Urlaubsabgeltung: Prämien und Überstunden müssen einbezogen werden
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Urlaubsabgeltung: Prämien und Überstunden müssen einbezogen werden

📅 Décision du 13 September 2023⚖️ Cour de cassation👁️ 4 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof erinnert daran, dass alle Vergütungen, die als Gegenleistung oder anlässlich der Arbeit gezahlt werden, einschließlich Prämien und Zulagen, in die Berechnung der Urlaubsabgeltung einfließen müssen. Ein Urteil, das die Rechte der Arbeitnehmer sichert und die Arbeitgeber betrifft.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 22-10.529 • 2023-09-13

In Charleville-Mézières fragt sich ein Hochschullehrer beim Ausfüllen seiner Steuererklärung: Müssen die Prämien für die Korrektur von Kopien und die Betreuung von Bachelor-Abschlussarbeiten, die er zusätzlich zu seinem Grundgehalt erhält, bei der Berechnung seiner Urlaubsabgeltung berücksichtigt werden? Eine Frage, die sich jeder Arbeitnehmer stellt, der zusätzliche Vergütungen erhält. Der Kassationshof bejaht dies in einem Urteil vom 13. September 2023: Jeder Betrag, der als Gegenleistung oder anlässlich der Arbeit gezahlt wird, muss in die Berechnungsgrundlage der Urlaubsabgeltung einbezogen werden. Eine Entscheidung, die einen häufig streitigen Punkt klärt und die Rechte der Arbeitnehmer schützt.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr X, Lehrer an der Universität Reims, erhält jedes Jahr Prämien für die Korrektur von Kopien und die Teilnahme an Prüfungsausschüssen für Bachelor-Abschlussarbeiten. Im Jahr 2018 fordert er von seinem Arbeitgeber, der Universität, eine Nachzahlung von Urlaubsabgeltungen für die Zeiträume 2015-2016 und 2016-2017, da diese Prämien seiner Meinung nach in die Berechnung hätten einfließen müssen. Die Universität lehnt ab mit der Begründung, diese Vergütungen seien außergewöhnlich und nicht mit seiner Haupttätigkeit verbunden. Der Rechtsstreit wird vor das Arbeitsgericht (conseil de prud'hommes) und dann vor das Berufungsgericht (cour d'appel) von Reims gebracht. Dieses gibt dem Arbeitgeber 2021 recht und entscheidet, dass die fraglichen Prämien nicht Teil der normalen Vergütung seien und daher nicht berücksichtigt werden müssten. Herr X legt Kassation ein. Der Kassationshof hebt das Berufungsurteil auf und entscheidet, dass die für die Korrektur von Kopien und die Betreuung von Abschlussarbeiten gezahlten Beträge sehr wohl als Gegenleistung oder anlässlich der Arbeit gezahlt werden und daher in die Berechnungsgrundlage der Urlaubsabgeltung einfließen müssen.

Die Begründung des Gerichts – im Detail

Der Kassationshof stützt sich auf Artikel L. 3141-22 des französischen Arbeitsgesetzbuchs (Code du travail), der vorsieht, dass die Urlaubsabgeltung auf der Grundlage des Gesamtverdienstes des Arbeitnehmers berechnet wird. Er stellt klar, dass dieser Verdienst alle Beträge umfasst, die als Gegenleistung oder anlässlich der Arbeit gezahlt werden, einschließlich Prämien und Zulagen, unabhängig von ihrer Bezeichnung. Im vorliegenden Fall werden die Prämien für die Korrektur von Kopien und die Betreuung von Abschlussarbeiten für Aufgaben gezahlt, die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers erbracht werden, auch wenn sie gelegentlich anfallen oder von seinen Hauptaufgaben getrennt sind. Das Berufungsgericht hatte diese Beträge mit der Begründung ausgeschlossen, sie seien nicht Teil der üblichen Vergütung, aber das oberste Gericht stellt klar, dass nicht die Regelmäßigkeit, sondern der Bezug zur Arbeit das Kriterium ist. Diese Entscheidung bestätigt eine ständige Rechtsprechung: Seit einem Urteil vom 26. Januar 2022 (Nr. 20-21.813) verlangt der Kassationshof die Einbeziehung aller arbeitsbezogenen Prämien, wie Zielprämien oder 13. Monatsgehalt. Die Argumente des Arbeitgebers – außergewöhnlicher Charakter, fehlender direkter Bezug – werden daher verworfen.

Was das für Sie konkret ändert

Für Arbeitnehmer, die Prämien (z.B. Dienstaltersprämien, Jahresendprämien, Gewinnbeteiligungen oder Überstundenvergütungen) erhalten, bedeutet diese Entscheidung, dass ihre Urlaubsabgeltung auf der Grundlage ihres Gesamtverdienstes berechnet werden muss, nicht nur auf dem Grundgehalt. Konkret: In Épernay wird ein Verkäufer, der 2.000 € Fixum und 500 € monatliche Prämien erhält, seine Urlaubsabgeltung auf der Basis von 2.500 € berechnet bekommen, nicht von 2.000 €. Für einen Arbeitgeber können die Kosten erheblich sein: Er muss seine Gehaltsabrechnungen überprüfen und eventuelle Unterzahlungen der letzten drei Jahre (dreijährige Verjährungsfrist) nachzahlen. Wenn Sie Arbeitnehmer sind und feststellen, dass Ihre Urlaubsabgeltung Ihre Prämien nicht berücksichtigt, können Sie eine Nachzahlung fordern. Für Arbeitgeber ist es dringend erforderlich, Ihre Lohnabrechnungssoftware und Ihre Arbeitsverträge zu aktualisieren.

Vier Tipps zur Vermeidung solcher Streitigkeiten

  • Überprüfen Sie Ihre Gehaltsabrechnungen: Stellen Sie sicher, dass die Urlaubsabgeltung das gesamte Bruttogehalt einschließlich Prämien ausweist. Im Zweifel fordern Sie eine Aufstellung von Ihrem Arbeitgeber an.
  • Bewahren Sie alle Nachweise über Prämien auf: Verträge, Zusatzvereinbarungen, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge. Das erleichtert den Beweis im Streitfall.
  • Für Arbeitgeber: Aktualisieren Sie Ihre Lohnabrechnungssoftware, um automatisch alle Prämien in die Berechnung des Urlaubsentgelts einzubeziehen. Schulen Sie Ihre Personalabteilung in der neuesten Rechtsprechung.
  • Bei Uneinigkeit: Senden Sie ein Einschreiben mit Rückschein an Ihren Arbeitgeber, um eine Nachzahlung zu fordern, und wenden Sie sich dann innerhalb von 3 Jahren nach Vertragsende oder der beanstandeten Zahlung an das Arbeitsgericht (conseil de prud'hommes).

Vertiefung: verwandte Rechtsprechung und Entwicklungen

Diese Entscheidung fügt sich in einen Trend zum Schutz der Arbeitnehmerrechte ein. Bereits in einem Urteil vom 26. Januar 2022 (Nr. 20-21.813) hatte der Kassationshof entschieden, dass die Zielprämie einzubeziehen ist. Hingegen bleiben bestimmte nicht arbeitsbezogene Prämien (wie die Erstattung von Berufsauslagen) ausgeschlossen. Auch der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat daran erinnert, dass das Recht auf bezahlten Urlaub ein grundlegendes Prinzip des europäischen Sozialrechts ist, was die Verpflichtung zu einer auf dem normalen Verdienst berechneten Abgeltung verstärkt. In Zukunft ist zu erwarten, dass die Gerichte diese Regel auf andere Arten variabler Vergütungen wie Trinkgelder oder Provisionen ausweiten werden. Arbeitgeber sollten daher eine weite Auslegung des Begriffs „Gesamtverdienst“ antizipieren.

Was Sie unbedingt behalten sollten

FAQ:

  • Welche Prämien sind betroffen? Alle, die als Gegenleistung oder anlässlich der Arbeit gezahlt werden, unabhängig von ihrer Bezeichnung. Dazu gehören z.B. Zielprämien, 13. Monatsgehalt, Überstundenvergütungen, aber nicht die Erstattung von Berufsauslagen.
  • Kann ich rückwirkend fordern? Ja, innerhalb der dreijährigen Verjährungsfrist ab dem Zeitpunkt, zu dem die Zahlung hätte erfolgen müssen.
  • Was tun bei Verweigerung? Wenden Sie sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht oder an die Gewerkschaft.

Questions fréquentes

Quelles primes doivent être incluses dans le calcul de l'indemnité de congés payés ?

Toutes les sommes versées en contrepartie ou à l'occasion du travail : primes d'ancienneté, de 13e mois, d'objectif, heures complémentaires, etc. Les remboursements de frais professionnels sont exclus.

Puis-je réclamer un rappel d'indemnité de congés payés pour les années passées ?

Oui, dans la limite de la prescription triennale : vous avez 3 ans à compter de la fin du contrat ou du paiement litigieux pour agir.

Que faire si mon employeur refuse d'inclure mes primes dans le calcul ?

Adressez une lettre recommandée avec accusé de réception pour demander un rappel. En cas de refus, saisissez le conseil de prud'hommes. Un avocat peut vous assister.

Cette décision s'applique-t-elle aux fonctionnaires ?

Oui, le principe est similaire, mais les textes applicables diffèrent (Code général de la fonction publique). Consultez un avocat spécialisé.

Comment est calculée l'indemnité de congé payé ?

Deux méthodes : 1/10e de la rémunération totale perçue pendant la période de référence, ou maintien du salaire de base. L'employeur doit appliquer la plus favorable au salarié.

Informations juridiques

  • Numéro: 22-10.529
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 13 septembre 2023

Mots-clés

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Cas d'usage pratiques

1

Salarié avec primes d'objectif

Un commercial à Épernay perçoit un fixe de 2 000 € et des primes d'objectif de 500 € par mois. Son employeur calcule ses indemnités de congés payés sur le seul fixe.

Application pratique:

Le salarié peut réclamer un rappel sur les 3 dernières années. Il doit rassembler ses bulletins de paie, calculer la différence (500 € x nombre de jours de congé), et adresser une demande écrite à son employeur. En cas de refus, saisir le conseil de prud'hommes.

2

Employeur confronté à une demande de rappel

Un petit commerce à Charleville-Mézières emploie un vendeur avec une prime mensuelle de 200 €. L'employeur n'a jamais inclus cette prime dans le calcul des congés payés.

Application pratique:

L'employeur doit immédiatement régulariser pour l'avenir et vérifier la prescription. Il peut proposer un accord amiable au salarié pour les sommes dues. Il est conseillé de consulter un avocat pour évaluer le risque et mettre à jour les logiciels de paie.

3

Enseignant-chercheur avec primes de correction

Un enseignant à l'université de Reims perçoit des primes annuelles pour correction de copies et jurys de soutenance. Son employeur exclut ces primes du calcul des congés payés.

Application pratique:

Depuis l'arrêt du 13 septembre 2023, ces primes doivent être incluses. L'enseignant peut demander un rappel sur 3 ans. Il doit fournir les justificatifs des primes et la preuve du lien avec le travail. Un avocat spécialisé en droit du travail peut l'assister.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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