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Insolvenzverfahren und gewerbliches Kündigungsschreiben: Vorsicht bei der Frist für die Anfechtung
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Insolvenzverfahren und gewerbliches Kündigungsschreiben: Vorsicht bei der Frist für die Anfechtung

📅 Décision du 08 Oktober 2015⚖️ Cour de cassation👁️ 16 vues📖 5 min de lecture

Ein in Insolvenzverfahren befindlicher Gewerbetreibender kann sich nicht auf die Unterbrechung der Frist zur Anfechtung einer Kündigung ohne Erneuerungsangebot und ohne Entschädigung für die Geschäftsaufgabe berufen. Der Kassationsgerichtshof stellt klar, dass die Unterbrechungswirkung nur für bereits anhängige Verfahren gilt, nicht für zukünftige Klagen.

Entscheidungsreferenz: cc • Nr. 14-18.881 • 2015-10-08 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor: Sie sind Eigentümer eines Geschäftslokals in Pamiers. Sie kündigen Ihrem Mieter, einem Gewerbetreibenden, ohne ihm eine Verlängerung oder eine Entschädigung für die Geschäftsaufgabe anzubieten. Der Mieter, der sich in einem Insolvenzverfahren befindet, wartet zwei Jahre, bevor er diese Kündigung anficht. Sie denken, Sie sind in Sicherheit? Nicht unbedingt. Genau dieses Szenario lag dem Kassationsgerichtshof im Jahr 2015 vor. Aber was hat er entschieden? Und vor allem, was bedeutet das für Sie als Eigentümer oder Mieter?

Die Frage ist einfach: Unterbricht das Eröffnungsurteil eines kollektiven Verfahrens (Insolvenz- oder Liquidationsverfahren) die zweimonatige Frist zur Anfechtung einer gewerblichen Kündigung? Viele Gewerbetreibende und ihre Berater glaubten das. Aber die Antwort ist nein. Der Kassationsgerichtshof hat mit einem Urteil vom 8. Oktober 2015 (Nr. 14-18.881) eine Entscheidung des Berufungsgerichts aufgehoben, die das Gegenteil angenommen hatte. Klar gesagt: Der Mieter, der nicht innerhalb der Frist anficht, verliert jedes Recht auf eine Entschädigung für die Geschäftsaufgabe.

Diese Entscheidung ist für gewerbliche Mietverträge von entscheidender Bedeutung. Sie erinnert daran, dass kollektive Verfahren die Fristen für gerichtliche Schritte nicht aussetzen, es sei denn, die Klage ist bereits anhängig. Ein Punkt, den jeder Vermieter und jeder gewerbliche Mieter kennen sollte, um den Verlust seiner Rechte zu vermeiden.

Der Sachverhalt: eine alltägliche Geschichte

Herr Dupont (Pseudonym) ist Eigentümer eines Geschäftslokals in Pamiers, das an eine Bekleidungsgesellschaft vermietet ist. Im März 2010 kündigt er seiner Mieterin mit Wirkung zum 1. Oktober 2010, ohne eine Verlängerung oder eine Entschädigung für die Geschäftsaufgabe anzubieten. Er ist der Meinung, die Miete sei zu niedrig, und möchte sein Lokal zurückbekommen.

Die Mieterin, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt, wird am 15. Juni 2010 in ein Insolvenzverfahren versetzt. Dann 2012 in Liquidation. Der Liquidator, der die Gesellschaft vertreten soll, reagiert nicht sofort. Erst am 23. Januar 2013, mehr als zwei Jahre nach der Kündigung, ficht der Liquidator diese Kündigung mit Schriftsätzen vor dem Handelsgericht Toulouse an. Er fordert eine Entschädigung für die Geschäftsaufgabe, da er die Kündigung für missbräuchlich hält.

Das Berufungsgericht Toulouse gibt dem Liquidator mit Urteil vom 1. April 2014 recht. Es ist der Ansicht, dass die Klage auf Anfechtung der Kündigung durch das Eröffnungsurteil des Insolvenzverfahrens unterbrochen wurde und die Frist nach der Bestellung des Verwalters neu zu laufen begann. Ergebnis: Der Liquidator hätte rechtzeitig gehandelt. Der Eigentümer, die SCI als Eigentümerin, legt Kassation ein.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof hebt das Urteil des Berufungsgerichts auf. Seine Argumentation besteht aus zwei Punkten. Erstens bestimmt Artikel 370 der Zivilprozessordnung (der die Unterbrechung des Verfahrens im Falle eines kollektiven Verfahrens regelt), dass das Eröffnungsurteil nur das laufende Verfahren unterbricht. Mit anderen Worten: Wenn vor dem Eröffnungsurteil keine Klage erhoben wurde, gibt es nichts zu unterbrechen.

Zweitens wird die Frist des Artikels L. 145-60 des Handelsgesetzbuchs (der die zweimonatige Frist zur Anfechtung einer Kündigung festlegt) durch das kollektive Verfahren nicht ausgesetzt. Diese Frist ist eine Ausschlussfrist, d.h. sie kann weder unterbrochen noch ausgesetzt werden, es sei denn, das Gesetz sieht etwas anderes vor. Das Gesetz sieht jedoch keine solche Ausnahme für kollektive Verfahren vor.

In unserem Fall wurde die Kündigung am 1. Oktober 2010 ausgesprochen. Der Mieter hatte daher bis zum 1. Dezember 2010 Zeit, sie anzufechten. Er tat dies erst am 23. Januar 2013, lange nach Ablauf der Frist. Das Insolvenzverfahren (Juni 2010) hat diese Frist nicht unterbrochen, da zu diesem Zeitpunkt kein Verfahren anhängig war. Das Berufungsgericht hat daher die Gesetze verletzt.

Was nur wenige wissen: Der Kassationsgerichtshof ist in diesem Punkt sehr streng. Er ist der Ansicht, dass die Fristen für gerichtliche Schritte von öffentlicher Ordnung sind und dass kollektive Verfahren nicht dazu dienen dürfen, die Regeln zu umgehen. Vorsicht jedoch: Hätte der Mieter den Eigentümer bereits vor dem Eröffnungsurteil verklagt, wäre das Verfahren unterbrochen worden und die Frist hätte nach Wiederaufnahme des Verfahrens neu zu laufen begonnen. Das war hier jedoch nicht der Fall.

Was das für Sie konkret bedeutet

Für Vermieter ist diese Entscheidung ein Schutz. Wenn Sie einem Mieter in Schwierigkeiten kündigen, müssen Sie nicht befürchten, dass er jahrelang wartet, um unter dem Vorwand eines kollektiven Verfahrens anzufechten. Die zweimonatige Frist läuft, Punkt. Nach Ablauf dieser Frist kann der Mieter keine Entschädigung für die Geschäftsaufgabe mehr verlangen, und Sie erhalten Ihr Lokal zurück.

Für gewerbliche Mieter ist die Botschaft klar: Verlassen Sie sich nicht auf ein kollektives Verfahren, um Zeit zu gewinnen. Wenn Sie eine Kündigung ohne Verlängerungsangebot erhalten, müssen Sie sofort reagieren. Kontaktieren Sie einen Anwalt, verklagen Sie den Eigentümer innerhalb von zwei Monaten vor dem Handelsgericht. Andernfalls verlieren Sie jedes Recht auf eine Entschädigung für die Geschäftsaufgabe, selbst wenn Sie sich in einem Insolvenzverfahren befinden.

Nehmen wir ein konkretes Beispiel aus Colomiers: Ein Gewerbetreibender erhält am 1. März 2023 eine Kündigung. Er wird am 15. März in ein Insolvenzverfahren versetzt. Die Frist zur Anfechtung endet am 1. Mai 2023. Der Verwalter muss vor diesem Datum handeln. Wartet er bis Juni 2023, ist es zu spät. In meiner Praxis habe ich Fälle erlebt, in denen Liquidatoren Entschädigungen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro verloren haben, weil sie diese Fristen vernachlässigt haben.

Vier Tipps, um solche Streitigkeiten zu vermeiden

  • Eigentümer: Lassen Sie Ihre Kündigung durch einen Gerichtsvollzieher zustellen und bewahren Sie den Nachweis des Datums auf. Die Frist läuft ab dem Datum der Zustellung.

Questions fréquentes

Puis-je contester un congé si mon locataire est en redressement judiciaire ?

Oui, le délai de deux mois n'est pas suspendu. Vous devez agir immédiatement, même si le mandataire n'a pas encore été désigné.

Que faire si j'ai reçu un congé et que je suis en liquidation judiciaire ?

Contactez votre mandataire liquidateur sans délai. Il doit saisir le tribunal dans les deux mois suivant le congé, sinon vous perdez tout droit à indemnité.

Le délai de deux mois court-il à compter de la date du congé ou de sa signification ?

Il court à compter de la signification par huissier. La date du congé mentionnée dans l'acte est celle de l'effet, pas celle du point de départ du délai.

Puis-je obtenir une indemnité d'éviction si je conteste après les deux mois ?

Non, le délai est préfix. Passé ce délai, l'action est irrecevable. Vous ne pourrez plus réclamer d'indemnité, même si le congé était abusif.

Le propriétaire peut-il donner congé sans motif ?

Oui, mais il doit alors payer une indemnité d'éviction. S'il ne le fait pas, le locataire peut contester dans les deux mois et obtenir une indemnité. S'il ne conteste pas, le congé est valable et le locataire doit partir sans indemnité.

Informations juridiques

  • Numéro: 14-18.881
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 08 octobre 2015

Mots-clés

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Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire bailleur à Pamiers : congé sans offre à un locataire en redressement

Un propriétaire donne congé le 1er mars 2023 à un commerçant à Pamiers. Le locataire est placé en redressement judiciaire le 15 mars. Le mandataire conteste le congé le 1er juin 2023, soit 3 mois après le congé.

Application pratique:

Le délai de deux mois étant expiré, le mandataire est irrecevable. Le propriétaire peut récupérer son local sans payer d'indemnité d'éviction. Il doit simplement faire constater la fin du bail et engager une procédure d'expulsion si nécessaire.

2

Locataire commerçant à Colomiers : comment réagir à un congé abusif

Un commerçant à Colomiers reçoit un congé sans offre de renouvellement le 1er avril 2023. Il pense être protégé par sa procédure de sauvegarde ouverte en janvier 2023. Il attend juin 2023 pour contester.

Application pratique:

Le délai de deux mois est dépassé. Le commerçant perd tout droit à une indemnité d'éviction, même si le congé était abusif. Il doit quitter les lieux sans indemnité. Pour éviter cela, il aurait dû contester avant le 1er juin 2023, en assignant le propriétaire devant le tribunal de commerce de Toulouse.

3

Mandataire judiciaire : comment gérer les baux en cours

Un mandataire judiciaire est nommé le 1er février 2023 pour une société locataire à Toulouse. Il découvre le 15 mars 2023 qu'un congé a été délivré le 1er janvier 2023.

Application pratique:

Le délai de deux mois étant expiré le 1er mars 2023, le mandataire ne peut plus contester. Il doit informer le débiteur et organiser la restitution du local. Pour l'avenir, le mandataire doit mettre en place une veille sur les baux dès sa nomination et agir dans les délais.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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