Entscheidungsreferenz: cc • N° 03-20.392 • 2005-07-13 • Entscheidung einsehen →
Sie sind Eigentümer eines Hauses in Avignon, mit einem Garten, der an ein Nachbargrundstück grenzt, das Sie seit Jahren als Durchgang zu Ihrer Garage nutzen. Eines Tages erhalten Sie eine gerichtliche Vorladung vom Nachbarn: Er bestreitet Ihr Wegerecht. Sie denken sich: „Zumindest wird dies die urbanisme-voisin-prefond-personnel" class="internal-link" title="Verstoß gegen den Bebauungsplan: Wann kann ein Nachbar Sie wegen Nichteinhaltung der Bauvorschriften angreifen?">Ersitzung (das Recht, durch langjährigen Besitz Eigentümer zu werden) unterbrechen, die er auf Ihrem Grundstück geltend machen könnte. " Falsch! Der Kassationshof hat in einem Urteil vom 13. Juli 2005 entschieden: Nur eine Eigentumsklage unterbricht die Ersitzung. Eine bloße Klage auf ein anderes Recht (Dienstbarkeit, Grenzfeststellung usw.) reicht nicht aus. Was nur wenige wissen: Diese Unterscheidung kann den Ausgang eines Grundstücksstreits völlig verändern und denjenigen teuer zu stehen kommen, der glaubte, sein Recht geschützt zu haben.
Stellen Sie sich nun vor, Sie sind Mieter in Carpentras und nutzen seit dreißig Jahren ein an Ihre Wohnung angrenzendes Grundstück, das Sie wie Ihren Garten bebauen. Der Eigentümer, der nie etwas gesagt hat, stirbt. Seine Erben verklagen Sie auf Anerkennung eines Fensterrechts. Sie dachten, diese Klage unterbreche Ihren dreißigjährigen Besitz und hindere Sie daran, das Eigentum durch Ersitzung zu erwerben? Dieselbe Logik gilt: Die Klage auf Dienstbarkeit ist keine Eigentumsklage. Ihr Besitz läuft also weiter, und Sie könnten trotz des Prozesses Eigentümer des Grundstücks werden. Aber Vorsicht, Sie müssen noch die Voraussetzungen der Ersitzung nachweisen (ununterbrochener, friedlicher, öffentlicher, unzweideutiger Besitz als Eigentümer).
In diesem Artikel werden wir diese wenig bekannte, aber für jeden Eigentümer oder Besitzer einer Immobilie entscheidende Entscheidung analysieren. Wir werden sehen, wie sie konkret angewendet wird, und vor allem, wie man vermeidet, überrascht zu werden. Denn im Immobilienrecht kann ein Verfahrensdetail den Unterschied zwischen dem Erhalt und dem Verlust Ihres Eigentums ausmachen.
Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt
Herr Y... war Eigentümer mehrerer Grundstücke in Paris, darunter das Grundstück AC 19. Seine Nachbarn, die Eheleute X..., wollten auf ihr Eigentum gelangen, indem sie die Grundstücke von Herrn Y... überquerten. Sie verklagten Herrn Y... daher, um feststellen zu lassen, dass er nicht Eigentümer dieser Grundstücke sei, und beantragten in Wirklichkeit die Anerkennung eines Wegerechts (Recht, über fremden Grund zu gehen). In seiner Verteidigung erhob Herr Y... eine Widerklage: Er beanspruchte das Alleineigentum an Grundstück AC 19 und das Miteigentum an einem anderen Grundstück, AC 18, zusammen mit den Eheleuten X... und einem weiteren Nachbarn.
Das Tribunal de grande instance de Paris wies die Klage der Eheleute X... zunächst ab, erkannte Herrn Y... jedoch das Eigentum an Grundstück AC 19 zu. Das Berufungsgericht Paris hob dieses Urteil jedoch am 23. September 2003 auf. Es befand, dass die Klage der Eheleute X... keine Eigentumsklage sei, sondern eine Klage auf Feststellung des fehlenden Eigentumsrechts von Herrn Y... an den Grundstücken. Folglich habe diese Klage die Ersitzung zugunsten von Herrn Y... nicht unterbrochen. Mit anderen Worten: Herr Y... besaß die Grundstücke weiterhin, als hätte es nie einen Prozess gegeben, und konnte sich weiterhin auf Ersitzung berufen, um Eigentümer zu werden.
Herr Y... legte Kassation ein. Er argumentierte, die Klage der Eheleute X... sei sehr wohl eine Eigentumsklage, da sie sein Eigentumsrecht bestreite. Der Kassationshof wies seine Beschwerde zurück und bestätigte die Argumentation des Berufungsgerichts. In meiner Erfahrung bin ich auf Fälle gestoßen, in denen Eigentümer, die darauf vertrauten, den „Zähler" der Ersitzung durch eine Klage gegen den Nachbarn wegen Besitzstörung gestoppt zu haben, angesichts eines fortlaufenden Besitzes hilflos waren. Dieses Urteil veranschaulicht diese Falle perfekt.
Die Argumentation des Gerichts — entschlüsselt
Der Kassationshof stützt sich auf Artikel 2244 des Code civil (alt, heute 2241), der bestimmt, dass die Verjährung durch eine gerichtliche Klage unterbrochen wird. Das oberste Gericht stellt jedoch klar, dass diese Unterbrechung nur wirksam ist, wenn die Klage auf die Geltendmachung des Eigentums an der Sache gerichtet ist. Im vorliegenden Fall haben die Eheleute X... nicht beantragt, für Eigentümer der Grundstücke erklärt zu werden; sie haben lediglich beantragt, festzustellen, dass Herr Y... nicht deren Eigentümer sei. Eine Negatorienklage (die darauf abzielt, das Recht eines anderen zu verneinen) ist jedoch keine Eigentumsklage. Das Berufungsgericht hatte daher zu Recht entschieden, dass die Ersitzung nicht unterbrochen worden war.
Mit anderen Worten: Um die Ersitzung zu unterbrechen, muss der Kläger selbst das Eigentum an der Sache beanspruchen. Es spielt keine Rolle, ob die Klage das Recht des

