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Kündigung und Kündigungsfrist: Eine schwere Pflichtverletzung während der Kündigungsfrist führt nicht zum Verlust der Abfindung
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Kündigung und Kündigungsfrist: Eine schwere Pflichtverletzung während der Kündigungsfrist führt nicht zum Verlust der Abfindung

📅 Décision du 08 Juli 1992⚖️ Cour de cassation👁️ 7 vues📖 5 min de lecture

Der Kassationsgerichtshof hat eine wesentliche Entscheidung getroffen: Selbst wenn ein Arbeitnehmer während seiner Kündigungsfrist eine schwere Pflichtverletzung begeht, behält er seinen Anspruch auf die Abfindung. Dieser Schutz gilt ab dem Zeitpunkt der Kündigungsmitteilung, auch wenn die Kündigungsfrist unterbrochen wird. Analyse für Eigentümer, Mieter und Fachleute.

Referenzentscheidung: cc • Nr. 89-40.619 • 1992-07-08 • Entscheidung einsehen →

Stellen Sie sich vor, Sie sind Eigentümer einer Wohnung in Le Cannet, die Sie an einen Mieter vermieten. Sie beschließen, den Mietvertrag zu kündigen, um die Immobilie zu verkaufen. Sie teilen die Kündigung (die offizielle Mitteilung über das Ende des Mietverhältnisses) mit einer Kündigungsfrist (dem Zeitraum, in dem der Mieter die Räumlichkeiten noch vor seinem Auszug nutzen kann) mit. Doch während dieser Kündigungsfrist begeht Ihr Mieter erhebliche Beschädigungen. Sie sind wütend, wollen, dass er sofort auszieht, und denken sich: „Er verdient nichts mehr!“ Aber ist das wirklich der Fall?

Diese Situation, übertragen auf die Arbeitswelt, ist genau die, die der Kassationsgerichtshof (das höchste französische Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit) in einer Entscheidung von 1992 entschieden hat. Ein aus wirtschaftlichen Gründen (ein Grund, der nicht in seiner Person liegt, wie z. B. Unternehmensschwierigkeiten) gekündigter Arbeitnehmer begeht während seiner Kündigungsfrist eine schwere Pflichtverletzung. Der wütende Arbeitgeber beendet die Kündigungsfrist und weigert sich, die Abfindung (die bei einer Kündigung ohne schweres Verschulden des Arbeitnehmers fällige Summe) zu zahlen. Wer hat recht?

Die Antwort der Richter ist klar und schützt erworbene Rechte: Der Anspruch auf die Abfindung entsteht in dem Moment, in dem die Kündigung mitgeteilt wird. Eine später begangene Pflichtverletzung, selbst eine schwere, kann ihn nicht aufheben. Kurz gesagt: Der Arbeitnehmer behält seine Abfindung. Aber was bedeutet das genau für Sie als Eigentümer, Mieter oder Fachmann, der mit schwierigen Vertragsbeziehungen konfrontiert ist? Das werden wir nun analysieren.

Der Sachverhalt: Eine Geschichte, wie sie täglich vorkommt

Nehmen wir den Fall, der zu dieser Entscheidung führte. Herr Martin (fiktiver Name für das Beispiel), leitender Angestellter in einem Metallurgieunternehmen, wird am 27. April 1987 aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Sein Arbeitgeber, die Usines Chausson, teilt ihm die Kündigung mit und legt eine Kündigungsfrist fest, d. h. einen Zeitraum, in dem Herr Martin weiterarbeitet (oder von der Arbeit freigestellt wird, aber bezahlt wird) bis zur tatsächlichen Beendigung seines Vertrags.

Aber dann: Während dieser Kündigungsfrist begeht Herr Martin nach Ansicht des Arbeitgebers „schwere Pflichtverletzungen“. Worin bestanden diese genau? Das Urteil führt sie nicht im Detail aus, aber in der Praxis könnte es sich um Arbeitsverweigerung, Beleidigungen gegenüber einem Vorgesetzten oder Sabotageakte handeln – Verhaltensweisen, die die Pflichten aus dem Arbeitsvertrag schwer verletzen. Der Arbeitgeber, der der Ansicht ist, dass diese Pflichtverletzungen die Fortsetzung der Kündigungsfrist unmöglich machen, beschließt, sie sofort zu beenden. Er kündigt den Vertrag fristlos und weigert sich vor allem, Herrn Martin die im Tarifvertrag (der Vereinbarung, die die Arbeitsbedingungen in einer Branche regelt) vorgesehene Abfindung zu zahlen.

Herr Martin ficht diese Entscheidung an. Er ruft das Arbeitsgericht (das auf Arbeitsrecht spezialisierte Gericht) an und argumentiert, dass sein Anspruch auf die Abfindung bereits entstanden sei. Der Arbeitgeber entgegnet: „Sie haben während der Kündigungsfrist eine schwere Pflichtverletzung begangen, also haben Sie diese Abfindung nicht mehr verdient!“ Die ersten Richter mögen dem Arbeitgeber recht gegeben haben, aber Herr Martin legt Berufung ein, und der Fall gelangt bis zum Kassationsgerichtshof. Die juristische Wendung ist entscheidend: Es geht um die Frage, ob ein Ereignis, das nach der Kündigungsmitteilung eintritt, ein bereits entstandenes Recht aufheben kann.

Die Argumentation des Gerichts – aufgeschlüsselt

Der Kassationsgerichtshof hebt in seinem Urteil vom 8. Juli 1992 die Entscheidung auf, die Herrn Martin seine Abfindung entzogen hatte. Seine Argumentation beruht auf einem grundlegenden Rechtsprinzip: der Unterscheidung zwischen der Entstehung eines Rechts und seiner Fälligkeit (dem Zeitpunkt, zu dem man es tatsächlich geltend machen kann).

Die Richter erklären, dass der Anspruch auf die Abfindung „mit dem Datum der Kündigungsmitteilung entsteht“. Mit anderen Worten: Sobald der Arbeitgeber die Kündigung mitteilt (ohne schweres Verschulden des Arbeitnehmers), erwirbt der Arbeitnehmer diesen Anspruch. Es ist, als ob Ihnen zu einem bestimmten Datum eine Geldsumme versprochen würde: Das Versprechen begründet das Recht, auch wenn das Geld erst später ausgezahlt wird. Hier wird die Auszahlung in der Regel auf das Ende der Kündigungsfrist verschoben, aber das Recht besteht bereits ab der Mitteilung.

Die schwere Pflichtverletzung während der Kündigungsfrist, selbst wenn sie den Arbeitgeber berechtigt, die Kündigungsfrist zu beenden (d. h. den Vertrag sofort ohne Abwarten des Fristendes zu kündigen), kann nicht zum „Verlust“ dieses bereits entstandenen Rechts führen. Warum? Weil die Pflichtverletzung nach der Entstehung des Rechts eintritt. Der Gerichtshof stellt klar: Diese Regel gilt auch dann, wenn der Tarifvertrag (wie der für Ingenieure und leitende Angestellte der Metallurgie) eine separate Abfindung für Kündigungen ohne schweres Verschulden vorsieht. Dieser Tarifvertrag weicht nicht von dem Grundsatz ab.

Bei der Analyse der Argumente: Der Arbeitgeber wollte die Pflichtverletzung während der Kündigungsfrist mit dem Verlust der Abfindung verknüpfen, da der Arbeitnehmer seine Pflichten bis zum Schluss verletzt habe. Doch der Gerichtshof lehnt diese Sichtweise ab: Die Kündigung ist bereits erfolgt, die spätere Pflichtverletzung stellt das zu diesem Zeitpunkt erworbene Recht nicht in Frage. Dies ist eine solide Bestätigung des Schutzes der Arbeitnehmerrechte, die verhindert, dass Arbeitgeber eine verspätete Pflichtverletzung nutzen, um sich ihren Verpflichtungen zu entziehen.

Questions fréquentes

Puis-je perdre mon indemnité de licenciement si je commets une faute grave pendant mon préavis ?

Non, selon la Cour de cassation (arrêt du 8 juillet 1992), l'indemnité de licenciement est acquise au moment de la notification du licenciement. Une faute grave pendant le préavis ne peut pas la remettre en cause. Une consultation avec un avocat est indispensable pour connaître les exceptions.

Que faire si mon employeur refuse de me verser l'indemnité de licenciement après une faute grave pendant le préavis ?

Vous pouvez saisir le conseil de prud'hommes pour réclamer le paiement de l'indemnité. La jurisprudence est claire : l'indemnité est due. Une consultation avec un avocat est recommandée pour monter votre dossier.

Quels sont les délais pour contester le non-paiement de l'indemnité de licenciement ?

Vous avez 2 ans à compter de la notification du licenciement pour saisir le conseil de prud'hommes. Une consultation avec un avocat est nécessaire pour ne pas perdre vos droits.

Puis-je être licencié pour faute grave pendant le préavis sans perdre mon indemnité de licenciement ?

Oui, la faute grave pendant le préavis peut justifier une rupture immédiate du contrat, mais l'indemnité de licenciement reste due. Une consultation avec un avocat est indispensable pour comprendre les conséquences.

Quels sont les recours si l'employeur me licencie pour faute grave après le début du préavis ?

Vous pouvez contester la faute grave devant les prud'hommes. Si elle n'est pas reconnue, vous pourrez obtenir des dommages et intérêts. Une consultation avec un avocat est recommandée.

Informations juridiques

  • Numéro: 89-40.619
  • Juridiction: Cour de cassation
  • Date de décision: 08 juillet 1992

Mots-clés

licenciementpreavisfaute graveindemnité de licenciementdroit du travail

Cas d'usage pratiques

1

Propriétaire face à un locataire dégradant pendant le préavis

À Lyon, un propriétaire notifie un congé pour vendre son appartement avec un préavis de 3 mois. Pendant ce préavis, le locataire cause des dégradations importantes (trous dans les murs, portes cassées) estimées à 2 000€ de réparations. Le propriétaire veut expulser immédiatement le locataire et lui refuser toute indemnité de relocation.

Application pratique:

Cette jurisprudence s'applique directement : le droit du locataire à l'indemnité de relocation (équivalent à l'indemnité de licenciement) est acquis dès la notification du congé. Les dégradations commises pendant le préavis, même graves, n'annulent pas ce droit. Le propriétaire doit : 1) Documenter les dégradations (photos, devis) pour réclamer des dommages-intérêts après le départ du locataire, 2) Ne pas interrompre le préavis unilatéralement (risque de nullité du congé), 3) Poursuivre le locataire en justice pour le préjudice causé, mais en versant l'indemnité de relocation due.

2

Promoteur immobilier avec un sous-traitant en faute

À Bordeaux, un promoteur résilie un contrat avec un sous-traitant en électricité pour retard répété, avec un préavis de 30 jours. Pendant ce préavis, le sous-traitant vole du matériel sur le chantier d'une valeur de 5 000€. Le promoteur veut rompre immédiatement le préavis et refuser le paiement des factures restantes.

Application pratique:

Le principe de la décision s'étend aux contrats commerciaux : les droits acquis avant la faute (comme le paiement des prestations déjà effectuées) sont protégés. La faute grave (vol) pendant le préavis ne justifie pas de priver le sous-traitant des sommes dues pour travaux antérieurs. Le promoteur doit : 1) Porter plainte pour vol et documenter les preuves, 2) Poursuivre le sous-traitant en justice pour dommages-intérêts, 3) Payer les factures légitimes antérieures à la faute, mais peut suspendre les paiements futurs si le contrat le permet. Ne pas agir unilatéralement pour éviter des poursuites pour rupture abusive.

3

Copropriétaire en conflit avec un voisin nuisible

À Paris, dans une copropriété, un copropriétaire notifie à son voisin la résiliation d'un accord de servitude (droit de passage) avec un préavis de 2 mois, pour vendre sa partie du terrain. Pendant le préavis, le voisin bloque délibérément l'accès et cause des nuisances sonores. Le copropriétaire veut annuler l'accord immédiatement et refuser toute compensation.

Application pratique:

La logique de la jurisprudence s'applique ici : le droit à une éventuelle indemnité pour la perte de la servitude (si prévue) est acquis à la notification de la résiliation. Les nuisances pendant le préavis n'annulent pas ce droit. Le copropriétaire doit : 1) Consigner les troubles par constat d'huissier pour action en justice ultérieure, 2) Respecter le préavis contractuel pour éviter une nullité de la résiliation, 3) Verser toute compensation due (si applicable) tout en poursuivant le voisin en justice pour troubles anormaux. Agir avec prudence pour ne pas compromettre la vente du bien.

Maître Cécile Zakine

À propos de l'auteur

Maître Cécile Zakine — Avocate au Barreau des Alpes-Maritimes, Docteur en Droit. Chaque article de ce magazine est rédigé à partir de l'analyse d'une décision de jurisprudence réelle, commentée et mise en perspective par les équipes de Maître Zakine.

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