwohl ein Rechtsbehelf bei der Nationalen Kommission für die Entschädigung von Wildschäden anhängig ist? Die Antwort ist unmissverständlich: Ja. Das oberste Gericht stützt sich auf Artikel L. 426-6 des Umweltgesetzbuchs, der bestimmt, dass „alle Rechtsstreitigkeiten, die sich aus der Anwendung der Artikel L. 426-1 bis L. 426-4 desselben Gesetzbuchs ergeben, in die Zuständigkeit der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit fallen“. Mit anderen Worten: Sobald eine Meinungsverschiedenheit über die Entschädigung besteht, obliegt es allein dem Zivilrichter, diese zu entscheiden. Das nichtstreitige Verfahren nach den Artikeln R. 426-12 bis R. 426-19 – zunächst Antrag an die Vereinigung, dann gegebenenfalls Rechtsbehelf bei der Kommission – stellt nur eine vorbereitende Stufe dar, keinesfalls jedoch eine obligatorische Voraussetzung für eine Klage vor Gericht.

Indem der Kassationshof die Entscheidung des Berufungsgerichts von Paris bestätigt, erinnern die Richter am Quai de l’Horloge daran, dass der Landwirt, nachdem er den Antrag nach Artikel R. 426-12 gestellt hat, „jederzeit“ den ordentlichen Richter mit einer Klage auf Pauschalentschädigung anrufen kann. Unabhängig vom Ausgang des Rechtsbehelfs bei der Nationalen Kommission. Dies ist eine willkommene Klarstellung, denn die bisherige Praxis ließ Zweifel aufkommen: Manche glaubten, man müsse alle außergerichtlichen Wege ausschöpfen, bevor man vor Gericht ziehen könne. Der Kassationshof fegt diese restriktive Auslegung vom Tisch.

Doch das Urteil betrifft nicht nur die Zuständigkeit. Es befasst sich auch mit der Sache selbst, indem es die Kürzung der der EARL zuerkannten Entschädigung billigt. Warum? Weil das Berufungsgericht festgestellt hat, dass die Plantage in einem für Rehe sehr günstigen Biotop nicht durch wirksame Mittel geschützt war. Damit wendet es den Grundsatz der geteilten Verantwortung an, der das Umweltrecht durchzieht: Die Entschädigung ist nicht automatisch; sie setzt voraus, dass der Landwirt alle zumutbaren Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hat, um den Schaden zu vermeiden. Ein unzureichender Schutz führt daher zu einer Verantwortungsteilung und einer entsprechenden Kürzung der Entschädigung. Dies sollte jeden Eigentümer zur Wachsamkeit anhalten.

Was das für Sie konkret ändert

Für Landwirte ist diese Rechtsprechung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sichert sie den Zugang zum Richter: pl

Questions fréquentes

Qu'est-ce que la Commission nationale d'indemnisation des dégâts de gibier ?

C'est une instance administrative qui statue sur les contestations relatives aux indemnités proposées par les fédérations de chasseurs. Sa saisine n'est pas un préalable obligatoire pour agir en justice.

Puis-je saisir le tribunal sans passer par la fédération des chasseurs ?

Non. Vous devez d'abord adresser une demande d'indemnisation à la fédération départementale. Mais s'il y a litige, vous pouvez saisir le juge judiciaire immédiatement, sans attendre la décision de la Commission nationale.

Quels types de dégâts sont indemnisables ?

Les dégâts causés par le grand gibier (cerfs, chevreuils, sangliers, etc.) aux cultures, aux récoltes et aux forêts. Les dommages aux autres biens (clôtures, véhicules) relèvent du droit commun.

L'indemnisation est-elle automatique ?

Non. Vous devez prouver le dommage et démontrer que vous avez mis en œuvre des mesures de prévention adaptées. Sinon, l'indemnité peut être réduite, voire refusée.

Quels délais pour agir ?

La déclaration initiale doit être faite dans les meilleurs délais après la survenance des dégâts. L'action en justice est soumise à la prescription quinquennale de droit commun (5 ans).

Informations juridiques

  • Numéro: 19-22.695
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 24 septembre 2020

Mots-clés

dégâts gibierindemnisation agricoleresponsabilité chasseursdroit de l'environnementCour de cassation

Cas d'usage pratiques

1

Agriculteur en maraîchage face aux sangliers

Un maraîcher de Seine-et-Marne voit ses cultures de melons ravagées par des sangliers. Il a installé une clôture électrique, mais elle s'avère insuffisante. La fédération lui propose une indemnité qu'il juge dérisoire.

Application pratique:

Il peut assigner immédiatement la fédération en justice. Le tribunal appréciera l'efficacité de sa clôture ; s'il démontre l'avoir régulièrement entretenue, l'indemnité pourrait être intégrale. À défaut, une réduction de 30 % est probable, comme dans l'arrêt commenté.

2

Propriétaire bailleur de terres agricoles

Un propriétaire parisien loue ses terres céréalières dans l'Eure à un exploitant. Le bail ne précise pas qui doit supporter les dégâts de gibier. Des lapins de garenne détruisent les semis.

Application pratique:

Le preneur doit en principe supporter les risques d'exploitation, mais le contrat peut être interprété. Une renégociation du bail s'impose. Une consultation juridique permettra de clarifier les obligations de chacun.

3

Fédération départementale des chasseurs contestée

La fédération de l'Yonne a reçu 150 demandes d'indemnisation après une invasion de chevreuils dans les vignobles. La Commission nationale est engorgée. Des viticulteurs menacent d'assigner en justice.

Application pratique:

La fédération doit anticiper une vague de contentieux. Elle peut proposer des protocoles d'accord amiable pour désengorger les commissions, mais ne pourra pas imposer l'épuisement des voies administratives. La décision du 24 septembre 2020 le lui interdit.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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