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Haftung des Bauunternehmers und Bauplanungsrecht: Der Eigentümer kann Schadensersatz verlangen
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Haftung des Bauunternehmers und Bauplanungsrecht: Der Eigentümer kann Schadensersatz verlangen

📅 Décision du 20 Februar 2002⚖️ Cour de cassation👁️ 9 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationshof stellt klar, dass Art. L. 480-13 des Code de l'urbanisme nur den Eigentümer schützt, der gegen Bauplanungsvorschriften verstoßen hat, nicht den Bauunternehmer. Somit kann ein Eigentümer, der Opfer eines illegalen Baus wurde, vom Architekten oder Bauunternehmer Schadensersatz verlangen, selbst wenn die Baugenehmigung aufgehoben wurde.

Entscheidungsreferenz: cc • N° 00-14.846 • 2002-02-20 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich die Szene vor: Sie haben gerade eine schöne Wohnung in Annecy gekauft, mit atemberaubendem Blick auf den See. Aber beim Einzug stellen Sie fest, dass der Balkon in die Grunddienstbarkeit (Sichtrecht) des Nachbarn hineinragt. Oder schlimmer: Das Gebäude wurde ohne Einhaltung des Bebauungsplans (PLU) errichtet, und die Gemeinde verlangt seinen Abriss. Wer zahlt? Der Bauunternehmer, natürlich. Aber wenn er zu seiner Verteidigung eine Bauplanungsvorschrift anführt, die seine Haftung einschränkt, wird die Sache kompliziert. Genau das hat der Kassationshof am 20. Februar 2002 in einer Entscheidung geklärt, die alle Eigentümer, Mieter und Immobilienfachleute betrifft.

Art. L. 480-13 des Code de l'urbanisme bestimmt, dass der Eigentümer, wenn die Baugenehmigung vom Verwaltungsgericht aufgehoben wurde, keinen Schadensersatz für den Schaden verlangen kann, der aus der Verletzung von Bauplanungsvorschriften resultiert. Diese Vorschrift soll verhindern, dass der Eigentümer, der selbst gegen die Vorschriften verstoßen hat, sich gegen die Verwaltung wendet. Aber kann sie dem Bauunternehmer (Architekt, Bauunternehmer) entgegengehalten werden, den der Eigentümer aus vertraglicher Haftung verklagt?

Die Antwort des Kassationshofs ist klar: nein. Art. L. 480-13 kann nur vom Eigentümer geltend gemacht werden, der gegen Bauplanungsvorschriften verstoßen hat, nicht vom Bauunternehmer. Somit kann ein Eigentümer, der Opfer eines illegalen Baus wurde, vom Bauunternehmer vollen Schadensersatz verlangen, selbst wenn die Baugenehmigung aufgehoben ist. Eine Entscheidung, die Eigentümer absichert und Fachleute in die Verantwortung nimmt.

Der Sachverhalt: eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

1991 beauftragt ein Ehepaar in La Roche-sur-Foron den Bau ihres Hauses einer Architektengesellschaft, „Plexus Architectes“. Die Baugenehmigung wird erteilt, aber ein Nachbar ficht sie vor dem Verwaltungsgericht an und erhält eine Aussetzung der Vollziehung. Schließlich wird die Baugenehmigung wegen Nichteinhaltung der örtlichen Bauplanungsvorschriften aufgehoben. Die Eigentümer stehen mit einem illegalen Bau da, den sie nicht nutzen können und möglicherweise abreißen müssen.

Sie verklagen die Architekten auf Schadensersatz mit der Begründung, die Fachleute hätten ihre Beratungs- und Planungspflicht verletzt, die Bauplanungsvorschriften einzuhalten. Die Architekten berufen sich zu ihrer Verteidigung auf Art. L. 480-13 des Code de l'urbanisme: Da die Baugenehmigung aufgehoben sei, könnten die Eigentümer keinen Ersatz für den Schaden aus der Verletzung der Bauplanungsvorschriften verlangen.

Das Berufungsgericht in Chambéry gibt ihnen 1999 recht und weist die Klage der Eigentümer ab. Diese legen Kassation ein. Der Kassationshof hebt mit seinem Urteil vom 20. Februar 2002 das Berufungsurteil auf und verweist die Sache an das Berufungsgericht Lyon zurück. Er entscheidet, dass Art. L. 480-13 nur dem Eigentümer entgegengehalten werden kann, der selbst gegen Bauplanungsvorschriften verstoßen hat, nicht dem Bauunternehmer. Mit anderen Worten: Die Architekten können sich nicht hinter dieser Vorschrift verstecken, um ihrer beruflichen Haftung zu entgehen.

Die Begründung des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationshof stützt sich auf eine strenge Auslegung von Art. L. 480-13 des Code de l'urbanisme. Diese Vorschrift in der damals geltenden Fassung sieht vor, dass „der Eigentümer, wenn die Baugenehmigung aufgehoben wurde, keinen Schaden aus der Verletzung von Bauplanungsvorschriften geltend machen kann, um Schadensersatz zu verlangen“. Ziel ist es zu verhindern, dass der Eigentümer, der unter Verstoß gegen die Vorschriften gebaut hat, sich gegen die Verwaltung wendet, um Ersatz zu erhalten. Aber Achtung: Diese Vorschrift betrifft nur den Eigentümer, nicht die anderen Beteiligten.

Im vorliegenden Fall hatten die Eigentümer nicht gegen Bauplanungsvorschriften verstoßen: Es waren die Architekten, die ein nicht konformes Projekt entworfen hatten. Die Eigentümer waren also Opfer, nicht Täter der Zuwiderhandlung. Das Berufungsgericht hatte die Vorschrift dennoch auf den Bauunternehmer angewandt, was der Kassationshof rügt. Er erinnert daran, dass die Bestimmungen des Art. L. 480-13 „nur gegen den Eigentümer eines Gebäudes geltend gemacht werden können, der gegen Bauplanungsvorschriften verstoßen hat“.

Damit bestätigt der Kassationshof die Unterscheidung zwischen der Haftung des Eigentümers (die durch diese Vorschrift eingeschränkt werden kann) und der des Bauunternehmers (die weiterhin dem allgemeinen Deliktsrecht unterliegt, insbesondere Art. 1240 des Code civil, der zum Ersatz des durch sein Verschulden verursachten Schadens verpflichtet). Klar gesagt: Ein Architekt oder Bauunternehmer kann sich nicht auf die Aufhebung der Baugenehmigung berufen, um seiner vertraglichen Haftung gegenüber dem Bauherrn zu entgehen. Dies ist eine schützende Lösung für Eigentümer, die sich so an die Fachleute wenden können.

Was nur wenige wissen, ist, dass diese Entscheidung in eine breitere Rechtsprechung einzuordnen ist, die die Anwendung von Art. L. 480-13 einschränkt.

Questions fréquentes

Puis-je obtenir réparation si mon constructeur a violé les règles d'urbanisme ?

Oui, vous pouvez l'assigner en responsabilité contractuelle. L'article L. 480-13 du Code de l'urbanisme (qui limite l'indemnisation en cas d'annulation du permis) ne peut pas être invoqué par le constructeur pour s'exonérer.

Que faire si le permis de construire est annulé après la fin des travaux ?

Vérifiez d'abord si une régularisation est possible (permis modificatif). Sinon, vous pouvez demander des dommages-intérêts au constructeur pour le coût de la démolition et le préjudice de jouissance.

Quels sont les délais pour agir contre le constructeur ?

L'action en responsabilité contractuelle se prescrit par 5 ans à compter de la réception des travaux ou de la découverte du dommage. L'action délictuelle se prescrit également par 5 ans à compter de la manifestation du dommage.

Le constructeur peut-il se retourner contre son assureur ?

Oui, si son contrat d'assurance couvre la responsabilité professionnelle. Assurez-vous que votre contrat de construction prévoit une assurance dommages-ouvrage.

Que faire si je suis propriétaire à Annecy et que mon voisin construit illégalement ?

Vous pouvez contester le permis de construire devant le tribunal administratif dans un délai de 2 mois. Parallèlement, assignez le constructeur en responsabilité civile pour obtenir réparation de votre préjudice de vue, d'ensoleillement ou de valeur immobilière.

Informations juridiques

  • Numéro: 00-14.846
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 20 février 2002

Mots-clés

urbanismeresponsabilité constructeurarticle L. 480-13dommages-intérêtspermis de construireconstruction illégaleAnnecyLa Roche-sur-Foron

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire à Annecy : construction illégale par l'architecte

M. et Mme D. achètent une maison à Annecy-le-Vieux. L'architecte conçoit une extension qui dépasse la hauteur autorisée par le PLU. Le permis est annulé par le tribunal administratif. Les propriétaires subissent un préjudice : impossibilité de louer, perte de valeur.

Application pratique:

Ils peuvent assigner l'architecte en responsabilité contractuelle pour obtenir le coût de la démolition (environ 30 000 €) et la perte de loyers (2 ans à 1 500 €/mois). L'architecte ne pourra pas invoquer l'article L. 480-13 pour limiter son indemnisation.

2

Acquéreur à La Roche-sur-Foron : vices urbanistiques cachés

M. L. achète un appartement neuf à La Roche-sur-Foron. Après la vente, il découvre que la surface habitable est inférieure de 15 m² à celle déclarée, en raison d'une erreur de conception du promoteur.

Application pratique:

Il peut agir contre le promoteur sur le fondement de la garantie décennale ou de la responsabilité contractuelle. Le promoteur ne peut pas opposer l'annulation du permis (s'il y a eu annulation) car il est le constructeur. M. L. peut obtenir une réduction du prix ou des dommages-intérêts.

3

Copropriétaire : travaux non conformes réalisés par l'entrepreneur

Une copropriété à Annecy fait réaliser une surélévation par un entrepreneur. Celui-ci ne respecte pas les règles d'urbanisme (hauteur excessive). La mairie refuse le certificat de conformité.

Application pratique:

Le syndic peut assigner l'entrepreneur en responsabilité. L'article L. 480-13 ne le protège pas. La copropriété peut obtenir le coût de la remise en conformité (ex: 50 000 €) et des dommages-intérêts pour trouble de jouissance.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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