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Berufskrankheit und letzter Arbeitgeber: Wenn die Beweislast kippt
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Berufskrankheit und letzter Arbeitgeber: Wenn die Beweislast kippt

📅 Décision du 21 Oktober 2010⚖️ Cour de cassation👁️ 16 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof hat entschieden: Die Berufskrankheit gilt als beim letzten Arbeitgeber erworben, der den Arbeitnehmer der Gefahr ausgesetzt hat, es sei denn, dieser beweist, dass sie von einer früheren Stelle stammt. Eine Entscheidung, die die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Versicherungen auf den Kopf stellt.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 09-67.494 • 2010-10-21 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines kleinen Gebäudes in Rethel, und Ihr Mieter, ein Arbeiter in einer Papierfabrik, entwickelt eine berufsbedingte Schwerhörigkeit. Er verklagt seinen letzten Arbeitgeber, aber dieser behauptet, der Lärm stamme von seiner vorherigen Stelle bei einem anderen Industriellen. Wer muss zahlen? Die Frage ist sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer brisant.

Diese Entscheidung des Kassationsgerichtshofs vom 21. Oktober 2010 antwortet: Die Berufskrankheit gilt als im Dienst des letzten Arbeitgebers erworben, bei dem das Opfer vor der medizinischen Feststellung der Gefahr ausgesetzt war. Anders formuliert: Der letzte Arbeitgeber wird als verantwortlich vermutet, es sei denn, er beweist, dass die Krankheit auf die Arbeitsbedingungen früherer Unternehmen zurückzuführen ist. Eine einfache Vermutung, aber mit schwerwiegenden Folgen.

Wie wirkt sich das konkret aus? Und was tun, wenn Sie betroffen sind, sei es als Arbeitnehmer in Épernay oder als Arbeitgeber in der Marne? Tauchen wir in die Details dieses Falles ein.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Alles beginnt mit einem Arbeitnehmer, Herrn Y., der von der Firma Smurfit Kappa in Reims als Fabrikarbeiter eingestellt wird. Jahrelang arbeitet er in einer Werkstatt, in der der Umgebungslärm die gesetzlichen Grenzwerte überschreitet. Im Jahr 2003 stellt ein Betriebsarzt eine berufsbedingte Schwerhörigkeit fest. Herr Y. meldet die Krankheit der CPAM, die sie übernimmt. Aber Smurfit Kappa bestreitet dies: Der Arbeitnehmer sei bereits bei seinen früheren Arbeitgebern, insbesondere in einer anderen Fabrik in Rethel, Lärm ausgesetzt gewesen.

Der Rechtsstreit gelangt vor das Tribunal des affaires de sécurité sociale. Die regionale Krankenversicherungskasse stellt nach einer Untersuchung fest, dass die in der Smurfit-Kappa-Fabrik im Februar 2003 gemessenen Lärmpegel 85 Dezibel überstiegen, was das Tragen von Gehörschutz obligatorisch machte. Aber Smurfit Kappa argumentiert, dass Herr Y. bereits vor seiner Einstellung einen Hörverlust hatte und dass seine derzeitige Stelle nicht die einzige Ursache sei.

Das Berufungsgericht von Reims gibt dem Arbeitgeber recht: Es ist der Ansicht, dass die Krankheit mehreren Arbeitgebern zugerechnet werden kann und dass die CPAM nicht bewiesen hat, dass der letzte allein verantwortlich war. Für das Gericht greift die Vermutung nicht, wenn der Arbeitnehmer zuvor exponiert war. Eine logische Argumentation, aber nicht im Einklang mit dem Sozialversicherungsrecht.

Die CPAM legt Kassation ein. Und der Oberste Gerichtshof hebt das Urteil auf: Er erinnert daran, dass gemäß Artikel L. 461-1 des Sozialgesetzbuchs die Berufskrankheit als im Dienst des letzten Arbeitgebers erworben gilt, bei dem das Opfer vor der medizinischen Feststellung der Gefahr ausgesetzt war. Es ist Sache dieses Arbeitgebers, das Gegenteil zu beweisen, nicht der Kasse.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kern der Debatte: Wer trägt die Beweislast? Der Kassationsgerichtshof entscheidet zugunsten einer einfachen, aber umgekehrten Vermutung. Konkret: Sobald ein Arbeitnehmer bei seinem letzten Arbeitgeber der Gefahr (hier: Lärm) ausgesetzt war und die Krankheit medizinisch festgestellt wird, gilt dieser letzte Arbeitgeber als Verursacher. Der Arbeitgeber kann sich befreien, wenn er nachweist, dass die Krankheit ausschließlich auf frühere Arbeitsbedingungen zurückzuführen ist.

Das ist keine Revolution: Die Rechtsprechung war bereits etabliert. Aber das Urteil vom 21. Oktober 2010 präzisiert einen entscheidenden Punkt: Die Vermutung greift auch dann, wenn der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern exponiert war. Zuvor verlangten einige Berufungsgerichte eine ausschließliche Exposition beim letzten Arbeitgeber. Nun genügt eine Exposition, auch wenn sie nur teilweise ist. Eine rhetorische Frage: Wer kann beweisen, dass der Lärm einer Werkstatt eine vorbestehende Schwerhörigkeit nicht verschlimmert hat?

Das Gericht stützt sich auf Artikel L. 461-1 des Sozialgesetzbuchs, der besagt, dass die Berufskrankheit als beruflich verursacht gilt, sofern nicht das Gegenteil bewiesen wird. Es fügt hinzu, dass diese Vermutung für den letzten Arbeitgeber gilt, da er zum Zeitpunkt der Feststellung die Kontrolle über die Arbeitsbedingungen hat. Die Richter wiesen das Argument von Smurfit Kappa zurück, die CPAM müsse das Fehlen einer früheren Exposition beweisen. Falscher Ansatz: Die Beweislast liegt beim Arbeitgeber.

Diese Analyse bestätigt einen schützenden Trend für Arbeitnehmer, ist aber nicht absolut. Der Arbeitgeber kann sich immer verteidigen, indem er alte Lärmmessungen, ärztliche Bescheinigungen vor der Einstellung oder Gutachten vorlegt, die belegen, dass das Risiko bei ihm vernachlässigbar war.

Was das für Sie konkret ändert

Für den Arbeitnehmer (oder seine Hinterbliebenen): Sie müssen nicht mehr beweisen, dass Ihr letzter Arbeitgeber verantwortlich ist. Wenn Sie bei ihm der Gefahr (Lärm, Asbest, Chemikalien) ausgesetzt waren und die Krankheit innerhalb der gesetzlichen Fristen gemeldet wird, erkennt die CPAM die Berufskrankheit an. Der Arbeitgeber muss dann, oft vor Gericht, widersprechen. Beispiel in Épernay: Ein Weinbauarbeiter, der Pestiziden ausgesetzt ist, entwickelt Krebs. Sein letzter Arbeitgeber, ein Weingut, muss beweisen, dass der Krebs von einem früheren Betrieb stammt.

Für den Arbeitgeber: Die Beweislast liegt bei Ihnen. Bewahren Sie alle Arbeitsplatzbeschreibungen, Hygiene- und Sicherheitsmessungen, Nachweise über das Tragen von Schutzausrüstung auf. Wenn Sie einen Arbeitnehmer einstellen, der bereits in risikoreichen Branchen gearbeitet hat, lassen Sie eine vollständige Einstellungsuntersuchung durchführen, um den Ist-Zustand festzustellen. Fehlende Nachverfolgung kann teuer werden: Die Kosten einer Berufskrankheit können 100.000 € an Beiträgen erreichen.

Questions fréquentes

Qui est présumé responsable de ma maladie professionnelle ?

Le dernier employeur chez lequel vous avez été exposé au risque, même si vous avez travaillé ailleurs avant.

Que dois-je faire si je développe une maladie après avoir quitté mon dernier emploi ?

Déclarez-la à la CPAM dans les 15 jours suivant le diagnostic. L'employeur contestataire devra prouver que votre maladie n'est pas due à son poste.

Mon employeur peut-il refuser de déclarer la maladie ?

Oui, mais vous pouvez la déclarer vous-même. La CPAM instruira et, si elle reconnaît la maladie professionnelle, l'employeur devra payer les cotisations supplémentaires.

Quels délais pour contester ?

L'employeur dispose de 30 jours après réception de la décision de la CPAM pour saisir la commission de recours amiable. Passé ce délai, il peut agir en justice dans les deux ans.

Puis-je être indemnisé si mon employeur prouve que la maladie vient d'avant ?

Oui, mais par la CPAM au titre de la maladie professionnelle. L'employeur précédent pourra être mis en cause, mais c'est plus complexe.

Informations juridiques

  • Numéro: 09-67.494
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 21 octobre 2010

Mots-clés

maladie professionnelledernier employeurcharge de la preuvesécurité socialebruit

Cas d'usage pratiques

1

Salarié exposé au bruit dans son dernier emploi à Reims

Un ouvrier de l'usine Smurfit Kappa à Reims développe une surdité. Il a travaillé auparavant dans une autre usine à Rethel. La CPAM reconnaît la maladie professionnelle. L'employeur conteste.

Application pratique:

Le salarié n'a rien à prouver : c'est à l'employeur de démontrer que la surdité provient de l'emploi à Rethel. Le salarié doit seulement déclarer la maladie dans les délais et fournir les certificats médicaux.

2

Employeur de la Marne confronté à une contestation

Un employeur d'Épernay reçoit une notification de la CPAM pour une maladie professionnelle d'un ancien salarié. Il doit prouver que le risque n'existait pas chez lui ou était négligeable.

Application pratique:

L'employeur doit rassembler les mesures de bruit, les attestations de port de protections, et l'examen médical d'embauche. S'il ne prouve pas, il devra payer des cotisations majorées.

3

Propriétaire bailleur d'un local industriel à Rethel

Un propriétaire loue un hangar à une entreprise de menuiserie. Un salarié développe une maladie respiratoire due aux poussières. Le propriétaire peut être mis en cause pour défaut de sécurité.

Application pratique:

Le propriétaire doit vérifier que le preneur respecte les normes de sécurité et d'hygiène. En cas de carence, il peut être condamné solidairement avec l'employeur. Faire réaliser un diagnostic technique du local est recommandé.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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