Betriebszugehörigkeit und Krankheitsurlaub: Die Prämie darf nicht gekürzt werden (Kassationshof 2018)
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Betriebszugehörigkeit und Krankheitsurlaub: Die Prämie darf nicht gekürzt werden (Kassationshof 2018)

📅 Décision du 28 Juni 2018⚖️ Cour de cassation👁️ 4 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof (Cour de cassation) hat entschieden, dass Zeiten der Arbeitsvertragssuspension aufgrund von Krankheit die Betriebszugehörigkeit für die Berechnung der im Tarifvertrag des Friseurhandwerks vorgesehenen Betriebszugehörigkeitsprämie nicht unterbrechen. Arbeitnehmer behalten ihre Rechte auch während eines Krankheitsurlaubs.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 16-28.511 • 2018-06-28 • Entscheidung einsehen →

In Andrézieux-Bouthéon, im Département Loire, wird einer seit fast zehn Jahren angestellten Friseurin ihre Betriebszugehörigkeitsprämie gekürzt, weil sie mehrere Monate krankgeschrieben war. Wie ihr wissen Tausende von Arbeitnehmern im Friseurhandwerk nicht, dass ihr Tarifvertrag ihre Betriebszugehörigkeit auch bei Abwesenheit schützt. Eine Frage beschäftigt viele Salonbesitzer: Kann man Krankheitsurlaube wirklich von der Berechnung der Betriebszugehörigkeit abziehen? Die Antwort lautet nein, und der Kassationshof hat dies am 28. Juni 2018 bestätigt.

Der Sachverhalt: Eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Frau Y. arbeitet als Friseurin in einem Salon, der Herrn X gehört, dem Geschäftsführer in Montbrison. Nach mehreren Dienstjahren erhält sie eine Betriebszugehörigkeitsprämie gemäß Anhang Nr. 12 des nationalen Tarifvertrags für das Friseurhandwerk. Doch im Jahr 2012, nach einem mehrmonatigen Krankheitsurlaub, beschließt Herr X., diesen Zeitraum bei der Berechnung der für die Prämie erforderlichen Betriebszugehörigkeit (fünf vollständige und aufeinanderfolgende Jahre im selben Betrieb) nicht zu berücksichtigen. Er ist der Ansicht, dass die Abwesenheit die geforderte Kontinuität unterbricht.

Frau Y. legt Widerspruch ein: Sie ruft das Arbeitsgericht (conseil de prud'hommes) von Saint-Étienne an, das ihr Recht gibt. Herr X. legt Berufung ein. Das Berufungsgericht (cour d'appel) von Lyon bestätigt das Urteil. Der Fall gelangt bis zum Kassationshof, der die Revision des Geschäftsführers zurückweist. Der Streit betrifft die Auslegung des Satzes: „Die Betriebszugehörigkeit versteht sich als eine Anzahl vollständiger und aufeinanderfolgender Jahre im selben Betrieb.“ Müssen die Zeiten der Vertragssuspension (Krankheit, unbezahlter Urlaub) abgezogen werden?

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf Artikel 1.8 des Anhangs Nr. 12. Er erinnert daran, dass der Tarifvertrag selbst die Betriebszugehörigkeit als vollständige und aufeinanderfolgende Jahre im selben Betrieb definiert. Er fügt jedoch ein allgemeines Prinzip hinzu: Zeiten der Arbeitsvertragssuspension (wie Krankheit) unterbrechen die Betriebszugehörigkeit nicht, sofern keine ausdrückliche gegenteilige Bestimmung vorliegt. Betriebszugehörigkeit bedeutet Kontinuität des Vertragsverhältnisses, nicht physische Anwesenheit.

Die Richter analysieren den Wortlaut des Tarifvertrags: Nirgends steht, dass Krankheitsurlaube abgezogen werden müssen. Im Gegenteil, der Ausdruck „vollständige und aufeinanderfolgende Jahre“ zielt darauf ab, zu vermeiden, dass freiwillige Abwesenheiten (wie längere unbezahlte Urlaube) angerechnet werden. Krankheit ist jedoch unfreiwillig. Das Gericht weist das Argument von Herrn X. zurück, wonach die Kontinuität durch die Abwesenheit unterbrochen werde. Dies ist eine Bestätigung der ständigen Rechtsprechung: Seit einem Urteil von 2004 ist der Kassationshof der Ansicht, dass die Betriebszugehörigkeit nach Kalenderdauer berechnet wird, sofern kein gegenteiliger Text vorliegt.

Die Argumentation ist einfach: Hätte der Tarifvertrag die Krankheit ausschließen wollen, hätte er dies gesagt. Da er es nicht tut, behält der Arbeitnehmer seine Betriebszugehörigkeit. Die Richter betonen den Schutzweck der Betriebszugehörigkeitsprämie, die die Treue zum Unternehmen belohnt, nicht die tatsächliche Anwesenheit.

Was das für Sie konkret ändert

Für Friseurarbeitnehmer: Sie können Ihre Betriebszugehörigkeitsprämie auch nach einem Krankheitsurlaub ansammeln. Wenn Ihr Arbeitgeber sie kürzt, können Sie eine Nachzahlung des Lohns verlangen. Beispiel: In Montbrison muss eine Friseurin mit 7 Jahren Betriebszugehörigkeit (davon 6 Monate Krankheitsurlaub) die Prämie für 7 Jahre erhalten, nicht für 6,5 Jahre.

Für Arbeitgeber von Friseursalons: Sie müssen Ihre Berechnungsmethode überprüfen. Wenn Sie Krankheitsurlaube abziehen, riskieren Sie einen Rechtsstreit und eine Lohnnachzahlung für 3 Jahre (Verjährung). Es ist besser, sofort zu korrigieren. Die Entscheidung gilt auch für andere Tarifverträge, die dieselbe Formulierung verwenden.

Für Salonbesitzer (oft Geschäftsführer): Achten Sie auf interne Klauseln, die versuchen, diese Regel zu umgehen. Sie würden als missbräuchlich angesehen. Wenn Sie in dieser Situation sind, müssen Sie die Betriebszugehörigkeit Ihrer Arbeitnehmer unter Einbeziehung der Suspensionszeiten neu berechnen.

Vier Tipps, um solche Streitigkeiten zu vermeiden

  • Konsultieren Sie den anwendbaren Tarifvertrag: Überprüfen Sie die genauen Formulierungen zur Betriebszugehörigkeit. Wenn er nicht festlegt, dass Krankheit die Betriebszugehörigkeit unterbricht, wenden Sie die Regel der Kontinuität an.
  • Berechnen Sie die Betriebszugehörigkeit in Kalenderjahren: Addieren Sie alle Zeiträume, in denen der Arbeitsvertrag besteht, auch wenn er suspendiert ist. Eine monatliche Nachverfolgungstabelle hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden.
  • Schulen Sie Ihren Lohnbuchhalter: Eine falsche Auslegung kann teuer werden. Im Zweifelsfall holen Sie die Meinung eines auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalts ein.
  • Sehen Sie eine klare Klausel im Arbeitsvertrag vor: Wenn Sie bestimmte Abwesenheiten ausschließen möchten, tun Sie dies ausdrücklich und in Übereinstimmung mit dem Tarifvertrag. Beachten Sie jedoch, dass Krankheit ohne tarifvertragliche Regelung nicht ausgeschlossen werden kann.

Vertiefung: Verwandte Rechtsprechung und Entwicklungen

Diese Entscheidung fügt sich in eine schützende Tendenz des Kassationshofs ein. Bereits 2004 (Urteil Nr. 02-45.179) hatte er entschieden, dass Streikzeiten die Betriebszugehörigkeit nicht unterbrechen. 2012 (Nr. 10-28.244) hatte er dieses Prinzip auf Elternzeiten ausgeweitet. Hier bestätigt er es für Krankheit.

Umgekehrt sehen einige Tarifverträge ausdrücklich vor, dass nur Zeiten tatsächlicher Arbeit zählen. Beispielsweise schließt der Tarifvertrag für Hotels-Cafés-Restaurants Krankheitsurlaube von mehr als einem Jahr aus. Aber ohne eine solche Klausel gilt die Regel der Kontinuität. Die Gerichte

Questions fréquentes

Un arrêt maladie interrompt-il l'ancienneté pour le calcul de la prime d'ancienneté dans la coiffure ?

Non, selon la Cour de cassation (28 juin 2018), les périodes de suspension du contrat de travail pour maladie ne déduisent pas l'ancienneté, sauf disposition contraire expresse de la convention collective.

Puis-je réclamer un rappel de prime d'ancienneté si mon employeur a déduit mes arrêts maladie ?

Oui, vous pouvez réclamer un rappel de salaire sur les 3 dernières années. Rassemblez vos bulletins de paie et saisissez le conseil de prud'hommes.

Cette règle s'applique-t-elle à toutes les conventions collectives ?

Non, chaque convention peut prévoir ses propres règles. Vérifiez les termes exacts de votre convention collective. En l'absence de clause contraire, la maladie ne réduit pas l'ancienneté.

Que faire si mon employeur refuse d'appliquer cette jurisprudence ?

Vous pouvez engager une action prud'homale. Une consultation avec un avocat spécialisé peut vous aider à évaluer vos chances et les démarches.

Quels sont les risques pour un employeur qui ne respecte pas cette règle ?

L'employeur s'expose à un rappel de salaire, des dommages-intérêts et une éventuelle condamnation pour travail dissimulé si les primes ont été omises de manière répétée.

Informations juridiques

  • Numéro: 16-28.511
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 28 juin 2018

Mots-clés

prime d'anciennetéarrêt maladieconvention collective coiffureCour de cassation 2018droit du travail

Cas d'usage pratiques

1

Salariée coiffeuse à Montbrison en arrêt maladie

Mme A., coiffeuse depuis 6 ans, a été arrêtée 4 mois pour maladie. Son employeur réduit sa prime d'ancienneté de 6 à 5,5 ans.

Application pratique:

Mme A. peut exiger le paiement intégral de la prime pour 6 ans d'ancienneté. Elle doit envoyer une lettre recommandée à son employeur, puis saisir le conseil de prud'hommes de Saint-Étienne si nécessaire.

2

Gérant de salon à Andrézieux-Bouthéon confronté à une réclamation

Un employeur reçoit une demande de rappel de prime de la part d'une salariée ayant eu plusieurs arrêts maladie. Il pensait que l'ancienneté était suspendue.

Application pratique:

L'employeur doit régulariser la prime rétroactivement (3 ans max). Il peut négocier un échéancier. À l'avenir, il doit inclure toutes les périodes de suspension dans le calcul de l'ancienneté.

3

Propriétaire d'un salon en Loire qui veut sécuriser ses pratiques

Un gérant de salon à Saint-Étienne souhaite éviter tout litige. Il utilise un logiciel de paie qui déduit automatiquement les arrêts maladie.

Application pratique:

Il doit paramétrer le logiciel pour ne pas déduire les arrêts maladie. Il peut aussi faire auditer ses pratiques par un avocat. Une mise en conformité rapide évite des rappels coûteux.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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